Freitag, 28. Februar 2020

Wenn simple Bonbons den nahenden Tod symbolisieren... Wie die Trauer-Ausstellung der Hamburger Kunsthalle auch eine Woche später noch nachwirkt in mir und warum ich einen Besuch dort gerne empfehlen kann


Hamburg - Es gibt einen Raum in dieser neuen Trauer-Ausstellung der Hamburger Kunsthalle, den ich nicht aus dem Kopf bekomme. Vermutlich, weil sich seine Wirkungsmacht erst so langsam im Innern entfaltet hat. Der Boden dieses Raums ist gefüllt mit in Zellophan eingewickelten Bonbons, von denen sich jeder Besucher eines nehmen darf. Die Fenster sind mit weißen, aber lichtdurchlässigen Vorhängen versehen, die ein irgendwie gefiltertes Licht in den Raum lassen. Und diese ganze Installation nennt sich "Loverboy" und erzählt vom Tod und vom Sterben. Warum und wie? 

Vor einer Woche hatte ich auf diesem Blog über meinen Besuch der Ausstellung "Trauern" geschrieben, die seit Anfang Februar und noch bis zum 14. Juni 2020 in der Hamburger Kunsthalle gleich neben dem Hauptbahnhof als Sonderausstellung zu sehen ist. 32 moderne Kunstwerke sind in dieser Schau zu erleben, die sich allesamt dem Themenkomplex von Tod, Verlust und Trauern widmen. Manches davon ist recht simpel gehalten in seiner Gestaltung und doch sehr effektiv in seiner Wirkung - so beispielsweise der auf eine ansonsten komplett weiße Wand aufgebrachte schwarze Trauerrand. Auch ein Kunstwerk. Daran wäre ich fast vorbeigelaufen, ohne es zu bemerken, und anfangs hat mich dieses Kunstwerk wenig berührt. Erst später hat sich mir eine Frage ins Bewusstsein gedrängt: Wenn ich als Besucher in diesem Trauerrahmen stehe, ist das dann sozusagen meine eigene Traueranzeige? Die auf meinen Tod hinweist? Und schon ist die Idee von Vergänglichkeit und vom Sterbenmüssen wieder viel greifbarer geworden.


Wer ein Bonbon lutscht, sollte um die Hintergründe wissen


So auch bei dem anfangs erwähnten Bonbon-Raum zum Mitmachen. Wie der Besucher in dem informativen und kostenlosen Begleitheft zur Ausstellung erfährt, wiegt dieser Teppich aus Bonbons zu Beginn genausoviel, wie der damalige Freund und Geliebte des Künstlers Félix González-Torres zu Beginn seines Sterbeprozesses gewogen hatte. Denn der war an Aids erkrankt, weswegen er zunehmend an Gewicht verlor, und starb daran im Alter von 36 Jahren. Wer sich also ein Bonbon von diesem Flickenteppich nimmt, der trägt als Besucher der Ausstellung dazu bei, dass die Vergänglichkeit als Thema spürbar wird. Deswegen auch die Vorhänge: Sie sind zugezogen, wie in einem Sterberaum. 


Kinder putzen einen Friedhof - und das ist alles echt


Wer über einen Besuch der Trauer-Ausstellung nachdenkt, dem seien übrigens zwei Tipps ans Herz gelegt: Erstens kann es nicht schaden, zwischendrin eine Pause einzulegen, weil die vielen Eindrücke doch auch erschöpfend sein können. Auch räumlich gesehen bietet sich eine Pause gut an, denn die Ausstellung erstreckt sich über zwei Etagen. Zweitens werden dort viele Filme gezeigt, die jeweils eine Laufzeit zwischen 7 und 30 Minuten haben. Es kann sich also lohnen, etwas Zeit mitzubringen (mein Tipp: rund drei Stunden). Unter den Filmen ist beispielsweise der eindrucksvolle Dokumentarfilm "The Guardians", der uns auf einen etwas verwahrlosten und in der Sonne dösenden Friedhof mitnimmt. Bis auf einmal eine Kinderhand damit beginnt, ein Grab zu putzen. Was hier gezeigt wird, ist keine bewusst erzeugte Kunst, sondern echtes Leben. 


