Dienstag, 17. Mai 2022

Die besten Filme über Trauer, Tod und Sterben, Folge 10 - Warum "Blaubeerblau" sozusagen der perfekte Einsteiger-Film für alle ist, die sich an das Thema Hospiz noch nicht so richtig herangetraut haben (und warum sich das Ansehen trotz mancher Überzeichnung durchaus lohnt)

Osnabrück - Bei seinem ersten Besuch in einem Hospiz bekommt er erstmal einen Lachanfall. Mit allem hätte er gerechnet, womöglich mit dem Schlimmsten - Siechentum, Versehrung, Gebrechen. Aber eine junge hübsche Frau, die ein "Ave Maria" auf der Harfe spielt? In einem beinahe klassizistischen Wohnzimmer auf feinem Holzfußboden? Da bricht sich erstens all seine Nervosität Bahn und er zweitens in Gelächter aus. Denn in ein Hospiz hineinzugehen, auch nur für einen beruflichen Auftrag außerhalb des Sterbens, das hat ihn eine Übermacht an Überwindung gekostet. Da drin ist doch der Tod, nicht? Ja, ist er, der Tod und all die Menschlichkeit, die er mitbringt - und deswegen nimmt dieser 2012 für die ARD produzierte Spielfilm "Blaubeerblau" die Hauptfigur und die Zuschauer mit hinein - ins Hospiz. Und in die Auseinandersetzung mit der Frage: Wie ist es da?  

Dieses ewige Gerede davon, dass der Tod doch zum Leben gehöre, davon hat der etwa 30 Jahre alte Jungarchitekt Fritjof Huber nun wirklich genug. "Der Tod ist der Feind des Lebens, er ist einfach widerlich!", zetert er. Doch alle Empörung nützt ihm nichts, seine Chefin bleibt eisern: Weil das Architekturbüro ein Hospiz umbauen soll und jemand dort das Aufmaß nehmen muss, wird eben Fritjof, genannt Fritte, geschickt. Der ist Muttersöhnchen genug, sich nicht gegen seine ebenfalls mütterliche Chefin zur Wehr zu setzen. Und so landet Fritte im Hospiz - und trifft dort auf seinen ehemaligen Mitschüler Hannes, der dort als Bewohner lebt. Beziehungsweise: Stirbt. Ein Mitschüler, den Fritte damals nicht hatte leiden können und mit dem er dennoch eine Art Zweckgemeinschaft eingeht, die ihn immer wieder zurückführen wird. Ein Buddy-Movie ganz ohne Straße, das aber doch zwei ganz ungleiche Menschen auf dem letzten Weg des einen miteinander vereint. 

Ohweh, die Freundin will, dass sich was ändert - für "Fritte" eine Aptraumvorstellung... ( Foto: BR/ARD). 


Im November des Jahres 2012 gestaltete die ARD mit großem Aufwand eine Themenwoche unter dem Motto "Leben mit dem Tod". Der werbetaugliche Slogan: "Sie werden sterben. Lasst uns darüber reden". Sogar der "Tatort" wurde an das Thema angepasst und mit einer an Krebs erkrankten weiblichen Hauptfigur ausgestattet, die mordend unterwegs war, um ihre Töchter zu schützen (das waren die titelgebenden "Dinge, die noch zu tun sind"). Auch das Thema Hospiz sollte unbedingt eine Rolle spielen. Also brauchte die ARD noch einen Spielfilm, der dort spielte und die Realität eines Hospizes einigermaßen realistisch, aber doch harmlos genug für einen 20:15-Uhr-Slot, vermittelte. Das Ergebnis ist der Film "Blaubeerblau", den es auch auf DVD zu kaufen gibt. Zum Glück, denn er ist wirklich eines geworden: Ein richtig guter Einsteigerfilm in das Thema Hospiz. 

Dem Gast das Beste - was er im Leben am liebsten mochte


Denn dass Hospize eben vor allem freundliche Orte sind, in denen der Mensch so sein darf, wie er eben ist, und in denen die Sterbenden nochmal so schön leben dürfen, wie es gerade noch möglich ist, das gehört zur Grundhaltung dieser Einrichtungen. Von Siechentum ist dort wenig zu spüren, von Lebenslust hingegen deutlich mehr. Ganz wie es der hospizlichen Haltung entspricht. In einem solchen Ort riecht es eher nach Apfelkuchen oder Kartoffelpuffer als nach Krankenhaus. Und diese Haltung, diesen Geist, fängt der Film ebenfalls ein. So dauert es nicht lange, bis das zu nehmende Aufmaß für Fritte immer unwichtiger wird.  

Das Architekturbüro braucht ein Aufmaß, jemand muss rein, ins Hospiz. Wen es wohl treffen wird (Foto: BR/ARD)?


Wer hätte das gedacht? Es solle sich bitte nichts verändern, gar nichts, am besten; es soll alles so bleiben, wie es ist, das ist anfangs noch Fritjofs Lebensmotto. Als seine Freundin andeutet, dass sie sich Veränderungen wünscht, als sie das Schreckgespenst einer "gemeinsameren Zukunft" hinaufbeschwört, ist es mit der Beziehung rasch vorbei. Lieber die Vögel füttern, zu denen Fritjof seit Kindertagen eine besonders enge Verbindung hat. 

Eine gewisse Prime-Time-Öffi-Betulichkeit


Leichtfüßig zwischen Komödie und Drama hin- und hertänzelnd, durchaus unterhaltsam, wenn auch meistens vorhersehbar, vor allem aber hervorragend gespielt von sehr guten Darstellern, ist dem Film natürlich jederzeit anzumerken, dass es sich um einen öffentlich-rechtlichen Fernsehfilm handelt. Soll heißen: Eine gewisse Betulichkeit ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Sie sorgt dafür, dass leider nur ein ziemlich guter, nicht aber ein wirklich großartiger Film aus dem Stoff geworden ist. Weniger wäre mehr gewesen. Dass sich für die - angenehm schräge - Figur des Fritte doch noch eine Liebesnacht mit der einstigen Angebeteten ergibt,... Nun ja, wäre auch ohne gegangen. Und gestorben wird hier natürlich eher "schön", womit der Film gerade zu seinem Ende doch zu sehr über die Kitschgrenze schlittert. Nur eine auf dem Flur stehende Sauerstoffflasche macht in einer Szene ahnbar, dass das Sterben eben nicht immer nur sachte und friedlich vonstatten geht. Also in der echten Welt. Sei's drum, das Anschauen lohnt sich dennoch.

Hospizliche Haltung konsequent zu Ende gedacht: Wer Kühe liebt, bekommt eine ans Sterbebett (Foto: BR/ARD).

