Donnerstag, 23. Januar 2020

Warum das Sterben bzw. der Tod in Deutschland seit Januar 2020 deutlich teurer geworden ist - und warum auf alle Erben und Angehörigen höhere Kosten zukommen - Was Ärzte seit Januar 2020 für die "Leichenschau" berechnen dürfen und warum es darum Streit gibt

Osnabrück/Königswinter - Das Sterben ist in Deutschland jetzt teurer geworden. Oder besser gesagt: Der Tod ist in Deutschland seit Januar 2020 teurer geworden. Hintergrund sind gestiegene Preise für eine ganz wichtige Leistung, ohne die in Deutschland kein Mensch beerdigt werden kann: Das Ausstellen eines Totenscheins. Oder genauer gesagt: Die diesem Akt vorausgehende so genannte "Leichenschau", also das Feststellen des Todes. Dies muss durch einen Arzt geschehen, oft ja durch den Hausarzt. Was aber kaum jemand weiß: Diese Leistung bezahlen immer die Erben, also die Angehörigen. Nicht etwa die Krankenkassen. Genau daran entzündet sich jetzt erneute Kritik, seit die Preise für die Leichenschau im Januar 2020 nochmal deutlich gestiegen sind - was die Ärzte wiederum überaus begrüßenswert finden...

Manchmal sind es nur einzelne Begriffe, die allerlei falsche Assoziationen wecken. Du hörst ein Wort und hast sofort bestimmte Bilder im Kopf. So geht es mir jedenfalls beim Begriff der "Leichenschau". Für mich klingt das nach Krimi, Polizei, Fernsehkommissaren, Tatort, Rechtsmedizin, CSI und so weiter. Doch die nackte Tatsache ist: Jeder Mensch, wirklich jeder, wird zumindest einmal in seinem Leben mit einer Leichenschau zu tun haben. Spätestens dann, wenn er gestorben ist. Denn sobald ein Arzt ausrückt, um den Tod festzustellen und den Totenschein auszustellen - ohne den in Deutschland gar nichts geht -, wird diese ärzliche Untersuchung eben als "Leichenschau" bezeichnet (mal am Rande erwähnt: eine Obduktion gehört zu dem, was in Deutschland als "innere Leichenschau" bezeichnet wird - und bevor ein Mensch kremiert, also verbrannt, wird, ist immer auch eine zweite Leichenschau nötig).


Ist da noch Wärme oder ein Pulsschlag? (Fotos: Thomas Achenbach)


Nun ist die Leichenschau also teurer geworden. Dazu ist Folgendes wichtig zu wissen: Obwohl es jeweils ein Arzt ist, oft ja der Hausarzt, der diese Leistung erbringt, wird diese ärztliche Leistung eben nicht von den Krankenkassen bezahlt. Mit der Argumentation: Wer tot ist, der ist eben nicht mehr krank, da sind wir als Krankenkasse nicht mehr zuständig. Wer bezahlt es also? Die Angehörigen selbst, denen der Arzt dafür eine Rechnung ausstellt, die sie zu bezahlen haben. Das war vielen Ärzten lange ein Dorn im Auge, weil die Gebührenordnung für Ärzte schon lange nicht mehr aktualisiert worden ist und weil so eine Leichenschau für Ärzte sowohl zeitlich als auch vom Aufwand her als recht intensiv gilt. Die bisherigen Preise hätten die tatsächlichen Leistungen nicht finanzieren können, lautete eine lange Kritik der Ärzte. Deswegen hat das Bundesgesundheitsministerium in Sachen Leichenschau eine Aktualisierung angestoßen - seit Januar 2020 gelten dafür neue Tarife. Und die Verbraucherschutzinitiative Aeternitas, die sich um viele Bestattungsfragen kümmert und die in Fach- und in Journalistenkreisen ein hohes Ansehen genießt, nimmt das zum Anlass für zweierlei Kritik.


