Mittwoch, 13. März 2019

Wie kam der Journalist Stefan Weiller dazu, das Musik- und Hospizprojekt "Letzte Lieder" zu zu starten? Und was motiviert ihn? Zweiter Teil meines Interviews mit Stefan Weiller im Vorfeld der Aufführung in der Heilig-Kreuz-Kirche in Osnabrück am 7. 4. 2019 ist jetzt online


Osnabrück - Ich hatte es versprochen, nun ist er online: Der zweite Teil meines Interviews mit Stefan Weiller, dem Organisator und Initiator des Projektes "Letzte Lieder". Denn 
Weiller hat sich das Thema der "Letzten Lieder" zu einem Lebensthema gemacht. Er geht in Hospize, erzählt die Geschichten der Sterbenden und ihrer Lebensmusik und webt all das - die Musik, die Geschichten, die Menschen, die Erinnerungen - zu einem dichten Erlebnis zusammen. Am 7. 4. (Sonntag, um 19.30 Uhr) findet das Projekt "Letzte Lieder" in Osnabrück statt - Anlass genug für mich, ein ganz ausgiebiges Interview mit Stefan Weiller zu führen. Ein Gespräch über Musik, über Hospize, über das Sterben (und am Rande auch über das Bahnfahren) - aber vor allem über das Leben, wie der erste Teil bereits zeigte

Der Schauspieler Christoph Maria Herbst wird mit dabei sein, ein großer Chor wird singen und schon jetzt ist klar: Das wird ein berührender Abend. Lieder und Geschichten von Menschen in der letzten  Lebensphase, darum geht es. In den Begegnungen erzählen die Menschen von der Musik ihres Lebens und den Geschichten, die sie damit verbinden. Ihre Lieder werden nun erklingen und ihre Geschichten nacherzählt… So heißt es im vom Osnabrücker Hospiz veröffentlichten Pressetext. Für sein Kunstprojekt „Letzte Lieder…und die Welt steht still…“ sammelt der Journalist und Projektkoordinator Stefan Weiller Geschichten aus Hospizen (auch aus dem Osnabrücker Hospiz). Aber warum macht er das? Und wie ist es dazu gekommen? Und wie funktioniert das, mit einem solchen Projekt bundesweit Konzertveranstaltungen durchzuführen? Über alles das und noch mehr habe ich Anfang März mit Stefan Weiller sprechen können.

Der zweite Teil meines insgesamt zweiteiligen Interviews ist jetzt auf meinem Podcast verfügbar (zum Anhören bitte hier klicken). Und wenn sich auch bereits so viele interessierte Zuhörer angemeldet haben, dass in der Heilig-Kreuz-Kirche derzeit kein Platz mehr für den 7. 4. 2019 (Sonntag) zu vergeben ist, empfiehlt Stefan Weiller, trotzdem auf gut Glück dorthin zu gehen! Denn es handelt sich um einen Konzertabend bei freiem Eintritt - und je nach Wetterlage bleiben dann doch immer ein paar Besucher der Veranstaltung fern, obwohl sie angemeldet sind, hat Stefan Weiller oft erlebt. Deswegen gibt es trotz geschlossener Anmeldeliste eine gewisse Chance darauf, das Projekt miterleben zu können.

Das Plakatmotiv des Projekts "Letzte Lieder" von Koordinator Stefan Weiller (mit freundlicher Genehmigung von Lena Obst, Foto oben: Thomas Achenbach)

Hier geht es zum ersten Teil meines Interviews
Als Shortlink: https://bit.ly/2C7rHAZ
Als kompletter Link:

Hier noch einmal alle Eckdaten für Sonntag, 7. April 2019, 19:30 Uhr:

Veranstaltungsort: Heilig-Kreuz-Kirche Osnabrück, Schützenstraße 87, 49084 Osnabrück. Erzählt von Christoph Maria Herbst und Eva Mattes. Musikalisch interpretiert von Mareike Bender, Max Ciolek, Ralf Sach, Christina Schmid und dem Letzte-Lieder-Projektchor der Heilig-Kreuz-Kirche (musikalische Leitung: Ralf Sach). Idee, Text, Regie: Stefan Weiller. Veranstalter: Katholische Pfarrgemeinde Heilig Kreuz und Osnabrücker Hospiz e. V.  Infos unter Telefon 0541/350550.

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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung) und bietet Podcasts rund um das Thema Trauer an (bitte hier klicken). Außerdem bietet Achenbach Vorträge und Seminare zum Thema Trauer oder zum Umgang mit Trauernden an. Mehr Infos gibt es hier

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Ebenfalls auf diesem Blog: Countdown zur Buchveröffentlichung und ein Seminar über Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in Berlin - Newsletter über kommende Ereignisse

Ebenfalls auf diesem Blog: Musik und Trauer, Folge Eins - wenn Töne und Texte die Seele ins Schwingen bringen - Auftakt einer neuen Serie

Ebenfalls auf diesem Blog: Die merkwürdige Beständigkeit der Dinge - warum das Wegwerfen von Sachen für Menschen in einer Trauerkrise erstmal nicht möglich ist

Ebenfalls auf diesem Blog: Der Fluch der Tapferkeit - warum es Menschen in der modernen Gesellschaft so schwer fällt Trauer als etwas Normales anzuerkennen

Ebenfalls auf diesem Blog: Tango auf der Trauerfeier, die Trauerrede als Audiodatei - was heute bei modernen Trauerfeiern alles möglich sein sollte

Ebenfalls auf diesem Blog: Der Fluch der Tapferkeit - warum es Menschen in der modernen Gesellschaft so schwer fällt Trauer als etwas Normales anzuerkennen

Und im Kultur-Blog des Autors: Wie man als Autor vom Schreiben leben kann - Tipps für Hobbyautoren von einem echten Profi (und ein Plädoyer fürs Selfpublishing)

Mittwoch, 6. März 2019

Was das Konzert-und-Musikprojekt "Letzte Lieder" zu etwas ganz Besonderem macht und wie es entstanden ist - Interview mit Stefan Weiller im Vorfeld der Aufführung in der Heilig-Kreuz-Kirche in Osnabrück am 7. 4. 2019 (Kooperation mit dem Hospiz Osnabrück)