Vor allem, weil  der Drehbuchautorin Beate Langmaack und dem Regisseur Rainer Kaufmann, der in den 90ern Kinofilme wie "Stadtgespräch" oder "Die Apothekerin" inszenierte, mit stetig wiederkehrenden Einblendungen von überbelichteten Kindheitserinnerungen einige fast schon poetische Bilder geglückt sind. Diese lassen den Film für kurzzeitige Momente zu einem kleinen Arthouse-Kunstwerk werden. So erinnert sich die Hauptfigur Fritte immer wieder an die Vögel, die ihn als Kind so prägend fasziniert haben - und der von ihm quasi unbewusst sterbebegleitete Ex-Mitschüler hat seinerseits Kindheitserinnerungen an Kühe, Felder, Natur, die eine wichtige Rolle spielen.

Den Tod vor der Nase - zurückgeworfen aufs innere Kind 


Dass der Kontakt mit dem Sterben die Menschen wieder ganz eng mit ihrer Kindheit verschränkt - die Sterbenden ebenso wie diejenigen um sie herum -, ist eine Erfahrung, von der tatsächlich Sterbebegleiter immer mal wieder berichten. Auch wenn "Blaubeerblau" weit davon entfernt ist, eine Trauer- oder Sterbesituation allzu realistisch nachzuzeichnen, geht er an dieser Stelle die richtigen Schritte. 

Der eine stirbt, der andere verkümmert. David Striesow als Fritjof, Stipe Erceg als Hannes (Foto: BR/ARD).

Der aus Kroatien stammende Stipe Erceg ("Die fetten Jahre sind vorbei") ist mit seinem hageren Gesicht und seinem nachhaltigen Fatalismus die perfekte Besetzung für den sterbenden Hannes. Der ganz zurückhaltend und doch enorm überzeugend spielende David Striesow, bekannt als Ex-Tatort-Kommissar Jens Stellbrink aus dem Saarland, macht die Hauptfigur Fritjof zu einem irgendwie angenehm verschrobenem Menschen, wie man sie ebenfalls im Bekanntenkreis hat (die Bloggenden daselbst sind natürlich immer ausgenommen). Präzise Charakterzeichnung mit wenig Mitteln, das zeichnet beide Hauptrollen aus - und so trägt dieses Miteinander der beiden Hauptfiguren über die eine oder andere Drehbuchschwäche hinweg.  

Es braucht ein eigenes Genre für diese Sorte Film


Es ist übrigens gar nicht so einfach zu definieren, in welches Genre sich der Film einordnen lässt. Letztlich schafft er sich seine ganz eigene Nische: Er ist ein Hospiz-Dramedy. Gut aushaltbar, recht unterhaltsam, ohne seinem Thema die nötige Ernsthaftigkeit zu rauben. Muss man auch erstmal schaffen, sowas. Respekt. 

"Blaubeerblau" ist vor einigen Jahren auf DVD erschienen und im gut sortierten Handel noch erhältlich. Und natürlich im Onlinehandel.


--------------- Alle Folgen aus der Serie "Die besten Trauerfilme": ------------

- Was uns das Teenager-Drama "Vielleicht lieber morgen" mit Emma Watson über Trauer, Trauma, Flashbacks und Trigger erzählt - zur Folge 1 der Serie

- Warum die australisch-französische Filmperle "The Tree" mit Charlotte Gainsbourg eine exakte Studie über das Trauern ist - zur Folge 2 der Serie

- Was uns das oscar-prämierte US-Drama "Manchester By The Sea" alles über Schuld und Familiensysteme in Trauer erzählen kann- zur Folge 3 der Serie

- Der Tod zweier Söhne, ein Familiensystem und seine Geschichte - warum John Irvings "The Door In The Floor" ein Fim übers Erzählen ist - Folge 4

- Der Suizid der Mama und wie eine Familie weiterzumachen versucht, eindrucksvoll, aber zurückhaltend gezeigt in "Der letzte schöne Tag" - Folge 5

- Ein poetischer Film über Japan, alternde deutsche Ehepaare und die ewige Nähe des Todes - Dorris Dörries "Kirschblüten Hanami" ist eine Wucht - Folge 6

- Warum der Spielfilm "Das Zimmer meines Sohnes" unbedingt sehenswert und bemerkenswert realistisch eine Familie in Trauer abbildet - Folge 7 der Serie

- Ein kluger Film darüber, wie Trauer als latente Grundschwingung das Leben junger Menschen beeinflussen kann, "Dieses Sommergefühl"Folge 8 der Serie

- Als Familie nach dem Tod eines Kindes in der Ferne den Neustart wagen - was das mit Geschwistern und Eltern macht, erzählt "In America" - Folge 9 der Serie 

- Warum "Blaubeerblau" der perfekte Einsteiger-Film für alle ist, die sich an das Thema Hospiz noch nicht so richtig herangetraut haben - Folge 10 der Serie

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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung) und bietet Podcasts rund um das Thema Trauer an (bitte hier klicken). Thomas Achenbach ist der Autor der Bücher "Männer trauern anders - was ihnen hilft und gut tut", 168 Seiten, Patmos-Verlag und "Mitarbeiter in Ausnahmesituationen - Trauer, Pflege, Krise", 220 Seiten, Campus-Verlag. Mehr Infos auf www.thomasachenbach.de

Lesungen, Vorträge, Workshops, Seminare, Trauergruppen und mehr: Alle aktuellen Termine mit Thomas Achenbach finden sich unter diesem Link 

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Im Trauergeschichten-Podcast zum Hören: "Darf ich das - ist das normal?" - was sich Trauernde so alles fragen und was es darauf für Antworten gibt  

Ebenfalls auf diesem Blog: Trauer und Schuldgefühle gehören zusammen - warum sich so viele Trauernde nach dem Tod eines Menschen schuldig fühlen

Ebenfalls auf diesem Blog: Wie uns die Trauer vor Aufgaben stellt und was das für den Trauerprozess bedeuten kann - über die "Aufgaben der Trauer"

Ebenfalls auf diesem Blog: Entrümpeln, Ausmisten und Aufräumen nach dem Tod eines Menschen - was mache ich damit und warum ist das so hart?

