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Freitag, 26. März 2021

Was genau ist eine "Spirituelle Patientenverfügung" und wie muss diese aussehen? Was wir noch im Leben für unser Sterben alles schon regeln können, außerhalb von medizinischen Fragen - und warum Spiritualität nichts mit Religion, Esoterik oder Mystik zu tun haben muss - Dorothea Mihm hat gute Antworten auf diese Fragen

Osnabrück/Frankfurt - Vor kurzem habe ich mich mit dem Thema der Spirituellen Patientenverfügung beschäftigen dürfen und habe dazu ein Interview in meinem Podcast veröffentlicht. Aber was genau ist das denn eigentlich? Eine spirituelle Patientenverfügung - im Gegensatz zur medizinischen Patientenverfügung oder zur Vorsorgevollmacht -, und was kann man mit ihr alles regelnWenn ich das mit eigenen Beispielen bebildern darf, muss ich ein paar Jahre in meine eigene Vergangenheit zurückgehen. Denn eine der prägendsten Zeiten meines Lebens war mein Zivildienst in einem Osnabrücker Altenheim Ende der 90er Jahre. Was ich dort alles miterleben musste, hat mich nachhaltig beschäftigt.  

Da wurden morgens beispielsweise die wehrlosen Senioren in ein Wohnzimmer hineingerollt und auf Sofas verfrachtet, weil sie dort den ganzen Tag gut beobachtet sitzenbleiben und niemandem Probleme machen sollten. Und den ganzen Tag lief: Der Radiosender NDR 1, der damals noch eine völlig andere Klangfarbe hatte als heute. Ende der 90er lief dort vor allem Volksmusik und deutscher Schlager von Roberto Blanco bis Roland Kaiser - für mich als junger Mitt-20er war das eine musikalische Zumutung sondergleichen, aber vielleicht auch für manchen Bewohner? Gefragt worden, ob das Radio laufen sollte oder nicht, war nämlich keiner. Und selbst wenn diese Musik sicher manchem der Bewohner tatsächlich gefiel, wenn auch nicht allen, war das schlicht übergriffig. Ich habe mir damals schon gedacht: Lieber tot überm Zaun als den ganzen Tag wehrlos etwas ausgesetzt zu sein, was für mich eine musikalische Beschallungsvergewaltigung bedeutet. Was das mit dem Thema Spiritualität zu tun hat? Klare Sache: Alles. 

(Alle Fotos: Thomas Achenbach)

Denn wer beim Stichwort Spiritualität zuerst an eine Religion wie das Christentum oder den Buddhismus denkt, der verkennt den tatsächlichen Kern der Sache: Es geht zunächst einmal ausschließlich um den "Spirit", übersetzt den "Geist", also um alles, was unsere innere Würde und inneren Werte prägt, ob nun religiös konnotiert oder nicht. Man könnte sagen: Es geht um die Seele. Oder: Das Innere. Oder, eben, den Geist, wobei diese Bezeichnung bereits an buddhistische Interpretationen angelehnt ist. Und da kommt nun wieder der Faktor Altenheim ins Spiel: Wer jeden Tag einem Musikprogramm ausgesetzt sein muss, das ihm alle andere als behagt, der hat kein ruhiges Inneres, der sträubt sich innerlich dagegen. Es ließe sich auch so formulieren: Da ist der Geist im Aufruhr. Und nun stelle Dir bitte einmal vor, dies geschähe in Deinem eigenen Sterbeprozess - Du möchtest in Frieden gehen und neben Dir plärrt die Rosenberg: "Er gehööört zu mir, wie mein Naahame an der Tühüürr...", tüdelüdtüdelüd. Mal ehrlich, Leute, so möchte ich nicht sterben.

