Posts mit dem Label Überforderung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Überforderung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 30. Januar 2019

Aufräumen, Ausmisten und Entrümpeln nach einem Todesfall: Wie Sie aus den Hinterlassenschaften eines gestorbenen Menschen ein Vermächtnis werden lassen - Tipps für Menschen in einer Trauer- und Verlustkrise

Osnabrück –  Was machen wir nur mit all den Sachen, die die Verstorbenen hinterlassen haben? Vor dieser Aufgabe stehen viele, die einen Menschen verloren haben. Da sind immer noch all die Gegenstände, Kleidungsstücke, Schmuckstücke, Bücher, manchmal auch komplett eingerichtete Zimmer wie beispielsweise ein Kinderzimmer. kurzum: Alles, was der Verstorbene einmal besessen hat. Und dann? Freunde und Angehörige raten alsbald, man solle das Zeug doch wegwerfen. Aber das fühlt sich für viele so an, als würden sie den geliebten Menschen wegwerfen und ihn gleich nochmal verlieren. Es gibt jedoch auch andere Wege. Kreative, gute, hilfreiche. Hier ein paar Impulse:

1.) Den Gegenständen einen neuen Begriff geben: Habseligkeiten. Dieser Tipp stammt aus dem sehr wertvollen Buch "Übungsraum Trauerbegleitung", das Ende 2018 im Verlag Vandenhoeck und Ruprecht erschienen ist und zu dessen Co-Autorinnen die sehr erfahrene Hospiz- und Trauerfachfrau Monika Müller gehört. Sie empfiehlt in dem Buch, anstelle von "Dingen" oder von "Sachen" besser von "Habseligkeiten" zu sprechen. Alleine schon dieser kleine Wortwechsel macht eine Menge aus. Denn in dem Wort Habseligkeiten schwingen dreierlei Bedeutungen mit: Zum einen steckt darin das "Haben"; also der Besitz, hier jetzt meinend: Der Besitz des Verstorbenen. Darin steckt aber auch die Idee, dass die Gegenstände "selig" sind, also nicht bloß wertlose oder gar tote Dinge, sondern durchaus mit einem Eigenleben darin. Wenn man so will: Einer Lebendigkeit. Wobei Dinge natürlich nicht lebendig sein können. Gemeint ist eher, dass sich diese Lebendigkeit aus der - weiterhin lebendigen - Erinnerung speist, die der Gegenstand mit sich bringt. Und zuletzt steckt in dem Wort auch die Seele, also die Idee, dass jeder Gegenstand eine eigene darin verborgene Seele besitzt. Wenn wir von den Habseligkeiten sprechen, die ein Verstorbener hinterlassen hat, bringen wir diesen Gegenständen mehr Wertschätzung entgegen. Es ist eben nicht bloß Gerümpel, das noch da ist. Es ist Erinnerung, die leben darf und leben kann. Oder wie es der Autor Rainer Moritz in seinem Buch "Mein Vater, die Dinge und der Tod" formuliert: "Je länger ich an meinen toten Vater denke, über dessen Leben ich viel zu wenig weiß, desto mehr sprechen seine Dinge zu mir“. 




2.) In jeder Habseligeit das darin liegende Vermächtnis suchen. Das ist ein Prozess, der Menschen in einer Trauer- und Verlustkrise nicht immer möglich ist, weil er ein bisschen Kraft kosten kann, aber es ist ein wertvoller Prozess - der sogar wieder Kraft geben kann: Es geht darum, sich den Habseligkeiten der Gestorbenen bewusst zuzuwenden. Sie sich Stück für Stück anzusehen, anzufassen und dabei nachzuspüren, welche Erinnerungen wachwerden, welches Vermächtnis in den Habseligkeiten liegt. Das kann - muss aber nicht! - ggf. mit einem ersten Aufräumprozess verbunden sein, weil sich vielleicht zeigt, dass manche der Habseligkeiten stärkere Gefühle wecken als andere, weil vielleicht gar nicht alle der Gegenstände etwas mit sich bringen, sondern nur manche. Es kann hilfreich sein, sich drei Kartons oder drei Kisten hinzustellen für diesen Sortierprozess: Kiste Eins für die unbedingt zu behaltenden, weil mit vielen Erinnerungen verbundenen Habseligkeiten. Kiste Zwei für die Fragezeichenkandidaten, bei denen man sich nicht sofort entscheiden kann, was man damit tun möchte. Und Kiste Drei für: Eine neue Verwendung suchen (dazu später mehr) oder wegwerfen. 



3.) Fotografieren, dokumentieren, Erinnerungsbuch anlegen. Wer einen Menschen verloren hat, der hat oft große Angst davor, auch noch seine persönlichen Erinnerungen an den oder die Gestorbenen zu verlieren. So werden die Erinnerungen zu etwas beinahe Heiligem. Deswegen ist der alte und heute noch oft gegebene Rat, man müsse nun "loslassen", leider so gar nicht hilfreich. Gerade hierbei kann eine achtsame und intensive Beschäftigung mit den Habseligkeiten hilfreich sein: Jeden Gegenstand zu fotografieren, zu dokumentieren, vielleicht ein Erinnerungsbuch anzulegen, in dem zu dem dort eingeklebten Foto in Stichworten oder kurzen Sätzen die Erinnerungen festgehalten werden, das kann ein gutes Projekt sein, das einem den gestorbenen Menschen wieder nahebringt, das die Erinnerungen wach hält. Das ist natürlich eine durchaus Zeit kostende Beschäftigung. Aber eine, die sich lohnen kann. Und bei vielen Menschen in einer Trauer- und Verlustkrise ist es ja so, dass sie ohnehin in ihren Gefühlen und Gedanken sehr, sehr lange um den gestorbenen Menschen kreisen - durchaus ein paar Jahre lang. Da bleibt also, so gesehen: Zeit genug. 



4.) Neue Verwendungen suchen. "Vergiss mein nie" - unter diesem Namen betreibt die Trauerbegleiterin Anemone Zeim einen Laden im schönen Hamburger Ortsteil Eimsbüren, der sich explizit an Trauernde richtet. Sie nennt ihn eine "Erinnerungswerkstatt". Was dort geschieht, ist nach meiner Kenntnis in Deutschland so einzigartig: Menschen in einer Trauer- und Verlustkrise bringen ihre Lieblings-Habseligkeiten dorthin und lassen etwas Kreatives und Neues daraus bauen, das sie in ihren persönlichen Alltag mitnemen können. Das vielleicht einleuchtendste Beispiel ist der Kochlöffel ihrer Oma Lilly, aus dem die junge Trauerbegleiterin einfach ein kleines rundes Stück hat rausfräsen und dieses in einen goldenen Rahmen hat setzen lassen - nun trägt sie es einfach als Kette, also als Schmuckstück, um den Hals und ist somit ganz eng mit ihrer gestorbenen Oma verbunden. Wer, so wie ich, Anemone Zeim schon einmal in Person hat erleben dürfen (in meinem Fall: Auf der Messe Leben und Tod), der ist oft beeindruckt von dem kreativen Potenzial und den vielen Ideen, die in dieser jungen Frau schlummern. Kein Wunder: Studierte Designerin, Erfahrungen in der Werbebranche. Dann das, was vielen Menschen geschieht (das kennen wir): Sinnkrise, der Beruf verliert seine Bedeutung, das Wozu eigentlich wird lebensumfassend. Das Ergebnis dieses Prozesses: Die Erinnerungswerkstatt. Nun wird nicht jeder Menschen in einer Trauer- und Verlustkrise nach Hamburg fahren können oder das Geld dafür haben, eine Kreativagentur mit dem Umdeuten der Habseligkeiten zu befassen. Aber alleine dieser hinter den Ideen steckende Prozess kann eine gute Inspiration sein: Nimm die Gegenstände und mach etwas Neues daraus, gib ihnen neues Leben und neue Möglichkeiten. 