Es gibt Kritik an der Neuregelung 


Der größte Kritikpunkt von Aeternitas ist, dass die Rechnungen der Ärzte auch weiterhin unübersichtlich bleiben und sich aus vielen verschiedenen Ziffern, Paragraphen und Zuschlägen zusammensetzten. Schon 2017 hatte Aeternitas im Gespräch mit der "Stiftung Warentest" beklagt, dass der Initiative mehrere Beschwerden über zu hohe oder unklare Rechnungen vorlägen und dass die Rechnungen allgemein unübersichtlich wären. Dies habe sich auch jetzt durch die Reform der Gebührenordnung nicht verbessert, beklagt Aeternitas jetzt erneut in einer aktuellen Pressemitteilung. Außerdem schlägt die Verbraucherinitative vor, dass die Krankenkassen diese Leistungen übernehmen sollten. "Zum einen wären die Angehörigen von diesen Kosten entlastet, zum anderen erscheint es angemessen, dass hier ein letztes Mal die Solidargemeinschaft der Versicherten für den Einzelnen aufkäme", heißt es in einer Mitteilung der Initiative. Aber wieviel kostet es denn nun, für seine gestorbenen Angehörigen einen Totenschein ausstellen zu lassen? 




Nun ja - von... bis. Wie Aeternitas weiter schreibt, ergibt sich seit Jahresbeginn 2020 aus den Neuordnungen für die Gebührenordnung für Ärzte, abgekürzt GOÄ, ein neuer Kostenrahmen zwischen 103 Euro und 265 Euro – abhängig ist das jeweils von Dauer und Umfang der Leistung, von den Todesumständen, von Uhrzeit und Wochentag sowie von der Entfernung der Arztpraxis (alternativ des Wohnorts des Arztes) zum Ort der Leichenschau. Bisher durfte die Leichenschau maximal (und das nur für besondere Fälle) bis zu 76,56 Euro kosten, korrekt abgerechnet hätten sich meist Beträge zwischen 20 und 60 Euro ergeben, heißt es in dem Schreiben weiter.


Viele Angehörigen zahlen, ohne die Rechnung zu verstehen


Die Reform der GOÄ habe die Bundesregierung damit begründet, dass die bislang vorgesehenen Beträge für den notwendigen zeitlichen Aufwand einer hochqualifizierten Berufsgruppe nicht mehr angemessen waren, sagt Aeternitas. In der Praxis führe dies in zahllosen Fällen dazu, dass Ärzte falsch abrechneten und überhöhte Rechnungen für Leichenschauen schrieben. Die meisten Angehörigen zahlten aufgrund fehlender Informationen anstandslos und stellten die Rechnungen nur infrage, wenn Sie ihnen außerordentlich hoch erschienen.


Zwar begrüße Aeternitas grundsätzlich eine Reform der GOÄ. Tatsächlich erschienen die bisherigen Gebührensätze nicht mehr angemessen. Doch hatte Aeternitas gehofft, dass die Rechnungen jetzt übersichtlicher werden könnten - und zeigt sich davon enttäuscht, dass das nicht der Fall ist. „Die Angehörigen werden wie bislang kaum in der Lage sein, die Korrektheit einer Rechnung einschätzen zu können“, wird der Aeternitas-Rechtsreferent, Rechtsanwalt Torsten Schmitt, in der Mitteilung weiter zitiert. Er gehe davon aus, dass auch in Zukunft viele Abrechnungen nicht korrekt, sondern zu hoch sein werden: „Die Chance für eine transparente Regelung der Leichenschaugebühren wurde leider vertan“. 


