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Dienstag, 13. Oktober 2020

Meine 10 Lieblingszitate rund um die Themen Tod, Trauer und Sterben aus diesem Blog - die besten Sätze über Trauer, Tod und Sterben aus hier veröffentlichten Artikeln - als Mutmacher zwischendurch und zum Weiterdenken und Weiterdiskutieren

Osnabrück - Ich habe hier über spannende Vorträge berichtet und über Twitter-Dialoge, über Erlebnisse von Menschen in Trauer und über interessante neue Studien - in all den Jahren sind auch allerlei Zitate zusammengekommen, aus denen ich jetzt meine zehn Lieblingssätze herausgesucht habe. 

Bewusst ganz ohne ihren Kontext dargestellt und ohne Bezug zum Originalartikel, wird eine Sammlung von Sätzen daraus, aus denen sich vieles über Trauer und das Leben lernen lässt. Sätze, die Mut machen oder zum Weiterdenken anregen können. Sätze, die für sich betrachtet wertvoll sind. Sätze, die in mir etwas ausgelöst haben. Hier ist die Sammlung:



(Alle Fotos: Thomas Achenbach)


"Am Schweren kann man zerbrechen. Aber ich bin immer mehr als das, was ich jetzt in diesem Moment wahrnehme". 

Der Buchautor Pierre Stutz in einem Interview in meinem Podcast.





„Früher durften sich die Leute auch scheiße fühlen, wenn ihnen Scheiße passiert ist. (..) Die Betroffenen haben mit dem Ereignis lebenslänglich.“ 

Der Psychologe Thomas Weber in einem Vortrag über Trauma und Trauer auf der Messe Leben und Tod 2016.





"Wir dürfen als Begleiter sehr mutig sein. Der Trauernde kennt seine Kraft, der kann das gut einschätzen. Ich habe immer die Erfahrung gemacht, dass man sich darauf verlassen kann." 

Barbara Rolf, Bestatterin und Trauerbegleiterin, in einem Vortrag auf der Messe Leben und Tod im Jahre 2017.




„Ich bin kein Freund von dem Begriff Pietät, weil Pietät nur bedeutet, dass uns Dritte vorschreiben, was richtig ist." 

David Roth, Bestatter und Betreiber eines privaten Friedhofs in Bergisch-Gladbach.




"Wir Eltern reden eigentlich ganz gern über unsere Sternenkinder. Vorausgesetzt unser Gegenüber hört uns wirklich aufrichtig zu". 

Kena Woodnig, auf Twitter aktive Sternenkind-Mama, in einem Tweet ebendort.




"Wir achten darauf, dass wir, wenn wir über etwas so Schweres sprechen, auch eine Leichtigkeit mit reinbringen".

Die Trauerbegleiterin Mechthild Schroeter-Rupieper auf der Messe Leben und Tod 2017 über ihre Haltung in der Leitung von Trauergruppen.




"Fragen Sie mal in Kindergärten nach Bilderbüchern über den Tod... Denn es gibt großartige Bilderbücher über das Thema - und fast jeder Kindergarten hat die auch. Und dann fragen Sie mal: Wo stehen die denn? Dann kriegen sie sowas zu hören wie: Ja, die sind in der Kiste dahinten, wenn es mal schwierig wird, dann holen wir die auch raus. So erfahren Kinder aber nicht, dass der Tod auch Normalität ist, und damit wird es sofort zu diesem schwierigen, großen Thema - und da müssen wir von weg!" 

Heiner Melching, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, in einer offiziellen Youtube-Pressekonferenz.





„Das können diejenigen, die diesen Wendekreis des Lebens noch nicht überschritten haben, oft nicht verstehen: Wenn jemand tot ist, dann heißt das zwar, dass er nicht mehr am Leben ist, aber es heißt nicht, dass es ihn nicht mehr gibt.“ 

Der Literat Julian Barnes in seinem hier ebenfalls vorgestellten Buch "Lebensstufen".





„Die meisten kulturellen Leistungen sind als Folge von Trauma oder Trauer entstanden“.

Der Psychologe Thomas Weber in einem Vortrag über Trauma und Trauer auf der Messe Leben und Tod 2016.




"In der Phase der tiefen Trauer um das eigene Baby ist es allerdings so, dass viele Frauen sich gar nicht vorstellen können, in einen Rückbildungskurs mit lauter glücklichen Müttern oder gar mit Müttern mit Babys zu gehen." 

Melanie Trimborn von der Initiative Regenbogen über Sternenkind-Mamas.




