Dienstag, 14. September 2021

Fünf Gründe, warum sich Unternehmen und Vorgesetzte gerade jetzt mit dem Thema Trauer am Arbeitsplatz beschäftigen sollten - warum es jetzt so wichtig ist, langfristig an die Zukunft der Personalplanung denken und die Demografie nicht aus den Augen zu verlieren

Osnabrück - Coronakrise hin oder her: Das Thema "Trauer am Arbeitsplatz" wird zu einem der wichtigsten Zukunftsthemen für Personalabteilungen, Vorgesetzte, Kollegen und Firmen werden - aber eines, auf das die meisten Unternehmen in Deutschland überhaupt nicht vorbereitet sind. Das ist kurzsichtig, wie ein Blick in die aktuellen Statistiken belegt - und ein Blick auf die aktuellen Schlagzeilen. Es naht eine Zeit, in der nicht nur die Anzahl der Angestellten mit einer Pflegeverantwortung in der Familie stark zunehmen dürfte, sondern auch die Anzahl der Mitarbeiter, die akut in einer Trauersituation stecken. Schon jetzt ist mein Artikel zum Thema "Krankschreibung wegen Trauer?" der am allermeisten gelesene Beitrag auf diesem Blog. Und das Interesse an diesen Themen dürfte weiter zunehmen. Die Demografie gibt uns entsprechende Hinweise. Es wird Zeit, hier einmal genauer hinzusehen.

Wo Menschen zusammenkommen, sind Tod und Trauer immer irgendwie mit im Spiel. Und diese Themen sind umso näher, je mehr Menschen sich an einem Ort versammeln. Auch im Unternehmenskontext lässt sich das kaum ausklammern – schon in einem Nicht-Corona-Jahr wie beispielsweise dem Jahr 2018 starben 945 900 Menschen, wie das Statistische Bundesamt erfasst hat. Davon sind rund 140 000 zwischen 20 und 65 Jahren alt, also mittendrin im erwerbsfähigen Alter, wie mir die Zahlen zeigen, die ich für mein Buch "Mitarbeiter in Ausnahmesituationen" (Campus-Verlag) recherchiert habe. Das heißt, diese Menschen sind vermutlich: Arbeitnehmer bzw. Angestellte, die gerade mitten im Beruf stehen. Es ist vor allem diese Zahl, die in den kommenden Jahren nochmal stark steigen dürfte. Hier sind eine Reihe von Gründen dafür - und es sind alles auch gute Gründe dafür, warum sich Unternehmen und Vorgesetzte gerade jetzt mit dem Thema Trauer am Arbeitsplatz beschäftigen sollten.


(Foto: Thomas Achenbach)

1.) Arbeiten wird eine Alterssache. Bei der Rente mit 68 Jahren ist noch lange nicht Schluss - in der Zukunft könnte es heißen: Rente mit 70. Es ist noch gar nicht so lange her, dass die "Rente mit 68" zu einem heiß diskutierten Thema in Deutschland wurde. Wieder einmal. Das war im Juni 2021 und stammte aus einem Vorschlagspapier, das Regierungsberater an die Bundesregierung weitergegeben hatten und über das verschiedene Medien, unter anderem die Tagesschau, dann berichtet hatten. Doch was die Wenigsten mitbekommen haben: Während diese Vorschläge der Berater bereits für allerlei Diskussionen sorgten und ihre Runde durch das Schlagzeilenkarussell aller Medien drehten, meldeten sich Ökonomen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zu Wort und legten noch einmal eine Schippe nach: Das Renteneintrittsalters auf müsse spätestens ab dem Jahr 2052 auf 70 Jahre erhöht werden, lautete ihre Forderung. Die Gründe dafür haben mit den nächsten Punkten auf unserer heutigen Liste zu tun.

