Freitag, 13. Dezember 2019

Wie die menschliche Sterbeuhr alle in diesem Jahr bereits Gestorbenen misst und wo sie zu finden ist - und warum die dazugehörige Website verständnisvolle Inspirationen für Trauernde geben kann

Osnabrück - Wer hätte das gewusst? Alle 33 Sekunden stirbt, statistisch gesehen, ein Mensch in Deutschland. Das macht pro Stunde etwa 108 gestorbene Menschen. Und wer wissen möchte, wieviele Menschen in diesem Jahr bereits gestorben sind, kann sich jetzt auf einer neuen Website die so genannte Sterbeuhr ansehen, die einem das in eindrucksvoller Weise und immer ganz aktuell zeigt. Doch das damit verbundene Online-Magazin "Trauer now" ist noch aus einem ganz anderen Grund ein empfehlenswerter Lesetipp (zu erreichen über diesen Link hier). 

Denn in mehreren Artikeln auf diesem Portal gibt es wertvolle Impulse und viele Anregungen für Trauernde - und für die Menschen, die sie begleiten, sei es als Angehörige oder Freunde oder Kollegen. Ergänzt wird das Angebot um berührende Porträts von Menschen, die mit den Themen Tod, Trauer und Sterben und zu tun haben. Darunter ist beispielsweise der Sternekoch Vincent Klink, der Tipps für das "Totenmahl" gibt. Anregungen für hilfreiche Trauer-Rituale in und eine Linkliste für weitere Angebote runden die Website ab. Aber wer steckt dahinter?


Sie tickt für bzw. in jedem Menschen: die menschliche Sterbeuhr (alle Fotos: Thomas Achenbach). 

Als Macher des Onlineportals fungiert die Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V., die sich - ausgehend vom Kasseler Museum für Sepulkrakultur -  für eine neue Trauerkultur in Deutschland einsetzt. In einer Pressemitteilung über die "Trauer Now"-Website heißt es dazu: Tod und Trauer sind in der Gesellschaft in vielen Bereichen immer noch tabu, viele sind darauf nicht vorbereitet, viele damit allein. Es braucht eine neue, respektvolle, öffentliche Diskussion darüber, wie eine heilsame Trauer besser gelingen kann – wie aus ihr eine unbelastete Erinnerung werden kann. Was muss sich dafür verändern? Antworten darauf sollen sich der Mitteilung zufolge auf dem Portal finden. Hier sollen zudem neueste, wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse präsentiert werden, wie es in der Mitteilung weiter heißt. Und dass es wichtig sei, dieses Thema immer wieder ins Bewusstsein der Menschen zu bringen. Warum?


Es braucht mehr Orte zum Trauern


"Trauer ist etwas, über das wir ungern sprechen, aber sie geht uns früher oder später alle an", wird der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft und Direktor des Zentralinstituts und Museums für Sepulkralkultur in Kassel, Dirk Pörschmann, zitiert. Das Problem sei jedoch: Viele sind auf Trauer nicht vorbereitet. Dann zieht es ihnen nochmal in besonderer Weise den Boden unter den Füßen weg. Deswegen sei es so wichtig, eine Trauerkultur zu etablieren, "die die Hinterbliebenen in den Mittelpunkt rückt", wie es Dirk Pörschmann weiter sagt: "Wir wollen Inspirationen geben, wie der Abschied von geliebten Menschen wahrhaftig, würdevoll und heilsam gelingen kann." Fast 955 000 Menschenn sterben insgesamt jedes Jahr. Rechnet man pro gestorbenem Menschen eine statistisch wahrscheinliche Größe von 1,5 Trauernden hinzu, ergibt sich eine gewaltige Menge an Betroffenen - jedes Jahr aufs Neue. "So brauchen Menschen beispielsweise Orte, an denen sie mit ihrer Trauer so frei umgehen dürfen und können, wie es ihnen gut tut", sagte Pörschmann. Menschen benötigten auf dem Friedhof Beisetzungsorte, die einen positiven und lebendigen Trauerprozess ermöglichen.


Doch gerade die Friedhöfe sind es, die aktuell in die Kritik geraten sind. Auf dem 2019 in Köln stattfindenden Kongress "Heilsame Abschiede" stellten zwei Soziologen eine Studie vor, die zu dem eindeutigen Ergebnis kommt: Der Friedhof könnte ein Auslaufmodell sein, wenn sich dort nicht bald etwas ändert. Eine umfangreichere Berichterstattung zu diesem Thema findet sich unter anderem bei der Neuen Osnabrücker Zeitung (registrierungspflichtig) oder ebenfalls beim Portal Trauer Now unter diesem Link.... 

Übrigens: Lust drauf, diesen Blog auch als Podcast zu hören? Dann bitte hier klicken für die Übersicht über alle bisher veröffentlichten Episoden, darunter meine Interviews mit dem Buchautoren Pierre Stutz, dem "Letzte Lieder"-Macher Stefan Weiller und dem Trauer-Chat-Moderator und Ex-Spielsüchtigen Kai Sender....

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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung) und bietet Podcasts rund um das Thema Trauer an (bitte hier klicken). Thomas Achenbach ist der Autor des Buches "Männer trauern anders - was ihnen hilft und gut tut", 168 Seiten, Patmos-Verlag, 17 Euro, erschienen im März 2019. Mehr Infos gibt es hier.

Lesungen, Vorträge, Workshops, Seminare, Trauergruppen und mehr: Alle aktuellen Termine mit Thomas Achenbach finden sich unter diesem Link 

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Ebenfalls auf diesem Blog: Eine Ermutigung für Trauernde, bevor wir in die Adventszeit und Weihnachtszeit starten - eine Zeit, die oft besonders weh tut

Ebenfalls auf diesem Blog: Tipps zum Umgang mit Trauernden und mit Trauer - was Menschen in einer Trauer- und Verlustkrise hilft und was man Trauernden sagen kann 

Ebenfalls auf diesem Blog: Die Kunden müssen die Bestatterbranche bewegen - was alles möglich sein kann, wenn Menschen in einer Verlustsituation das wollen

Ebenfalls auf diesem Blog: Was soll nach einem Todesfall gefeiert werden? "Nur" der Todestag - oder auch noch der Geburtstag des gestorbenen Menschen?

