Posts mit dem Label Zitate rund um Trauer werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Zitate rund um Trauer werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 11. März 2024

Das Trauer-Zitat des Monats - #Februar/März2024 - bemerkenswerte Sätze über Trauer, Tod und Sterben aus Literatur, Interviews und Zeitschriften, Teil 14

 

"Ich halte am Tod fest, weil nichts anderes möglich ist. Ich halte am Tod fest, weil er die Wirklichkeit meines Sohnes darstellt. Er ist in der Wirklichkeit des Todes - der Tod ist die Wirklichkeit. So lautet die Bedingung."


 Naja Marie Aidt, Carls Buch

(Zu meiner Besprechung des Buches bitte hier klicken; Luchterhand-Verlag, München, 2021, Seite 140)


-------------------------------------------------------------------------------------------

Das Trauerzitat des Vormonats: Bitte hier klicken

-------------------------------------------------------------------------------------------

 


Dienstag, 23. Januar 2024

Das Trauer-Zitat des Monats - #Januar2024 - bemerkenswerte Sätze über Trauer, Tod und Sterben aus Literatur, Interviews und Zeitschriften, Teil 13

  

(Foto: Thomas Achenbach)

"Ich will immer noch den Namen meines Kindes aussprechen können. Ich will immer noch die Geschichten von meiner Mutter, meinem Vater oder meinem verstorbenen Partner, meines Bruders oder meiner Schwester erzählen dürfen. Sie sind nicht einfach verschwunden. Sie haben einen Platz. Und der Platz ist in meinem Herzen und in meiner Familie. Ihre Fotos hängen immer noch an der Wand. Und das aus gutem Grund."

 

Robert Neimeyer

Psychotherapeut von der Uni Memphis


(zitiert nach: ARD Alpha, "Trauern ist ein Zeichen von Liebe", Yvonne Maier, 2022)


-------------------------------------------------------------------------------------------

Das Trauerzitat des Vormonats: Bitte hier klicken

-------------------------------------------------------------------------------------------

 

Donnerstag, 21. Dezember 2023

Das Trauer-Zitat des Monats - #Dezember2023 - bemerkenswerte Sätze über Trauer, Tod und Sterben aus Literatur, Interviews und Zeitschriften, Teil 12

 

"Offensichtlich bin ich gerade in großer Bedrängnis, und es ist kein Zufall, dass ich regrediere (= wieder in Kindheitsmuster verfalle, ta). Wie ein Kind suche ich kreischend nach mütterlichem Beistand."   

 

Irvin D. Yalom

über die Trauer nach dem Tod seiner Frau


("Unzertrennlich", Irvin D. & Marilyn Yalom, btb, München, 2021, Seite 233)


-------------------------------------------------------------------------------------------

Das Trauerzitat des Vormonats: Bitte hier klicken 

-------------------------------------------------------------------------------------------





Dienstag, 21. November 2023

Das Trauer-Zitat des Monats - #November2023 - bemerkenswerte Sätze über Trauer, Tod und Sterben aus Literatur, Interviews und Zeitschriften, Teil 11

(Foto: Pixabay.de/garten-gg/CC-0-Lizenz)

"
Ohne die Erfahrung von Trauer kann wohl kein Mensch ein vollwertiges Leben führen. Niemand will eine Tragödie erleben, aber sie ist ein unausweichlicher Teil des Lebens."
 
 

Henning Mankell, Treibsand

(Zsolnay-Verlag, Wien, 2015, Seite 136)


-------------------------------------------------------------------------------------------

Das Trauerzitat des Vormonats: Bitte hier klicken 

-------------------------------------------------------------------------------------------

Montag, 23. Oktober 2023

Das Trauer-Zitat des Monats - #Oktober 2023 - bemerkenswerte Sätze über Trauer, Tod und Sterben aus Literatur, Interviews und Zeitschriften, Teil 10

(Foto: Thomas Achenbach)


"Wenn man stirbt, können selbst die unglücklichsten Erinnerungen eine Art zärtlicher Wehmut hervorrufen, als sei Freude nicht ausschließlich den guten Zeiten vorbehalten, sondern ziehen sich wie ein goldgewirkter Faden durch das ganze Leben." 
 

Cory Taylor, Sterben - eine Erfahrung

(Allegra-Verlag, Berlin, 2016, Seite 34)


-------------------------------------------------------------------------------------------

Das Trauerzitat des Vormonats: Bitte hier klicken 

-------------------------------------------------------------------------------------------

Sonntag, 10. September 2023

Das Trauer-Zitat des Monats - #September2023 - bemerkenswerte Sätze über Trauer, Tod und Sterben aus Literatur, Interviews und Zeitschriften, Teil 9

    

(Foto: Pixabay.de/jarmoluk/CC-Lizenz)

"Meine Gedanken kreisten nicht um die Sinnlosigkeit des Lebens, sondern darüber, ein Leben schmerzlich zu vermissen. Ein Geist, der Liebe vermisst, ist noch zu Hoffnung fähig."