(Alle Fotos: Thomas Achenbach)

Denn in der kleinen Stadt Shkodra in Nordalbanien gibt es diesen Friedhof, der in den 90er Jahren von Kindern, nicht von Erwachsenen, wieder hergerichtet und gesäubert wurde. Offenbar in Eigenregie, wie die Filmbilder einen vermuten lassen. Weil während der kommunistischen Diktatur in Albanien auch christliche Symbole und Riten verboten waren, dreht sich dieser Film auf eine ganz eigene Weise um die Frage: Wie wollen wir mit dem Tod umgehen, wenn uns ein zur Verfügung stehendes Sprach- und Bearbeitungsrepertoire entzogen wird? Eine von mehreren Fragen, die die Ausstellung auf ein Niveau allgemeiner gesellschaftlicher Relevanz heben.

Mein erster Bericht über meinen Besuch der Hamburger Kunsthalle lässt sich übrigens unter diesem Link finden (bitte hier klicken)...

Alle Infos über die Ausstellung sowie das Programmheft zum Downloaden gibt es auf der Website www.hamburger-kunsthalle.de. Die Ausstellung „Trauer. Von Verlust und Veränderung“ ist in der Galerie der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle zu sehen. Adresse: Glockengießerwall 5. Öffnungszeiten von Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Donnerstagabend Sonderöffnung bis 21 Uhr. Eintritt 14,-/8,- (ermäßigt).

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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung) und bietet Podcasts rund um das Thema Trauer an (bitte hier klicken). Thomas Achenbach ist der Autor der Bücher "Männer trauern anders - was ihnen hilft und gut tut", 168 Seiten, Patmos-Verlag und "Mitarbeiter in Ausnahmesituationen - Trauer, Pflege, Krise", 220 Seiten, Campus-Verlag. Mehr Infos auf www.thomasachenbach.de

Lesungen, Vorträge, Workshops, Seminare, Trauergruppen und mehr: Alle aktuellen Termine mit Thomas Achenbach finden sich unter diesem Link 

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Ebenfalls auf diesem Blog: Tipps zum Umgang mit Trauernden und mit Trauer - was Menschen in einer Trauer- und Verlustkrise hilft und was man Trauernden sagen kann 

Ebenfalls auf diesem Blog: Warum das Sterben in Deutschland seit Januar 2020 nochmal deutlich teurer geworden ist - Die so genannte Leichenschau steht in der Kritik

Ebenfalls auf diesem Blog: Die Kunden müssen die Bestatterbranche bewegen - was alles möglich sein kann, wenn Menschen in einer Verlustsituation das wollen

Ebenfalls auf diesem Blog: Was soll nach einem Todesfall gefeiert werden? "Nur" der Todestag - oder auch noch der Geburtstag des gestorbenen Menschen?

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Ebenfalls auf diesem Blog: Der Fluch der Tapferkeit - warum es Menschen in der modernen Gesellschaft so schwer fällt Trauer als etwas Normales anzuerkennen

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Freitag, 21. Februar 2020

Das ganze Spektrum von Trauer und Verlust sichtbar machen - das ist das Ziel der Ausstellung "Trauern" in der Hamburger Kunsthalle - ein Ausstellungsbesuch unter der Frage, ob die Schau auch für Trauernde geeignet ist - wie vertragen sich moderne Kunst und das Thema Trauer?

Vom Hauptbahnhof kommend, wird der Hamburgbesucher bereits vor den Säulen der Kunsthalle auf die aktuelle Sonderausstellung aufmerksam gemacht  (alle Fotos: Thomas Achenbach).