Das geht auch sehr niederschwellig. Anstatt alles wegzuwerfen, lässt sich das eine oder andere vielleicht verschenken oder so weitergeben, dass es eine neue Nutzung erfährt. Das klappt am besten bei Spielzeug von verstorbenen Kindern: Einer der verwaisten Väter aus unserer Trauergruppe ist jedenfalls froh, dass das Mädchenfahrrad seiner gestorbenen Tochter jetzt eine neue Nutzung und Verwendung bei einem Mädchen gefunden hat, dass das gestorbene Kind sogar noch kannte


-------------------------------------------------------------------------------------------

Auf Youtube ansehen: Vortrag "Männer trauern anders" aus dem Forum St. Peter in Oldenburg (Niedersachsen) aus dem Juni 2021 - Link zum Video  

Ebenfalls auf diesem Blog: Wie lange darf Trauer dauern? Ist es normal, wenn es jahrelang weh tut? Und ab wann wird trauern krankhaft?

Ebenfalls auf diesem Blog: Trauer und Schuldgefühle gehören zusammen - warum sich so viele Trauernde nach dem Tod eines Menschen schuldig fühlen

Ebenfalls auf diesem Blog: Keine Sorge, alles normal - was Trauernde alles so vermeintlich "Merkwürdiges" tun und warum das nicht peinlich ist

Ebenfalls auf diesem Blog: Wie uns die Trauer vor Aufgaben stellt und was das für den Trauerprozess bedeuten kann - über die "Aufgaben der Trauer"

Ebenfalls auf diesem Blog: Entrümpeln, Ausmisten und Aufräumen nach dem Tod eines Menschen - was mache ich damit und warum ist das so hart?

Ebenfalls auf diesem Blog: Professionelle Gesprächsführung mit Menschen in einer Krise - was wir von der Spiegeltechnik fürs Leben lernen können

Ebenfalls auf diesem Blog: Wir sind auf dem Weg in eine Sterbegesellschaft - Zahlen, Fakten und Daten darüber, wir eine gute Trauerkultur brauchen werden  

Ebenfalls auf diesem Blog: Wer ein Kind verloren hat, sollte nicht arbeiten gehen müssen - was wir von einer britischen Rechtsprechung lernen können 

-------------------------------------------------------------------------------------------

Dienstag, 4. September 2018

Unterwegs in den Landschaften der Trauer - wie ein Brettspiel dabei helfen kann, Menschen in einer Verlust- und Trauerkrise neue Impulse zu geben



Osnabrück - Wenn heute der Geburtstag ihres Verstorbenen wäre, wie würden Sie diesen gestalten? Sich einer solchen Frage zu stellen, kann für Menschen in einer Trauer- und Verlustkrise oft auch etwas Überforderndes sein. Wenn sich solche Tage wieder nähern - der Todestag, der Geburtstag, vielleicht auch der Hochzeitstag oder Tage von anderen markanten Ereignissen -, steht man oft ratlos da. Da ist es sicher ein guter Zugang, sich einer solchen Frage auf einer spielerischen Ebene zu nähern. Als Bestandteil eines Brettspiels. Denn das spielerische Element schafft ein wenig Distanz, schafft andere Zugänge, addiert eine kleine Portion Leichtigkeit - wenn die Situation schon schwer genug ist, darf man sich ihr auch mit Leichtigkeit anzunähern versuchen, warum nicht? 

In dem Brettspiel „Landschaften der Trauer“ werden so genannte Gesprächskarten eingesetzt. Darunter findet sich die oben genannte Frage. Oder auch Fragen wie „Welche Aufgaben sind Ihnen jetzt einfach zuviel?“, „Haben Sie in jüngster Zeit jemanden getroffen und durch ihn/sie unerwartete Hilfe bekommen?“ ode auch nur „Wenn Sie mal einen ganz schlechten Tag haben, was tun Sie, um ihn zu überstehen?“. Die Idee ist, die Menschen einer Trauergruppe einmal anders ins Gespräch bringen zu können.

Durch die geht es hindurch - durch die Landschaften der Trauer. Das vermittelt: Trauer ist auch ein Prozess.  (Thomas-Achenbach-Fotos)

Doch es bleibt nicht alleine bei Gesprächsimpulsen. Denn es gibt auch die so genannten Aktionskarten. Einmal kurz aufzustehen und sich zu recken und zu strecken, kann beispielsweise eine Aufforderung auf diesen Karten lauten. Oder aus dem Fenster zu schauen und  genau zu beschreiben, was man dort sehen kann. Oder die Frage: „Wie sieht der Himmel heute aus? Können Sie sich erinnern?“ - Es sollte klar sein, worauf diese Aktionsideen zielen: die Sinne zu öffnen für ein kleines Quentchen an Mehr. Denn Menschen in einer Trauer- und Verlustkrise neigen dazu, ihren Fokus zu verkleinern, so sehr, bis sie nur noch bei den immergleichen Gedanken und Gefühlen hängenbleiben. Das ist normal, das gehört zu so einer Krise dazu. Und doch ist es auch gefährlich - denn wer in diesen Schleifen gefangen bleibt, langfristig, länger als ein oder zwei Jahre, steht immer an der Schwelle zu vertiefenden Erkrankungen wie einer Depression.


Die Idee, mit Menschen in einer solchen Krisensituation ein Spiel zu spielen, hat tatsächlich etwas Verlockendes. Über den Bundesverband Trauerbegleitung hatte mich die Anfrage erreicht, die „Landschaften der Trauer“ als Rezensionsexemplar hier auf diesem Blog vorzustellen. Zu einem Ausprobieren des Spiels in einer Trauergruppe es bis jetzt noch nicht gekommen, aber das steht durchaus noch auf meiner Wunschliste. Die Idee des Spiels ist es, mit seinen Figuren durch verschiedene Landschaften zu ziehen, die auf dem Spielplan eingemalt sind und die natürlich allegorisch als Symbole für Gefühlswelten zu verstehen sind. Da ist ein karger und sich entlaubender Herbstwald, ein aufgewühltes und tobendes Meer, eine verbrannte und seelenlose Wüstenlandschaft - und am Ende eine Wiese, auf der erste zarte Pflänzchen einen beginnenden Aufbruch anzukündigen scheinen. Anders als bei den meisten Gesellschaftsspielen, geht es weniger darum, als Erster ins Ziel zu kommen als vielmehr darum, seine Umgebungen bewusst wahrzunehmen - die Landschaften der Trauer - und über verschiedenste Impulse ins Gespräch zu kommen. Denn alleine das kann ja in einer Trauer- und Verlustkrise schon sehr hilfreich sein. 