Ebenfalls auf diesem Blog: Keine Sorge, alles normal - was Trauernde in einer Verlustkrise alles so tun und warum einem das nicht peinlich sein sollte

Ebenfalls auf diesem Blog: Tango auf der Trauerfeier, die Trauerrede als Audiodatei - was heute bei modernen Trauerfeiern alles möglich sein sollte

Ebenfalls auf diesem Blog: Der Fluch der Tapferkeit - warum es Menschen in der modernen Gesellschaft so schwer fällt Trauer als etwas Normales anzuerkennen

Lesungen, Vorträge, Workshops, Seminare, Trauergruppen und mehr: Alle aktuellen Termine mit Thomas Achenbach finden sich unter diesem Link 

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Donnerstag, 5. Dezember 2019

Ein alter Mann, der in einem Raben seine gestorbene Schwester wiederentdeckte und andere traurige Geschichten - Wenn Töne und Texte die Seele ins Schwingen bringen, Teil #03: Serie über Trauer und Musik - die besten Songs und Alben über Trauer und Tod #3

Osnabrück - Menschen, die einen anderen Menschen verloren haben, tun manchmal Dinge, von denen sie sich vorher nie hätten vorstellen können, dass sie sie tun. Dass sie mit ihren Toten in einen Dialog treten und mit ihnen reden, kommt relativ oft vor. Manche Trauernde berichten aber auch davon, dass sie sich wie in einer Art Zwischenreich fühlen. Ob sie dort auch sowas wie Geister sehen? Mit dieser Idee beschäftigt sich jedenfalls das Rockalbum "The Raven That Refused To Sing" des Musikers Steven Wilson, der nicht nur in Musikkreisen als eine Art Überfigur des modernen Progressive Rocks gehandelt wird. Tod und Trauer sind zentrale Motive seiner Arbeit. Anlass genug, seine Werke zum Thema meiner Serie über Trauer und Musik zu machen.

Wenn ein Mensch in eine Extremsituation gerät, die seinen Verstand ebenso überfordert wie das gesamte menschliche System, können sich die Grenzen zwischen Realität und Fantasiewelt schnell auflösen. Auch der Tod eines einem nahenstehenden Menschen oder einfach nur der Tod als Ereignis an sich kann eine solche Extremsituation auslösen. Sein Vater war gerade gestorben, als er mit dem Album "The Raven That Refused To Sing" beschäftigt war, so berichtete es Steven Wilson der Frankfurter Rundschau in einem Interview aus dem Jahr 2017. Unter anderem deswegen habe er sich mit der Frage beschäftigt, was die massive Sehnsucht nach einem gestorbenen Menschen alles auslösen könnte. Und dass es vorkommen könnte, dass einem - zumindest in der Phantasie - Geistwesen und Fabelwesen begegnen. Dass ausgerechnet der Rabe zur Titelfigur des Albums geworden ist, ist da ein naheliegender Schritt: Raben gelten prinzipiell als Todesboten. Und der britische Dichter Edgar Alan Poe ist auch nie weit entfernt, wenn es um (Song-) Texte über Raben geht. Sicher kein Zufall. 


Eine gute Kombination: Trauer und Musik (alle Fotos: Thomas Achenbach).

Ein alter Mann, der in einem Raben seine verstorbene Schwester zu entdecken glaubt. Ein Straßenmusiker, der eigentlich längst gestorben ist, bloß dass es keiner merkt. Ein Uhrmacher, der nach Jahrzehnten der Ehe seine Frau ermordet, bloß dass sie ihm auch danach nicht von der Seite weichen will. Das sind drei der insgesamt fünf Geschichten, die das Album unter anderem erzählt. Wobei sich Steven Wilson zur musikalischen Vertonung dieser Stoffe eines breiten Spektrums an Einflüssen und Stilmitteln bedient. Das Ergebnis ist eine sehr spannende Mischung aus Pop, Rock, Jazz und gelegentlichen Metal-Würzungen. Wer sich also noch nicht allzu intensiv mit dem Genre des Progressive Rocks beschäftigt hat - und wem die hier als Übervorbild immer durchwirkende Rockband "King Crimson" nichts sagt -, dem sei dringend empfohlen, das Album in einer anderen Reihenfolge zu hören als so, wie die Titel hier angeordnet sind. Jedenfalls nicht mit dem zu Beginn stehenden "Luminol" als ersten Track, denn dessen frickeligere Jazz-Anmutungen sind schon die Sorte Musik, in die man sich ein bisschen reinhören muss. Da ist ein bisschen Mitarbeit beim Zuhörer gefordert. Anders als bei dem ebenso eingängigen wie intensiven "Drive Home". 



Wobei die Geschichte, die dieser fast romantisch-melancholische Song erzählt, erstmal schwer zu knacken ist - und wie es sich für einen richtig guten Song gehört, ist sein Text durchaus offen für Interpretationen und ließe mehrere Deutungsmöglichkeiten zu, so dass letztlich viele Hörer an irgendeiner Stelle andocken und sich etwas für sich rausziehen können. Doch hat Steven Wilson selbst in einem Interview beschrieben, wie der Song gemeint ist: Er beschreibt den Zustand eines schweren Traumas nach einem Unfall, eines Traumas, bei dem die brutale und monströse Realität des Erlebten durch seelische Schutzmechanismen automatisch weggeblockt, abgespalten und schlicht nicht wahrgenommen wird.


Worum es wirklich geht: Ein Trauma nach dem Autounfall


In manchen Textfragmenten dieses Lieds wird klar, dass es offenbar einen Unfall gegeben haben muss, bei dem sich ein Auto überschlagen hat. Dabei muss wohl die Frau tödlich verunglückt sein, der Mann hingegen hat den Unfall überlebt. Und nun trägt er über die kommenden Jahre schwer daran, überhaupt zu verstehen, was geschehen ist und es kommt ihm meistens so vor, als sei er immer noch im Auto und einfach nur auf dem Weg nach Hause - und die Frau, die gerade noch neben ihm gesessen hat, ist einfach verschwunden. Ohne dass das Auto gehalten hätte oder die Türen auf- oder zugegangen wären. So in etwa ließe sich der Text verstehen. Verpackt in eine einen hinwegspülende Musik, wird ein kleines Erlebnis aus dem Song.




Ebenso wie bei dem von tiefer Traurigkeit vollgesogenen Titeltrack "The Raven That Refused To Sing", ein sich auf fast acht Minuten ausdehnendes Stück mit wachsendem Pathos, das nach dem Anhören noch lange im Kopf bleibt (beim zuletzt erlebten Konzert von Steven Wilson in Hamburg bildete es den kongenialen Abschluss). Das Erstaunlichste aber ist, wie sehr es Wilson hier gelingt, Gefühle in Musik zu übersetzen: Diese knapp acht Minuten sind vertonte Gram und Einsamkeit, sicher keine besonders geeignete Musik für nebelgraue Novembertristesse, manchmal schwer zu ertragen - aber gerade deswegen so wertvoll. Denn so, wie diese Musik klingt, kann es den Menschen in einer Trauer- und Verlustkrise manchmal gehen, so kann sich das anfühlen. Und wer das noch nie erlebt hat, versteht nach dem Hören dieses Songs vielleicht ein bisschen besser, wie das so ist. 