Hamburg – „Was ich verloren habe…“ Ihre persönliche Antwort auf diese Frage können alle Besucher der Hamburger Trauerausstellung auf einen kleinen Zettel schreiben und diesen dann öffentlich auslegen. „Zu viel“ hat jemand einfach nur geschrieben. „Vater“, schrieb ein anderer Besucher. Und auf einem weiteren Zettel steht: „Wenn ich das wüsste, wäre meine Trauer einfacher – es fehlt etwas“… Mit diesen wenigen Worten hat der unbekannte Besucher im Grunde genommen genau zusammengefasst, worum es in der Kunstausstellung geht: Erstens darum, auch ein so schwer greifbares Ereignis wie Trauer fassbar zu machen und zweitens darum, die vielfältigen Dimensionen von Trauer darzustellen. Durch Kunst. Vor allem die politische Seite von Trauer erfährt dabei eine besondere Bedeutung. Aber der Reihe nach.

Seit Anfang Februar und noch bis zum 14. Juni 2020 läuft in der Hamburger Kunsthalle gleich neben dem Hauptbahnhof die Sonderausstellung „Trauern“, die 32 moderne Kunstwerke umfasst, die sich allesamt – mal direkter, mal versteckter - dem Themenkomplex von Verlust und Trauern widmen. Wobei der Untertitel der Ausstellung noch deutlicher macht, wie weit der Bogen hierbei gespannt wird: „Von Verlust und Veränderung“, heißt es dort. Bei einem privaten Hamburgbesuch Anfang Februar waren mir die Plakate – die eine ikonografische Frauenträne in der grob gerasteten Comic-Optik eines Roy Lichtenstein zeigen -, schon aufgefallen, aber damals reichte die Zeit nicht.

Doch der Reiz blieb. 


Was ich verloren habe..? Das können die Besucher auf Zettel aufschreiben. 

Also bin ich Ende Februar nochmal in den Zug gestiegen – und auf nach Hamburg. Die Kunsthalle selbst war so freundlich, mir als berichterstattenden Blogger eine Pressekarte zuzugestehen (vielen Dank dafür). Zwei Fragen waren es, die meine Neugier geweckt hatten: Kann moderne Kunst, die ja doch manchmal recht sperrig und wenig zugänglich ist, wirklich ein so tiefgehendes und das gesamte System Mensch erfassendes Phänomen wie Trauer darstellen? Und: Ist eine solche Ausstellung auch für Menschen geeignet, die gerade jemanden verloren haben? Schon der Ausgangs- sowie Endpunkt der Schau macht dem Besucher deutlich: Einfach wird es sicher nicht werden, dafür aber durchaus faszinierend. Denn der Weg zur Trauerausstellung führt durch die versteckt liegenden Kellerräume zwischen Alt- und Neubau und führt direkt zu einem bemerkenswerten, auf einer riesigen Leinwand gezeigten Filmprojekt.

Sanfte Tränen als Abrissbirnen - ein eindrucksvoller Realfilm


Gezeigt wird der Abriss eines alten Wohnhauses in einem irgendwie sauerländisch anmutenden kleinstädtischen Bergumfeld – aber nicht etwa Abrissbagger sind es, die das Haus in Staub zerlegen, sondern Tränen. Beziehungsweise wie Tränen gestaltete und eindrucksvoll langsam fallende Abrissbeutel. Prallen diese auf dieses anfangs noch fast unversehrt dastehende Häuschen, reißt jede Träne etwas aus dem Bau heraus. Wohlgemerkt: Das ist alles echt, gefilmte Realität, nicht gemalt, nicht computergeneriert. Wie der Künstler Michael Sailstorfer das hinbekommen hat, bleibt sein Geheimnis. Der Auftakt ist gelungen – und er nimmt die Scheu vor dem Folgenden. Denn der große Vorteil dieser gesamten Schau ist tatsächlich: Sie bleibt angenehm zugänglich, wenig abstrakt und Gott sei Dank weit entfernt von der meistens arg überspannten Verschwurbeltheit moderner Kunst. Auch wenn manches hier Gezeigte durchaus zu Irritationen führen kann, wenn auch auf angenehme Art.


Einladung zum Mitmachen im Leseraum der Ausstellung.