---------------------------------------------------------------------------------------------------------

Der Autor dieser Zeilen 
bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung). Er hält auch Vorträge zum Thema Trauer und Umgang mit Trauernden. Mehr Infos gibt es hier

---------------------------------------------------------------------------------------------------------

Ebenfalls auf diesem Blog: Warum blühende Kastanien für mich zu einem Symbol dafür geworden sind, dass sich Krisen auch überstehen lassen

Ebenfalls auf diesem Blog: Eine der schwierigsten Aufgaben in einem Trauerprozess - überhaupt begreifen zu können, was da geschehen ist - was das so schwer macht

Ebenfalls auf diesem Blog: Der Fluch der Tapferkeit - warum es Menschen in der modernen Gesellschaft so schwer fällt Trauer als etwas Normales anzuerkennen

Ebenfalls auf diesem Blog: Wer Öffentlichkeit will, muss sie selbst herstellen - Praxis-Tipps für gute Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für Hospiz-, Trauer & Palliativinitiativen

Mittwoch, 23. Mai 2018

Eltern von Sternenkindern haben es besonders schwer, weil keiner ihre Trauer anerkennen mag - ehrenamtlicher Service fertigt kostenlos Bilder von Sternenkindern an, weil das in der Trauer für die Eltern enorm hilfreich sein kann - warum Bilder soviel ausmachen

Für Eltern oft kaum zu ertragen: Wenn das Kinderbett daheim leer bleiben muss.  (Thomas-Achenbach-Foto)

Osnabrück/Bremen - Fotos von Sternenkindern anfertigen? Als Ehrenamt? Das ist tatsächlich ein Service, den eine neue Initiative anbietet. Und für die Eltern, die mit dem Tod ihres Kindes nicht nur in eine schwere Trauer- und Verlustkrise stürzen können, sondern auch noch mit einer gesellschaftlich nicht anerkannten Trauer zu tun haben (Nach dem Motto: "Ihr könnt ja noch so viele Kinder haben..."), kann das eine sehr wertvolle Hilfe sein. Auf der Messe Leben und Tod im Mai 2018 hat sich die Initiative www.dein-sternenkind.eu kürzlich mit einem Stand und einem Workshop vorgestellt. Das hat mich daran erinnert, dass ich auch vor einiger Zeit bereits über diese Initiative berichtet hatte - und kürzlich versprochen hatte, das hier noch einmal nachzuholen, weil ich diesen Text noch gar nicht teilen konnte.

Mein Artikel über diesen Service fand sich bereits in der ON-Ausgabe (Osnabrücker Nachrichten) vom 10. 12. 2017, das war der Sonntag, an dem im vergangenen Jahr das World Wide Candle Lighting zum Gedenken an alle gestorbenen Kinder stattgefunden hatte. Gerne würde ich hier einen Link zu der Online-Version des Artikels hier einfügen, aber das lässt sich wegen einer technischen Umstellung im ON-E-Paper/Onlineauftritt derzeit leider nicht anbieten. Wie gut also, dass sich zumindest an dieser Stelle eine Möglichkeit bietet, den Text auch online anzubieten. Hier habe ich also den Text des Artikels in diesen Blog einkopiert....

In der Trauer können Fotos helfen


Fotografenservice fertigt kostenlos Bilder von Sternenkindern an – auch in der Region Osnabrück aktiv


Osnabrück (ON) – Gerade als die Freunde zum Grillen eingetroffen waren, kam die Nachricht via Smartphone – oder, wie Sabine Wiek es beschreibt, der „Call“: Die Geburt eines Sternenkindes im Marienhospital stand kurz bevor, die Eltern wünschten sich den kostenlosen Fotografenservice von „Dein Sternenkind“, für den Wiek arbeitet. Also mussten die Freunde erstmal alleine grillen – sie hatten jedoch Verständnis dafür. Was Sabine Wiek hier anbietet, ist reines Ehrenamt. Und extrem wichtig für die Eltern in einer der schwierigsten Situationen, die das Leben bieten kann.

Immer, wenn am zweiten Sonntag im Dezember um 19 Uhr das „World Wide Candlelighting“ stattfindet, dann wird wieder aller verstorbenen Kinder gedacht. Jeder, der mag oder der betroffen ist, kann eine brennende Kerze ins Fenster stellen. So zieht sich ein Lichterband um die Welt.

So hat der ON-Artikel am 10. 12. 2017 ausgesehen. 

Ein guter Anlass auch dafür, den Dienst vorzustellen, den die Initiative „Dein Sternenkind.eu“ anbietet – nämlich das Fotografieren der Kinder nach der Geburt. Der gestorbenen Kinder, bedeutet das.

Warum das so wichtig sein kann, ist für alle Nicht-Betroffenen oft nur schwer zu begreifen. Und doch kann es für Eltern im laufenden Trauerprozess hilfreich sein, um diese Verlässlichkeit zu wissen: Ja, das Kind hat es wirklich gegeben, ja, wir haben es auf dem Arm gehabt, ja, wir sind Eltern. 

Darin schwingt die Anerkennung mit, dass eben ein „vollwertiger Mensch“ zu früh wieder gehen musste und nicht ein Etwas, das diese Definition nicht verdient hätte. Die Trauer um ein Sternenkind ist oft etwas, das Eltern von ihrem Umfeld eher aberkannt wird – „Du kannst ja noch so viele Kinder haben“, heißt es dann.

Zwar hat sich unter Eltern durchgesetzt, alle Kinder, die vor, während oder kurz nach der Geburt gestorben sind, als Sternenkinder zu bezeichnen. Ganz richtig ist das jedoch nicht. Wie die dpa (Deutsche Presse-Agentur) im Februar 2016 schrieb, gibt es Schätzungen zufolge bundesweit jährlich zwischen 100 000 und 200 000 Fehlgeburten. Aber diese Zahlen sagen wenig aus. Denn: Anders als bei Totgeburten – laut medizinischer Definition Föten über 500 Gramm – besteht bei den Sternenkindern – die unter 500g wiegen oder vor der 24. Woche gestorben sind – keine Meldepflicht. „Die Anzahl der Kinder, die mit weniger als 500 Gramm lebend zur Welt kommen und sterben, ist nicht bekannt“, so schrieb es die dpa weiter.

Tatsächlich gibt es eine große Dunkelziffer, weil sich Eltern von Sternenkindern auch selten in die Öffentlichkeit trauen. Was traurig ist, denn ihr Leid ist oft groß.
Für die 40-jährige Sabine Wiek ist die Teilnahme eine Ehrensache und ein Ehrenamt. „Einfach nur Geld spenden ist nix für mich“, sagt die lebensfrohe Frau im Gespräch mit den ON, „ich kann da besser etwas tun.“


Dürfen wir uns wirklich Eltern nennen, auch, wenn unser Kinderschlafsack leer bleiben wird? Vor dieser Frage stehen die Eltern von Sternenkindern oft. Wenn sie dann die Fotos von ihrem Kind anschauen, fällt ihnen die Entscheidung vielleicht leichter. Zu sagen: Wir sind Eltern. (Thomas-Achenbach-Foto).