Osnabrück - Stefan Weiller veranstaltet nicht einfach nur Konzerte, Stefan Weiller hat sich das Thema der "Letzten Lieder" zu einem Lebensthema gemacht. Er geht in Hospize, erzählt die Geschichten der Sterbenden und ihrer Lebensmusik und webt all das - die Musik, die Geschichten, die Menschen, die Erinnerungen - zu einem dichten Erlebnis zusammen. Am 7. 4. (Sonntag, um 19.30 Uhr) findet das Projekt "Letzte Lieder" in Osnabrück statt - Anlass genug für mich, ein ganz ausgiebiges Interview mit Stefan Weiller zu führen. Ein Gespräch über Musik, über Hospize, über das Sterben (und am Rande auch über das Bahnfahren) - aber vor allem über das Leben

Der Schauspieler Christoph Maria Herbst wird mit dabei sein, ein großer Chor wird singen und schon jetzt ist klar: Das wird ein berührender Abend. Lieder und Geschichten von Menschen in der letzten  Lebensphase, darum geht es. In den Begegnungen erzählen die Menschen von der Musik ihres Lebens und den Geschichten, die sie damit verbinden. Ihre Lieder werden nun erklingen und ihre Geschichten nacherzählt… So heißt es im vom Osnabrücker Hospiz veröffentlichten Pressetext. Für sein Kunstprojekt „Letzte Lieder…und die Welt steht still…“ sammelt der Journalist und Projektkoordinator Stefan Weiller Geschichten aus Hospizen (auch aus dem Osnabrücker Hospiz). Aber warum macht er das? Und wie ist es dazu gekommen? Und wie funktioniert das, mit einem solchen Projekt bundesweit Konzertveranstaltungen durchzuführen? Über alles das und noch mehr habe ich Anfang März mit Stefan Weiller sprechen können.

Der erste Teil meines insgesamt zweiteiligen Interviews ist jetzt auf meinem Podcast verfügbar (zum Anhören bitte hier klicken). Und wenn sich auch bereits so viele interessierte Zuhörer angemeldet haben, dass in der Heilig-Kreuz-Kirche derzeit kein Platz mehr für den 7. 4. 2019 (Sonntag) zu vergeben ist, empfiehlt Stefan Weiller, trotzdem auf gut Glück dorthin zu gehen! Denn es handelt sich um einen Konzertabend bei freiem Eintritt - und je nach Wetterlage bleiben dann doch immer ein paar Besucher der Veranstaltung fern, obwohl sie angemeldet sind, hat Stefan Weiller oft erlebt. Deswegen gibt es trotz geschlossener Anmeldeliste eine gewisse Chance darauf, das Projekt miterleben zu können.

Das Plakatmotiv des Projekts "Letzte Lieder" von Koordinator Stefan Weiller (mit freundlicher Genehmigung von Lena Obst, Foto oben: Thomas Achenbach)

Hier geht es zu meinem Interview in meinem "Trauer-ist-Leben"-Podcast:

Als Shortlink: https://bit.ly/2C7rHAZ
Als kompletter Link:

Hier noch einmal alle Eckdaten für Sonntag, 7. April 2019, 19:30 Uhr:

Veranstaltungsort: Heilig-Kreuz-Kirche Osnabrück, Schützenstraße 87, 49084 Osnabrück. Erzählt von Christoph Maria Herbst und Eva Mattes. Musikalisch interpretiert von Mareike Bender, Max Ciolek, Ralf Sach, Christina Schmid und dem Letzte-Lieder-Projektchor der Heilig-Kreuz-Kirche (musikalische Leitung: Ralf Sach). Idee, Text, Regie: Stefan Weiller. Veranstalter: Katholische Pfarrgemeinde Heilig Kreuz und Osnabrücker Hospiz e. V.  Infos unter Telefon 0541/350550.

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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung) und bietet Podcasts rund um das Thema Trauer an (bitte hier klicken). Außerdem bietet Achenbach Vorträge und Seminare zum Thema Trauer oder zum Umgang mit Trauernden an. Mehr Infos gibt es hier

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Ebenfalls auf diesem Blog: Der Fluch der Tapferkeit - warum es Menschen in der modernen Gesellschaft so schwer fällt Trauer als etwas Normales anzuerkennen

Ebenfalls auf diesem Blog: Tango auf der Trauerfeier, die Trauerrede als Audiodatei - was heute bei modernen Trauerfeiern alles möglich sein sollte

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Und im Kultur-Blog des Autors: Wie man als Autor vom Schreiben leben kann - Tipps für Hobbyautoren von einem echten Profi (und ein Plädoyer fürs Selfpublishing)

Mittwoch, 27. Februar 2019

Tipps zum Umgang mit Trauernden und Tipps zum Umgang mit Trauer - was Menschen in einer Trauer- und Verlustkrise hilft und was man Trauernden sagen kann - für alle Angehörigen, Kollegen, Freunde oder Bekannte (Zusammenfassung zum dritten Blogburtstag)

Osnabrück - Einer der allerersten Beiträge, den ich auf diesem Blog veröffentlicht habe, trägt den Titel: "Zehn Tipps für den Umgang mit Trauernden - wertschätzend, hilfreich und zugewandt..." Der Beitrag ist nach wie vor aktuell und wird nach wie vor recht häufig aufgerufen und gelesen. Und doch habe ich inzwischen eine ganze Reihe von Beiträgen veröffentlicht, die noch mehr Tipps und noch weiterführende Ideen enthalten. Wie passend, dass mein Blog jetzt gerade, wo ich diese Zeilen hier tippe, seinen dritten Geburtstag feiert, also sozusagen den dritten Blogburtstag. Das ist doch ein gut geeigneter Anlass, um noch einmal alle Beiträge zu diesem Thema zusammenzufassen.