Ebenfalls auf diesem Blog: Der Trick mit der Selbstwirksamkeit - wie wir uns selbst gut in seelischen Krisen helfen können: psychologische Tipps

Ebenfalls auf diesem Blog: Warum sich Trauernde förmlich zerrissen fühlen  - eine Einführung in das "Duale Prozessmodell der Trauer" und seine Fallstricke

Ebenfalls auf diesem Blog: Warum sich ein Suizid viel öfter verhindern ließe als wir das glauben und warum es so wichtig ist, immer wieder darüber zu reden

Ebenfalls auf diesem Blog: Tipps zum Umgang mit Trauernden und Trauer - was Menschen in einer Verlustkrise hilft, was man Trauernden sagen kann 

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Montag, 2. Mai 2022

Der Kontakt mit den Toten... - Halluzinationen, Träume oder Realität? Wovon mir schon mehrere Trauernde berichtet haben, wird jetzt Gegenstand eines deutschen Forschungsprojekts - In meinem Podcast gibt es jetzt ein Interview mit der Sterbeforscherin Evelyn Elsaesser dazu

Osnabrück/Chavanne des Bogis - Es ist ein Tabuthema, aber eines, das in Trauerbegleitungen durchaus mal vorkommt: Der "Kontakt mit Verstorbenen". Oder anders gesagt: Verstorbene, die sich bei den um sie Trauernden irgendwie bemerkbar machen. Selbst mir, der ich solche Phänomene zuvor eher im Bereich der Halluzinationen oder der Esoterik vermutet hätte, ist schon mehrmals in meinen Begleitungen von so etwas berichtet worden. Und die Erzählungen klingen so überzeugend, dass ich keinen Zweifeln daran habe, dass die Menschen es genau so erlebt haben, wie sie es mir berichten. Wie gut also, dass dieses Phänomen inzwischen auch Gegenstand von empirischer Forschung geworden ist - denn die Schweizer Sterbeforscherin Evelyn Elsaesser untersucht seit über zehn Jahren wissenschaftlich dieses Phänomen. Anlass genug für mich, mit Evelybn Elsaesser ein Interview für meinen Podcast durchzuführen.

Elsaesser nennt das Phänomen: Die sensorische Wahrnehmung verstorbener Personen. Oder auch: Nachtodkontakte. In über tausend intensiven Befragungen hat die Forscherin bereits allerlei Daten darüber gesammelt. Im Podcast-Interview erzählt sie mir, warum sie mit dem Begriff "Halluzinationen" nicht glücklich ist und wie das bald startende deutsche Forschungsprojekt zu diesem Thema geplant ist.

 

(Alle Fotos: Thomas Achenbach)

Die vielleicht wichtigste Erkenntnis ihrer bisherigen Forschung lautet: Die Ereignisse werden als etwas voll­kommen Reales erlebt. Egal, ob die Verstorbenen bei ihrem Erscheinen auf kommende Tode aufmerksam gemacht hatten oder nur darauf, wo sich ein lange verschollener Schlüssel finden lässt; egal, ob es sich um Kontakte mit einer Sprachbotschaft handelte oder ohne eine; egal, ob die Erscheinung von nur einer oder von mehreren Personen erlebt wurden, eines ist immer gleich: 

Als etwas vollkommen reales erlebt

Alle Befragten sind überzeugt davon, dass es etwas Wirkliches gewesen ist. Also: Keine Halluzination. Über 1000 Menschen haben bereits den umfangreichen Fragenkatalog beantwortet, den das Forschungsteam um Evelyn Elsaesser ihnen vorgelegt hatte - und der immerhin über 200 Fragen umfasst, wie das Onlineportal "Trauer Now" berichtet. Und dass diese Kontakte mit den Toten eine Seltenheit sein könnten, ist nach Auffassung von Evelyn Elseasser ebenfalls nicht der Fall: Etwa 50 bis 60 Prozent der Menschen hätten bereits solche bemerkenswerten Erfah­rungen gemacht, berichtet Eveyln Elsaesser in unserem Podcastgespräch. 



Und was es dabei alles zu erleben gibt, ist so vielfältig wie das Leben an sich.. Es war auf jeden Fall ein Interview, das mich selbst ganz nachdenklich und an vorherigen Gewissheiten zweifelnd gemacht hat. Euch vielleicht auch? Hier geht es zu meinem Podcastgespräch mit Evelyn Elsaesser zum Thema Nachtodkontakte.

Und hier als Shortlink: https://bit.ly/3s80Hvc


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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung) und bietet Podcasts rund um das Thema Trauer an (bitte hier klicken). Thomas Achenbach ist der Autor der Bücher "Männer trauern anders - was ihnen hilft und gut tut", 168 Seiten, Patmos-Verlag und "Mitarbeiter in Ausnahmesituationen - Trauer, Pflege, Krise", 220 Seiten, Campus-Verlag. Mehr Infos auf www.thomasachenbach.de

Lesungen, Vorträge, Workshops, Seminare, Trauergruppen und mehr: Alle aktuellen Termine mit Thomas Achenbach finden sich unter diesem Link 

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Auf Youtube ansehen: Vortrag "Männer trauern anders" aus dem Forum St. Peter in Oldenburg (Nidersachsen) aus dem Juni 2021 - Link zum Video  

Ebenfalls auf diesem Blog: Was bedeutet "Personen auf der Fahrbahn", warum hört man das so oft - eine ganz persönliche These dazu, was dahintersteckt

Ebenfalls auf diesem Blog: Wie der Suizid der Mama das System einer Familie ins Wanken bringt, eindrucksvoll erzählt in einem sensiblen sehenswerten Film

Ebenfalls auf diesem Blog: Der Trick mit der Selbstwirksamkeit - wie wir uns selbst gut in seelischen Krisen helfen können: psychologische Tipps

Ebenfalls auf diesem Blog: Warum sich Trauernde förmlich zerrissen fühlen  - eine Einführung in das "Duale Prozessmodell der Trauer" und seine Fallstricke

Ebenfalls auf diesem Blog: Warum sich ein Suizid viel öfter verhindern ließe als wir das glauben und warum es so wichtig ist, immer wieder darüber zu reden

Ebenfalls auf diesem Blog: Tipps zum Umgang mit Trauernden und Trauer - was Menschen in einer Verlustkrise hilft, was man Trauernden sagen kann 

Ebenfalls auf diesem Blog: Was muss ich machen, wenn ich wegen Trauer krankgeschrieben werden möchte? Geht das überhaupt und wenn ja, wie denn?

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Mittwoch, 23. März 2022

Von der Trauerbegleitung fürs Leben lernen... wie sich Lebenskrisen aller Art bezähmen lassen - Auch seelische Muskeln lassen sich trainieren und immer mehr stärken.... Tipps und Impulse für ein gelingendes Leben

Wie kommen wir gut durch die Krisenzeiten unseres Lebens? Was hilft, wenn Seele und Geist (und vielleicht auch der Körper) einen der Tiefpunkte des Lebens zu durchschreiten haben? Gibt es vielleicht gute Strategien zur allgemeinen Lebenshilfe, die die Trauerbegleitung anbieten kann? Oder anders gefragt: Lässt sich aus der Trauerbegleitung etwas fürs Leben allgemein lernen? Für die Trauerbeilage der Neuen Osnabrücker Zeitung durfte ich zwei exklusive Artikel schreiben, deren ungekürzte Originalfassungen ich jetzt auch auf meinen Blog anbieten darf. Hier ist die zweite davon - und es geht darin nicht allein um Trauer:

"Du kennst Dich doch mit sowas aus". Einer dieser Sätze, mit dem sich jemand, der sich auf Trauerbegleitung spezialisiert hat, gelegentlich konfrontiert sieht. Ein Satz, der oft, aber durchaus nicht immer, im Kontext von Tod, Trauer und Sterben gesagt wird. Sondern manchmal einfach nur, weil jemand in einer Lebenskrise ganz anderer Natur steckt. Es steht die Vermutung im Raum: Wer Erfahrungen mit Trauer hat, wer Menschen in einer solchen Ausnahmesituation begleitet, der kann auch bei anderen Krisen helfen. Aber ist das wirklich so? Nun, tatsächlich lassen sich aus der Trauerbegleitung heraus ein paar Impulse ableiten, was bei Krisen allgemein hilfreich sein kann. Immer unter der Prämisse: Trauer selbst ist ein Land, das seine ganz eigenen Regeln hat.   