Sie arbeitet für den Dienst, ohne dass sie übrigens jemals selbst von einem solchen Fall betroffen gewesen wäre, einfach nur, weil sie sich als einen so empathischen Menschen beschreibt. Als alleinerziehende Mutter (mit zwei Kindern lebt die eigentlich als Buchhalterin in einem Pflegedienst arbeitende Wiek im Stadtteil Eversburg. Von dort aus geht es auf ihre Einsätze in Sachen Sternenkind, die sie schon nach Gronau, Meppen, Rheine oder in die Kliniken des regionalen Niels-Stensen-Verbundes geführt hat. Nur bei einem in Hannover geplanten Einsatz musste sie einmal passen. Was aber kein Problem ist: Es gibt mehrere für die Aktion arbeitende Fotografen, auch in unserer Region, man stimmt sich ab, einer findet sich immer.

Die Einsatzgebiete sind recht groß gehalten, was mit der Programmierung der Calls zu tun hat. Diese Alarmrufe – die von ebenfalls ehrenamtlich arbeitenden Administratoren gesteuert werden– gehen an eine auf das Smartphone installierte App, über die die Einsätze geplant und koordiniert werden. Manchmal bleibt noch etwas Zeit, um den Einsatz gut organisieren zu können – die Kinderbetreuung, Arbeitgeber, Freunde oder Verwandte müssen ja ggf. informiert werden –, manchmal, so wie beim Grillen, muss es schnell gehen.

Auch wenn die Fotografen die Eltern in einer emotionalen Grenzsituation begleiten und ihnen dabei nahe sind, bleibt es meist bei einem Kontakt, erzählt Sabine Wiek – die ihren eigenen Worten zufolge übrigens die harten Erfahrungen gut wegstecken kann. Vielleicht sei es ihre ländliche Prägung, die ihr dabei behilflich ist, glaubt sie. Totgeborene Fohlen und gestorbene Tiere jedenfalls hatte Wiek schon früh gesehen. Gut für sie, denn eine zusätzliche Begleitung der Fotografen kann die Initiative nicht anbieten.

Seit dem Frühjahr 2017 ist Sabine Wiek bei dem Dienst gemeldet. Seither hat sie sechs Einsätze absolviert. Ihren Arbeitgeber musste sie bislang nicht versetzen, irgendwie hatte alles bislang gut gepasst.

Nicht immer haben die Eltern schon passende Kleidung für das Kind parat. Dann hat Sabine Wiek immer ein paar Sachen dabei, die von der ebenfalls ehrenamtlich arbeitenden Initiative Herzenssachen genäht wurden. Ein Set bekommt das Kind angezogen, ein zweites Set bekommen die Eltern als Erinnerung mit. Auch das kann bei der Trauer wichtige Dienste leisten: Etwas haptisches, etwas zum Anfassen, etwas, das beim Begreifen helfen kann. Beim Begreifen von einer Sache, die doch gar nicht zu begreifen ist...

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Der Autor dieser Zeilen 
bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung). Er hält auch Vorträge zum Thema Trauer und Umgang mit Trauernden. Mehr Infos gibt es hier

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Ebenfalls auf diesem Blog: Wenn Töne und Texte die Seele ins Schwingen bringen, Teil #01: Serie über Trauer und Musik - die besten Songs und Alben über Trauer und Tod 

Was einem helfen kann - Fotoaktion: Kraftquellen Fotografie, Kreativität & Gestaltung: Wie das Fotografieren mir den Zen-Buddhismus näherbringt

Ebenfalls auf diesem Blog: Die merkwürdige Beständigkeit der Dinge - warum das Wegwerfen von Sachen für Menschen in einer Trauerkrise erstmal nicht möglich ist

Ebenfalls auf diesem Blog: Eine der schwierigsten Aufgaben in einem Trauerprozess - überhaupt begreifen zu können, was da geschehen ist - was das so schwer macht

Ebenfalls auf diesem Blog: Der Fluch der Tapferkeit - warum es Menschen in der modernen Gesellschaft so schwer fällt Trauer als etwas Normales anzuerkennen

Ebenfalls auf diesem Blog: Wer Öffentlichkeit will, muss sie selbst herstellen - Praxis-Tipps für gute Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für Hospiz-, Trauer & Palliativinitiativen

Dienstag, 27. Februar 2018

Vergleiche in der Trauer sind verletzend, aber kommen allzu oft vor - was zu Trauernden alles gesagt wird, ist oft wenig hilfreich, eher im Gegenteil - Aber was sagen, was hilft - was nicht? - Tipps zum Umgang mit Trauernden


Osnabrück - Über diesen oben abgebildeten Dialog bin ich vor kurzem im Netzwerk Twitter gestolpert. Und er hat nochmal einige Erfahrungen bestätigt, die ich selbst oft gemacht habe bzw. von denen ich mir habe berichten lassen. Was Menschen zu anderen Menschen sagen, wenn diese in einer Trauer- und Verlustkrise stecken, ist oft schwer zu ertragen. Da wird - sicher unbewusst - verglichen, runtergemacht, die Schwere der Trauer zu relativieren versucht. Aber vor allem wird, meistens immer, all den Menschen, die andere verloren haben, ihre Berechtigung zu trauern abgesprochen. Das geschieht mehr oder minder subtil, gerät aber kränkend. Auch wenn die Sprecher das weder beabsichtigen, noch es merken. Zugegeben, so ging es mir sicher auch schon einmal, vor meiner Ausbildung zum Trauerbegleiter. 

Denn, zugegeben, bevor ich mich selbst so intensiv mit diesen Themen beschäftigt habe, wusste ich natürlich auch nicht immer, was ich idealerweise sagen sollte, wenn mir jemand vom Tod eines ihm oder ihr nahen Menschen erzählte (und heute zu behaupten, ich hätte jetzt die Weisheit mit Löffeln gefressen, wäre gleichermaßen übertrieben, auch, wenn das hier gelegentlich so rüberkommen mag). Was willst du auch sagen, wenn es im Grunde nichts zu sagen gibt - keinen Trost jedenfalls geben kann. Und wenn Du Dich konfrontiert siehst mit dieser Wand aus Ratlosigkeit und Hilfslosigkeit. Sich hilflos fühlen, das ist es vermutlich, was die meisten Menschen unbewusst zu diesem psychologischen Trick greifen lässt - die Trauer der anderen lieber kleinzureden, um sie selbst besser ertragen zu können. Also sagt man sowas wie: "Ihr habt ja eine so schöne Zeit miteinander gehabt, das darfst du nicht vergessen". Was aber für die Trauernden nicht anders klingt als: "Schau doch mal auf das Positive und wühl Dich doch nicht immer so rein in Deinen Trauerschlamm." Und so geht es weiter.