Die besten Songs & Alben über Trauer und Tod - die ganze Serie:


  1. Folge 1 - Auftakt mit Mumford & Sons, Genesis, Eric Clapton - hier klicken
  2. Folge 2 - Auf dem Rücksitz, mitten in der Trauer, Arcade Fire - hier klicken 




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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung) und bietet Podcasts rund um das Thema Trauer an (bitte hier klicken). Thomas Achenbach ist der Autor des Buches "Männer trauern anders - was ihnen hilft und gut tut", 168 Seiten, Patmos-Verlag, 17 Euro, erschienen im März 2019. Mehr Infos gibt es hier.

Lesungen, Vorträge, Workshops, Seminare, Trauergruppen und mehr: Alle aktuellen Termine mit Thomas Achenbach finden sich unter diesem Link 

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Ebenfalls auf diesem Blog: Eine Ermutigung für Trauernde, bevor wir in die Adventszeit und Weihnachtszeit starten - eine Zeit, die oft besonders weh tut

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Donnerstag, 28. November 2019

Zwischendurch ein aktueller TV-Tipp: Der Sender rbb zeigt am 1. 12. 2019 erstmals im frei verfügbaren Fernsehen die eindrucksvolle Dokumentation "Überall wo wir sind"

Osnabrück - Zugegeben, die Uhrzeit könnte besser liegen - aber was früher der Videorekorder leistete, kann heute eine externe Festplatte mit Programmierfunktion übernehmen, also lässt sich der Film ggf. auch aufnehmen. So oder so: Am 1. 12. 2019 (also am Sonntag) zeigt der TV-Sender rbb um 23:05 Uhr die Dokumentation "Überall, wo wir sind", bei der die Filmemacherin Veronika Kaserer den Sterbeprozess eines jungen Tanzlehrers begleitet hat. Unaufdringlich und immer ganz nah dran am echten Leben.

Mit das Eindrucksvollste an diesem Film ist, dass er einem so ganz nebenbei vermitteln kann, was Trauer eigentlich ist und was sie mit Menschen macht. Aber ganz unaufgeregt und ganz ohne ausgefahrenen Zeigefinger. In einem Interview, das ich ich mit ihr durchführen durfte, hatte mir die Filmemacherin vor ein paar Jahren geschildert, wie es zu diesem Projekt gekommen war und warum sie auch noch ihr eigenes Geld hatte hineinstecken müssen. Auch wenn es sich vielleicht nicht unbedingt finanziell gelohnt hat, machte der Film in den vergangenen Jahren mehr und mehr seine Runde durch die deutschen Kinos - inzwischen er zudem einen Sonderpreis des Bundesverbands Trauerbegleitung erhalten (Transparenzhinweis: In dem ich ebenfalls Mitglied bin). 

Hier geht es zu meinem Interview mit Veronika Kaserer und zu meinem Blogbeitrag über den Film "Überall wo wir sind".


Heiko Lekutats letzter Gruß, nur einige Stunden vor seinem Versterben am 15. Februar 2017 - mit dieser Szene beginnt die Dokumentation (Filmstill "Überall wo wir sind").

Und wer sich den Film lieber genau dann ansehen möchte, wann und wie er (oder sie) es mag, hat über den Streamingdienst Amazon Prime die Chance dazu - hier ist der Film zu einem Verleihpreis von aktuell 3,99 Euro für 48 Stunden ausleihbar. 

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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung) und bietet Podcasts rund um das Thema Trauer an (bitte hier klicken). Thomas Achenbach ist der Autor des Buches "Männer trauern anders - was ihnen hilft und gut tut", 168 Seiten, Patmos-Verlag, 17 Euro, erschienen im März 2019. Mehr Infos gibt es hier.

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Freitag, 22. November 2019

Eine neue Folge meines Podcasts ist online... - warum ich jetzt so lange nichts mehr von mir habe, im Wortsinne, "hören lassen" und warum ich nun auf verschiedenen Kanälen zu hören bin - Beitrag zum Thema Männertrauer

Osnabrück - Dass es diesen Blog auch zum Anhören als Podcast-Version geben sollte, wenn auch mit ganz anderen Inhalten als den hier stehenden Artikeln, war mein Jahresprojekt für 2019. Mit viel Energie und viel Drive gestartet, habe ich diesen Podcast aber ab der Mitte des Jahres erstmal ruhen lassen müssen. Zuviel anderes hat mich beschäftigt gehalten (vor allem waren dies die Recherche und das Schreiben meines kommenden Buches, das im März 2020 erscheinen wird). Nun aber freue ich mich, dass ich gleich in mehrfacher Hinsicht wieder von mir hören lassen darf.

Denn nicht nur ist beim Radiosender ffn in Niedersachsen vor kurzem ein Beitrag über Männer und Trauer gelaufen, bei dem ich als Interviewgast dabei sein durfte, sondern ich darf auch das dafür aufgenommene komplette Interview mit mir ungekürzt als exklusive Sonderaufführung in meinem Podcast ausstrahlen. Das hat mir die Radio-ffn-Kirchenredaktion, die den Beitrag verantwortet hat, freundlicherweise genehmigt (ein herzliches Danke an dieser Stelle an die Katholische-Kirchenredaktion/Bernward Rundfunk und an die Redakteurin Ruth Beerbom für Ihre Arbeit). Diese Interview ist übrigens auch schon die insgesamt neunte Episode meines Podcasts, und wem es gefällt, der findet auch die vorherigen Sendungen alle noch online.


(Foto: Thomas Achenbach)

Diesmal gibt es im Trauer-Podcast also ausnahmsweise einen Perspektivwechsel: Nicht ich als der Moderator führe ein Interview mit anderen, wie ich es schon mehrfach getan haben, sondern ich bin diesmal selbst der Befragte. Ein ganz erfrischender Seitenwechsel, wie ich finde, aber hört selbst...  Hier geht es zur neunten Folge des Podcasts Trauer ist Leben

Und hier finden sich alle Folgen des Podcasts - bitte hier klicken für die Übersicht über alle bisher veröffentlichten Episoden, darunter meine Interviews mit dem Buchautoren Pierre Stutz, dem "Letzte Lieder"-Macher Stefan Weiller und dem Trauer-Chat-Moderator und Ex-Spielsüchtigen Kai Sender....

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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung) und bietet Podcasts rund um das Thema Trauer an (bitte hier klicken). Thomas Achenbach ist der Autor des Buches "Männer trauern anders - was ihnen hilft und gut tut", 168 Seiten, Patmos-Verlag, 17 Euro, erschienen im März 2019. Mehr Infos gibt es hier.

Alle aktuellen Termine, Lesungen, Vorträge, Workshops, Seminare etc. mit Thomas Achenbach finden sich unter diesem Link 

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Den Blog zum Anhören als Podcast - bitte hier klicken für die aktuelle Episode aus dem Trauer-ist-Leben-Podcast...