So zum Beispiel beim augenzwinkernden Kunstprojekt „God“ (Gott) des isländischen Performance-Künstlers Ragnar Kjartansson, der auch schon mit der Indie-Rockband The National zusammengearbeitet hat. In diesem 30 Minuten dauernden Film steht ein Künstler im Frank-Sinatra-Outfit mit einer Big Band im Hintergrund auf einer mit pinken Vorhängen abgehängten Bühne und singt ein sich ganz langsam fortentwickelndes Lied, in dem er wie in einem Mantra ständig nur eine einzige Zeile wiederholt: "Sorrow conquers happiness" (die Trauer bezwingt das Glücklichsein). Und trotz - oder gerade wegen - dieses musikalischen Minimalismus in dieser üppigen Kulisse entfaltet das Filmchen eine gewaltige Sogkraft. Ja, es sieht fast aus wie eine irreale Traumsequenz direkt aus einem David-Lynch-Film (und ich bin ein großer Fan von David-Lynch-Filmen). Wenn Gott persönlich den Menschen also sagte, dass die Trauer am Ende immer das stärkere Ereignis sein wird, jedenfalls stärker als das Glück - Sorrow conquers happiness –, würden das die meisten Menschen, die mich wegen einer Begleitung konsultieren, sicher so unterstreichen. Aller rosafarbenen Ummantelung zum Trotz


Wenn Gott wie Sinatra singt - und alles ganz in Rosa erstrahlt


Eingebettet ist der Film, der über eine riesige Leinwand gezeigt wird, in einen passend gestalteten Raum, ebenfalls mit rosa Vorhängen darin und mit einem beinahe marmoriert wirkenden Tanzsaalboden. Alles ziemlich wuchtig und gerade deswegen besonders lustig. Überhaupt, Gigantomanie und Technik, das beides spielt eine wesentliche Rolle bei manchem des hier Gezeigten. Besonders eindrucksvoll ist beispielsweise ein Raum, in dem eine bis auf den Fußboden reichende riesige Leinwand einen Film zeigt, der in kraftvollen Farben und mit fetter Klangkulisse ein Ereignis wieder lebendig werden lässt, das die Welt veränderte: Der Eisenbahnzug mit dem Leichnam des erschossenen Robert F. Kennedy darin – des 1968 erschossenen Bruders von JFK -, der auf seiner Reise durch halb Amerika an zahlreichen ihm Respekt zollenden Menschen vorbeigefahren war, wie zuvor gezeigte echte Fotos belegen.


Unter dieser Decke befindet sich im Untergeschoss der Verbindungsgang vom Neu- zum Altbau.

Der nachgestellte Film auf der Mammutleinwand zeigt das Ereignis aus der Perspektive eines im Zuge Mitfahrenden – oder vielleicht sogar des Leichnams. Wind rauscht. Üppige Felder wogen hin und her. Vereinzelte Menschen stehen wie angewurzelt in gigantische Landschaften gepflanzt, durch ihre Trauer unbeweglich geworden. Und der Zug juckelt mit seinem unaufgeregten und immerwährenden Schienenrhythmus gemächlich an ihnen allen vorbei. Auf dem Weg zum Ende. Höchst eindrucksvoll. Spätestens hier ist die Ausstellung beim gesellschaftlich-politischen Überbau des Phänomens Trauer angekommen – denn als Bobby Kennedy starb, kurz nach Martin Luther King, handelte es sich bei der Trauer des amerikanischen Volkes (und der Welt) nicht etwa um ein von einer Staatsmacht angeordnetes Gefühl, das ein Volk nun zu zeigen hatte, sondern um den realen Verlust von Hoffnung und den Glauben an eine besser werdende Welt, zumindest ein gerechteres politisches System


Wenn der Staat verordnet: Ihr habt jetzt traurig zu sein!


Passenderweise hatte die Trauerausstellung schon zuvor einen Film über verordnete Staatstrauer von meistens russisch geprägten Machtsystemen gezeigt, der den Betrachter sehr nachdenklich gemacht hat: Wieviel echte Trauer kann in einer stecken, die ein System von Dir verlangt? Geht es um die ganz private Trauer, verlässt sich die Schau übrigens fast ausschließlich aufs Fotografische. 