 

K. R. Jamison,
Nothing was the same

(zitiert nach Heidi Müller/Hildegard Willmann, "Trauerforschung",
Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 2020, Seite 56)


-------------------------------------------------------------------------------------------

Das Trauerzitat des Vormonats: Bitte hier klicken 

-------------------------------------------------------------------------------------------

Donnerstag, 10. August 2023

Das Trauer-Zitat des Monats - #August2023 - bemerkenswerte Sätze über Trauer, Tod und Sterben aus Literatur, Interviews und Zeitschriften, Teil 8

   

"Wir sollten aufhören, die Trauer als unseren Feind zu betrachten. Sie ist viel eher eine gute Freundin, die uns ein Stück begleiten möchte. Wenn wir sie willkommen heißen und gut behandeln, hilft sie uns dabei, den Verlust in unser Leben zu integrieren.... (...)".

Iris Willecke,
Wie aus Trauer Liebe und Dankbarkeit wird

(Humboldt-Verlag, Hannover, 2021, Seite 9)


-------------------------------------------------------------------------------------------

Das Trauerzitat des Vormonats: Bitte hier klicken 

-------------------------------------------------------------------------------------------

Donnerstag, 20. Juli 2023

Das Trauer-Zitat des Monats - #Juli2023 - bemerkenswerte Sätze über Trauer, Tod und Sterben aus Literatur, Interviews und Zeitschriften, Teil 7

  

"Ich höre einen neuen Ton in der Frage von Bekannten, wie es mir gehe, einen Ton, den ich zuvor nicht bemerkte und den ich in zunehmenden Maße als besorgniserregend empfinde, sogar als demütigend: Während mich diese Bekannten ungeduldig, halb besorgt, halb missmutig fragen, scheint es, als wären sie nicht länger an der Antwort interessiert. Als wäre ihnen zu sehr bewusst, dass die Antwort eine Klage sein wird."

Joan Didion, Blaue Stunden

(Ullstein-Verlag, Berlin, 2012/2019, Seite 119)


-------------------------------------------------------------------------------------------

Das Trauerzitat des Vormonats: Bitte hier klicken 

-------------------------------------------------------------------------------------------

Mittwoch, 21. Juni 2023

Das Trauer-Zitat des Monats - #Juni2023 - bemerkenswerte Sätze über Trauer, Tod und Sterben aus Literatur, Interviews und Zeitschriften, Teil 6

 

"Es fällt mir auch nach sieben Jahren weiterhin schwer, Fotos anzugucken, vor allem Kinderfotos, ich habe mich nur an wenige gewöhnt. Seine Stimme auf Videos zu hören ist noch schlimmer, das versuche ich zu vermeiden, denn Trauer muss man dosieren." 
 

Naja Marie Aidt, Autorin, im Interview mit der SZ

(Süddeutsche Zeitung Nr. 303, Silvester/Neujahr 2022, Seite 52)


-------------------------------------------------------------------------------------------

Das Trauerzitat des Vormonats: Bitte hier klicken 

-------------------------------------------------------------------------------------------



Montag, 8. Mai 2023

Das Trauer-Zitat des Monats - #Mai 2023 - bemerkenswerte Sätze über Trauer, Tod und Sterben aus Literatur, Interviews und Zeitschriften, Teil 5

   

"Ich halte für ein eigentliches Unglück: das Verbinden von Wunden, die noch voller Eiter sind (...), das Vergessen der Dinge, die nicht durchschaut, nicht begriffen, nicht überwunden und daher nicht vergangen sind."

Max Frisch, Tagebuch 1

(Zitiert in: "Sind Sie sich selber ein Freund?, Suhrkamp, 2011, Seite 8)


-------------------------------------------------------------------------------------------

Das Trauerzitat des Vormonats: Bitte hier klicken 

-------------------------------------------------------------------------------------------

Donnerstag, 27. April 2023

Eine Mutter verliert ihren erwachsenen Sohn - wie sie diesen Verlust literarisch verarbeitet, ist ergreifend und lesenswert - kein Werk hat mich in jüngster Zeit mehr bewegt als "Carls Buch" von Naja Marie Aidt - "Mein Schmerz war zu groß, um ihn in Worte zu fassen"

Hat der Tod Dir etwas genommen, dann gib es zurück. Mit diesem Satz auf dem Umschlagtitel hat mich das Buch direkt gepackt. Was uns die dänische Autorin Naja Marie Aidt nach dem tragischen Tod ihres 25-jährigen Sohnes zurückgibt, ist ein kleines Buch mit gar nicht so vielen Seiten - aber jede Zeile darin ist mit soviel Bedacht und Sorgfalt geschrieben, dass sich dieser wenige Text zu einem Destillat verdichtet, das Trauer begreifbar macht. Dieses Buch tut weh beim Lesen - und das ist gut so. Ein eindrucksvolles Werk, das mich genau zum richtigen Zeitpunkt angetroffen hat. 