Neu dazugekommen ist die "vorläufige Leichenschau"


Nicht im Sinne der Verbraucher ist Aeternitas zufolge ebenso, dass anders als bisher auch eine vorläufige Leichenschau (zum Beispiel durch den Rettungsdienst) abgerechnet werden kann. Da die eingehende Leichenschau anschließend dennoch verpflichtend ist, kommen für die Angehörigen unter Umständen Beträge von mehr als 400 Euro zusammen. Wenn die Krankenkassen die Leichenschaugebühren übernähmen, würden Einzelne nicht mehr mit besonders hohen Zahlungen aufgrund von nicht zu beeinflussenden Zufälligkeiten, wie Sterbeort- und -zeit, Auffindesituation oder Anfahrtsweg des Arztes, belastet. Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Vorteil wäre, dass bei den zuständigen Krankenkassen genug Fachwissen vorhanden wäre, um falsche oder überzogene Rechnungen schneller zu erkennen, heißt es in der Mitteilung weiter.

Mehr zum Thema: Interview der Stiftung Warentest mit Aeternitas-Sprecher Alexander Helbach aus dem Jahr 2017 (externer Link)

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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung) und bietet Podcasts rund um das Thema Trauer an (bitte hier klicken). Thomas Achenbach ist der Autor des Buches "Männer trauern anders - was ihnen hilft und gut tut", 168 Seiten, Patmos-Verlag, 17 Euro, erschienen im März 2019. Mehr Infos auf www.thomasachenbach.de

Lesungen, Vorträge, Workshops, Seminare, Trauergruppen und mehr: Alle aktuellen Termine mit Thomas Achenbach finden sich unter diesem Link 

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Ebenfalls auf diesem Blog: Tipps zum Umgang mit Trauernden und mit Trauer - was Menschen in einer Trauer- und Verlustkrise hilft und was man Trauernden sagen kann 

Ebenfalls auf diesem Blog: Die Kunden müssen die Bestatterbranche bewegen - was alles möglich sein kann, wenn Menschen in einer Verlustsituation das wollen

Ebenfalls auf diesem Blog: Was soll nach einem Todesfall gefeiert werden? "Nur" der Todestag - oder auch noch der Geburtstag des gestorbenen Menschen?

Ebenfalls auf diesem Blog: Keine Sorge, alles normal - was Trauernde in einer Verlustkrise alles so tun und warum einem das nicht peinlich sein sollte

Ebenfalls auf diesem Blog: Tango auf der Trauerfeier, die Trauerrede als Audiodatei - was heute bei modernen Trauerfeiern alles möglich sein sollte

Ebenfalls auf diesem Blog: Der Fluch der Tapferkeit - warum es Menschen in der modernen Gesellschaft so schwer fällt Trauer als etwas Normales anzuerkennen

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Mittwoch, 15. Januar 2020

Ein Ausblick auf das Jahr 2020 - Eine Lesung im Februar, ein neues Buch im März - und zum Jahresstart durfte ich auch noch einen Zeitschriftenbeitrag über Männertrauer beisteuern - #Newsletter und Jahresausblick

Osnabrück - Kurz vor Weihnachten habe ich die Korrekturfahnen meines kommenden Buchs an den Campus-Verlag geschickt, das mittlerweile in Druck sein dürfte, kurz nach Silvester kam ein dickes Päckchen mit einigen Zeitschriftenexemplaren aus einem anderen Verlag als Belegexemplaren für mich an - so startete dieses neue Jahr 2020 für mich mit allerlei Veröffentlichungen. Es war die "Zeitschrift für systemische Therapie und Beratung", für die ich einen längeren Beitrag über Männer und Trauer beisteuern durfte, der jetzt erschienen ist. Und am 6. Februar darf ich im Rathaus in Paderborn eine öffentliche Lesung zum Thema "Männer trauern anders" absolvieren - so geht es also munter weiter mit dem Thema, mit dem ich auch im vergangenen Jahr viel unterwegs gewesen bin. Hier ein kurzer Newsletter und Jahresausblick.