Ebenfalls auf diesem Blog: Die Kunden müssen die Bestatterbranche bewegen - was alles möglich sein kann, wenn Menschen in einer Verlustsituation das wollen

Ebenfalls auf diesem Blog: Was soll nach einem Todesfall gefeiert werden? "Nur" der Todestag - oder auch noch der Geburtstag des gestorbenen Menschen?

Ebenfalls auf diesem Blog: Keine Sorge, alles normal - was Trauernde in einer Verlustkrise alles so tun und warum einem das nicht peinlich sein sollte

Ebenfalls auf diesem Blog: Tango auf der Trauerfeier, die Trauerrede als Audiodatei - was heute bei modernen Trauerfeiern alles möglich sein sollte

Ebenfalls auf diesem Blog: Der Fluch der Tapferkeit - warum es Menschen in der modernen Gesellschaft so schwer fällt Trauer als etwas Normales anzuerkennen

Ebenfalls auf diesem Blog: Wenn Töne und Texte die Seele ins Schwingen bringen, Teil #01: Serie über Trauer und Musik - die besten Songs und Alben über Trauer und Tod 

Lesungen, Vorträge, Workshops, Seminare, Trauergruppen und mehr: Alle aktuellen Termine mit Thomas Achenbach finden sich unter diesem Link

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Donnerstag, 14. November 2019

Ein Film über Trauer, der helfen soll, die Prozesse trauernder Eltern beim Verlust eines Kindes besser zu verstehen - FH-Student dreht Animationsfilm zum Thema Trauerarbeit und sucht noch Unterstützung - Intensive Recherche & hochprofessionelle Technik in Kombination / Hilfe für Sternenkind-Eltern

Aachen/Osnabrück - Einen Animationsfilm zu drehen, der seinen Zuschauern nachfühlbar das Thema Trauer vermitteln soll - das ist ein spannendes studentisches Abschlussprojekt, das gerade an der Fachhochschule Aachen umgesetzt wird. Der Animationsfilm „The Last Sketch“ soll 23 Minuten lang sein und soll im Sommer 2020 als fertiger Film vorliegen. Dabei scheut "The Last Sketch" nicht vor einer sehr ernsten Thematik zurück: Das eigene Kind liegt im Sterben. Für die Eltern geht es jetzt darum, alles richtig zu machen, richtig für ihr Kind. Doch Mia und Teo, die beiden Eltern im Film, haben ganz unterschiedliche Vorstellungen davon, was das Wort „richtig“ bedeutet.

Die Fäden in der Hand hält der Student Edgar Huebert (27), dessen Masterarbeit der Film am Ende sein wird. Seine Filmcrew besteht aus Kommilitoninnen und Kommilitonen. Doch wer die Dreharbeiten besucht, der kommt sich einer Pressemitteilung der FH Aachen zufolge vor wie in einem professionellen Hollywood-Trickfilmstudio. So trägt der Schauspieler Marvin beispielsweise einen so genannten Motion-Capture-Suit, einen Anzug also, der seine Bewegungen genau erfasst und aufzeichnet, wie es in der Pressemitteilung weiter heißt. Um zu testen, ob das angeschlossene Computersystem Marvins Bewegungen korrekt erfasst, führt er abwechselnd erst seine linke, dann seine rechte Hand zum Fuß. Ein 3-D-System verarbeitet diese Bewegungsdaten weiter – am PC sehen die Betrachter jetzt eine Figur, die sich so bewegt wie Marvin. Zwei dieser High-Tech-Anzüge hat die FH Aachen extra für dieses Filmprojekt angeschafft, aber natürlich sollen sie auch in späteren Filmarbeiten noch eingesetzt werden.


Dreharbeiten mit Motion-Capture-Suit... (Alle Fotos: Aline Papenheim)


Mit der Technik scheint alles zu funktionieren: Jetzt wird die geplante Szene gedreht. Der Schauspieler Marvin wird zur Computerfigur, die Edgar Huebert später am PC in den animierten Hauptcharakter „Teo“ verwandelt. Damit Teos Emotionen im Film möglichst authentisch wirken, erfasst Edgar außerdem Marvins Mimik – jede noch so kleine Regung im Gesicht soll festgehalten werden.  Zur Vorbereitung auf seinen Film hat Edgar intensive Gespräche mit Therapeuten geführt, aber auch mit Eltern, die tatsächlich ein Kind verloren haben. „Ich hatte Angst davor, die Realität nicht angemessen abzubilden und den Hinterbliebenen nicht gerecht zu werden.“ 




Was er erfahren hat ist das, was in diesem Blog und in meiner Arbeit auch immer wieder die wichtigste Rolle spielt und was einfach nicht oft genug betont werden kann: Trauer ist ein ganz individueller Prozess. „Alles, was den Betroffenen hilft und ihnen guttut, ist richtig“, wird Edgar Huebert in der Pressemitteilung zitiert. Und in seiner Filmbeschreibung sagt der Student dazu: "Dies betrifft jegliches Zeigen und auch Verbergen der Emotionen, lachen, schreien, gegen die Wand treten, die Sachen des verstorbenen Kindes behalten oder auch wegwerfen, E-Mail-Konten der Kinder weiterführen etc... Jeder muss für sich selbst seinen eigenen Umgang mit dem Tod finden. Leider fehlt hier noch das Verständnis der Öffentlichkeit."




Denn oft reagierten Außenstehende mit Unverständnis auf die jeweiligen Prozesse der Trauerbewältigung, wenn diese nicht den eigenen Erwartungen entsprechen. Es geht also um Kommunikation, um Gefühle und besonders die kleinen, manchmal kaum wahrnehmbaren, Feinheiten im Umgang miteinander. „Im Film sollten Mimik und Gestik der animierten Charaktere möglichst nah an der Realität dargestellt werden.“ Deshalb habe sich Edgar Huebert dafür entschieden, mit realen Menschen und der Motion-Capturing-Technik zu arbeiten. „So können die gewünschten Emotionen aus der Realität am besten in die Animation transportiert werden.“ 


Das Filmemachen ist für ihn übrigens nichts Neues. Bereits im Wintersemester 2016/17 hat Edgar Huebert einen Animationsfilm mit dem Titel „Der Abgrund“ an der FH Aachen produziert. Der Film wurde gleich mehrmals prämiert: beim AS Filmfestival in Rom mit dem Sonderpreis und bei den European Cinematography Awards in den Kategorien „Best Sounddesign“ und „Best Animation Short“.