Hier sind zuerst einmal fünf Impulse für die Betroffenen selbst:  

- 1. Wo Ohnmacht ist, hilft Selbstwirksamkeit: Rein psychologisch gesehen wird Selbstwirksamkeit definiert als die Gewissheit, eine Situation selbst meistern zu können. Was in Krisensituationen schon etwas ziemlich Großes sein kann, je nachdem, wie groß die Ohnmacht bzw. die Hilflosigkeit ist, der man sich ausgesetzt fühlt. Aber dieses ganz Große beginnt meist im ganz Kleinen. Schon kleinste Handlungen können zeigen, dass die Ohnmacht zwar noch da ist, aber nicht mehr die alles beherrschende Übermacht über die Psyche hat - wie zum Beispiel das Staubsaugen (ja, sogar das Staubsaugen). Auf dieses Wirkprinzip setzt unter anderem die Notfallseelsorge. Der dahinterliegende Gedanke lässt sich in den Alltag transportieren. Wer beispielsweise in ein Fitnessstudio geht und dort seine Hanteln schwingt, der trainiert seinen Muskel - immerhin etwas, das funktioniert, auch wenn Seele und Psyche ansonsten am Boden liegen. Der frisch verwitwete Mann, der anfängt, sich selbst Reis zu kochen und ein paar ganz simple Haushaltstricks ganz neu zu lernen, erlebt sich als ein klein wenig (selbst-) wirksamer als vorher. Was für ihn schon mal ein klitzekleines Erfolgserlebnis ist, aller Ohnmacht zum Trotz. Darum geht es: Auf einer ganz kleinen Ebene wieder ein Gefühl von eigener Handlungsmöglichkeit erfahren zu können. 


Hindernisse, Ohnmächte - Lebenskrisen.... (alle Fotos: Thomas Achenbach).

- 2. Seine eigenen Überforderungen einzugestehen, kann einen weiterbringen - weiter jedenfalls als das überall omnipräsente "Alles gut"... - Bloß keine Schwächen zeigen, bloß nicht zeigen, dass man eigentlich nicht weiterweiß, sich bloß nicht blamieren. Noch viel zu oft erleben wir im Arbeitsalltag, aber auch im persönlichen Alltag, wie Menschen einem vermitteln, es sei alles in Ordnung. Auch wenn man sich ganz leise fragt, ob das wirklich so ist - bzw. ob es wirklich so sein kann. Der Kollege, der gerade in Arbeit ertrinkt, sagt: Alles gut. Der Nachbar, dessen Frau ihn verlassen hat: Alles gut. Der plötzlich alleinerziehende verwitwete Vater, den wir beim Abholen an der Schule treffen: Alles gut. Aber: Wenn wirklich immer alles gut wäre - wie unmenschlich wäre denn das, bitte? Und dennoch: Wer traut sich schon, anderen Menschen - aber auch sich selbst gegenüber - einzugestehen; nein, es ist gerade eben nicht alles gut? Ich stecke gerade in einer Krise. Genau das ist der innere Schalter, den umzulegen so hilfreich sein kann. Wer sich - und anderen - seine Überforderungen eingestehen mag, der nimmt eine andere Haltung ein: Ich bin gerade in einer Krise. Ich kann das akzeptieren. Das bedeutet nicht, dass ich es begrüße oder toll finde; es bedeutet auch nicht, dass ich resigniere. Akzeptanz heißt nicht, aufgeben oder sich überfahren lassen. Akzeptanz heißt nur, sich nicht immer gegen das anzustemmen, was gerade ist. Denn wie es im Coaching so schön heißt: "Whatever you resist, will persist" - sprich: das, wogegen Du Dich am meisten stemmst, wird alleine durch Deine Anstrengungen nur noch größer und größer. Wenn ich aber aufhöre, zu sagen, "Ich will das nicht", wenn ich stattdessen sage (und fühle): "Okay, Krise, Du bist da, ich sehe Dich, ich spüre Dich", dann stoppe ich dieses Wachstum. Immerhin das.


Meine beiden Artikel aus dem aktuellen Trauerratgeber der Neuen OZ.

- 3. Konsequente Selbstfürsorge ist das, was zählt. Wer in einer Krise steckt, vielleicht einer richtigen Lebenskrise, der hat sich zunächst einmal um sich selbst zu kümmern. Ohne natürlich die allerwichtigsten Pflichten zu vernachlässigen, der Hund, wenn es einen gibt, muss immer noch sein Fresschen bekommen (die Familie übrigens auch) - aber dennoch mit einer freundlichen Haltung sich selbst gegenüber. Jetzt bin ich mal dran, diesen Gedanken darf es geben. Denn ich habe mich jetzt um mich selbst zu sorgen, das darf eine Haltung sein. "Nur wer selbst gut begleitet ist, kann andere begleiten", heißt ein Lehrspruch aus der Trauerbegleiterqualifizierung. Das ist natürlich eine Haltung, die ein gewisses Ausprobieren, aber auch ein Sich-dran-gewöhnen erforderlich machen kann. Vor allem sehr verantwortungsbewussten Menschen fällt es unsagbar schwer, sich selbst mal nach vorne zu stellen. Diesen Schalter umzulegen, ist tatsächlich etwas, das man von Donald Trump lernen kann (jawohl, sogar von Trump): Ich zuerst (Me first)! Wenigstens in der Krise darf das sein. Und auch für Selbstfürsorge gilt: Sie muss gar nichts ganz Großes sein, sondern ist oft etwas sehr, sehr Kleines. Oder anders gesagt: Etwas, das im ganz Kleinen beginnt. Der Irrglaube, dem viele Menschen erliegen, ist: Weil die durch die Krise ausgelösten Gefühle so groß sind, müsste der Gegenpol dazu - also das, was hilft -, ebenfalls etwas wirklich Großes sein. 