Nicht alles, was die anderen zu einem sagen, ist hilfreich, manchmal würde man es gar nicht gerne hören, auch wenn es eigentlich so gemeint ist.   (Thomas-Achenbach-Foto)

Das war eine der Aufgaben, die wir in einer kleineren Lerngruppe während unserer Ausbildung zum Trauerbegleiter zu erledigen hatten: Sätze zu sammeln, die zwar gut gemeint sein mögen, aber doch eher verletzen und die insgeheim die Trauer abzuschwächen versuchen. Was dabei zusammengekommen ist - auch dank engagierter Kolleginnen -, kann sich sehen lassen. "Die Zeit heilt alle Wunden", zum Beispiel - Nein, das wollen Trauernde gar nicht gern hören. Denn der Schmerz des Verlusts ist ja oft das vermeintlich Einzige an großer Energie, das geblieben ist von dem verlorenen Menschen, so wird es oft erlebt. Und davon geheilt werden, gar befreit, das hieße doch auch, den Menschen noch weiter zu verlieren, oder? Oder: "Da mussten andere auch schon durch" - Mag ja sein, aber jeder Mensch hat das Recht auf seinen eigenen Schmerz und seine eigene Intensität und sein eigenes Leiden, außerdem will ein Leid auch erstmal durchlebt werden, was nützen da die anderen? Ach, und es gibt noch so viel mehr.


"Das hätte man doch bestimmt verhindern können" - Ja?


Es war das Beste für sie/für ihn. Irgendwann müssen wir doch alle sterben. Man weiß nicht, was ihr/ihm alles erspart geblieben ist. Das Leben geht weiter. Ich weiß genau, wie es Ihnen geht. Gott hat es so gewollt, er hat sie/ihn zu sich gerufen. Sie werden darüber hinwegkommen. Sie haben doch noch ihre Kinder. Sie müssen sich der Sache jetzt stellen. Sie müssen jetzt loslassen. Sie müssen auch irgendwann wieder nach vorne schauen. Wenn der Arzt das nur eher festgestellt hätte, wer weiß, ob sie oder er dann nicht noch leben würde. Sie müssen jetzt ganz tapfer sein. Ich weiß noch genau, wie das bei mir damals war, davon erzähle ich jetzt erstmal. Oder bei einem Unfall: Er oder sie ist ja auch immer ziemlich rasant gefahren. Oder bei Lungenkrebs: Er oder sie hat ja auch immer soviel geraucht. Oder bei Suizid: Das hätte man doch bestimmt irgendwie merken können und verhindern können. Und, und, und. Jeder Satz ist, im Grunde genommen, ein Schlag in die Magengrube, wenn man mal drüber nachdenkt. Oder auch der hier:


Wer zerrissen ist, darf sich auch seine Bruchstücke ansehen


"Jetzt reiß dich mal zusammen". Sowas bekommen Menschen in einer Verlustkrise tatsächlich zu hören. Wie aber soll das gehen, wenn man innerlich ganz in Einzelteile zerrissen ist? Wäre es da nicht viel besser, sich die einzelnen Teile anzugucken, Stück für Stück, und mal zu gucken, ob sich nicht auch mit einem zerrissenen Innern erstmal weiteratmen lässt. Vielleicht gar weiterleben, wenn auch ganz anders als vorher. Wobei man über diese oben genannten Sätze auch eines sagen muss:

Manchmal darf man sich auch einfach die Bruchstücke seines Lebens ansehen - denn wo etwas zerrissen ist, gibt es kein "sich zuammenreißen können" mehr.  (Thomas-Achenbach-Symbolfoto)

Man kann den Menschen, die solcherlei Dinge sagen, nicht immer einen Vorwurf machen. Zwar erfüllt jeder einzelne dort oben aufgeführte Satz nur die eine Funktion - die Trauer zu entkräften, die Schmerzen abzumildern, das Erlebte von seiner Funktionalität als Einzelschicksal zu befreien -, aber das geschieht nicht bewusst, nicht so manipulativ, wie es hier vielleicht den Anschein mag. Denn auch das Umfeld von Trauernden fühlt sich ja überfahren von der Situation, überfordert, letztlich hilflos. Und wer in den oben genannten Sätze eben diese Botschaft herauszulesen versteht - ich fühle mich genauso hilflos wie Du und ich weiß deswegen gar nicht, was ich sagen soll -, der kann vielleicht verstehen, warum diese Aussagen so gesprochen werden. Hat sie vielleicht sogar selbst einmal so gesprochen. Damals, irgendwann, in einem anderen Leben, vor diesem neuen Leben - dem Leben nach dem Tod. Also dem der anderen. Bleibt natürlich die Frage: was hilft denn nun eigentlich wirklich? Nun, damit habe ich mich bereits an anderer Stelle beschäftigt - siehe hier

Mit einem dicken Danke für die tolle Zusammenarbeit und für die gute Zeit an Petra Temmen, Birgit Lemper, Luise Rüter und Irina Porzler


"Ihr hattet doch eine so gute Zeit" - "Du musst jetzt nach vorne schauen" - "Da muss jeder mal durch" - "Das Leben ist nun einmal endlich" - Undsoweiterundsoweiter.... 

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung) und bietet Podcasts rund um das Thema Trauer an (bitte hier klicken). Thomas Achenbach ist der Autor der Bücher "Männer trauern anders - was ihnen hilft und gut tut", 168 Seiten, Patmos-Verlag und "Mitarbeiter in Ausnahmesituationen - Trauer, Pflege, Krise", 220 Seiten, Campus-Verlag. Mehr Infos auf www.thomasachenbach.de

Lesungen, Vorträge, Workshops, Seminare, Trauergruppen und mehr: Alle aktuellen Termine mit Thomas Achenbach finden sich unter diesem Link 

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Ebenfalls auf diesem Blog: Der Trick mit der Selbstwirksamkeit - wie wir uns selbst gut in seelischen Krisen helfen können: psychologische Tipps

Ebenfalls auf diesem Blog: 27 gute Rituale für eine Trauerfeier - wie sich eine Gedenkfeier so gestalten lässt, das sie den Angehörigen/Trauenden gut tun kann

Ebenfalls auf diesem Blog: Warum sich Trauernde förmlich zerrissen fühlen  - eine Einführung in das "Duale Prozessmodell der Trauer" und seine Fallstricke

Ebenfalls auf diesem Blog: Warum sich ein Suizid viel öfter verhindern ließe als wir das glauben und warum es so wichtig ist, immer wieder darüber zu reden

Ebenfalls auf diesem Blog: Tipps zum Umgang mit Trauernden und Trauer - was Menschen in einer Verlustkrise hilft, was man Trauernden sagen kann 

Ebenfalls auf diesem Blog: Was muss ich machen, wenn ich wegen Trauer krankgeschrieben werden möchte? Geht das überhaupt und wenn ja, wie denn?