Spender gesucht


Jetzt gilt es, den Film fertigzustellen, aber dabei gibt es noch ein Problem: Das Geld: „Das Equipment, das ich ab jetzt benötige, kann ich mir privat nicht leisten. Es kommen außerdem Ausgaben für Synchronsprecher und Tonstudios hinzu.“ Deshalb hat er nun eine Crowd-Funding-Kampagne gestartet; Menschen, Unternehmen und Organisationen, die vom Konzept seines Films überzeugt sind, können ihn finanziell dabei unterstützen, sein Projekt abzuschließen. Zwar wird Edgar Huebert beispielsweise vom "Bundesverband Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister in Deutschland e.V.", dem VEID,  sowie vom Deutschen Bundesverband für Trauerbegleitung unterstützt, doch geht es dabei mehr um eine Unterstützung in Sachen Hintergrund und Promotion, nicht aber in finanzieller Hinsicht (wer den Film mitfinanzieren möchte, kann das unter diesem Link hier tun). 

Wer einen Blick hinter die Dreh-Kulissen zu „The Last Sketch“ bekommen möchte, kann sich auf der Video-Plattform vimeo einen kleinen Film dazu ansehen, unter diesem Link: fhac.de/TheLastSketch.

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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung) und bietet Podcasts rund um das Thema Trauer an (bitte hier klicken). Thomas Achenbach ist der Autor des Buches "Männer trauern anders - was ihnen hilft und gut tut", 168 Seiten, Patmos-Verlag, 17 Euro, erschienen im März 2019. Mehr Infos gibt es hier.

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Ebenfalls auf diesem Blog: Die Kunden müssen die Bestatterbranche bewegen - was alles möglich sein kann, wenn Menschen in einer Verlustsituation das wollen

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Samstag, 2. November 2019

Für ein persönliches Kennenlernen, hier eine Liste meiner kommenden Termine: Ein Zwischenstand, was meine aktuellen Tätigkeiten angeht / als Notiz zwischendurch

Osnabrück - Einen ganzen Sommer und den halben Herbst lang habe ich jetzt intensiv an einem neuen Manuskript gearbeitet. Im März hatte ich bereits mit der Recherche begonnen und war viel unterwegs dafür... mit allen Folgen, die eine solche Aufgabe so hat für Berufs-, Nebenberufs-, Ehrenamts-, Familien- und Privatleben... Puh, durchaus nicht unanstrengend!! Aber jetzt steht erstmal etwas anderes an: Ich bin mit meinem im März erschienen Buch über Männertrauer unterwegs. Darauf freue ich mich. 

Den Auftakt durfte ich vor kurzem in Braunschweig mit einem Workshop absolvieren, jetzt sind in der kommenden Woche ein Mal Augsburg (Vortrag über Männertrauer) und München (mit zwei Veranstaltungen) dran. Die Vorbereitungen laufen, derweil mich ein aufmerksamer Leser meines Blog darauf aufmerksam gemacht hat, dass sich in meine unter dem Punkt "Aktuelle Termine" veröffentlichte Liste ein kleiner Fehler eingeschlichen hatte - anders als ursprünglich angefragt, wird mein Vortrag auf der Messe "LEBEN UND TOD" in Bremen nicht am Messefreitag, sondern jetzt am Samstag, dem 9. 5. 2020 (um 11:30 Uhr) im dortigen Forum stattfinden. Danke für den Hinweis, die Terminliste - siehe unten - ist korrigiert. Worüber ich mich übrigens ganz besonders freue: 

Die Vorbereitungen auf Workshops und Vorträge laufen... (Foto: Thomas Achenbach).

Dass ich im November 2020 in Stuttgart erstmals eine Lesung durchführen darf, die mit musikalischer Begleitung einhergeht, was das dortige Hospiz organisiert hat. Hier ist also eine aktualisierte Übersicht über meine kommenden Termine - vielleicht sehen wir uns vor Ort? 

Ich würde mich freuen, vor allem, weil viele dieser Veranstaltungen von den Hospizinitiativen vor Ort mit viel Engagement und Aufwand organisiert werden, weil den Menschen dort es so wichtig ist, die Beschäftigung mit den Themen Trauer und Begleitung in den Fokus zu nehmen - und das ist aller Ehren wert, wie ich finde:

--> In Augsburg am 7. 11. 2019 (Donnerstag, 19 Uhr)Lesung/Vortrag zum Thema "Männer trauern anders" im Evangelischen Forum Annahof (www.annahof-evangelisch.de) - hier gibt es alle Infos zur Veranstaltung. 

--> In München am 8. 11. 2019 (Freitag, 19 Uhr), Vortrag zum Thema "Trauer in Unternehmen/Trauer im Berufsleben" in der der Evangelischen Stadtakademie München - hier gibt es alle Infos zur Veranstaltung.

--> In Paderborn am 6. 2. 2020Vortrag zum Thema "Männer trauern anders", organisiert vom ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Paderborn-Höxter (Uhrzeit, Ort und weitere Details folgen noch)

--> In Wien/Österreich am 7./8. 3. 2020, Vortrag zum Thema "Männer trauern anders" auf der Messe "Seelenfrieden" im MGC Wien, Leopold-Böhmer-Straße 8 (alle Infos zur Veranstaltung).

--> In Salzburg/Österreich am 27. 3. 2020, Vortrag zum Thema "Männer trauern anders" beim 4. Salzburger Frühlingssymposium am Uniklinikum Salzburg, Division für Neonatologie, weitere Infos folgen noch. 

--> In Verden an der Aller am 18. 4. 2020 (Samstag), kombinierte Vortrag/Lesung zum Thema "Männer trauern anders" auf dem Sternenkinder-Kongress, Stadthalle (Uhrzeit und weitere Infos folgen noch)

--> In Neustadt an der Waldnaab am 23. 4. 2020 (Donnerstag, 9.30 Uhr), Workshop zum Thema "Männer trauern anders" mit Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen der Malteser 

--> In Nürnberg am 23. 4. 2020 (Donnerstag, 19 Uhr), Impulsvortrag und Rundgespräch zum Thema "Männer trauern anders", 19 Uhr, Evangelische Stadtakademie Nürnberg, weitere Infos folgen noch. 