Hier also in der Zusammenstellung und zum Anklicken einmal eine Liste der Beiträge, die sich rund um dieses Thema drehen und sich in den ersten drei Jahren dieses Blogs so angesammelt haben (alle Fotos: Thomas Achenbach) - und wem das zuviel an Textmasse ist, der kann sich natürlich auch für die ganz neue Podcast-Version meines Blogs entscheiden (die gibt es hier zu hören), die in den kommenden Wochen und Tagen noch weiter ausgebaut werden wird - bald mehr dazu. Hier aber erstmal die Liste:



1.) Zehn Tipps für den Umgang mit Trauernden - wertschätzend, hilfreich und zugewandt - für alle Angehörigen, Kollegen, Freunde oder Bekannte... Trauer macht hilflos, sprachlos und machtlos. Das gilt nicht nur für die Trauernden selbst, sondern auch und vor allem für ihr Umfeld. Kollegen, Freunde, Verwandte... viele dieser Menschen verspüren im Umgang mit einem Trauernden eine gewaltige Unsicherheit, die als lähmend erlebt werden kann. Was soll man schon sagen? Etwas Tröstendes? Etwas Ablenkendes? Darf ich fragen: "Wie geht es dir"? Darf ich überhaupt einen "Guten Tag" wünschen? Oder besser gar nichts sagen, weil es nicht aufrichtig wirken könnte? Die Verunsicherung ist da wirklich groß. Hier weiterlesen/hier geht es zum Beitrag....


2.) Noch mehr Tipps zum Umgang mit Trauernden - "Sei doch bitte wieder normal" geht leider gar nicht - Und lässt sich Trauer wirklich "bewältigen"? Die schwierigste Phase für Angehörige, die einen geliebten Menschen verloren haben, ist nicht etwa die Zeit kurz nach dem Ereignis. Es sind die Monate oder die Jahre lange nach dem Verlust, in denen die Betroffenen sich ganz alleingelassen fühlen. Das kann lange dauern. Hier weiterlesen/hier geht es zum Beitrag....



3.) Was soll nach dem Todesfall gefeiert werden - auch der Geburtstag oder "nur noch" der Todestag? Wenn der Geburtstag eines Menschen naht, der verstorben ist, wird die Unsicherheit in Familien und Freundeskreisen oft groß - soll der Geburtstag noch gefeiert werden? Oder ist er nicht durch den ebenfalls zu würdigenden Todestag als neuen Gedenktag an die verstorbene Person abgelöst worden? Sollten etwa zwei Gedenktage pro Jahr begangen werden? In mehreren Internetforen wird diese Frage ganz kontrovers diskutiert - oft gibt es Unverständnis, wenn Angehörige auch den Geburtstag noch irgendwie feierlich begehen wollen. Dabei gibt es dafür durchaus gute Gründe. Hier weiterlesen/hier geht es zum Beitrag...


4.) Warum es manchmal so weh tut, sich Fotos anzusehen - und warum Trauernde für einen dankbaren Rückblick auf Erlebtes selten in der Lage sind... Sich alte Fotos anzusehen, auf denen auch die Verstorbenen zu sehen sind, ist ein zweischneidiges Schwert. Vielen Trauernden fällt das besonders schwer. Eine so radikale, weil unmittelbare Auseinandersetzung mit dem, was einstmals so schön gewesen ist, fährt dann oftmals wie ein Messerstich in die Seele. Der Boden tut sich auf, der erlittene Verlust wird überdeutlich. Und das ist verständlich so: Denn jedes Mal, wenn wir etwas fotografieren, ist der Verlust des Erlebten ja bereits in dem entstehenden Bild angelegt. Weil sich ja gar nicht alles festhalten lässt, was einen Augenblick des Lebens so ausmacht. Daraus lässt sich viel lernen - über das Leben und über das Trauern... Hier weiterlesen/hier geht es zum Beitrag...


5.) Keine Sorge, alles normal: Was Trauernde oft so tun und warum es Angehörigen und Freunden nicht peinlich sein sollte... Was Trauernde manchmal so tun, ist für Außenstehende oft nur schwer verständlich oder auch nur schwer nachvollziehbar. Ja, es kann sogar sein: Angehörige oder Freunde oder Kollegen schämen sich vielleicht dafür. Sie sind irgendwie unangenehm berührt, wollen das nicht so sehen.. oder schütteln mit dem Kopf. Dabei gilt für vieles, was Menschen in Verlustkrisen so tun: Alles ganz normal! Das Reden mit den Toten. Das Fühlen der Dinge des gestorbenen Menschen. Und noch mehr. Hier weiterlesen/hier geht es zum Beitrag...


6.)  "Die Bitten der Trauernden..." - Wertvolle Tipps zum Umgang mit Trauernden - was Menschen in einer Verlustkrise wirklich hilft, mit Ergänzungen... Auf diese wertvolle Liste, die die Dresdner Trauertherapeutin Diana Mirtschink zusammengestellt hat, weise ich in meinen Vorträgen besonders gerne hin. Denn was die Spezialistin für Verlustkrisen da geschaffen hat, ist selten und gekonnt: So zugespitzt, so treffend und so einleuchtend sind die Belange von Menschen in einer Trauer- und Verlustkrise selten zusammengefasst worden. Alles, was es an Tipps für den Umgang mit Trauernden zu sagen gibt, steckt dort drin. Das lädt zur Auseinandersetzung ein. Es lädt dazu ein, sich seine eigenen Gedanken zu machen. Und so habe ich die Liste für mich noch um ein paar weitere Bitten ergänzt. Als Verneigung vor der Form, sozusagen. Hier weiterlesen/hier geht es zum Beitrag...


7.) Aufräumen, Ausmisten und Entrümpeln nach einem Todesfall: Wie Sie aus den Hinterlassenschaften eines gestorbenen Menschen ein Vermächtnis werden lassen... Was machen wir nur mit all den Sachen, die die Verstorbenen hinterlassen haben? Vor dieser Aufgabe stehen viele, die einen Menschen verloren haben. Da sind immer noch all die Gegenstände, Kleidungsstücke, Schmuckstücke, Bücher, manchmal auch komplett eingerichtete Zimmer wie beispielsweise ein Kinderzimmer. kurzum: Alles, was der Verstorbene einmal besessen hat. Und dann? Freunde und Angehörige raten alsbald, man solle das Zeug doch wegwerfen. Aber das fühlt sich für viele so an, als würden sie den geliebten Menschen wegwerfen und ihn gleich nochmal verlieren. Es gibt jedoch auch andere Wege. Kreative, gute, hilfreiche. Hier weiterlesen/hier geht es zum Beitrag...