- 4. Leid will (mit-) geteilt und verstanden werden. Es ist gar nicht soviel, was wir in der Trauerbegleitung anbieten - aber dann doch mehr als andere geben können. Wir schaffen einen Raum, in dem das Leiden einfach "sein" darf. Einen Raum, in dem wir uns angucken können, was im Inneren gerade los ist, es ins Wort bringen und besprechen können. Einen Raum, den die Menschen in einer Krise meistens kaum irgendwoanders finden, vor allem in einer Trauer- und Verlustkrise, weil das Umfeld, die Freunde, die Verwandten, damit kaum umzugehen wissen. Wenn Leiden mitgeteilt werden kann, wenn es auf Verständnis beim Gegenüber stößt, dann bekommt es einen anderen Anstrich. Weil es ernstgenommen wird, weil es sein darf, weil es fließen darf, hat es eine größere Chance darauf, sich irgendwann - aber das braucht Zeit - auch zu verändern. 



- 5. Es geht ums Aushaltenkönnen. Warum die Akzeptanz, von der oben schon die Rede gewesen ist, so wichtig ist, zeigt sich am Faktor des Aushaltenkönnens. Wenn wir es schaffen, zu akzeptieren, dass wir gerade eben in einer Krise stecken - einer Verlustkrise, einer Lebenskrise oder auch der Midlife-Krise -, ändert sich die gesamte Fragestellung, die damit einhergeht. Ging es vorher vor allem darum, alles möglichst weit weg zu schieben, es bloß nicht an uns ranzulassen, stehen wir mit der Akzeptanz plötzlich mittendrin im Krisengeschehen. Und fragen uns: Kann ich das aushalten? Aber dieses Aushaltenkönnen ist nichts, das sich passiv an uns ereignet, es ist ein Muskel, der sich trainieren lässt. Und wie jeder Muskel, der nicht trainiert ist, beginnt es mit einigen eher schlappen und zaghaften Mini-Bewegungen. Aus denen langsam mehr werden kann. Was habe ich heute alles ausgehalten, wieviel Schmerz und Irritation, wieviel Sorgen und Ängste? Sich das abends vor dem Schlafengehen bewusst zu machen, verändert die Perspektive. Langsam verschiebt sich der Fokus weg vom passiven Überrolltsein hinein in eine auch aktiv die Krise angehende Haltung. Ich mag Dich nicht, Krise, aber Du gehst vermutlich so bald nicht wieder weg, na gut, aber dann kann ich immerhin jeden Tag weiter an Dir wachsen. Im modernen Businessdeutsch formuliert: Das ist der "Spirit" oder auch der "Mindset", der aus der Krise tatsächlich eine Chance werden lässt. In der Trauerbegleitung ist das - auch gemeinsame - Aushaltenkönnen oder zumindest das Versuchen des gemeinsamen Aushaltens eine der Zutaten, um die es geht. 

- Schon bevor die Krise ausbricht: Das Alleineseinkönnen trainieren, eine der vielleicht wichtigsten Fähigkeiten überhaupt. Ein weiteres wichtiges Thema, das für die eigene Krisenfähigkeit, aber auch für ein gelingendes Leben allgemein eine große Rolle spielt, ist das Alleineseinkönnen. Auch das lässt sich trainieren. Wie - und warum es so sinnvoll ist -, das füllt einen kleinen Vortrag, den es als "Impuls-Cast" in meinem Podcast zu hören gibt - unter diesem Link.

Und hier noch eine Anregung für Menschen, die den Betroffenen gerne helfen wollen:

- Du kannst nicht trösten, nicht beraten, höchstens zuhören. Ratschläge sind Schläge, lautet die alte Weisheit. Wer tröstet, der beschwichtigt allzu oft nur, anstatt die Dinge so sein lassen zu können, wie sie sind. Bei Eltern junger Kinder ist das oft zu beobachten: Ist doch gar nicht so schlimm, sagen sie. Oder: Das tut gar nicht so weh. Das mag zwar tröstend gemeint sein, ist aber in Wahrheit eine Frechheit, weil es dem Gegenüber all sein eigenes Erleben aberkennt, den Schmerz, das Entsetzen. Was sich nämlich in Wahrheit hinter einem solchen Satz versteckt, ist eine Aufforderung: Stell Dich bitte nicht so an. Viel hilfreicher für Menschen in einer Krise ist es indes, wenn Sie erfahren dürfen, dass Ihnen zugehört wird. Und dass Ihre Gefühle so sein dürfen, wie sie sind. Dass sie das so haben dürfen, dass sie auch damit verstanden werden. Um beim Beispiel junger Eltern zu bleiben: Sie könnten ihr Kind fragen, wo genau es denn so weh tut. Sie könnten fragen, ob vielleicht auch der Schreck eine Rolle spielt (vielleicht, weil es gestürzt ist). Damit helfen sie ihrem Gegenüber, dass er sein Inneres genauer ansehen und seinen Facettenreichtum erkennen kann. Die grundsätzliche Haltung sollte sein: Ich glaube Dir, dass Du gerade leidest. Ich kann Dein Leiden wahrnehmen. Und wer sich unsicher ist, wie sich eine solche Haltung in ein gutes Gespräch ummünzen lässt, dem hilft ein ganz einfacher Trick: Einfach Fragen stellen. Am besten Fragen, die mit einem W beginnen. Wie fühlt sich das an? Wie hat es sich entwickelt? Wann tut es am meisten weh? Wie schläfst Du gerade? Und ähnliches.       

- Noch mehr Impulse: Schon vor einiger Zeit hatte ich in verschiedenen Medien einige Artikel veröffentlicht, in denen es ebenfalls nicht um Trauer ging. Sondern um ganz allgemeine Lebenshilfe. Diese beiden Beiträge - in dem ersten davon ging es um das Thema Selbstwirksamkeit und warum es in Krisen aller Art so hilreich ist (und wie wir Selbstwirksamkeit erlangen können - hier der Link zum Artikel), im zweiten Artikel zum Thema gelingendes Leben ging es um die "Immerhins des Tages", die es zu sammeln gilt (hier der Link zum Artikel) hatten bereits für eine gewisse Aufmerksamkeit gesorgt. Und für die Frage, ob ich nicht noch mehr Tipps parat hätte für eine gelingende Lebensführung, was hiermit nachgeliefert sein soll.

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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung) und bietet Podcasts rund um das Thema Trauer an (bitte hier klicken). Thomas Achenbach ist der Autor der Bücher "Männer trauern anders - was ihnen hilft und gut tut", 168 Seiten, Patmos-Verlag und "Mitarbeiter in Ausnahmesituationen - Trauer, Pflege, Krise", 220 Seiten, Campus-Verlag. Mehr Infos auf www.thomasachenbach.de

Lesungen, Vorträge, Workshops, Seminare, Trauergruppen und mehr: Alle aktuellen Termine mit Thomas Achenbach finden sich unter diesem Link 

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Ebenfalls auf diesem Blog: Wer ein Kind verloren hat, sollte nicht arbeiten gehen müssen - was wir von einer britischen Rechtsprechung lernen können 

Ebenfalls auf diesem Blog: Trauer und Schuldgefühle gehören zusammen - warum sich so viele Trauernde nach dem Tod eines Menschen schuldig fühlen

Ebenfalls auf diesem Blog: Keine Sorge, alles normal - was Trauernde alles so vermeintlich "Merkwürdiges" tun und warum das nicht peinlich ist

Ebenfalls auf diesem Blog: Wie uns die Trauer vor Aufgaben stellt und was das für den Trauerprozess bedeuten kann - über die "Aufgaben der Trauer"

Ebenfalls auf diesem Blog: Entrümpeln, Ausmisten und Aufräumen nach dem Tod eines Menschen - was mache ich damit und warum ist das so hart?