--> In Oldenburg am 7. 5. 2020, FreitagVortrag zum Thema "Trauer im Berufskontext / Trauer im Arbeitsleben", organisiert von der Katholischen Erwachsenenbildung Oldenburg, KEB,  (Uhrzeit, Ort und weitere Details folgen noch)

--> In Bremen am 9. 5. 2020 (Samstag), Vortrag zum Thema "Männer trauern anders" auf der Messe "LEBEN UND TOD" in der Bremer Messehalle, 11.30 Uhr, www.leben-und-tod.de

--> In Heidenheim am 15. 5. 2020 (Donnerstag, 19.30 Uhr)Vortrag zum Thema "Männer trauern anders" im Haus der evangelischen Kirche auf Einladung der Ev. Erwachsenenbildung, Heidenheim

--> In Oldenburg am 30. 10. 2020 (Freitag)Vortrag zum Thema "Männer trauern anders", organisiert von der Katholischen Erwachsenenbildung Oldenburg, KEB,  (Uhrzeit, Ort und weitere Details folgen noch)

--> Im Kloster Vinnenberg bei Warendorf vom 6. bis 8. 11. 2020 (Fr.-So., nichtöffentliche Veranstaltung): Seminar über persönliches/biographisches Schreiben für Ehrenamtliche einer Hospizgruppe (Dozent) 

--> In Stuttgart am 13. 11. 2020 (Freitag, 10-15 Uhr), Workshop zum Thema „Männer trauern anders“, Hospiz St. Martin in der Jahnstraße, Details folgen noch

--> In Stuttgart am 13. 11. 2020 (Freitag, 19 Uhr), Lesung mit Musik zum Thema „Männer trauern anders“, Hospiz St. Martin in der Jahnstraße, Stuttgart.

... ich freue mich drauf, und damit allen Lesern einen guten Start in den November!

Übrigens: Lust drauf, diesen Blog auch als Podcast zu hören? Dann bitte hier klicken für die Übersicht über alle bisher veröffentlichten Episoden, darunter meine Interviews mit dem Buchautoren Pierre Stutz, dem "Letzte Lieder"-Macher Stefan Weiller und dem Trauer-Chat-Moderator und Ex-Spielsüchtigen Kai Sender....

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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung) und bietet Podcasts rund um das Thema Trauer an (bitte hier klicken). Thomas Achenbach ist der Autor des Buches "Männer trauern anders - was ihnen hilft und gut tut", 168 Seiten, Patmos-Verlag, 17 Euro, erschienen im März 2019. Mehr Infos gibt es hier.

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Ebenfalls auf diesem Blog: Eine Ermutigung für Trauernde, bevor wir in die Adventszeit und Weihnachtszeit starten - eine Zeit, die oft besonders weh tut

Ebenfalls auf diesem Blog: Tipps zum Umgang mit Trauernden und mit Trauer - was Menschen in einer Trauer- und Verlustkrise hilft und was man Trauernden sagen kann 

Ebenfalls auf diesem Blog: Die Kunden müssen die Bestatterbranche bewegen - was alles möglich sein kann, wenn Menschen in einer Verlustsituation das wollen

Ebenfalls auf diesem Blog: Was soll nach einem Todesfall gefeiert werden? "Nur" der Todestag - oder auch noch der Geburtstag des gestorbenen Menschen?

Ebenfalls auf diesem Blog: Keine Sorge, alles normal - was Trauernde in einer Verlustkrise alles so tun und warum einem das nicht peinlich sein sollte

Ebenfalls auf diesem Blog: Tango auf der Trauerfeier, die Trauerrede als Audiodatei - was heute bei modernen Trauerfeiern alles möglich sein sollte

Ebenfalls auf diesem Blog: Der Fluch der Tapferkeit - warum es Menschen in der modernen Gesellschaft so schwer fällt Trauer als etwas Normales anzuerkennen

Lesungen, Vorträge, Workshops, Seminare, Trauergruppen und mehr: Alle aktuellen Termine mit Thomas Achenbach finden sich unter diesem Link 

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Freitag, 25. Oktober 2019

Vorgestellt: Drei neue Bücher, die ich empfehlen möchte - Mit einem Themenmix rund um Trauer und Verlust, persönliche Krisen und andere wichtige Bereiche wie das Draußen gehen und Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Buchtipps im November 2019

(Alle Fotos: Thomas Achenbach)

Osnabrück - Schon seit mehreren Wochen, sogar Monaten, liegen hier drei Bücher bei mir im Arbeitszimmer, die ich gerne vorstellen wollte und die mich sehr interessiert haben. Jetzt endlich finde ich die Zeit, sie angemessen zu würdigen und mit einer längeren Besprechung zu bedenken. Es geht um weibliche Trauer nach dem Verlust eines Partners, es geht darum, warum uns das Gehen - das schlichte Gehen - als Menschen nicht nur in einer Krisensituation so besonders gut tut und es geht um Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, ein Thema, dem ich mich auch auf diesem Blog immer mal wieder als Randaspekt gewidmet habe und dass ich in Seminaren bei Hospiz- und Palliativeinrichtungen vermittelt habe. Lust drauf? Ja? Prima, dann kann's ja losgehen:



1.) "Alleine weiterleben" / Eva Terhorst

Kurzbeschreibung des Buches: Wenn es im Titel heißt "Alleine weiterleben - wenn der Partner stirbt", dann ist das sehr bewusst auf die männliche Form reduziert. Denn das neue Buch von Eva Terhorst, mit der ich hier auf diesem Blog auch ein paar Dialoge zum Thema Trauer und Verlust gestaltet habe, richtet sich explizit an Frauen. Eva ist inzwischen in der Welt der Trauerbuchautoren fest etabliert und bringt mittlerweile ihr fünftes Buch auf den Markt. Bekannt geworden war sie anfangs mit "Das erste Trauerjahr". Veröffentlicht im Herder Verlag, Taschenbuch, 158 Seiten, 18 Euro.

Wie ich auf das Buch aufmerksam geworden bin: Der Verlag hatte es mir auf Evas Bitte hin zugeschickt, wie er es auch schon mit ihren vorherigen Büchern getan hat.

Wie ich dieses Buch gelesen habe: Ich war neugierig darauf, wie es Eva wohl gelingen würde, sich wieder einer bestimmten und sehr zugespitzten Zielgruppe zuzuwenden, zumal einer, der sie selbst aufgrund ihrer eigenen Trauererfahrungen sehr nahesteht, was sowohl Vor- wie auch Nachteil sein kann.