8.) „Ja, es ist so schlimm, wie du es empfindest“: Warum "Loslassen können" gar nicht möglich ist und warum Trauer nicht ernst genug genommen wird... Auch mit solchen Fragen kommen Trauernde in eine Begleitung: "Darf ich mich wirklich so schlecht fühlen?" Und? Dürfen Sie es? Geht es nach den Freunden oder Angehörigen, steht alsbald die Erwartungshaltung im Raum: Nein, werd' bitte schnell wieder normal... - Im zweiten Teil unserer Serie "Zwei Trauerbegleiter unterhalten sich", die parallel hier auf diesem Blog und auf dem Blog der Buchautorin und Trauerbegleiterin Eva Terhorst aus Berlin (siehe hier) erscheint, starten wir zwar mit der Frage, ob man sich für Trauerbegleitung schämen muss, landen aber rasch bei tiefgehenden Fragen ganz allgemeiner Natur zu Trauer - und Liebe. Und auch der Welttag der Suizidprävention am 10. 9. spielt eine Rolle. Eva darf den Auftakt machen. Hier weiterlesen/hier geht es zum Beitrag...


9.) Eine der schwierigsten Aufgaben in einem Trauerprozess: Überhaupt begreifen zu können, was da geschehen ist... Da gab es einmal diese Tochter, die noch eben mit dem vitalen Vater telefoniert hatte – der dann kurz nach dem Telefonat völlig unerwartet einfach umkippte und starb. Wegen einer Herzgeschichte. Die damalige Lebenspartnerin des Vaters entschied sich für einen kurzen Weg voller Pragmatismus und Hemdsärmeligkeit – als die Tochter ihren Vater wiedersah, war der bereits Asche in der Urne. Kein Wunder, dass sie da gedanklich und emotional nicht hinterherkommen konnte. Dass es kein Begreifen geben konnte. Diese Geschichte, die Barbara Rolf auf der Messe Leben und Tod erzählte, macht auf drastische Weise klar: Um wirklich begreifen zu können, was der Tod eigentlich ist und tut, braucht es ein gutes Be-Greifen. Bloß wie? Hier weiterlesen/hier geht es zum Beitrag...


10.) Vergleiche in der Trauer sind verletzend, aber kommen allzu oft vor - was zu Trauernden alles gesagt wird, ist oft wenig hilfreich, eher im Gegenteil. Aber was sagen, was hilft, was nicht? Was Menschen zu anderen Menschen sagen, wenn diese in einer Trauer- und Verlustkrise stecken, ist oft schwer zu ertragen. Da wird - sicher unbewusst - verglichen, runtergemacht, die Schwere der Trauer zu relativieren versucht. Aber vor allem wird, meistens immer, all den Menschen, die andere verloren haben, ihre Berechtigung zu trauern abgesprochen. Das geschieht mehr oder minder subtil, gerät aber kränkend. Auch wenn die Sprecher das weder beabsichtigen, noch es merken. Zugegeben, so ging es mir sicher auch schon einmal, vor meiner Ausbildung zum Trauerbegleiter.... Hier weiterlesen/hier geht es zum Beitrag...


11.) Wo ist eigentlich der Unterschied zwischen Trauer und Trauma? Und warum tut sich unsere Gesellschaft mit beidem so schwer? Ein Vortrag des Psychologen Thomas Weber brachte hilfreiche und spannende Erkenntnisse zu diesem Thema. Hier weiterlesen/hier geht es zum Beitrag...


12.) Was kann ich Eltern sagen, die ein Sternenkind zur Welt bringen mussten? - Tipps zum Umgang mit Eltern nach der Geburt eines toten Kindes ("stille Geburt"). Leider ist der Verlust eines Babys vor oder während der Geburt immer noch eine der größten Formen von nicht anerkannter Trauer - "Du kannst ja noch so viele Kinder haben", bekommen die Eltern oft zu hören. Das ist ein Schlag in die Magengrube (siehe auch diesen bewegenden Bericht einer Sternenkindmama). Dass die eigene Trauer nicht gesehen oder nicht wahrgenommen wird, tut besonders weh. Aber was ist hilfreich? Was kann man Eltern sagen, die ein Sternenkind auf die Welt bringen mussten? Hier weiterlesen/hier geht es zum Beitrag...

Der Autor dieser Zeilen - freut sich über die ersten 3 Bloggerjahre. (Foto: Jörn Martens)

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Der Autor dieser Zeilen 
bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung). Zusätzlich zu diesem Blog bietet Thomas Achenbach auch einen Podcast zum Thema an. Achenbach hält zudem Vorträge zum Thema Trauer und Umgang mit Trauernden. Mehr Infos gibt es hier

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Männertrauergruppe in der Region Osnabrück: Offene Gruppe, Einstieg jederzeit möglich - alle Infos über die Gruppe gibt es hier

Ebenfalls auf diesem Blog: Countdown zur Buchveröffentlichung und ein Seminar über Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in Berlin - Newsletter über kommende Ereignisse

Ebenfalls auf diesem Blog: Musik und Trauer, Folge Eins - wenn Töne und Texte die Seele ins Schwingen bringen - Auftakt einer neuen Serie

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Ebenfalls auf diesem Blog: Ein Dialog über das "Nachsterben wollen", den Wunsch nach dem eigenen Tod - zwei Trauerbegleiter unterhalten sich

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Mittwoch, 20. Februar 2019

Mit den Indierock-Ikonen aus Kanada durch die Welten der Trauer fahren... auf dem Rücksitz - Wenn Töne und Texte die Seele ins Schwingen bringen, Teil #02: - Serie über die hilfreichsten und wirkmächtigsten Songs und Alben über Trauer, Tod und Sterben, Teil 2

Musik kann einen beflügeln, einen tragen, kann die inneren Prozesse ins Schwingen bringen. All das kann auch in einem Trauerprozess hilfreich sein... (Thomas-Achenbach-Fotos)

Osnabrück (eb) - Eine der zentralen Erinnerungen an meine Kindheit ist das Fahren im Auto - meine Eltern vorne, ich hinten auf der Rückbank, wo ich so etwas wie mein eigenes Reich hatte, einen eigenen Bereich für mich, wo ich Comics oder Bücher lesen und Musik hören konnte. Wir sind viel Auto gefahren, vor allem auf langen Urlaubsfahrten, und ich habe das genossen: So ganz für mich sein zu können im Gemeinsam-unterwegs-sein. Ein ganz ähnliches Gefühl beschreibt die Sängerin und Multiinstrumentalistin der Indie-Rockband "Arcade Fire", Régine Chassagne, in einem ebenso wichtigen wie wuchtigen Lied des Albums "Funeral" - ein Album, das sich insgesamt um die Themen Tod, Trauer und Abschied dreht. Und damit ist es perfekt geeignet für diese Serie rund um Musik und Trauer. Folge Zwei: vom Steuern des eigenen Lebensautos (hier geht es zur ersten Folge dieser Serie).