Ebenfalls auf diesem Blog: Professionelle Gesprächsführung mit Menschen in einer Krise - was wir von der Spiegeltechnik fürs Leben lernen können

Ebenfalls auf diesem Blog: Warum sich ein Suizid viel öfter verhindern ließe als wir das glauben und warum es so wichtig ist, immer wieder darüber zu reden

Ebenfalls auf diesem Blog: Wir sind auf dem Weg in eine Sterbegesellschaft - Zahlen, Fakten und Daten darüber, wir eine gute Trauerkultur brauchen werden  

Ebenfalls auf diesem Blog: Warum sich Trauernde förmlich zerrissen fühlen  - eine Einführung in das "Duale Prozessmodell der Trauer" und seine Fallstricke

Auf Youtube ansehen: Vortrag "Männer trauern anders" aus dem Forum St. Peter in Oldenburg (Nidersachsen) aus dem Juni 2021 - Link zum Video  

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Donnerstag, 10. März 2022

Berührende Geschichten, berührende Musik, live gespielt - so werden die "Worte und Lieder des Lebens" in der Ehemaligen Kirche in Hagen a. T. W. - finden am Sonntag, 20. März 2022, um 17 Uhr statt - ein Mammutprojekt mit besonderen Herausforderungen (und genauso erlebenswert übrigens: Die "Koffer für die letzte Reise")

Osnabrück - Schon mal einen großen Konzertabend organisiert, mit einer Band und allerlei Musikern? Also ich nicht. Aber ganz aktiv mitwirken darf ich gerade an einer solchen Produktion, als Unterstützer und Begleiter für den Hospizverein Hagen a.T.W. - und dass ich schon mal allerlei Projekte stemmen musste, kommt mir dabei als Erfahrung zugute. Denn ehe ich mich's versah, fand ich mich in ganz verschiedenen Rollen wieder, als so eine Art Dramaturg, mitplanender Produzent, Coach, Pressefotograf - etc... Am Sonntag, 20. 3., wird der Hospizverein Hagen um 17 Uhr in der Ehemaligen Kirche eine Konzertveranstaltung mit Texten und Musik gestalten, die sich aus persönlichen Lebenserfahrungen speisen wird: Die "Worte und Lieder des Lebens". Ich bin sehr dankbar dafür, mich ebenfalls ein wenig mit einbringen zu können, neben vielen anderen. Und wieviele Fäden man dabei zusammenhalten muss, ist schon erstaunlich.  

In exklusiv für diesen Abend geschriebenen Texten reflektieren nicht nur die ehrenamtlich arbeitenden Mitglieder des Hospizvereins ihre prägendsten Erlebnisse rund um die Themen Trauer, Tod und Sterben, sondern auch Betroffene, die sie begleiten durften. Mit Livemusik ergänzt, wird sich ein Abend entwickeln, der unter die Haut gehen dürfte. Anlass ist zum einen der 10-jährige Geburtstag des Hospizvereins Hagen und zum zweiten die Eröffnung der Ausstellung über die „Koffer für die letzte Reise“, die dann noch bis Donnerstag (24. 3.) in der Ehemaligen Kirche zu sehen sein wird. Soviel ist jetzt schon klar: Der Abend wird emotional.


 Nur ein paar der Beteiligten vor der Ehemaligen Kirche (Alle Fotos: Achenbach).

Was es alles zu hören geben wird? Zum Beispiel das „Hotel California“. Welche ungemein wichtige Funktion dieser Song einmal für ein befreundetes Liebespaar gespielt hat, darf eine der Sterbe- und Trauerbegleiterinnen des Hospizvereins Hagen hautnah miterleben. Dieser schon im Songtext ebenso rätselhaft wie mystisch beschriebene Ort, dieses Hotel California, wird für die beiden Liebenden zu einem Versprechen, das nur sie teilen: An so einem Ort werden wir uns wiedersehen, nach unserem Tod. Als ihre Freundin mit 48 Jahren Witwe wird, läuft der Eagles-Klassiker auf der Beerdigung.



Es ist nur eine von vielen Geschichten, die zu den „Worten und Liedern des Lebens“ gehören werden. Für die Vereinsmitglieder stellt diese Aufführung den Ziel- und Höhepunkt eines seit über einem Jahr laufenden Prozesses dar. Dass aus tragischen Erlebnissen - irgendwann - zuvor nie geahnte Kraftreserven erwachsen können, dass sich Leidensgeschichten in innerlich tragende Erfahrungen des Aushalten Könnens verwandeln  – das Aushalten von etwas an sich so Unaushaltbarem – wird in all ihren Geschichten spürbar. So sind eine Reihe ebenso berührender wie persönlicher Erzählungen und Erfahrungen zusammengekommen, die noch durch eine facettenreichen Auswahl der jeweils passenden Musik begleitet wird, von Herbert Grönemeyer über Status Quo bis zu Volksliedern oder dem wunderschönen "Weißt Du wieviel Sternlein stehen". Als großes Vorbild und erster Impulsgeber für die "Worte und Lieder des Lebens" fungierten die "Letzten Lieder", die das Hospiz Osnabrück im April 2019 in die Region geholt hatte (hier findet Ihr meinen Blogbeitrag darüber) - und die in ihrer enormen Professionalität zunächst gänzlich unerreichbar zu sein schienen. Und doch stand der Entschluss: Etwas Ähnliches wollen wir auch versuchen, auch als "Laien", mit allen Mitteln, die wir haben. Der Weg dahin war allerdings zuerst schwieriger als gedacht.



Die Musik wird von regionalen Musikern und Gruppen live gespielt. Das war einer der größten Wünsche des Hospizvereins. Und doch lag genau darin eine der wohl größten Herausforderungen im gemeinsam beschrittenen Weg. Nicht allein wegen der Unwägbarkeiten der Corona Pandemie, sondern vor allem, weil das Leben selbst seine Wunden schlug: Selbst von teils tragischen Ereignissen betroffen, mussten manche der eigentlich eingeplanten Musiker im laufenden Prozess wieder aussteigen. Dennoch blieben alle am Ball. Immer von der Hoffnung erfüllt, einen Abend gestalten zu können, der trotz aller dann geltenden Corona-Regeln und trotz aller sich bis dahin ergebenden Ereignisse genau das dokumentieren möchte, worum es geht: Kraftvolle Worte und Lieder – des Lebens.