2.) Die Anzahl der Pflegebedürftigen in Deutschland wird ebenfalls um mehrere Millionen weiter steigen - so wird es beispielsweise vom Demografieportal des Bundes und der Länder prognostiziert (Link siehe hier): Bis zum Jahr 2060 soll der Anzahl der Menschen, die pflegebedürftig sein werden, auf bis zu fünf Millionen steigen. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 waren noch rund 2 860 000 Menschen, bei denen Pflegebedürftigkeit eine Rolle spielte. Die Anzahl der Pflegebedürftigen könnte dann die Anzahl der zu betreuenden Unter-Sechs-Jährigen übertroffen haben, heißt es. Was hierbei noch erschwerend hinzukommt: Es gibt ein enormes Dunkelfeld, das statistisch gar nicht auftaucht. Familien, die ihre Pflegeverantwortung irgendwie selbst organisieren und wahrnehmen, die sich irgendwie durchwurschteln, ohne Pflegedienste, ohne Pflegestufe, ohne eine Pflegekraft daheim. Ich kenne ein paar solcher Familien. Fälle, die bereits viel Kraft kosten, die aber statistisch noch gar nicht erfasst sind.


(Foto: Thomas Achenbach)

3.) Daraus folgt aber auch: Die "familienfreundliche Arbeitgeberpolitik" wird ihren Fokus noch viel stärker auf die Bruchstellen des Leben legen müssen, also vor allem auf das Alter, nicht nur auf Kinder und junge Familie. Das ist übrigens etwas, was mich in der Coronakrise mit am meisten verwundert hat: Dass das Thema der Menschen in einer Pflegeverantwortung daheim so ausgeklammert geblieben ist. Selbst die anfangs noch belächelten Familien, deren Sorgen zu Beginn keiner so richtig ernst genommen hatte (man erinnere sich an das unwürdige Wort der "Micky-Maus-Politik" zu Zeiten der mit Flatterband abgesperrten Spielplätze), bekamen in den Lockdowns irgendwann mehr Aufmerksamkeit - aber wie es den Zuhausepflegenden ergangen ist, deren Alltag in der Pandemie sicher ebenso an Belastungen zugelegt hat, davon war so gut wie nichts zu lesen oder zu hören. Für mich war das ein deutliches Zeichen, wie wenig unsere Gesellschaft und die Menschen darin - und damit auch die Arbeitgeber - diesen Problembereich bisher wahrgenommen haben. Das wird sich zwangsläufig ändern (müssen), siehe unter Punkt 2. 

4.) Mehr Menschen werden auf der Arbeit sterben: Zahlen der gesetzlichen Unfallversicherungen haben noch in den Jahren vor Corona gezeigt, dass rund 450 Menschen pro Jahr einem tödlichen Arbeitsunfall erlegen – sie sterben auf der Arbeit und während der Arbeit. Auch diese Zahl dürfte in den kommenden Jahren weiter steigen. Wenn die arbeitenden Menschen erstens älter werden und zweitens durch immer mehr Home Office etc. auch immer "unbeobachteter" (was, wie alles im Leben, seine zwei Seiten hat - Problemkrankheiten wie z. B. Alkoholismus lassen sich durchs Home Office indes besser verstecken), wäre das eine naheliegende Konsequenz. Und wo wir schon beim Thema Zahlen sind: Der Produktivitätsverlust durch seelische Krankheiten, aber eben auch durch Trauer, wird weiter steigen. Schon im Jahr 2012 hatte die damals durchgeführte "DAK-Gesundheitsstudie" diesen mit einer Verlustsumme von 13 bis 15 Milliarden Euro pro Jahr beziffert. Last but not least, gibt es noch einen weiteren Punkt zu bedenken:


(Foto: Thomas Achenbach)

5.) Die Werte der Arbeitnehmer haben sich massiv verändert. Alles ist im Wandel - und das rasend schnell. Digitalisierung, globale Vernetzung, ständig neue Technologien, kaum etwas hat mehr langfristigen Bestand. Das zehrt an den Nerven der Menschen - und genau an dieser Schnittstelle müssen Arbeitnehmer sich auch seelisch aufgefangen fühlen können. In einer immer unsicher werdenden Welt, in der auch der Arbeitsplatz schon lange nicht mehr als ein verlässlicher, sicherer Hafen angesehen wird, kommt der Familie bzw. der Lebenspartnerschaft - welcher auch immer - als kleinstem Kern der Gesellschaft wieder eine gesteigerte Bedeutung zu. Nach dem Motto: Wenn schon die ganze Welt immer unsicherer wird, soll wenigstens diese kleinste Zelle von einer größtmöglichen Sicherheit und Stabilität getragen sein. Unter anderem deswegen entscheiden sich so viele Arbeitnehmer für die Elternzeit oder die eigene Pflegeverantwortung (sicher auch aus ökonomischen und sonstigen Gründen). Gleichzeitig schwebt über allem das Thema "Purpose", also die Frage nach dem Sinn der Arbeit, nach dem Wert eines jeden Menschen innerhalb eines Unternehmens. Die Wertschätzung von Angestellten darf auch deswegen mit dem Tod nicht einfach enden. 