Und ganz zum Schluss möchte ich noch einen Satz anfügen, den ich selbst geschrieben habe und über den ich kürzlich nochmal gestolpert bin: „Den Tod stattdessen lieber ins Heimlichgetue wegzumauscheln, in so eine merkwürdige Hach-Bessernichthingucken-Ecke - das genau erzeugt ja gerade die Unsicherheit, die wir Erwachsenen heutzutage bei diesem Thema allzu oft haben". 

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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung) und bietet Podcasts rund um das Thema Trauer an (bitte hier klicken). Thomas Achenbach ist der Autor der Bücher "Männer trauern anders - was ihnen hilft und gut tut", 168 Seiten, Patmos-Verlag und "Mitarbeiter in Ausnahmesituationen - Trauer, Pflege, Krise", 220 Seiten, Campus-Verlag. Mehr Infos auf www.thomasachenbach.de


Lesungen, Vorträge, Workshops, Seminare, Trauergruppen und mehr: Alle aktuellen Termine mit Thomas Achenbach finden sich unter diesem Link 


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Ebenfalls auf diesem Blog: Gibt es so etwas wie Leichengift? Und stimmt es, dass die Nägel von Toten weiterwachsen? Antworten auf sechs große Fragen

Ebenfalls auf diesem Blog: Tipps zum Umgang mit Trauernden und mit Trauer - was Menschen hilft und was man Trauernden sagen kann 

Ebenfalls auf diesem Blog: Wie eine Familie den Geburtstag der gestorbenen Tochter jedes Jahr als Lebensfest gestaltet und warum das Mut machen kann


Ebenfalls auf diesem Blog: Darf ich einen Menschen eigentlich auf seinen Trauerfall ansprechen oder mache ich alles noch schlimmer? Ein paar Tipps...

Ebenfalls auf diesem Blog: Keine Sorge, alles normal - was Trauernde in einer Verlustkrise alles so tun und warum einem das nicht peinlich sein sollte


Ebenfalls auf diesem Blog: Tango auf der Trauerfeier, die Trauerrede als Audiodatei - was heute bei modernen Trauerfeiern alles möglich sein sollte


Ebenfalls auf diesem Blog: Der Fluch der Tapferkeit - warum es Menschen in so schwer fällt Trauer als etwas Normales anzuerkennen


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Freitag, 28. Februar 2020

Wenn simple Bonbons den nahenden Tod symbolisieren... Wie die Trauer-Ausstellung der Hamburger Kunsthalle auch eine Woche später noch nachwirkt in mir und warum ich einen Besuch dort gerne empfehlen kann


Hamburg - Es gibt einen Raum in dieser neuen Trauer-Ausstellung der Hamburger Kunsthalle, den ich nicht aus dem Kopf bekomme. Vermutlich, weil sich seine Wirkungsmacht erst so langsam im Innern entfaltet hat. Der Boden dieses Raums ist gefüllt mit in Zellophan eingewickelten Bonbons, von denen sich jeder Besucher eines nehmen darf. Die Fenster sind mit weißen, aber lichtdurchlässigen Vorhängen versehen, die ein irgendwie gefiltertes Licht in den Raum lassen. Und diese ganze Installation nennt sich "Loverboy" und erzählt vom Tod und vom Sterben. Warum und wie? 

Vor einer Woche hatte ich auf diesem Blog über meinen Besuch der Ausstellung "Trauern" geschrieben, die seit Anfang Februar und noch bis zum 14. Juni 2020 in der Hamburger Kunsthalle gleich neben dem Hauptbahnhof als Sonderausstellung zu sehen ist. 32 moderne Kunstwerke sind in dieser Schau zu erleben, die sich allesamt dem Themenkomplex von Tod, Verlust und Trauern widmen. Manches davon ist recht simpel gehalten in seiner Gestaltung und doch sehr effektiv in seiner Wirkung - so beispielsweise der auf eine ansonsten komplett weiße Wand aufgebrachte schwarze Trauerrand. Auch ein Kunstwerk. Daran wäre ich fast vorbeigelaufen, ohne es zu bemerken, und anfangs hat mich dieses Kunstwerk wenig berührt. Erst später hat sich mir eine Frage ins Bewusstsein gedrängt: Wenn ich als Besucher in diesem Trauerrahmen stehe, ist das dann sozusagen meine eigene Traueranzeige? Die auf meinen Tod hinweist? Und schon ist die Idee von Vergänglichkeit und vom Sterbenmüssen wieder viel greifbarer geworden.