Mein Familienbaum verliert gerade alle seine Blätter... Oder auf Englisch: "My family tree’s losing all it’s leaves". Es war eine harte Zeit für den jungen Kanadier Win Butler und seine Frau Régine Chassagne. Weil plötzlich zahlreiche geliebte Menschen aus ihrem Leben verschwanden, entwickelte die noch junge ganz unbekannte Indieband "Arcade Fire", die sie gegründet hatten, ein ganzes Album rund um die Trauer und den Tod. Auch auf ihrem selbst erlebten Konzert in der Berliner Zitadelle im Sommer 2018 spielten sie ein paar Stücke dieses Albums (sie eröffneten das Konzert sogar mit dem Song, mit dem sie sonst aufhören, das war ein ziemlicher Kracher - wie überhaupt der ganze Abend). "Funeral", 2003 veröffentlicht, gilt heute als ein Meilenstein des Indiegenres und ist für viele Musikfans eines der Alben aus der Liste der besten Platten aller Zeiten. Sogar David Bowie persönlich wurde auf die junge Band aufmerksam und absolvierte einen gemeinsamen Auftritt mit ihnen. Ein ganz wesentlicher Baustein des Albums ist sein letzter Song: "In The Backseat". Oder auf Deutsch: "Auf der Rückbank". 


Die Liste der Gestorbenen zu diesem Zeitpunkt war erschreckend lang: Régine Chassagnes Großutter Alice war im Juni 2003 verstorben. Der Großvater von Bandleader Win Butler und dem ebenfalls in der Rockband mitspielenden Bruder William, der Musiker Alvino Rey, starb im Februar 2004, kurz darauf gefolgt von der Tante des Bandmitglied Richard Reed Parry im April desselben Jahres. In dem Versuch, mit diesen vielen Todesfällen irgendwie klarzukommen, ging es den Bandmitgliedern von Arcade Fire so wie manchen, die ich persönlich kenne und die sich ebenfalls auf diese Suche gemacht haben: Sie stießen auf die Veröffentlichungen der Pychologin und Ärztin Elisabeth Kübler Ross. Diese hatte bereits in den 60er Jahren als erste damit angefangen, den Prozess des Sterbens in verschiedene Phasen einzuteilen - die sich auch auf den Prozess des Trauerns übertragen lassen: Isolation, Wut, Verleugnung, Depression und Akzeptanz. Schon rasch stand die Idee im Raum, aus alledem ein Konzeptalbum werden zu lassen. Aus den Toten, den Phasen, den persönlichen Erfahrungen, aus diesem ganzen Dschungel an Gefühlen und Impulsen.


Musikalisch ein kleines Meisterwerk


Das Ergebnis war "Funeral". Wobei das Album gar nicht nach reinrassiger Trauermusik klingt. Man nehme beispielsweise den recht bekannten Hit "Wake Up" - ein beinahe wütend nach vorne marschierendes Gitarrenriff und ein Text voller Metaphern darüber, dass sich Kinder doch besser ihre Kindheit gönnen sollten. Aber dann, der letzte Song: "In The Backseat". Musikalisch gesehen ein kleines Meisterwerk, das ganz melancholisch beginnt, sich im Mittelteil einmal kurz zu einem letzten Aufbäumen aufschwingt, wobei sich dieser Zorn und die Verzweiflung rasch wieder legt. Nicht allen gefällt Chassagnes manchmal etwas quietischige Stimme, aber die Beschäftigung mit diesem Song lohnt sich so oder so.


Das Fahren gelernt, als die Großmutter starb


Hier findet sich Sängerin Régine Chassagne auf dem Rücksitz eines Wagens wieder, und erinnert sich im Text an ihre Großmutter - wobei alles, was sie hier singt, auch als große Metapher gemeint ist. Mag der Text auch heißen: „Alice died In the night/ I’ve been learning to drive/ My whole life I’ve been learning how“ - Auf Deutsch und etwas freier übersetzt: "Alice starb in der Nacht, in der ich fahren gelernt habe... Ich habe mein ganzes Leben lang fahren gelernt" -, so ist damit doch etwas Anderes gemeint.



Es geht um den Eintritt ins Erwachsenenleben. Das das hier benannte "Fahren" ist ein Sinnbild für die allgemeine Lebensfähigkeit. Während wir uns als Kinder noch von unseren Eltern und Großeltern durch das Leben fahren lassen - passiv, auf der Rückbank sitzend -, gibt es irgendwann einen Punkt, an dem dieser Schalter umgelegt wird. Dann sind wir es auf einmal selbst, die wir unsere Lebensautos steuern (müssen). Manchmal, vielleicht sogar meistens, steuert diesen Schalter der Tod. Dann stirbt jemand, der uns vorher eine wichtige Orientierungshilfe war. Plötzlich müssen wir alleine klarkommen. Und erleben dann, staunend, als Überraschung: Ach guck mal, ich habe ja schon mein ganzes Leben lang gelernt, wie ich alleine dieses Auto steuern kann. Es war mir bloß nicht bewusst. Und doch: "All my life, I've been learning to drive - in the backseat".