Was daraus folgt: Erfolgreiche Personalpolitik sollte sich als „lebensphasenorientiert“ verstehen. Was mit den Stichworten New Work und Purpose und Selbstbestimmung begonnen hat, ist ein Prozess, der längst noch nicht abgeschlossen ist: Die Mitarbeiter wollen als Partner auf Augenhöhe behandelt werden, nicht alleine als Untergebene. Sie wollen einen Sinn in ihrer Arbeit sehen können. Von morgens 9 bis nachmittags 17 Uhr arbeiten gehen und dann mit dem verdienten Geld sein Leben gestalten, das reicht den meisten Menschen heute nicht mehr. Wer als Unternehmen erfolgreich sein möchte, hat die individuellen, persönlichen Ziele der Mitarbeiter immer im Blick, während auf der anderen Seite die Selbstbestimmung und Eigenverantwortung auf ein maixmalmögliches Niveau gehoben wird - denn nur wer sich als Mensch wahrgenommen fühlt, wer sich einbringen und entfalten kann und wer gut vermittelt bekommt, dass seine Arbeit auch etwas Wichtiges beiträgt, bleibt auch langfristig dem Unternehmen treu (und loyal). Die Führungskultur eines erfolgreichen Unternehmens trägt dem Rechnung - indem sie die Mitarbeiter auch auf der persönlichen Ebene ansprechen und gut begleiten kann. Privatleben und Beruf verschränken sich nicht alleine durch das Home Office immer mehr ineinander, sondern auch durch den Anspruch, den junge Eltern oder ältere Arbeitnehmer mit einer Pflegeverantwortung an die Vereinbarkeit dieser beiden Bereiche haben. Eine gute Personalpolitik hat die Lebenszyklen eines Arbeitnehmers daher ebenso im Blick wie die sich aus diesen Zyklen ergebenden Bedürfnisse. Und da gehören die Themen Trauer und Tod eben unmittelbar dazu. Wie aber können Unternehmen diese Themen gut in ihre Personal- und Führungspolitik integrieren, was erwarten die Arbeitnehmer heutzutage? 


(Foto: Pixabay/Gerd Altmann, CC-0-Lizenz)


Anregungen und Impulse dazu gibt in weiteren Artikeln auf diesem Blog sowie in meinem Buch "Mitarbeiter in Ausnahmesituationen - Trauer, Pflege, Krise" aus dem Campus-Verlag, das im März 2020 erschienen ist.




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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung) und bietet Podcasts rund um das Thema Trauer an (bitte hier klicken). Thomas Achenbach ist der Autor der Bücher "Männer trauern anders - was ihnen hilft und gut tut", 168 Seiten, Patmos-Verlag und "Mitarbeiter in Ausnahmesituationen - Trauer, Pflege, Krise", 220 Seiten, Campus-Verlag. Mehr Infos auf www.thomasachenbach.de

Lesungen, Vorträge, Workshops, Seminare, Trauergruppen und mehr: Alle aktuellen Termine mit Thomas Achenbach finden sich unter diesem Link 

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Auf Youtube ansehen: Vortrag "Männer trauern anders" aus dem Forum St. Peter in Oldenburg (Nidersachsen) aus dem Juni 2021 - Link zum Video  

Ebenfalls auf diesem Blog: Die besten Filme über Trauer, Tod und Sterben - was uns Spielfilme über das Erleben von Trauer erzählen können

Ebenfalls auf diesem Blog: Trauer, wie lange dauert das eigentlich - und wann ist es endlich mal vorbei? Mein erster Mutmacherbrief an Trauernde