Der Podcast von Thomas Achenbach: "Trauergeschichten - Menschgeschichten", Gespräche über Leben, Tod und Sterben, jetzt online

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Freitag, 15. September 2017

Hilfe für die Kinder auch im Internet finden...- Wenn Mama oder Papa gestorben ist, stehen die verwitweten Elternteile vor schwierigen Fragen - was bei der Begleitung von Kindern im Trauerfall helfen kann

Bremen/Osnabrück Wie sollen wir mit Kindern über den Tod sprechen? Wie sollen wir sie begleiten? Vielleicht zudem noch in einer schwierigen Krisensituation, in der uns selbst nicht gut geht? In der wir vielleicht selbst am Boden liegen? Vor diesen Fragen stehen Eltern oft, wenn einer der Elternteile gestorben ist. „Sie können davon ausgehen, dass, wenn Kinder Fragen stellen, sie auch in der Lage sind, die Antworten auszuhalten.“ Diese wunderbaren Worte stammen von Beate Alefeld-Gerges, der Erfinderin des "Trauerland"-Konzeptes, das sie bereits 2015 auf der Messe „Leben und Tod“ in Bremen vorstellte (wo sie auch dieses Zitat brachte). Und es gibt noch mehr Ermutigendes und Beispielhaftes in Sachen Kindertrauer - für die Kinder.

Wie sollen wir Kindern den Tod erklären? Wie sollen wir Kindern dabei helfen, mit ihren Gefühlen umzugehen? Verwitwete Eltern, die einen Partner verloren, aber ein Kind zu betreuen haben, fühlen sich durch eine solche Aufgabe oft doppelt gefordert oder doppelt ohnmächtig - auf jeden Fall überfordert. Nicht überall gibt es vor Ort Angebote für Kinder wie beispielsweise das Trauerland in Belm oder in Bremen, über das ich schon einmal an anderer Stelle in diesem Blog berichtet hatte. Aber wie so oft bietet das Internet hier gute Dienste an. Mit einem hilfreichen Kinderangebot.


Gelb, bunt, übersichtlich, so präsentiert sich das Kindertrauerland im Internet - eine hilfreiche Internetseite, die Kindern in einer Trauersituation einen deutlichen Mehrwert bietet.    (Thomas-Achenbach-Foto)

Denn nicht an Erwachsene, sondern vor allem an Kinder richtet sich die Internetseite "Kindertrauerland". Auch für Kinder, die noch nicht so gut lesen können, ist die Seite gut geeignet, denn die charmante Comicfigur Gum bietet sich per Tonausgabe erstmal als sprechender Begleiter an, lässt sich aber auch ausschalten. Wer die Startseite aufmacht, kann sich erstmal aussuchen, ob er sich mit einer Jungenfigur oder einer Mädchenfigur auf die Reise in die Kindertrauerwelt machen möchte. Und mit welchem Gesicht die Figur unterwegs sein möchte, traurig, wütend, sorgenvoll oder heiter. "Und schon geht's los", sagt Gum. Und das tut es dann auch... 


Vor dem Betreten der Landschaft können sich die Kinder aussuchen, ob sie mit einer weiblichen oder männlichen Figur dorthin gehen möchten - und mit welcher Stimmungslage, wütend, traurig, fröhlich oder nachdenklich.   (Achenbach-Foto)

Nun öffnet sich eine Landschaft mit einem Haus, einem See, einem Ballon und im unteren Teil runden Menüpunkten. Die Figur kann jetzt durch die Pfeiltasten bewegt durch die Landschaft laufen und Dinge entdecken, beispielsweise das virtuelle Trauerhaus betreten, in dem hinter jeder Tür etwas Neues passiert - jedoch dient dieses Trauerhaus im Wesentlichen dazu, per Videoeinspielungen vorzustellen, was in einem "echten" Trauerland so geschehen kann. Wer keines in seiner Umgebung hat, dem nützt das also eher weniger. Jedoch gibt es noch mehr Angebote.


Hilft: Erinnerungsblätter basteln oder seine Sorgen mitteilen


Beispielsweise die Glibberdusche, ein spielerisch lockerleichtes Angebot, bei dem ein Wort gefunden werden muss, während sich der Glibber im Eimer hoch über einem langsam über einem zu entladen droht (das macht einfach Spaß und ist lustig, lenkt also auf nette Art ab). Es gibt aber auch Möglichkeiten, seine eigenen Erinnerungen festzuhalten, beispielsweise ein selbstgestaltetes Erinnerungsblatt an den Baum der Erinnerungen zu hängen, an dem schon andere solcher Blätter zu sehen sind. In einer Art Kummerkasten lässt sich eine E-Mail als Sorgenpost ans Trauerkinderlandteam schicken. Und ansonsten setzt die Internetseite - sehr geschickt - auf eine kindgerechte und spielerische Vermittlung von Wissen zu allerlei Themen rund um Tod und Sterben und die Gefühle, die das alles auslösen kann. Das geht? Klar, das geht! Und wie. Oder die Kinder doch lieber von diesen Themen fernhalten? Nein, keine gute Idee, das ist falsch verstandene Überprotektion - schon gar nicht, wenn sie ohnehin betroffen sind. Denn...:


An dem kleinen See gibt es viel zu entdecken auf der Internetseite Kindertrauerland - Buchtipps und Wissensquiz und Spiele runden das Angebot ab und machen es besonders kindgerecht.   (Thomas-Achenbach-Foto)

„Kinder haben von Natur aus Eigenschaften, die Resilienz stärken“, sagte Beate Alefeld-Gerges auf der Messe Leben und Tod. Ermutigende Worte für alle Eltern und Betreuer, die ein Kind in einer Krisensituation begleiten. Auf diesen Faktor setzt eben auch die Internetseite www.kindertrauerland.orgEin Wissensquiz, Buchtipps und lustige kleine Schäfchen, die über die Seite laufen und einmal mähen, wenn man sie trifft, runden das bunte und hilfreiche Angebot ab. Auch für Erwachsene gibt es übrigens eine Unterseite mit zusätzlichen Informationen (ganz unten, ganz links). 

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung). Mehr Infos gibt es hier

Ebenfalls auf diesem Blog: Trauer am Arbeitsplatz/Trauer im Arbeitsleben - wie belastend ist Trauer im Beruf, was können Unternehmen tun?

Ebenfalls auf diesem Blog: "Sei doch bitte wieder normal" geht leider gar nicht - Trauernde brauchen langfristiges Verständnis ohne Ziele 

Ebenfalls auf diesem Blog: Zehn Tipps für einen hilfreichen Umgang mit Trauernden - für Angehörige, Freunde und Kollegen

Und im Kultur-Blog: Theater kosten den Steuerzahler einfach zuviel Geld... ist das wirklich so? Und woher kommt die Theatersubventionierung eigentlich?