Würdevoll und in Frieden "sein" können - darum geht's

Und doch ist auch diese Sterberealität eine in Deutschland gerne praktizierte Sterberealität. Als meine Großmutter nach mehreren Schlaganfällen und der raschen Entlassung aus dem Krankenhaus in ein Einzelzimmer eines in Hameln am Berghang gelegenen Pflegeheimes umziehen musste, - wie wir heute wissen, bereits im beginnenden Sterbeprozess -, hielten es die Pflegekräfte dort für eine gute Idee, der alten Dame ein um das Vierfache als üblich lauter gedrehtes TV-Programm als 12-Stunden-Dauerbeschallung anzustellen, ohne jede Pause und vor allem: ungefragt. Woraufhin wir dann zugesehen haben, dass meine Großmutter in ein anderes Pflegeheim umziehen konnte, wo sie, in mehrfacher Hinsicht, würdevoll in Ruhe gelassen wurde. Und auch das ist ein Thema von Spiritualität - von einem inneren Kern, der würdevoll und in Frieden einfach "sein" kann. Im Sterben.


Als Expertin für dieses Thema gilt die Buchautorin Dorothea Mihm aus Frankfurt, die in ihrem Buch "Verbunden bis zuletzt", erschienen im Arkana-Verlag, eine Vorlage für eine spirituelle Patientenverfügung veröffentlicht hat. Wobei Dorothea Mihms klare Empfehlung wäre, dass ein jeder seine eigene Verfügung am besten handschriftlich verfassen sollte. So sagt es die ehemalige Krankenschwester und heutige Fachfrau für palliative-spirituelle Pflege in dem Interview, das sie mir freundlicherweise für meinen neuen Podcast "Trauergeschichten - Menschgeschichten" gegeben hat. Und wie sich in dem Interview zeigt, geben die vorab geschilderten Situationen aus den Altenheimen tatsächlich gute Impulse für das Thema Spirituelle Patientenverfügung. Es geht um die Hilflosigkeit. Und die Abhängigkeit - und der Hörsinn ist übrigens einer der letzten, der seine Arbeit einstellt. Stell Dir also vor, Du liegst da im Sterben und dann läuft Christian Anders im Radio: "Es fährt ein Zu-hug, nach Nirgend-wo, den es noch geee-heestern gar nicht gab...". Würdest Du das mögen? Oder doch lieber "Stairway To Heaven?" Oder gar nichts?

Hilflos als Mensch - in totaler Abhängigkeit 

In einer Situation der totalen Abhängigkeit von anderen zeigt sich, wie wichtig es ist, dass die ureigene Individualität gewürdigt wird. Hierfür kann ich über eine Patientenverfügung gute Hinweise geben, indem ich mich vorab einmal frage: Wie möchte ich gepflegt werden, wenn ich selbst weder sprechen noch mich bewegen kann, aber trotzdem alles um mich herum mitbekomme? Was würde mir gut tun, was nicht? Möchte ich überhaupt, dass Musik läuft? Wo möchten ich gerne berührt werden? Möchte ich lieber von einem Mann oder von einer Frau behandelt werden oder ist es mir egal? Stichwort Inkontinenz - möchte ich so etwas wie einen Blasendauerkatheter, ja oder nein? Dem einen tut das gut, den anderen stört es sehr. Die Grundfrage ist: Was ist für mich Wesentlich? Erlebe ich mich beispielsweise als ein Mensch, dessen Geschlechtllichkeit eine wesentliche Rolle spielt - in meinem Fall also: Als Mann? Warum solche Fragen so wichtig sind, macht Dorothea Mihm in unserem Interview an einem eindrucksvollen Beispiel deutlich. 