Es wird kein Eintrittsgeld erhoben. Wer mag, kann gerne etwas spenden für die Vereinsarbeit. Es gelten die tagesaktuellen Corona-Regeln - wobei der Veranstaltungstag, also der 20. März, genau jener Tag ist, an dem es zum ersten Mal wieder Lockerungen geben wird. Genauso erlebenswert übrigens: Die parallel eröffnete Ausstellung „Koffer für die letzte Reise“, die sich mit einer ganz zentralen Frage auseinandersetzt. Nämlich: Was packe ich in meinen Koffer, wenn ich meine „Letzte Reise“ antrete? Antworten darauf geben allerlei Mitarbeiter aus verschiedenen hospizlichen Institutionen, die allesamt im Landkreis Osnabrück tätig sind. Sie haben 20 Koffer bepackt, deren Inhalte so vielfältig sind wie die Menschen mit ihren Biografien, ihren Träumen und Weltanschauungen. "Briefe, Fotos, Sentimentales, Praktisches..., in der Gesamtschau ergeben die gepackten Koffer ein berührendes, faszinierendes Bild dessen, was uns wirklich nahe ist – oder dessen Nähe wir uns wirklich wünschen", heißt es im offiziellen Pressetext zu der Kofferausstellung weiter.



Der Eintritt auch zu der Kofferausstellung ist frei, es gelten die jeweils tagesaktuellen Corona-Regeln.

Die relevanten Daten - 1. Das Konzert: Sonntag, 20. März 2022, Start ist um 17 Uhr, Ehemalige Kirche in Hagen a. T. W. - Konzert "Worte und Lieder des Lebens", 10 Jahre Hospizverein Hagen, Eintritt frei. / 2. Ausstellung "Koffer für die letzte Reise": In der Ehemalige Kirche Hagen a.T.W., Öffnungszeiten von Montag, 21. März bis Donnerstag 24. März, jeweils 16 bis 19 Uhr, Sonderöffnungszeiten z. B. für Kinder-/Jugend-/Frauengruppen nach Vereinbarung unter Telefon 05401/3689901.

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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung) und bietet Podcasts rund um das Thema Trauer an (bitte hier klicken). Thomas Achenbach ist der Autor der Bücher "Männer trauern anders - was ihnen hilft und gut tut", 168 Seiten, Patmos-Verlag und "Mitarbeiter in Ausnahmesituationen - Trauer, Pflege, Krise", 220 Seiten, Campus-Verlag. Mehr Infos auf www.thomasachenbach.de

Lesungen, Vorträge, Workshops, Seminare, Trauergruppen und mehr: Alle aktuellen Termine mit Thomas Achenbach finden sich unter diesem Link 

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Auf Youtube ansehen: Vortrag "Männer trauern anders" aus dem Forum St. Peter in Oldenburg (Nidersachsen) aus dem Juni 2021 - Link zum Video  

Ebenfalls auf diesem Blog: Wie lange darf Trauer dauern? Ist es normal, wenn es jahrelang weh tut? Und ab wann wird trauern krankhaft?

Ebenfalls auf diesem Blog: Was bedeutet "Personen auf der Fahrbahn", warum hört man das so oft - eine ganz persönliche These dazu, was dahintersteckt

Ebenfalls auf diesem Blog: Wie der Suizid der Mama das System einer Familie ins Wanken bringt, eindrucksvoll erzählt in einem sensiblen sehenswerten Film

Ebenfalls auf diesem Blog: Der Trick mit der Selbstwirksamkeit - wie wir uns selbst gut in seelischen Krisen helfen können: psychologische Tipps

Ebenfalls auf diesem Blog: Tipps zum Umgang mit Trauernden und Trauer - was Menschen in einer Verlustkrise hilft, was man Trauernden sagen kann 

Ebenfalls auf diesem Blog: Wer ein Kind verloren hat, sollte nicht arbeiten gehen müssen - was wir von einer britischen Rechtsprechung lernen können 

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Donnerstag, 3. März 2022

Wie lange darf Trauer dauern? Wie lange darf es so weh tun, ohne dass es krankhaft wird? Ist es normal, jahrelang zu trauern? - Hier die ungekürzte Originalversion eines Zeitungsartikels, den ich exklusiv für die Trauerbeilage der Neuen Osnabrücker Zeitung schreiben durfte

Osnabrück – Wie lange darf Trauer denn dauern? Hat dieses Leiden nicht auch mal ein Ende? Oder wird es wengstens irgendwann milder? Solche Fragen stehen oft im Raum, wenn sich Menschen mit Gefühlen konfrontiert sehen, die sie noch nie gehabt haben und die überraschend hartnäckig sein können. Für die Trauerbeilage der Neuen Osnabrücker Zeitung durfte ich jetzt zwei exklusive Artikel schreiben, deren ungekürzte Originalfassungen ich nun auch auf meinen Blog anbieten darf. Hier ist die erste davon.  

Es gibt in unserer Gesellschaft diese große Lücke, die kaum jemand als eine solche erkennt. Ich nenne sie die Verständnislücke. In meinen Vorträgen male ich sie auf Flipcharts auf. Mit ganz viel Rot. Man könnte auch das Bild eines Grabens bemühen: Auf der einen Seite stehen Menschen, die jemanden verloren haben, meistens durch den Tod. Auf der anderen Seite stehen Menschen, die diese Erfahrung noch nicht haben machen müssen. Und je länger  - nach einem Todesfall - die Zeit voranschreitet, desto größer wird das Unverständnis zwischen diesen beiden Fraktionen. Das ist menschlich. Das ist nachvollziehbar. Es ist für die Betroffenen dennoch schmerzvoll - zusätzlich schmerzvoll.


(Alle Fotos: Thomas Achenbach)

„Jetzt ist es aber langsam mal gut“ oder „Ihr hattet doch eine so schöne Zeit“ oder auch „Werd‘ mal langsam wieder normal“ bekommen diese Menschen auf der einen Seite oft zu hören. Gut gemeinte Ratschläge, die genausogut Schläge in die Magengrube sein könnten. Das verunsichert und gibt den Menschen das Gefühl nicht ganz normal zu sein – mit einer Trauer, die scheinbar viel zu heftig ausgewuchert zu sein scheint, weil sie sich kaum verändert. Dass sie so lange jedenfalls nicht dauern sollte, ist auf der gegenüberliegenden Seite des Grabens oft allgemeiner Tenor. Manchmal schon nach sechs Monaten. Meistens nach einem Jahr. Spätestens.

Manche fragen sich: Ist das noch normal?