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Über diese Serie: Musik ist meine größte Leidenschaft, das lässt sich in meinem zweiten als Hobby betriebenen Blog oft nachlesen. Die Trauerbegleitung ist eine meiner Professionen und eine meiner Tätigkeiten. Beide Themen zu vermischen, das habe ich schon lange vorgehabt. Jetzt ist eine gute Zeit dafür. Denn in den vergangenen Jahren habe ich emsig gesammelt: Ganz viel Musik über Trauer und Schmerz. Songs, Alben, Orchesterwerke; dazu ganz viele Geschichten, die sich in diesen Tönen und Texten verstecken. Seine eigene Trauer über Musik kreativ auszudrücken, das hat für Komponisten Tradition - überwiegend für männliche Komponisten, übrigens, aber dazu ein andermal mehr. Manchmal führt ein einziger Tod sogar zu mehreren Songs darüber. 

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Der Autor dieser Zeilen 
bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung). Er hält auch Vorträge zum Thema Trauer und Umgang mit Trauernden. Mehr Infos gibt es hier

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Männertrauergruppe in der Region Osnabrück: Offene Gruppe, Einstieg jederzeit möglich - alle Infos über die Gruppe gibt es hier

Ebenfalls auf diesem Blog: Countdown zur Buchveröffentlichung und ein Seminar über Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in Berlin - Newsletter über kommende Ereignisse

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Donnerstag, 14. Februar 2019

Countdown zur Buchveröffentlichung und ein Seminar über Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - am 21. 3. 2019 erscheint im Patmosverlag mein Buch über Männertrauer - Lesung in Osnabrück am 3.4. - #Newsletter

Osnabrück - Beinahe hätte ich diesen Beitrag mit diesem Satz angefangen: "Aufregende Post flatterte mir neulich ins Haus". Aber natürlich ist da nichts geflattert. Dann hätte ich auch ordentlich aufräumen müssen: Mehrere hundert Flyer zur Ankündigung meiner baldigen Buchveröffentlichung hatte mir der Patmosverlag freundlicherweise ins Haus geschickt. Ein ereignisreiches Jahr kündigt sich an - am 21. 3. 2019 wird mein Buch "Männer trauern anders - was ihnen hilft und was ihnen gut tut" erscheinen, eine Lesung in Osnabrück findet am 3. April statt und weiteres ist derzeit in Planung, einige Anfragen aus dem Süden Deutschland liegen bereits vor... Und in Berlin darf ich über das Thema Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sprechen, das mir ebenfalls sehr am Herzen liegt....

- Tätigkeiten als Dozent und Referent: Ich bin sehr froh, dass mich der Deutsche Hospiz- und Palliativverband (DHPV) als Vortragender und als Dozent angefragt hat. Am 10. 5. (Montag) wird es in Berlin beim DHPV eine Tagung zum Thema Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für Hospize und alle ähnlichen Einrichtungen geben, bei der ich einen Vortrag halten und einen Workshop geben darf. Darauf freue ich mich sehr. Das Oberthema dieser Tagung lautet: Bildhaft kommunizieren“ und die Veranstaltung findet statt in der Bank für Sozialwirtschaft, Oranienburger Str. 13 - 14 10178 Berlin, 10 - 17 Uhr. Parallel bereite ich gerade ein Seminar vor, das ich für 
eine Hospizgruppe aus der Region geben darf und dass erstmals Musik und Trauer als Hauptthema haben wird - auch das ein großes Herzensthema von mir -, auch darauf freue ich mich sehr. Und auch hauptberuflich tut sich gerade eine Menge und es stehen Veränderungen an (alleine von Trauerbegleitung lässt sich nun einmal doch nicht leben, also geht es nicht ohne einen "anständigen Beruf")....


- Mein Buch: Unter dem Titel "Männer trauern anders - was Ihnen hilft und gut tut" wird nun am 21. 3. im Patmosverlag mein erstes Buch erscheinen, das ich im vergangenen Jahr schreiben durfte. Ein Buch zu schreiben, war eine ganz neue und ganz andere Erfahrung für mich - und mir ging es dabei teilweise so, wie es mir der ebenfalls im Patmosverlag veröffentlichende Pierre Stutz im Gespräch einmal sagte: "Ein Buch will erlitten werden, oder?". Pierre Stutz wird auf diesem Blog auch noch eine Rolle spielen, aber dazu später mehr, wenn es soweit ist. Alle Infos zum Buch finden sich hier.



- Eine Lesung: Dass mir die Volkshochschule Osnabrück auch gleich die Möglichkeit angeboten hat, das Buch in Form einer Lesung vorstellen zu dürfen, hat mich sehr gefreut. Stattfinden soll diese Lesung am 3. April 2019 (Mittwoch) ab 19 Uhr im Haus der Osnabrücker Volkshochschule an der Bergstraße. Alle Infos dazu finden sich hier. Und dass sich derzeit die Anfragen nach weiteren Lesungen und weiteren Terminen häufen, obwohl das Buch noch gar nicht auf dem Markt ist, freut mich natürlich ebenfalls sehr. Gerne stehe ich bei Interesse für weitere Lesungen, Seminare, Vorträge oder sonstiges gerne zur Verfügung, Kontaktaufnahme am besten über meine Mailadresse (die findet sich hier).



- Mein Podcast im Trauerradio: Ich bin sehr froh und dankbar darüber, dass Eva Terhorst aus Berlin als die Verantwortliche für ihr Trauerradio - über laut.fm erreichbar - auch meine Podcast-Erweiterung dieses Blogs mit in ihr Programmschema aufgenommen hat. Eva hatte mir zu ihrem spannenden Radioprojekt auch einmal ein Interview gegeben. Unter dem Titel "Trauer ist Leben" findet man nun auch im Trauerradio meinen ersten Beitrag, in den kommenden Tagen beispielsweise jeweils um 13 Uhr. Weitere Beiträge im Podcast sind ebenfalls in Planung, allein, es ist wie alles im Leben eine Zeitfrage. Danke jedenfalls, Eva, für diese Unterstützung. Das Trauerradio findet sich unter diesem Link

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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung) und bietet Podcasts rund um das Thema Trauer an (bitte hier klicken). Außerdem bietet Achenbach Vorträge und Seminare zum Thema Trauer oder zum Umgang mit Trauernden an. Mehr Infos gibt es hier

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Männertrauergruppe in der Region Osnabrück: Offene Gruppe, Einstieg jederzeit möglich - alle Infos über die Gruppe gibt es hier