Die Diaschau eines in der DDR fotografierenden Künstlers zeigt ganz in Schwarzweiß das reale Familienlieben mit seiner Frau – die sich inzwischen suizidert hat, was ihren ohnehin schon eindrucksvoll melancholischen Gesichtszügen eine noch tragischere Tiefe verleiht. Eindrucksvoll ist auch die Bilderserie einer jungen Fotografin, die ein ganz normales Ehepaar bei seiner letzten gemeinsamen Urlaubsfahrt mit dem Wohnwagen begleiten durfte. Die alles erfassende Verwirrtheit der an Demenz erkrankten älteren Ehefrau lässt sich aus den Nahaufnahmen ihres Gesichts oft deutlich herauslesen und bildet einen starken Kontrast zu den sonnig-fröhlichen Urlaubsimpressionen. Und es dämmert einem beim Betrachten: Ja klar, der Verlust der eigenen Gesundheit oder des Verstands – den zu betrauern gehört zum Leben oft mit dazu. So erleben wir also Trauer in all ihren Facetten von privat über gesellschaftlich bis politisch.


Wenn Wehklagen sich als Musikcollage verdichten


Musik spielt übrigens auch eine große Rolle. So hat die Künstlerin Susan Philipsz mehrere Räume mit Klangcollagen gestaltet, die auf irischen Wehklagen oder schottischen Trauerliedern basieren. Eindrucksvoll ist der Raum, der den Blick freigibt auf die Binnenalster und in dem sich ein dreifach in verschiedener Weise gesungenes schottisches Klagelied zu einem einzigen Klang verdichtet. So könnten sich Tod und Trauer anhören, gleichsam sphärisch und mystisch wie melancholisch, stimmt schon.


Raum für eine Klangcollage - hier gibt es mehrfach gesungene Melancholie.

Aber ist die Ausstellung auch gut geeignet für Menschen in einer tatsächlichen Trauer- und Verlustkrise? Während ich innerlich noch immer an dieser Frage hänge, führt mich mein Weg am öffentlich ausliegenden Gästebuch vorbei, in das sich jeder eintragen kann, der mag. „Ich habe vor kurzem meine Liebste verloren“, hat ein unbekannter Gast an diesem Freitag, dem 21. 2. dort hineingeschrieben. Und außerdem: „Genau richtig, hier zu sein“.


Über Tod und Trauer reden sollte man schon lange vorher



Scheint also zu passen. Doch was noch viel wichtiger ist: Die Ausstellung rückt die Themen Tod, Trauer und Sterben ins Bewusstsein auch der Menschen, die gerade nicht damit konfrontiert sind. Und genau darum geht es doch - sich diesen Themen schon dann zu stellen, wenn sie sich uns gerade nicht in Form einer seelischen Krise aufdrängen. Weil: Dann ist es schon zu spät. Also: Danke, Hamburg. Und an alle: Hingehen und angucken (bis zum 14. Juni 2020).



Alle Infos sowie das Programmheft zum Downloaden gibt es auf der Website www.hamburger-kunsthalle.de. Die Ausstellung „Trauer. Von Verlust und Veränderung“ ist in der Galerie der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle zu sehen. Adresse: Glockengießerwall 5. Öffnungszeiten von Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Donnerstagabend Sonderöffnung bis 21 Uhr. Eintritt 14,-/8,- (ermäßigt).

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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung) und bietet Podcasts rund um das Thema Trauer an (bitte hier klicken). Thomas Achenbach ist der Autor der Bücher "Männer trauern anders - was ihnen hilft und gut tut", 168 Seiten, Patmos-Verlag und "Mitarbeiter in Ausnahmesituationen - Trauer, Pflege, Krise", 220 Seiten, Campus-Verlag. Mehr Infos auf www.thomasachenbach.de

Lesungen, Vorträge, Workshops, Seminare, Trauergruppen und mehr: Alle aktuellen Termine mit Thomas Achenbach finden sich unter diesem Link 

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Ebenfalls auf diesem Blog: Tipps zum Umgang mit Trauernden und mit Trauer - was Menschen in einer Trauer- und Verlustkrise hilft und was man Trauernden sagen kann 

Ebenfalls auf diesem Blog: Warum das Sterben in Deutschland seit Januar 2020 nochmal deutlich teurer geworden ist - Die so genannte Leichenschau steht in der Kritik

