Donnerstag, 9. Januar 2020

Einen ganzen Tag lang stehen Eltern von Sternenkindern im Mittelpunkt - was der erste "Sternenkinderkongress" in der Stadthalle in Verden an der Aller am 18. April 2020 alles anbieten will und warum die Veranstaltung überhaupt organisiert wird

(Foto: Thomas Achenbach)

Verden - Eine ehrenamtlich arbeitende Selbsthilfegruppe von Sternenkindeltern aus der Nähe von Bremen hat sich dieses Jahr eine besonders große Aufgabe gestellt: Die Sterneneltern Achim organisieren erstmals einen "analogen Sternenkindkongress", der in Verden an der Aller in der dortigen Stadthalle stattfinden wird - und zwar Mitte April, einen ganzen Tag lang. Auch wenn ich selbst zu den dort Vortragenden gehöre und somit nicht gänzlich unbefangen im Vorfeld über diese Veranstaltung berichten kann...: Das recht umfangreiche Programm lohnt so oder so, diesen Kongresstag einmal genauer vorzustellen. Zumal sich die Organisatoren noch etwas Unterstützung in der Öffentlichkeitsarbeit wünschen.

Ein arbeitsreiches Jahr liegt hinter mir, ein spannendes Jahr liegt vor mir. Vielerlei Vorträge, Lesungen und Workshops stehen bereits auf meinem Terminkalender für 2020, am 11. März wird mein neues Buch "Mitarbeiter in Ausnahmesituationen - Pflege, Trauer, Krise" im Campus-Verlag erscheinen - und am 18. April, einem Samstag, bin ich in der Stadthalle in Verden für einen Vortrag gebucht. An diesem Tag wird dort jener oben erwähnte Sternenkinderkongress stattfinden. Zwischen 10 und 18 Uhr bieten die Organisatoren ein gut gefülltes Programm an - zu den Referenten gehören beispielsweise der Niederländer Richard Hattink, der mit seinem aus Lego-Bestandteilen zusammengebauten Trauerspielzeug einige wertvolle Hilfsmittel anbietet, die Kindern dabei helfen können, sich ganz spielerisch und frei ihrer eigenen Trauer zu nähern (hier geht es zu meinem Bericht über sein Trauerspielzeug).

Pädagoge, Bestatter, Spielzeugbauer - Richard Hattink.  (Thomas-Achenbach -Foto)

Auf dem Programm stehen aber auch Themen wie "Die doppelte Trauer der Angehörigen", "Sternenkinderbestattung – Begleitung, Mitgestaltung und Rituale""Fotografie von Sternenkindern - warum Bilder so wichtig sind""Geschwistertrauerbegleitung auf der Intensivstation""Verhaltensauffälligkeiten und körperliche Symptome als versteckter Ausdruck von Trauer bei Geschwisterkindern" oder die "Sensibilisierung des Fachpersonals". Auf einer eigens für den Kongress eingerichteten Website lässt sich unter anderem das gesamte für den Tag geplante Programm finden, außerdem gibt es dort viele Informationen zu Anfahrt, Hotels und natürlich zu den Vortragenden.

Eine Trauerhalle als Spielzeug - das kann Kindern dabei helfen, sich den Themen Tod, Trauer und Sterben anzunähern. Auch wenn die Blumen vom Sarg purzeln...   (Achenbach-Foto)

Zielgruppe der Veranstaltung sind neben betroffenen Eltern vor allem Psychologen, Ärzte, Hebammen, aber auch Bestatter sowie Haupt- und Ehrenamtliche aus Hospiz- und Palliativeinrichtungen und viele mehr. Wie die Sterneneltern Achim als Veranstalter auf ihrer Website schreiben, geht es ihnen auch darum, das Thema noch weiter aus der Tabuzone zu holen. "Vielerorts haben sich Gruppen und Vereine gebildet, die versuchen, die Sternenkinderthematik mehr in die Öffentlichkeit zu bringen und durch ihre Arbeit betroffene Familien zu unterstützen"; heißt es in dem Text weiter. "Alle Sternenkindergruppen, -vereine und -organisationen machen hierbei ihre eigenen Erfahrungen, haben tolle Ideen, lösen Probleme und überwinden Hindernisse. Genau darüber ist es an der Zeit sich auszutauschen und voneinander zu lernen. So entstand die Idee, einen Kongress zu initiieren. Um genau dies zu tun: sich kennenlernen, sich vernetzen und sich austauschen - mit Menschen aus ganz Deutschland, Österreich der Schweiz und den Benelux Staaten."


Gefangen im Mischmasch der Gefühle - so fühlen sich die Eltern von Sternenkindern oft  (Foto: Achenbach, Grafik: Mechthild Schroeter-Rupieper)

Bleibt noch eine Frage: Warum nennen die Organisatoren ihre Veranstaltung einen "analogen Kongress"? Die Antwort ist naheliegend: Weil es bereits eine Reihe von Online-Kongressen zu diesem Thema gegeben hat, diese neue Tagung aber ganz real und eben analog stattfinden soll. Zum Anfassen, sozusagen. Ich selbst darf dort übrigens um 15:30 Uhr einen Vortrag über Männer und Trauer halten, zu dem mich die Organisatoren freundlicherweise eingeladen hatten. Gleichermaßen hatten die Veranstalter alle Mitwirkenden darum gebeten, nochmal offensiv auf die Veranstaltung aufmerksam zu machen. Dies soll hiermit nun geschehen sein - verbunden mit guten Wünschen für das noch so frische neue Jahr 2020 an alle Leser dieses Blogs

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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung) und bietet Podcasts rund um das Thema Trauer an (bitte hier klicken). Thomas Achenbach ist der Autor des Buches "Männer trauern anders - was ihnen hilft und gut tut", 168 Seiten, Patmos-Verlag, 17 Euro, erschienen im März 2019. Mehr Infos gibt es hier.

Lesungen, Vorträge, Workshops, Seminare, Trauergruppen und mehr: Alle aktuellen Termine mit Thomas Achenbach finden sich unter diesem Link 

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