Sonntag, 10. September 2017

Buchverlosung für Angehörige oder Freunde nach einem Suizid: Ich verlose 3 x "Ich konnte nichts für Dich tun" von Eva Terhorst (zum Welttag der Suizidprävention 2017) - Beitrag zur Bloggerparade der Telefonseelsorge

Osnabrück/Berlin – Zum Welttag der Suizidprävention (jedes Jahr am 10. 9.) habe ich nicht nur ein neues Gespräch mit der Trauerbegleiterin Eva Terhorst auf diesem Blog veröffentlicht, sondern ich verlose heute auch drei Mal das Buch "Ich konnte nichts für Dich tun", in dem sich die Berliner Autorin und Trauerbegleiterin Eva Terhorst an die Angehörigen nach einem Suizid wendet... Und wer jetzt aufmerksam gelesen hat, dem steht vielleicht ein Fragezeichen über der Stirn. Wieso sollte es ausgerechnet an jenem Tag, an dem es darum geht, Suizide zu verhindern, um ein Buch gehen, das sich an die Menschen richtet, die eben das haben erleiden müssen - so einen Verlust? 

In Deutschland sterben mehr als doppelt so viele Menschen durch einen Suizid als durch einen Verkehrsunfall. Etwa alle 53 Minuten nimmt sich ein Mensch in Deutschland das Leben. Er mordet sich übrigens nicht, sondern "suizidiert" sich, diese Unterscheidung ist den Angehörigen ganz wichtig, weil Mord immer etwas mit Niedertracht und Besitzsucht zu tun hat. Rechnet man das hoch, macht das über 100000 Menschen im Jahr. Suizid ist, in einer bestimmten Vergleichsgruppe gemessen, die zweithäufigste Todesursache in Deutschland (unter Menschen zwischen 15 und 29 Jahren, hat die Weltgesundheitsorganisation WHO gemessen). Und trotzdem weiß kaum jemand etwas darüber. Wie kann das sein? 


Ich verlose 3 x Mal das Buch "Ich konnte nichts für Dich tun" von Eva Terhorst.   (T.-Achenbach-Foto) 

Klar, das liegt einerseits daran, dass die Medien extrem zurückhaltend berichten. Was auch gut ist, hat man doch immer wieder beobachten können, dass es gerade die Berichte darüber sind, die zu weiteren Suiziden anstiften. Andererseits wird auf diese Weise auch eine öffentliche Debatte und zielgerichtete Aufklärung erschwert. Statistiken zeigen: Wer als Angehöriger erleben muss, wie sich ein Mensch suizidiert, den trifft es besonders hart in seiner Trauer. Das ist auch ein Grund, warum ich mich ausgerechnet jetzt, zum Welttag der Suizidprävention, an diese Menschen richte - diese ganz besondere Gefühlsmischung, die damit einhergeht...

Eva Terhorst aus Berlin hat mehrere Bücher zum Thema Trauer geschrieben und arbeitet unter anderem als Trauerbegleiterin. Sie betreibt auch einen Blog zum Thema Trauer. 

Denn die Angehörigen um Suizid haben es später in besonderer Weise mit Schuldgefühlen zu tun. Klar, Schuldgefühle gehören in gewissen Dosierungen zu jedem Trauerprozess dazu, sind vielleicht sogar unausweichlich. Aber es sind solche Welttage wie diese, die in der Gedankenmaschine im Kopf wieder etwas antriggern können. Etwas wie "Hätte ich es nicht doch vielleicht verhindern können..." oder "Wenn ich es nur eher gemerkt hätte, wäre das niemals passiert..." So wichtig es ist, sich der Suizidprävention zuzuwenden, sosehr gilt also auch: An diesen Tagen gilt ein besonderes Augenmerk auch den Menschen, die dazu nur post mortem etwas beisteuern können. Übrigens geht Eva - mit der ich dankbarerweise auch unsere Dialoge "Zwei Trauerbegleiter unterhalten sich..." gestalten darf - in ihrem Buch auf alle diese Fragen ein, sie beschreibt den Prozess und die Gedankenwelten, gibt hilfreiche Anregungen und Impulse.... Das Buch ist im Herder-Verlag als Taschenbuch erschienen, enthält 160 Seiten und kostet 16,99 Euro.

Buchverlosung zum Welttag der Suizidprävention...: Ich verlose drei Exemplare des Buches "Ich konnte nichts für Dich tun" von Eva Terhorst. Möglichkeit Eins zum Mitmachen: Einen Kommentar schreiben unter diesen Artikel. Das geht auch anonym. Oder Möglichkeit Zwei: Einfach eine E-Mail schreiben an thomas-achenbach at gmx.de. Die Verlosung läuft eine Woche und endet am 17. 9. 2017 (Sonntag). Der Rechtsweg ist übrigens ausgeschlossen. Allen Bloglesern schon mal ein herzliches Danke fürs Lesen und Mitmachen!
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung). Er hält auch Vorträge zum Thema Trauer und Umgang mit Trauernden. Mehr Infos gibt es hier.

Ebenfalls auf diesem Blog: Ja, es ist so schlimm, wie es sich anfühlt - und das darf auch einfach so sein. Warum das mit dem Loslassen kein guter Ratschlag ist...

Ebenfalls auf diesem Blog: Trauer in der Arbeitswelt/Trauer am Arbeitsplatz bzw. Trauer im Berufsleben - was können Unternehmen und Mitarbeiter tun?

Ebenfalls auf diesem Blog: Tango auf der Trauerfeier, die Trauerrede als Audiodatei - was heute bei modernen Trauerfeiern alles möglich sein sollte

Ebenfalls auf diesem Blog: Nachsterben wollen - was mache ich, wenn meine Sehnsucht so groß wird, dass ich den Verstorbenen hinterhergehen möchte?

Und im Kultur-Blog des Autors: Warum die "Live-im-Kino"-Ereignisse ein großer Wachstumsmarkt, was die Branche noch Spannendes plant und warum sie medial gesehen zwischen allen Stühlen sitzt - ein Interview rund um Rock'n'Roll & Oper im Kino

Dienstag, 15. August 2017

"Sterben" von Corey Taylor - ein Buchtipp für alle Menschen, nicht alleine für die tatsächlich Sterbenden (eine Besprechung und eine Auseinandersetzung)

Osnabrück - Darf einen ein Buch über etwas so Existenzielles wie das Sterben beglücken? Darf es entzücken? Wenn es so feingeschliffene Gedanken, so wertvolle Formulierungen und so scheinbar banale, aber wesentliche Erkenntnisse enthält wie dieses, darf es das. Jedoch ist "Sterben" von der australischen Autorin Corey Taylor im Wesentlichen eine Familiengeschichte - keine Reise durch Sterbeprozesse. Das muss wissen, wer sich drauf einlassen will. Lernen lässt sich aber dennoch eine Menge.

In nur wenigen Wochen verfasste die australische Schriftstellerin Cory Taylor 2015 dieses Buch, das - wie glücklich für sie - noch kurz vor ihrem Tod erschien. Ihr Krankheitsprozess ist beim Schreiben schon weit fortgeschritten, ihre Lebenswelt ist auf zwei Zimmer zusammengeschrumpft: Das Schlafzimmer mit dem Bett darin und das Wohnzimmer mit ihrem Computer. Mehr Wege schafft sie nicht. Dort sitzt sie und schreibt - erzählt aus ihrem Leben, verbindet kurze Anekdoten und Zusammenhänge. Aber immer wieder, meistens dann, wenn der Leser es gar nicht erwartet, begibt sie sich in kurzen Glücksmomenten auf eine philosophische Metaebene, reflektiert über den Prozess des Sterbens an sich und darüber, wie alles zusammenhängt. Dies geschieht in nur wenigen Zeilen mit wenigen Worten. Aber die haben es in sich. Und auch das Durchlesen der Familiengeschichten ist unbedingt lohnend - weil sich das bemerkenswerte Ende des Buches sonst nicht vollends verstehen lässt. Corey Taylor hat indes eine Form gefunden, ihr eigenes Ende zu beschreiben, die den Leser gerade wegen ihrer artifiziellen Distanzierung berührt und bewegt. 