Ich war - passenderweise, könnte man sagen - auf dem Weg zu den verwaisten Eltern, zu ihrem Jahreskongress in Leipzig 2022, als ich das Buch gelesen habe. Nur unterbrochen von meinem Workshop dort und dem Tagesaufenthalt in Leipzig, habe ich das Werk in zwei Zugfahrten nicht einfach nur gelesen, sondern förmlich in mich aufgesogen. "Das Schreiben gab mir die Möglichkeit, etwas Sinnvolles aus etwas Sinnlosem zu schaffen", hatte die Autorin Naja Marie Aidt der Süddeutschen Zeitung zu Beginn 2022 im Interview gesagt (SZ Nr. 303, Silvester und Neujahr 2022, Seite 52 - Link zum Text, allerdings Paywall). Sinnvoll ist das Werk geworden, wie wahr. Weil es Naja Marie Aidt gelungen ist, trotz aller Sprachlosigkeit exakt zu fixieren, wie Trauer sich anfühlen kann. 



Vor einigen Jahren hatte die Literatin ihren 25-jährigen Sohn Carl verloren. Er war nach der Einnahme von halluzinogenen Pilzen aus einem Fenster gesprungen. Aus dem vierten Stock. Die Einlieferung ins Krankenhaus, die bangen Stunden der Ungewissheit, sein Tod wenige Tage später, all das erleben wir in "Carls Buch" ganz unmittelbar aus der Perspektive seiner Mutter mit. Geschrieben in einer Mischung aus Tagebuchskizzen, literarischen Verdichtungen und teilweise Passagen in einem einzigen ungestoppten Bewusstseinsstrom ("stream of consciousness"), werden wir Zeuge dieses Prozesses. 

Gebrochenes Herz - medizinisch attestiert

Gleichermaßen macht Aidt auf einer zweite Ebene zum Thema, wie unfähig die Sprache doch ist, diesem Schmerz einen adäquaten Ausdruck verleihen zu können.Marie Aidt wird im Verlauf ihres Prozesses das "Broken Heart Syndrome" attestiert, eine besonders schwere Form der Trauer und, wie alles im Kontext von Tod und Sterben, zwar vorübergehend, aber lange anhaltend und tief in die Seele schneidend.


Alles beginnt mit einem Telefonanruf, der in mehreren Wiederholungen wieder aufgegriffen wird und sich dabei immer weiter fortspinnt. Alleine diese literarische Technik ist bemerkenswert, spiegelt sie doch die Unfähigkeit, überhaupt begreifen zu können, was geschehen ist. Eine Unfähigkeit, von der mir manche Trauernde bei unseren Begleitungen berichtet haben. Diese literarische Ebene, das gekonnte Spiel mit Sprache als Werkzeug, ist das Besondere, was dieses Buch aus der immer größer werdenden Masse der "Mein-Trauererlebnis-Berichte" heraushebt.  

"Mein Schmerz war zu groß..." - und doch ging es


Es war die Süddeutsche Zeitung mit dem oben bereits erwähnten Samstagsinterview - übrigens eine meiner absoluten Lieblingsseiten in der Wochenendausgabe -, die mich auf das Buch hat aufmerksam werden lassen. Darin beschreibt Naja Marie Aidt ebenfalls, wie sehr sie sich von der Sprache im Stich gelassen fühlte: "Ich habe immer geglaubt, dass mich Sprache retten kann", sagt sie. Aber in der Trauer funktionierte der Mechanismus nicht: "Mein Schmerz war zu groß, um ihn in Worte zu fassen". Umso lesenswerter dieses Destillat, das ihr trotz allem geglückt ist

----------------------------------------------------------------------------------------

Der Autor dieser Zeilen steht in Osnabrück und im Osnabrücker Land als Trauerbegleiter zur Verfügung. Thomas Achenbach ist zertifizierter Trauerbegleiter nach den Standards des BVT (Große Basisqualifikation). 