Ebenfalls auf diesem Blog: Der Trick mit der Selbstwirksamkeit - wie wir uns selbst gut in seelischen Krisen helfen können: psychologische Tipps

Ebenfalls auf diesem Blog: 27 gute Rituale für eine Trauerfeier - wie sich eine Gedenkfeier so gestalten lässt, das sie den Angehörigen/Trauenden gut tun kann

Ebenfalls auf diesem Blog: Warum sich Trauernde förmlich zerrissen fühlen  - eine Einführung in das "Duale Prozessmodell der Trauer" und seine Fallstricke

Ebenfalls auf diesem Blog: Warum sich ein Suizid viel öfter verhindern ließe als wir das glauben und warum es so wichtig ist, immer wieder darüber zu reden

Ebenfalls auf diesem Blog: Tipps zum Umgang mit Trauernden und Trauer - was Menschen in einer Verlustkrise hilft, was man Trauernden sagen kann 

Ebenfalls auf diesem Blog: Was muss ich machen, wenn ich wegen Trauer krankgeschrieben werden möchte? Geht das überhaupt und wenn ja, wie denn?

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Montag, 6. September 2021

Was bedeutet "Personen auf der Fahrbahn" im Radio? Warum hört man das so oft im Verkehrsfunk? Ich habe eine ganz persönliche These zu dieser Frage - und sie hat mit den Themen Trauer und Unfalltod zu tun...

Osnabrück - Im Verkehrsfunk ist diese Warnung oft zu hören: "Fahren Sie bitte vorsichtig, es sind Personen auf der Fahrbahn..." Aber warum eigentlich? Was machen diese Personen denn da? Wer einigermaßen bei Verstand ist, der würde doch nicht zu Fuß auf eine Autobahn gehen, oder? Oder auf eine Landstraße ohne Seitenstreifen? Mich hat das schon immer stutzig gemacht - und inzwischen habe ich eine ganz persönliche These entwickelt, was da los sein könnte. Eine These, für die ich bislang keine offizielle Bestätigung bekommen konnte (trotz einiger Rechercheanfragen) und die deswegen meine ganz persönliche These bleiben wird. Und sie hat, wen würde es wundern, mit Trauer zu tun. Und mit Unfalltoten.

Ich habe Polizisten befragt. Rettungskräfte. Und Notfallseelsorger. Aber keiner konnte mir eine wirklich schlüssige Antwort auf die Frage geben, warum so oft Personen auf einer Fahrbahn anzutreffen sein sollten. Denn wer in gewisser Regelmäßigkeit den Verkehrsfunk hört, dem wird auffallen, dass diese Meldung nicht unbedingt Seltenheitswert besitzt. Zu den Vermutungen, die die Sicherheitskräfte äußern, gehören diese: Es könnten Unfallfahrer sein, deren Fahrzeuge liegengeblieben sind. Es könnten stark alkoholisierte Menschen sein, die sich verirrt haben. Manches Mal sollen sich auch Radfahrer auf die Autobahnen begeben, weil sie sich in den Auffahrten vertan haben - oder weil sie leichtsinnigerweise ihren Übermut ausleben müssen. Aber keiner der von mir befragten hat jene Vermutung geäußert, die ich persönlich für die schlüssigste halte: Es könnten Angehörige sein, die einen Unfallort aufsuchen wollen. Weil sie in diesem Unfall einen Menschen verloren haben und diesem nun nahe sein wollen. Dass dieses Bedürfnis innerhalb eines Trauerprozesses enorm groß werden kann, dafür gibt es zahlreiche Belege. 