Was mir an dem Buch gefällt: Tatsächlich ist der unschlagbare Vorteil dieses Buches, dass es sich ganz klar und sehr zugespitzt an eine bestimmte Zielgruppe richtet, also an Frauen, die ihren Partner verloren haben - und dass Eva diese Zielgruppe immer wieder ganz bewusst adressiert und anspricht. Das macht das Buch persönlich und noch besser lesbar. Außerdem geht es nicht alleine um Trauer und die damit verbundenen Gefühle, die Eva wieder einmal besonders einfühlsam aufzuzeigen versteht, sondern auch um ganz praktische Aspekte: Wie gehe ich damit um, wenn mit dem Tod des Partners meine finanzielle und existenzielle Sicherheit auf dem Spiel steht? Was muss ich dann alles tun (diese Frage wird sogar in Form einer Checkliste behandelt, sehr hilfreich). Wie kann ich die Kinder gut begleiten in einer solchen Situation, was brauchen sie - und vor allem, in welchem Alter brauchen Kinder genau was? Einen langen Abschnitt widmet Eva auch der Frage, wie sich eine trauernde Frau wohl auf Partys, Familienfeiern und bei anderen öffentlichen Anlässen fühlt - und sie ermutigt die Betroffenen dazu, sich nur das zuzumuten, was ihnen gut tut und einfach wegzubleiben, wo es ihnen nicht gut tun wird. Solcherlei verständnisvolle und empathische Tipps finden sich an vielen Stellen des Buches. Wie immer in ihren Büchern bietet Eva wieder viele Affirmationen und viele Traumreisen an (teilweise auch zum Anhören), von denen ich mir gut vorstellen kann, dass sie bei der weiblichen Leserschaft richtig gut ankommen - und nicht nur da, mit dem Impuls "Ich traue meinen Kindern ihr Schicksal zu" hat sie auch bei mir in einer gerade nicht ganz so leichten Zeit, wenn auch ohne Trauerkontext, voll ins Schwatze getroffen. 
Eva berichtet in diesem Buch zudem viel von ihrem eigenen Todesfall und den Erfahrungen, die sie gemacht hat, drängt sich damit aber nicht in den Vordergrund, stattdessen bilden die praktischen und pragmatischen Aspekte den Hauptbestandteil. Das ist eine insgesamt gelungene Mischung, die das Publikum sicher ansprechen wird

Wo ich beim Lesen noch Fragezeichen hatte: Eva richtet sich mit diesem Buch ganz ausschließlich an Frauen. Nicht nur der Klappentext sagt das so, der ganze Inhalt des Buches ist so gestrickt. Das ist einerseits gut so, andererseits hat es mir nochmal verdeutlicht, dass es nun im Grunde genommen noch die "männliche Perspektive" bräuchte. Gewissermaßen als Gegenpol dazu. 


2.) "Draußen gehen - Inspiration und Gelassenheit im Dialog mit der Natur" / Christian Sauer

Kurzbeschreibung des Buches: Nein, das hier ist kein Trauerbuch - und doch passt es perfekt in den Trauerkontext. Es ist, wie der Name schon sagt, ein Buch über das Gehen. Aber genau deswegen gibt es viele Verbindungen zur Trauer (und zur Trauerbegleitung), die an einer Stelle im Buch sogar explizit so benannt werden. Das Buch soll ein eher meditativer-sinnenfreudiger Genuss sein, was sich auch an Gestaltungs- und Papierqualität festmachen lässt (als ursprünglich gelernter Schriftsetzer habe ich an allen Büchern besondere Freude, in denen die für den Satz benutzten Schriften im Impressum angegeben werden - ein Zeichen für eine besondere Qualität). Zwar als Taschenbuch veröffentlicht, aber als großes und besonders gestaltetes, ist es alleine schon haptisch ein besonderes Buch. Veröffentlicht im Verlag Hermann Schmidt, 174 Seiten, 29,80 Euro. 

Wie ich auf das Buch aufmerksam geworden bin: Ich kenne den Autoren, Dr. Christian Sauer (der seinen frisch erworbenen Doktortitel hier bescheidenerweise weglässt), weil er mir zu jenen Zeiten, als ich noch als Redaktionsleiter gearbeitet hatte, gelegentlich als Coach zur Seite gestanden hat, was immer sehr hilfreich gewesen ist. Seither stehen wir in einem gelegentlichen und dann sehr herzlichen Austausch, worüber ich mich freue. 

Wie ich dieses Buch gelesen habe: Mit einer mehrfachen Neugier. Vor allem deswegen, weil ich in Zeiten persönlicher Krisen das Gehen tatsächlich als überraschend hilfreich erlebt habe.  

Was mir an dem Buch gefällt: Fangen wir mal mit der Trauer an. Es kommt ja nicht von ungefähr, dass mehrere Trauergruppen diese beiden Elemente miteinander verbinden: Das Gehen in der Natur und das Sprechen über die Trauer. So wie es beispielsweise das Angebot "Wandern für Trauernde" von der Hospiz- und Palliativinitiative Spes Viva einmal im Monat in der Region Osnabrück anbietet (Transparenzhinweis: Ich bin bei Spes Viva selbst als Ehrenamtlicher aktiv, allerdings nicht in der Leitung dieser Wandergruppe). Auch das Buch benennt an einer Stelle sehr konkret diesen Zusammenhang, wie sehr einen die Natur wieder mit dem Archaischen, dem Echten und dem Endlichen im Leben verbinden kann. Passenderweise beginnt das Buch mit der Szene eines trüben, grauen Herbsttages. Christian Sauer hat sein Buch als Collage aufgebaut - in kurzen Absätzen beschreibt er eigene Wanderungen oder Spaziergänge durch Städte, die sich mit allgemeinen Gedanken und Thesen über das Gehen und seine Kraft abwechseln. Dabei werden viele spannende und wahre Aspekte gestreift - dass sich Landschaften beispielsweise niemals wirklich fotografieren lassen, beispielsweise, oder dass das Gehen eine Psycho- und Kulturtechnik mit therapeutischen Qualitäten sein kann. Besonders gut gefällt mir allerdings der Abschnitt, in dem Christian Sauer wie in einer Art Ratgeber eine Liste der perfekt geeigneten Wege gesammelt hat - die passenderweise mit "Einmal um den Block" beginnt. Das macht tatsächlich schrecklich Lust darauf, einfach loszugehen (weswegen auch dieser Blogartikel in mehreren Abschnitten entstanden ist, unterbrochen, na klar, von einigen wohltuenden Spaziergängen). Und, ja, dass das Gehen einem auch in persönlichen Krisenzeiten viel Energie und innere Ruhe zurückbringen kann, habe ich wie gesagt selbst schon einmal erlebt. Tatsächlich hat es eine Zeit gegeben in meinem Leben, in der ich fast jede dafür verfügbare Minute in den Wäldern rund um Osnabrück verbracht habe. Heute geht das schon rein familientechnisch nicht mehr, aber die Sehnsucht danach ist noch da. Denn genauso wie Christian Sauer es in seinem Buch beschreibt, kann das Gehen an sich etwas fast Magisch-Therapeutisches bekommen. 

Wo ich beim Lesen noch Fragezeichen hatte: Das Buch will ganz bewusst kein Ratgeber sein, sondern mehr eine philosophisch-soziologische Betrachtung. Dementsprechend ist es ein in seinem Tonfall eher meditativ gehaltener Text. Das liest sich sehr angenehm, es braucht allerdings ein bisschen Zeit, um in den Text reinzukommen. Wie bei einer Meditation, tatsächlich: Bis sich die Gedanken und die Außenwelt etwas mehr zurückgezogen haben, bleibt es im Inneren erstmal laut und impulsiv. Aber später kommt der Text mit seiner ihm eigenen Kraft noch besser zur Geltung. 