Sie erinnert sich an einen jungen Mann, der aufgrund der Behandlung seines fortschreitenden Hodenkrebses vom Bauchnabel an gelähmt war, der also seine Fäkalien und seinen Urin nicht mehr halten konnte. Als sie ihn - in ihrer damaligen Funktion als Krankenschwester - waschen wollte, blickt der Mann auf seine Windel hinunter und sagt: Wissen Sie ich bin zwar krank, aber ich bin immer noch ein Mann - warum werde ich hier behandelt als wäre ich ein Kind? Entwertet in seinem Bild als Mann, in seiner Männlichkeit, ist dieser Mann einem Leidensprozess ausgesetzt, der auch sein Inneres in Wut und Zorn bringt. Spirituell ausgedrückt: Es ist keine Ruhe im Geist. Weltlich gesagt: Der Mann ist aufgewühlt. Und wie Dorothea Mihm es schildert, gäbe es auch aus medizinischer Sicht Alternativen für die Windel, es gäbe andere Lösungen, die weniger lächerlich wären. "Es geht darum, dass ich mich in einem zu-friedenen Geisteszustand befinde, der so wenig wie möglich gestört wird durch die äußeren Umstände", beschreibt es Mihm in unserem Gespräch. 

Große Wünsche: Natürliche Geburt, natürliches Sterben

Dorothea Mihm vergleicht in unserem Podcast-Gespräch die Wünsche, die Menschen an ihren Sterbeprozess anlegen könnten mit den Wüschen, die werdende Mütter für die Geburt ihres Kindes haben: Die meisten Mütter wollen am liebsten auf natürliche Art und Weise gebären. Nur wenn es wirklich nicht anders gehen sollte, sind sie mit medizinisch notwendigen Einschnitten einverstanden. Genauso wollen viele Menschen ein bewusstes Sterben erfahren in einem Prozess, den sich als möglichst natürlich erleben können. 


Dass eine Patientenverfügung von den behandelnden Ärzten tatsächlich auch beachtet wird, hat Dorothea Mihm durchaus erlebt, allerdings sei es wichtig, das Dokument lebendig und frisch zu halten. Eine Patientenverfügung ist nach ihren Worten umso wirksamer, je mehr die Ärzte sehen könnten, dass sie als lebensbegleitendes Dokument mit dem Patienten mitgewachsen und gereift ist - die Verfügung immer wieder zu aktualisieren, sie immer wieder neu zu prüfen, in regelmäßigen Abständen, und dies dann auch zu dokumentieren durch neue Unterschriften oder Veränderungen, darauf käme es an. Auf die Frage, was ein guter Zeitraum sein kann, sagt Dorothea Mihm: "Alle zwei Jahre!".


Düfte, Gebete, Riten - was darf sein, was nicht?


Aber natürlich gibt es auch religiöse Komponenten, die in einer spirituellen Patientenverfügung eine Rolle spielen können: Möchte ich, dass an meinem Sterbebett ein Gebet gesprochen wird, oder wäre mir das eher unangenehm? Möchte ich, dass gewisse religiöse Riten vollzogen werden, vielleicht, weil sie mir in meinem Leben schon wichtig gewesen sind? Welche Art von geistiger Betreuung möchte ich an meinem Sterbebett erleben - pastoral oder weltlich? Buddhistisch oder christlich? Möchte ich gewisse Düfte wahrnehmen, Weihrauch, beispielsweise, oder etwas Entspannendes wie Melisse? All solche und viele andere Fragen können eine Rolle spielen. Alles steht unter der Überschrift: Was ist für mich wesentlich? 


Das Altenheim, in dem ich dereinst meinen Zivildienst verrichtet habe, ist inzwischen übrigens aufgegeben worden, was in jedem Fall eine gute Entscheidung gewesen ist. Aber Heime dieser Art gibt es zuhauf. Und Pflegende, denen der Kern der Menschen nicht so wichtig ist. Die im Zweifelsfall den ganzen Tag irgendwas auf Dich eindröhnen lassen, ohne sich allzu viele Gedanken zu machen. Und dann liegst Du da, hilflos, wehrlos, ausgeliefert und es läuft: Die Fiesta Mexikana.

Hossa! Hossa! Hossa! 