Am 6. Februar veranstaltet der Kinder- und Jugendhospizdienst für Paderborn und Höxter einen Abend, der ganz bewusst auf einen Termin Anfang Februar gelegt worden ist - denn nur wenige Tage später, nämlich am 10. Februar, findet bundesweit der "Tag der Kinderhospizarbeit" statt, der auf die bestehenden Angebote und ihre Organisatoren aufmerksam machen soll. Deswegen wird es am 6. Februar auch nicht nur eine Lesung geben, bei der ich aus meinem Buch "Männer trauern anders" vorlesen werde, sondern es werden sich vorab auch die Veranstalter mit ihren Angeboten einmal vorstellen. Weil der Abend im wunderschönen Paderborner Rathaus mitten in der Stadt stattfindet (und hübsch feierabendkompatibel um 17.30 Uhr beginnt), ist er auch örtlich und zeitlich gut gelegen. Ich freue mich drauf, wenn wir uns dort sehen könnten. Und auf noch etwas Anderes freue ich mich...




Denn wenn am 11. März 2020 mein neues Buch erscheinen wird, und zwar diesmal im Campus-Verlag, geht wieder eine arbeitsreiche und intensive Lebensphase zu Ende. Rund drei Monate war ich mit der Recherche für das Buch beschäftigt und viel unterwegs dafür, rund vier Monate habe ich dran geschrieben, kurz vor Weihnachten war alles fertig, jetzt freue ich mich drauf, in Kürze das fertige Werk in den Händen zu halten: "Mitarbeiter in Ausnahmesituationen: Trauer, Pflege, Krise" ist mein zweites Buch nach "Männer trauern anders" und legt den Fokus diesmal auf die Arbeitswelt.

Auch wenn sich das Buch vorwiegend an Teamleiter, Führungskräfte, Personaler oder Betriebsräte richtet, enthält es sicher auch den einen oder anderen Impuls für Menschen in einer Trauer- und Verlustkrise oder in einer akuten Pflegesituation. Alles Weitere dazu findet sich in diesem kleinen Text, mit dem der Campusverlag das Buch bewirbt...: 


(Cover-Abbildung, Campus-Verlag)

"Soforthilfe für menschliche Ausnahmesituationen - Geraten Mitarbeiter in persönliche Krisen - durch Todes- und Pflegefälle, Erkrankungen oder Ähnliches – wissen Führungskräfte oft nicht, wie sie sich verhalten sollen. Trauerbegleiter Thomas Achenbach zeigt anhand zahlreicher Beispiele, wie Unternehmen den Umgang mit menschlichen Krisen zu einem Teil ihrer Unternehmenskultur machen, und wie Trauer und Pflege ins Betriebliche Gesundheitsmanagement integriert werden können. Das Buch enthält zahlreiche Checklisten und Vorlagen zum Download sowie eine No-go-Liste, die vor Fauxpas bewahrt. So können Chefs, Personaler und Betriebsräte kompetent agieren und Betroffene angemessen unterstützen..." Wer möchte, kann das Buch bei Amazon bereits vorbestellen und zwar unter diesem Link. 


Dass ich einen Artikel für die "Zeitschrift für systemische Therapie und Beratung" schreiben durfte, war eine der größeren Überraschungen des vergangenen Jahres - denn hier bewege ich mich erstmals ganz außerhalb der üblichen Kontextes von Hospiz-, Palliativ- oder Trauerbegleiter-Zusammenhängen. Alle Informationen über die "Zeitschrift für systemische Therapie und Beratung" sowie eine Möglichkeit, die aktuelle Ausgabe zu bestellen, findet sich unter diesem Link.



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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung) und bietet Podcasts rund um das Thema Trauer an (bitte hier klicken). Thomas Achenbach ist der Autor des Buches "Männer trauern anders - was ihnen hilft und gut tut", 168 Seiten, Patmos-Verlag, 17 Euro, erschienen im März 2019. Mehr Infos gibt es hier.