Thomas Achenbach ist der Autor dieser drei Bücher: 

-> "Das ABC der Trauer - 77 Rituale und Impulse" (Patmos-Verlag)
-> "Mitarbeiter in Ausnahmesituationen - Trauer, Pflege, Krise" (Campus-Verlag)
-> "Männer trauern anders - was ihnen hilft und gut tut" (Patmos-Verlag)

Mehr Infos auf www.thomasachenbach.de

Lesungen, Vorträge, Workshops, Seminare, Trauergruppen und mehr: Alle aktuellen Termine mit Thomas Achenbach finden sich unter diesem Link 

-------------------------------------------------------------------------------------------

Ebenfalls auf diesem Blog: Ist Trauerbegleitung ein echter Beruf? Kann man von Trauerbegleitung leben? Und wie werde ich überhaupt Trauerbegleiter?  

Ebenfalls auf diesem Blog: Macht es die Hinterbliebenen nicht noch trauriger, wenn wir sie auf ihren Verlust ansprechen? - Impulse bei großer Unsicherheit 

Ebenfalls auf diesem Blog: Warum die Formulierung "Mein Beileid" immer noch das Beste ist, was Du einem Menschen mit einem Verlust sagen kannst

Ebenfalls auf diesem Blog: Wie lange darf Trauer dauern? Ist es normal, wenn es jahrelang weh tut? Und ab wann wird trauern krankhaft?

Ebenfalls auf diesem Blog: Trauer und Schuldgefühle gehören zusammen - warum sich so viele Trauernde nach dem Tod eines Menschen schuldig fühlen

Ebenfalls auf diesem Blog: Keine Sorge, alles normal - was Trauernde alles so vermeintlich "Merkwürdiges" tun und warum das nicht peinlich ist

Ebenfalls auf diesem Blog: Das Trauerzitat des Monats - bemerkenswerte Sätze aus Literatur und Interviews - Auftakt der neuen Serie auf diesem Blog

-------------------------------------------------------------------------------------------

 

Montag, 17. April 2023

Das Trauer-Zitat des Monats - #April 2023 - bemerkenswerte Sätze über Trauer, Tod und Sterben aus Literatur, Interviews und Zeitschriften, Teil 4

 

 

"Leid ist ein menschlicher Zustand, kein medizinischer. (...) Leidtragende sind nicht deprimiert, sondern nur gebührend, angemessen, mathematisch genau traurig - es tut exakt so weh, wie es die Sache verdient."

Julian Barnes, Lebensstufen

(btb, München, 2014, Seite 88)


-------------------------------------------------------------------------------------------

Das Trauerzitat des Vormonats: Bitte hier klicken 

-------------------------------------------------------------------------------------------

Montag, 6. März 2023

Das Trauer-Zitat des Monats - #März2023 - bemerkenswerte Sätze über Trauer, Tod und Sterben aus Literatur, Interviews und Zeitschriften, Teil 3

   

"In der Trauer fühlst du die Abwesenheit eines bestimmten Lebens, nicht des Lebens an sich. In der Depression ist das anders: Du fühlst dich vom Leben abgeschnitten."

 

K. R. Jamison, Nothing was the same

(zitiert nach Heidi Müller/Hildegard Willmann, "Trauerforschung",
Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 2020, Seite 56)


-------------------------------------------------------------------------------------------

Das Trauerzitat des Vormonats: Bitte hier klicken 

-------------------------------------------------------------------------------------------

Mittwoch, 1. Februar 2023

Das Trauer-Zitat des Monats - #Februar2023 - bemerkenswerte Sätze über Trauer, Tod und Sterben aus Literatur, Interviews und Zeitschriften, Teil 2



"Die Leute fragen mich oft: Wie lange werde ich trauern? (...)  Meine Antwort auf die Frage ist: Wie groß war deine Liebe? Denn genau darin liegt die Antwort." 
    

Patrick O'Mealy

Psychotherapeut und verwaister Vater


(zitiert nach: ARD Alpha, "Trauern ist ein Zeichen von Liebe", Yvonne Maier, 2022)


-------------------------------------------------------------------------------------------

Das Trauerzitat des Vormonats: Bitte hier klicken

-------------------------------------------------------------------------------------------


Sonntag, 1. Januar 2023

Das Trauer-Zitat des Monats - #Januar 2023 - bemerkenswerte Sätze über Trauer, Tod und Sterben aus Literatur, Interviews und Zeitschriften, Teil 1

 


"Menschen, die vor kurzem jemanden verloren haben, zeigen einen bestimmen Ausdruck, wahrscheinlich nur für diejenigen wahrnehmbar, die diesen Ausdruck schon auf ihren eigenen Gesichtern gesehen haben. (...) Es ist ein Ausdruck extremer Verletzlichkeit, Nacktheit, alles ist sichtbar."

Joan Didion, Das Jahr magischen Denkens

(List-Verlag, Berlin, 2008/2017, Seite 84)


-------------------------------------------------------------------------------------------