Bei den Menschen mit den Verlusterfahrungen kann sich so rasch ein Gefühl des Unverstandenseins breitmachen. Kommen sie dann in eine Trauerbegleitung oder zu einem Trauerseminar, dann geht es unter anderem darum, die Verunsicherung aufzufangen. „Bin ich eigentlich noch normal, wenn ich so lange um jemanden trauere?“ - eine oft besprochene Frage in einem solchen Setting. Genauso wie die Frage: Wie lange darf Trauer denn überhaupt dauern, wird Trauer nicht irgendwann ungesund, wenn sie überhandnimmt, führt sie nicht zwangsläufig in eine Depression?

Meine beiden Artikel aus dem aktuellen Trauerratgeber der Neuen OZ.

"Eines habe ich bei ihrem Vortrag begriffen: Ich bin ein Lehrling im ersten Lehrjahr, was meine eigene Trauer angeht". So formulierte es einer der Zuhörer, die mich bei einem meiner ersten Präsenzvorträge nach den pandemischen Lockdowns erlebte. Eine weise gewählte Formulierung. Denn die Lehrlingszeit in Deutschland dauert in der Regel mehrere Jahre. Wenigstens drei. Je nach Zusatzqualifizierungen auch mal mehr. Das auszuhalten, eine solche Zeit, das ist eine der Aufgaben, vor die uns die Trauer stellen kann. 

Es geht um Erlaubnis: Ja, Du darfst so sein!

Zu den Aufgaben eines Trauerbegleiters kann es manchmal gehören, den Menschen allerlei Erlaubnisse zu geben, die sich selbst nicht zu geben trauen. Zum Beispiel die Erlaubnis, dass sie genauso sein dürfen, wie sie jetzt gerade eben sind – innerlich zerbrochen oder zerrissen, hin- und hergewühlt, verunsichert, mal wütend, mal ohnmächtig, mal laut, mal leise, mal voller Tränen, mal eben nicht (und dann vielleicht verzweifelt, weil die Tränen ausbleiben, oder vielleicht auch erleichtert, weil das so ist - Trauer ist oft voller Ambivalenzen). 



Oder auch die Erlaubnis, Dinge zu tun, von denen sich kein Mensch vorher jemals hätte vorstellen können, dass er so etwas vermeintlich Verrücktes einmal tun würde: Mit den toten Menschen zu reden; sich ihre Kleidung anzuziehen; mit einem Picknickkorb ans Grab zu gehen um den Tag dort zu verbringen… Alles gesund? Na klar! Wer das Gefühl hat, dass es ihm damit einen kurzen Moment lang besser geht, der ist doch schon weit gekommen, oder? 

Na also.

So etwas kann es geben. Oder auch nicht. Jede Trauer ist anders, zeigt sich anders, geht mal tiefer, mal weniger tief, jede Trauer ist ein hochindividueller Prozess. Nur eine Sache ist immer gleich: Das erste Jahr nach dem Todesfall spielt eine wichtige Rolle. Denn dieses erste Jahr ist vollgestopft von „Ersten Malen“, für die es keine Erfahrungswerte gibt: Das erste Mal Todestag, was tun? Das erste Mal Geburtstag des gestorbenen Menschen, was tun? Das erste Mal Ostern, Weihnachten, Namenstag, was auch immer. Jeder dieser Tage bringt beides mit sich: Eine große Überforderung - aber auch eine Chance zur Gestaltung.


Es gibt diese große Lücke, die Verständnislücke. In meinen Vorträgen male ich sie auf, mit ganz viel Rot - so wie hier bei einem Vortrag in Oldenburg (Forum St. Peter/Screenshot:Achenbach).


Ist dieser Zyklus einmal durchlaufen, sind die Betroffenen um viele Erfahrungen reicher. Was den Schmerz aber nicht mindern muss, der bleibt oft. Noch ein Jahr. Und noch eins, vielleicht… Und, und, und… Und genau an dieser Stelle beginnt oft das Missverstehen. "Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an mein gestorbenes Kind denke", sagt eine Mutter, die vor mehr als 20 Jahren ihre kleine Tochter bei einem Unfall verloren hat. Und einer der Männer, die ich in meinem Buch "Männer trauern anders" mit ihrer Trauergeschichte zitiere, sagt: "Die Wunde mag über die Jahre vernarbt sein, aber die Narbe ist noch immer da - manchmal bricht sie auf." Beide sind sie keine Ausnahmen.  

Ein Mythos: Wer zu lange trauer, wird depressiv 

Fakt ist: Trauer darf so lange dauern, wie sie eben dauert. Auch dafür gibt es jederzeit Erlaubnis. Dass sie zwangsläufig in eine Depression führt, wenn sie nicht von alleine weggeht, ist ein Mythos, der sich hartnäckig hält, obwohl er schon oft als nicht korrekt benannt worden ist durch Wissenschaft und Experten. Denn eine Depression, eine klinische jedenfalls, ist wie eine innerliche Nullinie, ohne irgendeinen Impuls. Der totale Stillstand im Inneren, kein Antrieb für gar nichts, nicht mal dazu, das Bett zu verlassen. Ja, Trauer kann manchmal so sein, einen Tag lang oder länger, aber dann ist da auch wieder viel Aufruhr und Verzweiflung und jede Menge Gefühl. Also gerade keine Nulllinie. Alles gesund also? Ein jahrelanges Trauern? 


Ja, auch das. Auch wenn es schmerzvoll ist – oder vielleicht: gerade weil es schmerzvoll ist: solange die Trauer einen nicht über mehrere Jahre innerlich komplett lähmt, ist sie ein ganz normaler, vollkommen gesunder Prozess. Und auf keinen Fall eine Krankheit. Man kann sich das vorstellen wie ein physikalisches Gesetz. Die Kraft, die es vorher schon gegeben hat – Liebe, meistens – ist immer noch vorhanden, in der gleichen Intensität wie immer, wenigstens. Nur ihr Zustand hat sich verändert. Vom Plus- in den Minuspol. Aber kraftvoll genug, um lange weiterzuwirken. Und länger. Und länger. Alles normal. Die Gesetze des Lebens, eben.

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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung) und bietet Podcasts rund um das Thema Trauer an (bitte hier klicken). Thomas Achenbach ist der Autor der Bücher "Männer trauern anders - was ihnen hilft und gut tut", 168 Seiten, Patmos-Verlag und "Mitarbeiter in Ausnahmesituationen - Trauer, Pflege, Krise", 220 Seiten, Campus-Verlag. Mehr Infos auf www.thomasachenbach.de

Lesungen, Vorträge, Workshops, Seminare, Trauergruppen und mehr: Alle aktuellen Termine mit Thomas Achenbach finden sich unter diesem Link 

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Auf Youtube ansehen: Vortrag "Männer trauern anders" aus dem Forum St. Peter in Oldenburg (Niedersachsen) aus dem Juni 2021 - Link zum Video  

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