Lesungen, Vorträge, Workshops, Seminare, Trauergruppen und mehr: Alle aktuellen Termine mit Thomas Achenbach finden sich unter diesem Link 

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Ebenfalls auf diesem Blog: Tipps zum Umgang mit Trauernden und mit Trauer - was Menschen in einer Trauer- und Verlustkrise hilft und was man Trauernden sagen kann 

Ebenfalls auf diesem Blog: Die Kunden müssen die Bestatterbranche bewegen - was alles möglich sein kann, wenn Menschen in einer Verlustsituation das wollen

Ebenfalls auf diesem Blog: Was soll nach einem Todesfall gefeiert werden? "Nur" der Todestag - oder auch noch der Geburtstag des gestorbenen Menschen?

Ebenfalls auf diesem Blog: Keine Sorge, alles normal - was Trauernde in einer Verlustkrise alles so tun und warum einem das nicht peinlich sein sollte

Ebenfalls auf diesem Blog: Tango auf der Trauerfeier, die Trauerrede als Audiodatei - was heute bei modernen Trauerfeiern alles möglich sein sollte

Ebenfalls auf diesem Blog: Der Fluch der Tapferkeit - warum es Menschen in der modernen Gesellschaft so schwer fällt Trauer als etwas Normales anzuerkennen

Lesungen, Vorträge, Workshops, Seminare, Trauergruppen und mehr: Alle aktuellen Termine mit Thomas Achenbach finden sich unter diesem Link 

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Donnerstag, 9. Januar 2020

Einen ganzen Tag lang stehen Eltern von Sternenkindern im Mittelpunkt - was der erste "Sternenkinderkongress" in der Stadthalle in Verden an der Aller am 18. April 2020 alles anbieten will und warum die Veranstaltung überhaupt organisiert wird

(Foto: Thomas Achenbach)

Verden - Eine ehrenamtlich arbeitende Selbsthilfegruppe von Sternenkindeltern aus der Nähe von Bremen hat sich dieses Jahr eine besonders große Aufgabe gestellt: Die Sterneneltern Achim organisieren erstmals einen "analogen Sternenkindkongress", der in Verden an der Aller in der dortigen Stadthalle stattfinden wird - und zwar Mitte April, einen ganzen Tag lang. Auch wenn ich selbst zu den dort Vortragenden gehöre und somit nicht gänzlich unbefangen im Vorfeld über diese Veranstaltung berichten kann...: Das recht umfangreiche Programm lohnt so oder so, diesen Kongresstag einmal genauer vorzustellen. Zumal sich die Organisatoren noch etwas Unterstützung in der Öffentlichkeitsarbeit wünschen.

Ein arbeitsreiches Jahr liegt hinter mir, ein spannendes Jahr liegt vor mir. Vielerlei Vorträge, Lesungen und Workshops stehen bereits auf meinem Terminkalender für 2020, am 11. März wird mein neues Buch "Mitarbeiter in Ausnahmesituationen - Pflege, Trauer, Krise" im Campus-Verlag erscheinen - und am 18. April, einem Samstag, bin ich in der Stadthalle in Verden für einen Vortrag gebucht. An diesem Tag wird dort jener oben erwähnte Sternenkinderkongress stattfinden. Zwischen 10 und 18 Uhr bieten die Organisatoren ein gut gefülltes Programm an - zu den Referenten gehören beispielsweise der Niederländer Richard Hattink, der mit seinem aus Lego-Bestandteilen zusammengebauten Trauerspielzeug einige wertvolle Hilfsmittel anbietet, die Kindern dabei helfen können, sich ganz spielerisch und frei ihrer eigenen Trauer zu nähern (hier geht es zu meinem Bericht über sein Trauerspielzeug).