Ebenfalls auf diesem Blog: Tango auf der Trauerfeier, die Trauerrede als Audiodatei - was heute bei modernen Trauerfeiern alles möglich sein sollte

Ebenfalls auf diesem Blog: Der Fluch der Tapferkeit - warum es Menschen in der modernen Gesellschaft so schwer fällt Trauer als etwas Normales anzuerkennen

Und im Kultur-Blog des Autors: Wie man als Autor vom Schreiben leben kann - Tipps für Hobbyautoren von einem echten Profi (und ein Plädoyer fürs Selfpublishing)

Freitag, 8. Februar 2019

Meinen Trauerblog gibt es jetzt auch zum Anhören - "Trauer ist Leben" als Podcast- und Radiosendung gestartet - Direkt zum Anhören oder im Trauerradio

Osnabrück - Es ist ein zarter Anfang - und es wird auch vorerst nur einer bleiben. Und doch ist es der Start von etwas Neuem. Die Idee ist, zusätzlich zu diesem Internetblog auch einen Podcast anzubieten. Also nicht nur Texte zum Lesen und Fotos zum Angucken, sondern auch etwas zum Anhören. Der Anstoß kam von Eva Terhorst aus Berlin und ihrem Projekt des Trauerradios, über das ich vor einem Jahr hier schon einmal geschrieben habe (siehe hier) - nun ist es endlich soweit. Die Folge Eins meines eigenen Trauer-Podcasts ist online...

Genau passend - denn immer einmal im Jahr, immer am 13. 2., ist der "Welttag des Radios". Und Radio zu machen, das war lange Jahre eine meiner größten Leidenschaften. Ich bin sehr froh und sehr dankbar, dass ich hier beim Osnabrücker Mitmachsender "OS-Radio" (Vormals: Offener Kanal Osnabrück) viele Erfahrungen sammeln konnte, von denen ich jetzt natürlich profitieren kann. Auch dort soll es ggf. noch eine Trauersendung geben, ist eine der weiteren Ideen, wobei es derzeit immer etwas schwierig ist, das dazugehörende Projektteam terminlich koordiniert zu  bekommen. Nun denn, wir werden sehen. 

Hier ist jedenfalls erstmal die Folge Eins meines neuen Podcasts als sanfter Auftakt (bitte hier klicken). Geplant ist, in diesem Format auch Interviews mit Fachleuten und anderen, Geschichten von Menschen in Trauer- und Verlustkrisen und anderes unterzubringen. 

Mit dem Aufnehmen von Cassetten hatte es einmal angefangen - und heute gibt es Podcasts.  (Thomas-Achenbach-Foto)

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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung) und bietet Podcasts rund um das Thema Trauer an (bitte hier klicken). Außerdem bietet Achenbach Vorträge und Seminare zum Thema Trauer oder zum Umgang mit Trauernden an. Mehr Infos gibt es hier

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Männertrauergruppe in der Region Osnabrück: Offene Gruppe, Einstieg jederzeit möglich - alle Infos über die Gruppe gibt es hier

Ebenfalls auf diesem Blog: Tango auf der Trauerfeier, die Trauerrede als Audiodatei - was heute bei modernen Trauerfeiern alles möglich sein sollte

Ebenfalls auf diesem Blog: Der Fluch der Tapferkeit - warum es Menschen in der modernen Gesellschaft so schwer fällt Trauer als etwas Normales anzuerkennen

Und im Kultur-Blog des Autors: Wie man als Autor vom Schreiben leben kann - Tipps für Hobbyautoren von einem echten Profi (und ein Plädoyer fürs Selfpublishing)

Mittwoch, 30. Januar 2019

Aufräumen, Ausmisten und Entrümpeln nach einem Todesfall: Wie Sie aus den Hinterlassenschaften eines gestorbenen Menschen ein Vermächtnis werden lassen - Tipps für Menschen in einer Trauer- und Verlustkrise

Osnabrück –  Was machen wir nur mit all den Sachen, die die Verstorbenen hinterlassen haben? Vor dieser Aufgabe stehen viele, die einen Menschen verloren haben. Da sind immer noch all die Gegenstände, Kleidungsstücke, Schmuckstücke, Bücher, manchmal auch komplett eingerichtete Zimmer wie beispielsweise ein Kinderzimmer. kurzum: Alles, was der Verstorbene einmal besessen hat. Und dann? Freunde und Angehörige raten alsbald, man solle das Zeug doch wegwerfen. Aber das fühlt sich für viele so an, als würden sie den geliebten Menschen wegwerfen und ihn gleich nochmal verlieren. Es gibt jedoch auch andere Wege. Kreative, gute, hilfreiche. Hier ein paar Impulse:

1.) Den Gegenständen einen neuen Begriff geben: Habseligkeiten. Dieser Tipp stammt aus dem sehr wertvollen Buch "Übungsraum Trauerbegleitung", das Ende 2018 im Verlag Vandenhoeck und Ruprecht erschienen ist und zu dessen Co-Autorinnen die sehr erfahrene Hospiz- und Trauerfachfrau Monika Müller gehört. Sie empfiehlt in dem Buch, anstelle von "Dingen" oder von "Sachen" besser von "Habseligkeiten" zu sprechen. Alleine schon dieser kleine Wortwechsel macht eine Menge aus. Denn in dem Wort Habseligkeiten schwingen dreierlei Bedeutungen mit: Zum einen steckt darin das "Haben"; also der Besitz, hier jetzt meinend: Der Besitz des Verstorbenen. Darin steckt aber auch die Idee, dass die Gegenstände "selig" sind, also nicht bloß wertlose oder gar tote Dinge, sondern durchaus mit einem Eigenleben darin. Wenn man so will: Einer Lebendigkeit. Wobei Dinge natürlich nicht lebendig sein können. Gemeint ist eher, dass sich diese Lebendigkeit aus der - weiterhin lebendigen - Erinnerung speist, die der Gegenstand mit sich bringt. Und zuletzt steckt in dem Wort auch die Seele, also die Idee, dass jeder Gegenstand eine eigene darin verborgene Seele besitzt. Wenn wir von den Habseligkeiten sprechen, die ein Verstorbener hinterlassen hat, bringen wir diesen Gegenständen mehr Wertschätzung entgegen. Es ist eben nicht bloß Gerümpel, das noch da ist. Es ist Erinnerung, die leben darf und leben kann. Oder wie es der Autor Rainer Moritz in seinem Buch "Mein Vater, die Dinge und der Tod" formuliert: "Je länger ich an meinen toten Vater denke, über dessen Leben ich viel zu wenig weiß, desto mehr sprechen seine Dinge zu mir“. 