(Foto: Pixabay.de, User: Monsterkoi, Pixabay-Lizenz)

Diese zeigen sich in Form der zahlreichen am Straßenrand stehenden Trauerstätten - kleine Kreuze, kleine Gedenkorte, privat eingerichtet, meistens von den Behörden geduldet, an den Rändern von Landstraßen oder auch in Innenstädten, zeugen seit einigen Jahren von der besonderen Wirkmacht, die der Ort eines Todes auf Menschen haben kann. Dorthin zu gehen, wo es geschah, an diesen Ort eines Übergangs, kann für die Angehörigen ein wichtiges und wohltuendes Ritual darstellen. Eines, das viele Bedürfnisse erfüllt, die sich innnerhalb eines Trauerprozesses einstellen können - auch wenn das besonders schwer vorstellbar ist für alle anderen Menschen, die einen solchen Prozess noch nicht erleben mussten. Und gerade bei einem gewaltsamen Tod, der mit einer unvorhersehbaren Plötzlichkeit ein Leben beendet hat, stehen die Hinterbliebenen vor einer besonders schwierigen Aufgabe: Dem Begreifen dessen, was da geschehen ist.

Ein Ort des Übergangs und der Transzendenz

Auch für diesen Prozess kann es enorm hilfreich sein, sich an den Ort zu begeben, an dem es geschehen ist und ebendort zu versuchen, einer Form von Verständnis für das an sich ganz Unbegreifliche näherzukommen. Außerdem ist es ein Ort, an dem der innere Schmerz den Raum bekommen kann, den er im normalen Alltag nicht immer bekommt. So kommen dem Ort des Todes gleich mehrere Funktionen zu, die innerhalb eines Trauerprozesses von Bedeutung sein können: Dort hinzugehen, um sich durch seine Trauer durchzufühlen; oder um sich den Gestorbenen nahezufühlen, andererseits; oder dort hinzugehen, um sich im Begreifen dessen zu versuchen, was dort geschehen sein könnte. Und schließlich atemt der Ort des Todes für manche Menschen auch eine Form von Transzendenz. Als sei etwas fühlbares Seelisches des gestorbenen Menschen für immer dort verhaftet geblieben, so kommt es manchen vor. Leider gibt es zu diesem Thema keinerlei aussagekräftige Forschung - wohl aber zum Thema der wilden Trauerstätten an den Straßenrändern. 


(Foto: Pixabay.de, User: Free-Photos, Pixabay-Lizenz)

Damit hat sich nämlich die Soziologin Christine Aka intensiv beschäftigt. Die inzwischen in Münster lehrende Volkskundlerin hat zwischen 2000 und 2003 zum Thema Unfallkreuze geforscht und eines der wenigen, wenn nicht gar das einzige Buch zum Thema veröffentlicht („Unfallkreuze – Trauerorte am Straßenrand“ erschien im Waxmann-Verlag), außerdem hat sie im Jahre 2010 einen bemerkenswerten und sehr klugen Zeitschriftenbeitrag über das Thema für die Zeitschrift: „Alltag im Rheinland“ geschrieben, die vom Landschaftsverband Rheinland herausgegeben wird. Und auch sie geht in ihren Texten auf den Ort des Todes mit seinen mythischen Funktionen ein: „Gerade der gewaltsame Tod führt zu dramatischen Anforderungen an die Psyche des einzelnen Trauernden. Individuelle Psychologie, also Gefühle, und gesamtkulturell interpretierbare Phänomene gehen in der Trauer eine komplexe Verbindung ein,“ schreibt Aka in diesem Text. Daher würden diese wilden Trauerstätten zu einem „Hinweis auf Schmerzzonen, für die kaum eine andere Ausdrucksformen zur Verfügung stehen. Diese klugen Beobachtungen machen verstehbar, warum Trauernde gerne an diese Orte zurückkehren, an denen, salopp gesagt, „es geschehen ist.“ 

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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung) und bietet Podcasts rund um das Thema Trauer an (bitte hier klicken). Thomas Achenbach ist der Autor der Bücher "Männer trauern anders - was ihnen hilft und gut tut", 168 Seiten, Patmos-Verlag und "Mitarbeiter in Ausnahmesituationen - Trauer, Pflege, Krise", 220 Seiten, Campus-Verlag. Mehr Infos auf www.thomasachenbach.de

Lesungen, Vorträge, Workshops, Seminare, Trauergruppen und mehr: Alle aktuellen Termine mit Thomas Achenbach finden sich unter diesem Link 

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Der neue Podcast von Thomas Achenbach: "Trauergeschichten - Menschgeschichten", Gespräche über Leben, Tod und Sterben, jetzt online

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