Lesenswert - oder hörenswert: "Sterben" von Corey Taylor ist ein bemerkenswertes Buch bzw. Hörbuch.   (Thomas-Achenbach-Foto)

»Wenn wir selbst an unser Ende gelangen, können wir auf einen solch lebhaften Rückblick und eine solch klare Vorausschau nur hoffen.« Das sagte der britische Autor Julian Barnes über dieses Buch. Barnes, der selbst seine Frau verloren und der seinem eigenen Leidensprozess in dem auf diesem Blog bereits vorgestellten Werk "Lebensstufen" eine lesenswerte Dokumentation gewidmet hat. Corey Taylor ist weder gläubig noch christlich. Auch ihr Sterbeprozess hat daran nichts geändert, obwohl sie Fragen dieser Art durchaus innerlich diskutiert. Was ihre Gedanken so lesenswert macht, ist die unbedingt dankbare und anerkennende Art und Weise, wie sie ihr Leben reflektiert - und auch solche Fragen wie "Hätte ich ein anderes Leben führen können/sollen/müssen" dabei nicht außer Acht lässt. Aus dieser Art und Weise, sein Leben zu reflektieren, lässt sich viel lernen.


Auch das ist Sterben: Stöbern in der eigenen Biograhpie


Denn das Durchstöbern der eigenen Biographie am Ende des Lebens, das Suchen nach Spuren und Wegen, vor allem aber die Suche nach der eigenen Identität ist etwas, das uns Halt geben kann. Den Stift (oder den Laptop) nehmen und losschreiben, sich fragen, wo man eigentlich herkommt und was einen eigentlich ausmacht - das ist die Reise, auf die sich Corey Tayler begeben hat. Um am Ende zu erstaunlichen Erkenntnissen zu gelangen: "All unsere Erfahrungen existieren gleichzeitig, sind uns ins Fleisch eingebrannt", schreibt sie. So ist sie immer beides: Das kleine Mädchen und die sterbende Frau. Und daran ist nichts Neues, denn: "Wir sterben schon von dem Augenblick an, in dem wir geboren werden, soviel weiß ich jetzt". Immer mal wieder taucht Corey Taylor mit ihren Lesern in diese überraschende Tiefe ein, aber nur als kurze Stippvisite. Denn im Grunde ist "Sterben" ein Buch über eine nicht besonders heile und nicht besonders stabile Familie. Oder anders gesagt:


Schon beim Hören von "Sterben" von Corey Tayler habe ich gemerkt, dass ich ein paar der geäußerten Gedanken unterstreichen möchte. Weil mich das Hörbuch so fesselte, habe ich das gedruckte Buch noch dazugekauft.   (Thomas-Achenbach-Foto) 

Eine Geschichte über eine Herkunft. Gleichzeitig ist es der Versuch, der Ohnmacht ein kleines Schnippchen zu schlagen, wenigstens einen kleinen Teil an Kontrolle auch nach dem Sterben zu behalten: "Erzähle Deine Geschichte selbst, oder jemand anderes wird das tun". Das ist das Motto. Nun, es ist ihr gelungen. Übrigens gibt es "Sterben" auch als von der Schauspielerin Marlen Diekhoff eindrucksvoll gelesenes Hörbuch, das ich sehr empfehlen kann und das mir manche Autofahrt zur Arbeit und zurück zu einem Weg in etwas Tieferes hat werden lassen (weil mich das Hörbuch so fesselte, habe ich mir das gedruckte Buch ebenfalls noch nachgekauft). Denn die zum Zeitpunkt der Aufnahme immerhin auch schon 78 Jahre alte Marlen Diekhoff ist mit ihrer reifen und irgendwie nach Altersweisheit klingenden Stimme die perfekte Besetzung für diese Textzeilen. Noch eine Randbemerkung: Sich in seinem eigenen Sterbeprozess schreibend mit seinem eigenen Leben auseinanderzusetzen, kann etwas sehr Hilfreiches sein. Nicht umsonst gibt es derzeit mehrere Menschen, die dabei ihre Hilfe anbieten. Auch insofern setzt "Sterben" einen wertvollen Impuls.

Übrigens: Noch ein lesenswertes Buch, das viele weitere Tipps enthält und im lockeren Tonfall existenzielle Fragen rund um den Tod behandelt, ist "The End" von Eric Wrede, hier geht es zu einer Besprechung. 


Transparenzhinweis: Ich hatte mir Buch und Hörbuch selbst gekauft, keine Zusendung von Rezensionsexemplaren

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung) und bietet Podcasts rund um das Thema Trauer an (bitte hier klicken). Thomas Achenbach ist der Autor der Bücher "Männer trauern anders - was ihnen hilft und gut tut", 168 Seiten, Patmos-Verlag und "Mitarbeiter in Ausnahmesituationen - Trauer, Pflege, Krise", 220 Seiten, Campus-Verlag. Mehr Infos auf www.thomasachenbach.de

Lesungen, Vorträge, Workshops, Seminare, Trauergruppen und mehr: Alle aktuellen Termine mit Thomas Achenbach finden sich unter diesem Link 

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Der Podcast zu diesem Blog: Warum eine bayerische Behörde mit einer bislang einmaligen Initiative zum Vorreiter in Sachen Trauerkultur wird - ein Interview

Ebenfalls auf diesem Blog: Tipps zum Umgang mit Trauernden und mit Trauer - was Menschen in einer Trauer- und Verlustkrise hilft und was man Trauernden sagen kann 

Ebenfalls auf diesem Blog: Warum das Sterben in Deutschland seit Januar 2020 nochmal deutlich teurer geworden ist - Die so genannte Leichenschau steht in der Kritik

Ebenfalls auf diesem Blog: Die Kunden müssen die Bestatterbranche bewegen - was alles möglich sein kann, wenn Menschen in einer Verlustsituation das wollen

Ebenfalls auf diesem Blog: Was soll nach einem Todesfall gefeiert werden? "Nur" der Todestag - oder auch noch der Geburtstag des gestorbenen Menschen?

Ebenfalls auf diesem Blog: Tango auf der Trauerfeier, die Trauerrede als Audiodatei - was heute bei modernen Trauerfeiern alles möglich sein sollte

Ebenfalls auf diesem Blog: Der Fluch der Tapferkeit - warum es Menschen in der modernen Gesellschaft so schwer fällt Trauer als etwas Normales anzuerkennen

Lesungen, Vorträge, Workshops, Seminare, Trauergruppen und mehr: Alle aktuellen Termine mit Thomas Achenbach finden sich unter diesem Link 

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------