Pädagoge, Bestatter, Spielzeugbauer - Richard Hattink.  (Thomas-Achenbach -Foto)

Auf dem Programm stehen aber auch Themen wie "Die doppelte Trauer der Angehörigen", "Sternenkinderbestattung – Begleitung, Mitgestaltung und Rituale""Fotografie von Sternenkindern - warum Bilder so wichtig sind""Geschwistertrauerbegleitung auf der Intensivstation""Verhaltensauffälligkeiten und körperliche Symptome als versteckter Ausdruck von Trauer bei Geschwisterkindern" oder die "Sensibilisierung des Fachpersonals". Auf einer eigens für den Kongress eingerichteten Website lässt sich unter anderem das gesamte für den Tag geplante Programm finden, außerdem gibt es dort viele Informationen zu Anfahrt, Hotels und natürlich zu den Vortragenden.

Eine Trauerhalle als Spielzeug - das kann Kindern dabei helfen, sich den Themen Tod, Trauer und Sterben anzunähern. Auch wenn die Blumen vom Sarg purzeln...   (Achenbach-Foto)

Zielgruppe der Veranstaltung sind neben betroffenen Eltern vor allem Psychologen, Ärzte, Hebammen, aber auch Bestatter sowie Haupt- und Ehrenamtliche aus Hospiz- und Palliativeinrichtungen und viele mehr. Wie die Sterneneltern Achim als Veranstalter auf ihrer Website schreiben, geht es ihnen auch darum, das Thema noch weiter aus der Tabuzone zu holen. "Vielerorts haben sich Gruppen und Vereine gebildet, die versuchen, die Sternenkinderthematik mehr in die Öffentlichkeit zu bringen und durch ihre Arbeit betroffene Familien zu unterstützen"; heißt es in dem Text weiter. "Alle Sternenkindergruppen, -vereine und -organisationen machen hierbei ihre eigenen Erfahrungen, haben tolle Ideen, lösen Probleme und überwinden Hindernisse. Genau darüber ist es an der Zeit sich auszutauschen und voneinander zu lernen. So entstand die Idee, einen Kongress zu initiieren. Um genau dies zu tun: sich kennenlernen, sich vernetzen und sich austauschen - mit Menschen aus ganz Deutschland, Österreich der Schweiz und den Benelux Staaten."


Gefangen im Mischmasch der Gefühle - so fühlen sich die Eltern von Sternenkindern oft  (Foto: Achenbach, Grafik: Mechthild Schroeter-Rupieper)

Bleibt noch eine Frage: Warum nennen die Organisatoren ihre Veranstaltung einen "analogen Kongress"? Die Antwort ist naheliegend: Weil es bereits eine Reihe von Online-Kongressen zu diesem Thema gegeben hat, diese neue Tagung aber ganz real und eben analog stattfinden soll. Zum Anfassen, sozusagen. Ich selbst darf dort übrigens um 15:30 Uhr einen Vortrag über Männer und Trauer halten, zu dem mich die Organisatoren freundlicherweise eingeladen hatten. Gleichermaßen hatten die Veranstalter alle Mitwirkenden darum gebeten, nochmal offensiv auf die Veranstaltung aufmerksam zu machen. Dies soll hiermit nun geschehen sein - verbunden mit guten Wünschen für das noch so frische neue Jahr 2020 an alle Leser dieses Blogs

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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung) und bietet Podcasts rund um das Thema Trauer an (bitte hier klicken). Thomas Achenbach ist der Autor des Buches "Männer trauern anders - was ihnen hilft und gut tut", 168 Seiten, Patmos-Verlag, 17 Euro, erschienen im März 2019. Mehr Infos gibt es hier.

Lesungen, Vorträge, Workshops, Seminare, Trauergruppen und mehr: Alle aktuellen Termine mit Thomas Achenbach finden sich unter diesem Link 

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Ebenfalls auf diesem Blog: Tipps zum Umgang mit Trauernden und mit Trauer - was Menschen in einer Trauer- und Verlustkrise hilft und was man Trauernden sagen kann 

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Ebenfalls auf diesem Blog: Der Fluch der Tapferkeit - warum es Menschen in der modernen Gesellschaft so schwer fällt Trauer als etwas Normales anzuerkennen

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