3.) "Das Wichtigste zuerst - Meldungen schreiben in Zeiten von Twitter, Fake News und Roboterjournalismus" / Stephan Köhnlein

Kurzbeschreibung des Buches: Das Buch richtet sich an alle, die im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Journalismus unterwegs sind (und damit auch an alle, die im Kontext von Hospiz- und Palliativangeboten die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verantworten). Das Buch macht mit vielen Praxisbeispielen und in einer wohltuenden Klarheit deutlich, was wirklich wichtig ist beim Schreiben von Texten - und wie das gelingen kann. Veröffentlicht als "Book On Demand" im BOD-Verlag, Norderstedt, 99 Seiten, 9,99 Euro. 

Wie ich auf das Buch aufmerksam geworden bin: Ich kenne den Autoren, Stephan Köhnlein, als Journalistenkollegen mit einer spannenden Laufbahn. Wir stehen in gelegentlichem Kontakt und ich freue mich, dass ich verfolgen darf, was das Leben so mit Stephan macht - er steht übrigens ebenfalls für Workshops und Seminare zur Verfügung.

Wie ich dieses Buch gelesen habe: Immer wieder ergibt sich für mich eine gute Mischung aus meinen beiden Professionen - Journalismus und Trauerbegleitung. So habe ich beispielsweise im Mai 2019 in Berlin beim Deutschen Hospiz- und Palliativverband (DHPV) einen Vortrag und einen Workshop geben dürfen. Immer mal wieder werde ich auch mal angerfragt, ob ich nicht für Firmen und für Unternehmen einen Workshop in Storytelling geben könnte. Aber, ganz ehrlich, mir ist es wichtig, dass zunächst einmal das grundlegende Verständnis geschaffen wird davon, was im Journalismus wirklich wichtig ist: Was sind eigentlich Nachrichtenwerte, wie schreibt man eine Nachricht, wie erkenne ich eigentlich, ob ich etwas Berichtenswertes vorliegen habe oder nicht... Und weil Stefan genau dort anfängt, war ich besonders froh über dieses Buch und besonders neugierig darauf. Auch wenn es überhaupt nicht im Trauerkontext steht: für die Presse- und Öffentlichkeitsbeauftragten von Hospiz- und Palliativinitiativen ist es eine gute Lektüre.

Was mir an dem Buch gefällt: Dass es Stephan Köhnlein gelingt sowohl alle aktuellen Trends einzufangen - Roboterjournalismus, Twitter-Nachrichten, Fake News und Co. - und trotzdem immer ganz bodenständig zu den allerwichtigsten Fragen zurückzufinden, die sich jeder stellen sollte, der Pressearbeit, Öffentlichkeitsarbeit oder Journalismus macht: Was ist mein Nachrichtenwert? Habe ich eine Geschichte oder habe ich keine? Wie finde ich meine Nachricht? Womit fange ich beim Schreiben an? Wie lange sollte ein guter Bericht sein? Was ist ein erster guter Satz? Wie zitiere ich korrekt und ansprechend, wann ist indirekte Rede besser? Ganz nebenbei streift Stephan Köhnlein noch ein paar der Alltagsfragen, die ich mir auch immer mal wieder stelle: Heißt es eigentlich gäbe oder gebe? Dass Stephan Köhnlein nebenbei immer mal wieder Einblicke gibt in seine bewegte Zeit als Agenturjournalist bei der damaligen deutschen Associated Press (AP), die es leider nicht mehr gibt, und darin, wie sich das Journalismusgeschäft aktuell verändert hat, macht das Buch zusätzlich lesenswert und sorgt für einen gewissen Unterhaltungswert. Gleichzeitig gibt Stephan wichtige Hinweise darauf, wie ein Artikel für Online-Suchmaschinen optimiert wird und was dabei zu beachten ist. Ein ziemlich umfassender und wertvoller Einblick in das grundlegende Handwerk einer Branche, die ihr grundlegendes Handwerk derzeit allzu oft aus den Augen verliert. 

Wo ich beim Lesen noch Fragezeichen hatte: Stephan Köhnlein ist ein hervorragender  Agenturjournalist mit einem wertvollen und reichen Erfahrungssschatz, von dem man viel lernen kann. Hier geht es um die Fakten, um das Voranstellen der Nachricht, um den ganzen Brot-und-Butter-Bereich des journalistischen Tuns, der niemals unterschätzt sein darf. Und so wohltuend - und immer wichtiger - es auch ist, immer wieder auf die grundlegende Basis der journalistischen Arbeit zu blicken, ist der Alltag eines Tageszeitungsredakteurs heute noch von so vielen anderen Bedingungen geprägt. Dementsprechend müsste das Kapitel über Suchmaschinen und Online-Überschriften, über das Auffindbarmachen seiner Texte im Internet und über die Bedingungen für Onlinejournalismus eigentlich ganz weit nach vorne und es müsste vielleicht noch etwas länger sein. 

Eine Randbemerkung noch: Was den Roboterjournalismus angeht, sollte übrigens niemand glauben, dass es sich dabei um eine sehr weit entfernte Zukunftsvision handelte - die ersten Roboterkollegen im Journalismus sind tatsächlich bereits aktiv. Man lese einmal die Wetterankündigungen für Städte und Gemeinden auf manchen Zeitungswebsites und googele dann einmal den Namen des "Autoren". Gelegentlich wird sich ein Anbieter von künstlicher Intelligenz darunter finden, beispielsweise aus Dortmund. Willkommen in der neuen Welt... PS: Ich bin übrigens echt. Ganz ehrlich. Fleisch und Blut und so. ;-)


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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung) und bietet Podcasts rund um das Thema Trauer an (bitte hier klicken). Thomas Achenbach ist der Autor des Buches "Männer trauern anders - was ihnen hilft und gut tut", 168 Seiten, Patmos-Verlag, 17 Euro, erschienen im März 2019. Mehr Infos gibt es hier.

Alle aktuellen Termine, Lesungen, Vorträge, Workshops, Seminare etc. mit Thomas Achenbach finden sich unter diesem Link 

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Ebenfalls auf diesem Blog: Warum die Mutter von Rolf Zuckowski auf dem Sterbebett einen Song ihres Sohnes zitierte - der Kindermusiker über seine Trauererfahrungen

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Und im Kultur-Blog des Autors: Warum die "Live-im-Kino"-Ereignisse ein großer Wachstumsmarkt, was die Branche noch Spannendes plant und warum sie medial gesehen zwischen allen Stühlen sitzt - ein Interview rund um Rock'n'Roll & Oper im Kino

Lesungen, Vorträge, Workshops, Seminare, Trauergruppen und mehr: Alle aktuellen Termine mit Thomas Achenbach finden sich unter diesem Link 

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