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Mittwoch, 12. Februar 2020

Mein Blog geht jetzt schon in sein fünftes Lebensjahr - zum Geburtstag gibt es eine neue persönliche Website und die Top Ten der 10 meistgelesenen Beiträge aus den ersten Jahren (Trauer erleben/Tipps für Trauernde)

Osnabrück - Im Februar 2016 habe ich diesen Blog hier gestartet. Seither ist eine Menge geschehen und es hat viele Entwicklungen gegeben, mit denen ich zu jenem Zeitpunkt noch nicht gerechnet hätte. Deswegen ist es nun auch höchste Zeit, diesen Blog um eine persönliche Website zu ergänzen - pünktlich zum Jahrestag geht die ganz neu gestaltete Seite www.thomasachenbach.de online. Und ich freue mich wahnsinnig darüber, wie sehr das ebenso ansprechende wie intelligente Design der Grafikerin Monika Moche aus Osnabrück und die stimmungsvollen Bilder der Autorin, Foodbloggerin und Fotografin Stefanie Hiekmann eine harmonische Einheit bilden - mein Dank und meine Gratulation gilt ihnen beiden. 



Auch wenn es so klingen mag, als wollte ich kokettieren, ist es dennoch wahr: Hätte mir jemand noch vor einigen Jahren gesagt, dass ich in kürzester Zeit zahlreiche neue Erfahrungen mit Trauergruppen, Einzelbegleitungen, Seminaren, Vorträgen und Workshops erleben und parallel zwei Bücher schreiben und in renommierten Verlagen veröffentlichen würde, hätte ich vermutlich ungläubig mit dem Kopf geschüttelt. Denn was seinerzeit noch ganz langsam und zunächst sehr zögerlich begann, hat sich dann in einer Weise beschleunigt und irgendwie von selbst immer weiter verprofessionalisiert, dass ich manches Mal das Gefühl habe, ich müsste jetzt mal kurz die Welt anhalten und draufgucken. Okay, das ist jetzt aber wirklich Koketterie, also lassen wir das. Fakt ist: Ich freue mich über meine neue Website und über die neuen Portraitfotos, und zwar ganz dolle. Punkt.


(Foto: Stefanie Hiekmann)

Außerdem habe ich diesen Bloggeburtstag zum Anlass genommen um mal zu gucken, welche meiner Beiträge eigentlich zu den am meisten gelesenen gehören. Das lässt sich über die Bloggersoftware relativ einfach herausfinden. Mein Wunsch war es, einmal eine Top Ten der bislang am meisten wahrgenommenen Beiträge zu erstellen, wobei ich Blogbeiträge von nur einmaliger Wirksamkeit wie zum Beispiel längst abgelaufene Buchverlosungen aus diesem Ranking bewusst ausgeklammert habe, zugegeben. Manches von dem, was ich jetzt zusammengestellt habe, hat mich selbst überrascht - vor allem, welcher meiner Texte den ersten Platz darstellt. Aber seht selbst, wenn Ihr mögt:


(Dieses und alle im Verlauf noch folgenden Fotos: Thomas Achenbach)


Platz 10: Tango auf der Trauerfeier, die Trauerrede als Audiodatei - was bei modernen Trauerfeiern alles möglich ist, möglich sein sollte und wie gut es Trauernden tun kann - Impulse für ein lebendiges Gedenken in der modernen Welt





Platz 9: Legofiguren als Trauerspielzeug - Komm, wir bauen eine Trauerhalle... Mit Kinderspielzeug den Tod begreifen lernen - wie ein niederländischer Spielzeugbauer Trauerbegleitern und Therapeuten bei der Arbeit mit Kindern helfen will




Platz 8: Trauerbegleitung im Internet: So funktioniert der regelmäßig statfindende "Trauer-Chat" (ein Erfolgsmodell) - ein Interview mit Macher und Moderator Kai Sender





Platz 7: Tipps für Trauernde und Tipps für den Umgang mit Trauernden: Was soll nach dem Todesfall gefeiert werden - auch der Geburtstag oder "nur noch" der Todestag?