Die folgenden Bücher von Dorothea Mihm sind im Handel erhältlich: “Mit dem Sterben leben” , „Die sieben Geheimnisse guten Sterbens“, „Anleitung zum guten Sterben“.

Unser Gespräch zum Thema Spirituelle Patientenverfügung gibt es in meinem Podcast "Trauergeschichten - Menschgeschichten" unter diesem Link 

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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung) und bietet Podcasts rund um das Thema Trauer an (bitte hier klicken). Thomas Achenbach ist der Autor der Bücher "Männer trauern anders - was ihnen hilft und gut tut", 168 Seiten, Patmos-Verlag und "Mitarbeiter in Ausnahmesituationen - Trauer, Pflege, Krise", 220 Seiten, Campus-Verlag. Mehr Infos auf www.thomasachenbach.de

Lesungen, Vorträge, Workshops, Seminare, Trauergruppen und mehr: Alle aktuellen Termine mit Thomas Achenbach finden sich unter diesem Link 

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Ebenfalls auf diesem Blog: Was muss ich machen, wenn ich wegen Trauer krankgeschrieben werden möchte? Geht das überhaupt und wenn ja, wie denn?

Der neue Podcast von Thomas Achenbach: "Trauergeschichten - Menschgeschichten", Gespräche über Leben, Tod und Sterben, jetzt online

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Dienstag, 9. Juni 2020

Denn wir sind auf dem Weg in die Sterbegesellschaft: Warum es so wichtig ist, als moderne Gesellschaft noch viel mehr und viel öfter über die Themen Tod, Trauer und Sterben sprechen zu können - Eine Studie hat herausgefunden, wie wir sterben wollen - warum es Zeit wird, in Deutschland eine neue "Sorgekultur" zu etablieren

Berlin - Wir brauchen in unserer Gesellschaft noch viel mehr Austausch über die Themen Tod, Trauer und Sterben und neue Gesprächsräume dafür. Raus aus der Nische und rein ins pralle Leben, das ist eine der Empfehlungen einer neuen Studie, die im Frühjahr 2020 veröffentlicht worden ist und die nachdenklich macht. Denn was die Studie ganz klar aufzeigt: Wir sind auf dem Weg in ein großes Sterbe-Zeitalter. Schon in der nahen, aber vor allem in der mittelfristigen Zukunft wird das Sterben in Deutschland und Europa massiv zunehmen. Oder anders formuliert: Beerdigungen werden die Regel werden, Geburten dagegen die Ausnahme. Schuld ist der demografische Wandel, der die Alters- und Bevölkerungsstruktur massiv durcheinanderwirbeln wird. 

Perspektivwechsel. Beginnen wir unsere Reise zu den Endfragen des Lebens einfach mal dort, wo sein Beginn noch so nahe ist: In den Kindergärten. "Fragen Sie mal in Kindergärten nach Bilderbüchern über den Tod... Denn es gibt großartige Bilderbücher über das Thema - und fast jeder Kindergarten hat die auch. Und dann fragen Sie mal: Wo stehen die denn? Dann kriegen sie sowas zu hören wie: Ja, die sind in der Kiste dahinten, wenn es mal schwierig wird, dann holen wir die auch raus. So erfahren Kinder aber nicht, dass der Tod auch Normalität ist, und damit wird es sofort zu diesem schwierigen, großen Thema - und da müssen wir von weg!" Es war der Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, Heiner Melching, der in einer offiziellen Youtube-Pressekonferenz über die neue Studie diese Worte sagte. 