2.) In jeder Habseligeit das darin liegende Vermächtnis suchen. Das ist ein Prozess, der Menschen in einer Trauer- und Verlustkrise nicht immer möglich ist, weil er ein bisschen Kraft kosten kann, aber es ist ein wertvoller Prozess - der sogar wieder Kraft geben kann: Es geht darum, sich den Habseligkeiten der Gestorbenen bewusst zuzuwenden. Sie sich Stück für Stück anzusehen, anzufassen und dabei nachzuspüren, welche Erinnerungen wachwerden, welches Vermächtnis in den Habseligkeiten liegt. Das kann - muss aber nicht! - ggf. mit einem ersten Aufräumprozess verbunden sein, weil sich vielleicht zeigt, dass manche der Habseligkeiten stärkere Gefühle wecken als andere, weil vielleicht gar nicht alle der Gegenstände etwas mit sich bringen, sondern nur manche. Es kann hilfreich sein, sich drei Kartons oder drei Kisten hinzustellen für diesen Sortierprozess: Kiste Eins für die unbedingt zu behaltenden, weil mit vielen Erinnerungen verbundenen Habseligkeiten. Kiste Zwei für die Fragezeichenkandidaten, bei denen man sich nicht sofort entscheiden kann, was man damit tun möchte. Und Kiste Drei für: Eine neue Verwendung suchen (dazu später mehr) oder wegwerfen. 


3.) Fotografieren, dokumentieren, Erinnerungsbuch anlegen. Wer einen Menschen verloren hat, der hat oft große Angst davor, auch noch seine persönlichen Erinnerungen an den oder die Gestorbenen zu verlieren. So werden die Erinnerungen zu etwas beinahe Heiligem. Deswegen ist der alte und heute noch oft gegebene Rat, man müsse nun "loslassen", leider so gar nicht hilfreich. Gerade hierbei kann eine achtsame und intensive Beschäftigung mit den Habseligkeiten hilfreich sein: Jeden Gegenstand zu fotografieren, zu dokumentieren, vielleicht ein Erinnerungsbuch anzulegen, in dem zu dem dort eingeklebten Foto in Stichworten oder kurzen Sätzen die Erinnerungen festgehalten werden, das kann ein gutes Projekt sein, das einem den gestorbenen Menschen wieder nahebringt, das die Erinnerungen wach hält. Das ist natürlich eine durchaus Zeit kostende Beschäftigung. Aber eine, die sich lohnen kann. Und bei vielen Menschen in einer Trauer- und Verlustkrise ist es ja so, dass sie ohnehin in ihren Gefühlen und Gedanken sehr, sehr lange um den gestorbenen Menschen kreisen - durchaus ein paar Jahre lang. Da bleibt also, so gesehen: Zeit genug. 


4.) Neue Verwendungen suchen. "Vergiss mein nie" - unter diesem Namen betreibt die Trauerbegleiterin Anemone Zeim einen Laden im schönen Hamburger Ortsteil Eimsbüren, der sich explizit an Trauernde richtet. Sie nennt ihn eine "Erinnerungswerkstatt". Was dort geschieht, ist nach meiner Kenntnis in Deutschland so einzigartig: Menschen in einer Trauer- und Verlustkrise bringen ihre Lieblings-Habseligkeiten dorthin und lassen etwas Kreatives und Neues daraus bauen, das sie in ihren persönlichen Alltag mitnemen können. Das vielleicht einleuchtendste Beispiel ist der Kochlöffel ihrer Oma Lilly, aus dem die junge Trauerbegleiterin einfach ein kleines rundes Stück hat rausfräsen und dieses in einen goldenen Rahmen hat setzen lassen - nun trägt sie es einfach als Kette, also als Schmuckstück, um den Hals und ist somit ganz eng mit ihrer gestorbenen Oma verbunden. Wer, so wie ich, Anemone Zeim schon einmal in Person hat erleben dürfen (in meinem Fall: Auf der Messe Leben und Tod), der ist oft beeindruckt von dem kreativen Potenzial und den vielen Ideen, die in dieser jungen Frau schlummern. Kein Wunder: Studierte Designerin, Erfahrungen in der Werbebranche. Dann das, was vielen Menschen geschieht (das kennen wir): Sinnkrise, der Beruf verliert seine Bedeutung, das Wozu eigentlich wird lebensumfassend. Das Ergebnis dieses Prozesses: Die Erinnerungswerkstatt. Nun wird nicht jeder Menschen in einer Trauer- und Verlustkrise nach Hamburg fahren können oder das Geld dafür haben, eine Kreativagentur mit dem Umdeuten der Habseligkeiten zu befassen. Aber alleine dieser hinter den Ideen steckende Prozess kann eine gute Inspiration sein: Nimm die Gegenstände und mach etwas Neues daraus, gib ihnen neues Leben und neue Möglichkeiten. Das geht auch sehr niederschwellig. Anstatt alles wegzuwerfen, lässt sich das eine oder andere vielleicht verschenken oder so weitergeben, dass es eine neue Nutzung erfährt. Das klappt am besten bei Spielzeug von verstorbenen Kindern: Einer der verwaisten Väter aus unserer Trauergruppe ist jedenfalls froh, dass das Mädchenfahrrad seiner gestorbenen Tochter jetzt eine neue Nutzung und Verweundung bei einem Mädchen gefunden hat, dass das gestorbene Kind sogar noch kannte.

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Der Autor dieser Zeilen 
bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung). Er hält auch Vorträge zum Thema Trauer und Umgang mit Trauernden. Mehr Infos gibt es hier

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Neu: Den Blog "Trauer ist Leben" gibt es jetzt auch als Podcast-Version zum Anhören, hier ist der erste zaghafte Versuch, bald mehr davon

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