Platz 6: Im Labyrinth der Trauer gibt es keine Phasen, sondern nur ein Durcheinander - diese Aufgaben stellt das Leben an Menschen in einer Trauer- und Verlustkrise - Trauerphasen verstehen, Trauerverläufe kennenlernen (Modell nach William J. Worden)




Platz 5:  Wenn Trauer sichtbar auf der Haut getragen wird - Ausstellung widmet sich dem Phänomen der "Trauer-Tattoos" - Gesucht sind noch weitere Ausstellungsorte


Platz 4: Warum Weihnachtsschmuck nicht vor dem Totensonntag anbringen? (Und warum das weniger mit Religion zu tun hat als man so denkt)?




Platz 3: Die Kunden müssen die Bestatterbranche bewegen... Was alles möglich ist, wenn Menschen das wollen: Urnen und Särge bemalen, Särge selber schließen, Körper überführen, Kinder aktiv dabei sein lassen





Platz 2: Zehn Tipps für den Umgang mit Trauernden - wertschätzend, hilfreich und zugewandt - für alle Angehörigen, Kollegen, Freunde oder Bekannte




Platz 1: Bald darfst Du wegen Trauer krankgeschrieben werden (oder zum Psychologen überwiesen)... Aber was wird auf dem Krankenschein stehen? Warum die Diskussion rund um die "Anhaltende Trauerstörung" so heftig geführt wird und was die Hintergründe sind (ICD 11, WHO)


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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung) und bietet Podcasts rund um das Thema Trauer an (bitte hier klicken). Thomas Achenbach ist der Autor der Bücher "Männer trauern anders - was ihnen hilft und gut tut", 168 Seiten, Patmos-Verlag und "Mitarbeiter in Ausnahmesituationen - Trauer, Pflege, Krise", 220 Seiten, Campus-Verlag. Mehr Infos auf www.thomasachenbach.de

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Dienstag, 4. Februar 2020

Countdown zur Buchveröffentlichung - das erste Exemplar ist bei mir schon eingetroffen, ab 11. März 2020 sind die Bücher dann im Handel - mein neues Buch: "Mitarbeiter in Ausnahmesituationen, Trauer, Pflege, Krise" (Campus)


Osnabrück - Ungelogen, es war an diesem Dienstag, dass ich im Restaurant bei einem gemeinsamen Netzwerk-Mittagessen gefragt worden bin: "Und, was macht Dein neues Buch?". Und ich sagte: "Jetzt bald könnte vielleicht schon das erste gedruckte Exemplar bei mir eintrudeln". Dann kam ich nach Hause und es war da. Ab dem 11. März 2020 wird mein neues Buch "Mitarbeiter in Ausnahmesituationen - Trauer, Pflege, Krise" dann im Handel erhältlich sein. 

Auch wenn sich das Buch vorwiegend an Teamleiter, Führungskräfte, Personaler oder Betriebsräte richtet, enthält es den einen oder anderen Impuls für Menschen in einer Trauer- und Verlustkrise oder in einer akuten Pflegesituation. Genau vor einem Jahr hatte ich mit der Recherche für das Buch angenfangen, die mich rund drei Monate beschäftigt hatte. Mein zweites Buch nach "Männer trauern anders" legt den Fokus diesmal auf die Arbeitswelt und die Frage, was Mitarbeitern in einer Krisensituation gut tut. Außerdem geht es um Fragen wie das richtige Kondolieren, die passende Gestaltung von Traueranzeigen und mehr. Abgerundet wird das Buch durch alllerlei Praxisbeispiele.

(Cover-Abbildung, Campus-Verlag)

Auch die Frage, wie Trauer und Pflege ins Betriebliche Gesundheitsmanagement integriert werden können, spielt eine wichtige Rolle. Das Buch enthält zudem zahlreiche Checklisten und Vorlagen zum Download sowie eine No-Go-Liste, die vor Fauxpas bewahren soll. Chefs, Personaler und Betriebsräte sollen durch das Buch angeregt werden, angemessen zu reagieren und Betroffene zu unterstützen... Wer möchte, kann das Buch bei Amazon bereits vorbestellen und zwar unter diesem Link. 

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