Wer ein Bonbon lutscht, sollte um die Hintergründe wissen


So auch bei dem anfangs erwähnten Bonbon-Raum zum Mitmachen. Wie der Besucher in dem informativen und kostenlosen Begleitheft zur Ausstellung erfährt, wiegt dieser Teppich aus Bonbons zu Beginn genausoviel, wie der damalige Freund und Geliebte des Künstlers Félix González-Torres zu Beginn seines Sterbeprozesses gewogen hatte. Denn der war an Aids erkrankt, weswegen er zunehmend an Gewicht verlor, und starb daran im Alter von 36 Jahren. Wer sich also ein Bonbon von diesem Flickenteppich nimmt, der trägt als Besucher der Ausstellung dazu bei, dass die Vergänglichkeit als Thema spürbar wird. Deswegen auch die Vorhänge: Sie sind zugezogen, wie in einem Sterberaum. 


Kinder putzen einen Friedhof - und das ist alles echt


Wer über einen Besuch der Trauer-Ausstellung nachdenkt, dem seien übrigens zwei Tipps ans Herz gelegt: Erstens kann es nicht schaden, zwischendrin eine Pause einzulegen, weil die vielen Eindrücke doch auch erschöpfend sein können. Auch räumlich gesehen bietet sich eine Pause gut an, denn die Ausstellung erstreckt sich über zwei Etagen. Zweitens werden dort viele Filme gezeigt, die jeweils eine Laufzeit zwischen 7 und 30 Minuten haben. Es kann sich also lohnen, etwas Zeit mitzubringen (mein Tipp: rund drei Stunden). Unter den Filmen ist beispielsweise der eindrucksvolle Dokumentarfilm "The Guardians", der uns auf einen etwas verwahrlosten und in der Sonne dösenden Friedhof mitnimmt. Bis auf einmal eine Kinderhand damit beginnt, ein Grab zu putzen. Was hier gezeigt wird, ist keine bewusst erzeugte Kunst, sondern echtes Leben. 


(Alle Fotos: Thomas Achenbach)

Denn in der kleinen Stadt Shkodra in Nordalbanien gibt es diesen Friedhof, der in den 90er Jahren von Kindern, nicht von Erwachsenen, wieder hergerichtet und gesäubert wurde. Offenbar in Eigenregie, wie die Filmbilder einen vermuten lassen. Weil während der kommunistischen Diktatur in Albanien auch christliche Symbole und Riten verboten waren, dreht sich dieser Film auf eine ganz eigene Weise um die Frage: Wie wollen wir mit dem Tod umgehen, wenn uns ein zur Verfügung stehendes Sprach- und Bearbeitungsrepertoire entzogen wird? Eine von mehreren Fragen, die die Ausstellung auf ein Niveau allgemeiner gesellschaftlicher Relevanz heben.

Mein erster Bericht über meinen Besuch der Hamburger Kunsthalle lässt sich übrigens unter diesem Link finden (bitte hier klicken)...

Alle Infos über die Ausstellung sowie das Programmheft zum Downloaden gibt es auf der Website www.hamburger-kunsthalle.de. Die Ausstellung „Trauer. Von Verlust und Veränderung“ ist in der Galerie der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle zu sehen. Adresse: Glockengießerwall 5. Öffnungszeiten von Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Donnerstagabend Sonderöffnung bis 21 Uhr. Eintritt 14,-/8,- (ermäßigt).

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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung) und bietet Podcasts rund um das Thema Trauer an (bitte hier klicken). Thomas Achenbach ist der Autor der Bücher "Männer trauern anders - was ihnen hilft und gut tut", 168 Seiten, Patmos-Verlag und "Mitarbeiter in Ausnahmesituationen - Trauer, Pflege, Krise", 220 Seiten, Campus-Verlag. Mehr Infos auf www.thomasachenbach.de

Lesungen, Vorträge, Workshops, Seminare, Trauergruppen und mehr: Alle aktuellen Termine mit Thomas Achenbach finden sich unter diesem Link 

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Ebenfalls auf diesem Blog: Tipps zum Umgang mit Trauernden und mit Trauer - was Menschen in einer Trauer- und Verlustkrise hilft und was man Trauernden sagen kann 

Ebenfalls auf diesem Blog: Warum das Sterben in Deutschland seit Januar 2020 nochmal deutlich teurer geworden ist - Die so genannte Leichenschau steht in der Kritik

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Ebenfalls auf diesem Blog: Tango auf der Trauerfeier, die Trauerrede als Audiodatei - was heute bei modernen Trauerfeiern alles möglich sein sollte

Ebenfalls auf diesem Blog: Der Fluch der Tapferkeit - warum es Menschen in der modernen Gesellschaft so schwer fällt Trauer als etwas Normales anzuerkennen

Lesungen, Vorträge, Workshops, Seminare, Trauergruppen und mehr: Alle aktuellen Termine mit Thomas Achenbach finden sich unter diesem Link 

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