Über den Tod sprechen? Ach nee, lieber nicht...   (Alle Fotos: Thomas Achenbach)

Über Youtube hatte die Konferenz ausgestrahlt werden müssen, weil die lange geplante Vorstellung der Studie plötzlich mitten in die erste Lockdown-/Corona- und Angstphase hineingeraten war. Was vermutlich einer der Gründe dafür ist, dass die vorgestellte Studie bislang noch nicht die große mediale und gesellschaftliche Aufmerksamkeit bekommen hat, die sie meiner Meinung nach verdient hätte. Deswegen ist genau jetzt ein guter Zeitpunkt, um noch einmal darauf hinzuweisen und die Studie noch einmal genauer vorzustellen, jetzt, wo sich gerade alles ein bisschen beruhigt hat und die Menschen wieder Kapazitäten haben für andere Themen als Corona. 


Realität 2035: Eine Geburt macht vier Beerdigungen



Vor allem, was das Sterben und den Tod angeht, sollten wir auf den demografischen Wandel noch besser vorbereitet sein. Das ist eine der Kernthesen der Studie mit dem Titel „Auf ein Sterbenswort – wie die alternde Gesellschaft dem Tod begegnen will, die das „Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung“ u. a. in Kooperation mit dem Allensbacher Institut für Demoskopie durchgeführt hat. "Das, was jetzt noch normal ist, wird sich alleine schon demografisch bedingt verändern", so fasst Doris Kreinhöfer von der die Studie ebenfalls begleitenden Körber-Stiftung in einer Video-Pressekonferenz zusammen, worum es geht (abrufbar über Youtube, Links dazu am Ende dieses Artikels). „In einigen Landkreisen dürften im Jahr 2035 auf eine Geburt über vier Beerdigungen kommen – heute liegt das Verhältnis bei eins zu zwei“, heißt es in der Studie. Und: "Die Alterung fordert somit unseren Umgang mit dem Sterben heraus". Passend dazu hat sich die Körber-Stiftung dieses Themas angenommen, denn diese Stiftung hat sich der Erforschung des gesellschaftlichen Wandels verschrieben.


Und der wird kommen, was das Thema Sterben angeht. Aktuell bilden die über 80-Jährigen noch rund sechs Prozent der Bevölkerung. Doch schon bald wird unsere Gesellschaft immer älter werden – und zudem immer zerfaserter: Immer mehr junge Menschen verlassen die Dörfer und versuchen sich in den Großstädten. Ein von Angehörigen begleitetes Sterben werde alleine dadurch erschwert. Doch bleibt das Sterben in Begleitung weiterhin einer der größten Wünsche der Menschen für das Ende ihres Lebens, auch das zeigt die Studie recht eindeutig.


Die Sterberealität wird durch Corona noch brutaler


In Umfragen und Leitfadeninterviews haben die Autoren herausgefunden, dass die Menschen „schmerzfrei, nah am Gewohnten, selbstbestimmt, sozial eingebunden und gut versorgt sterben“ möchten. Dieses Idealbild hätten Frauen wie Männer, Junge wie Alte, Arme wie Reiche, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, heißt es. Doch spätestens die Coronakrise hat uns klargemacht, wie sehr diesese Idealbild mit der Realität des Sterbens unvereinbar (geworden) ist - und es vielleicht schon vorher war. Rund 50 Prozent der Deutschen sind bereits vor Ausbruch der Krise im Krankenhaus gestorben (ca. 43 Prozent, so benennt es die Studie), durch das Coronavirus könnten sich diese Zahlen erhöht haben. Aber was viel schlimmer ist: Das Sterben ist dadurch oftmals zu einem einsamen Akt geworden, der auf Isolierstationen ohne Besuchsmöglichkeiten stattfinden muss. Auch ohne Coronakrise sahen schon 73 Prozent der für die Studie Befragten einen einsamen Tod zu sterben als weit verbreitetes Problem an. 



Umso wichtiger wird es da für jeden Einzelnen, sich schon frühzeitig mit seinem eigenen Sterben auseinanderzusetzen und sich zu fragen, wo die persönlichen Grenzen lägen, empfehlen die Autoren der Studie (Adrián Carrasco Heiermann, Tanja Kiziak und Catherina Hinz): „Ohne Auseinandersetzung kann der Einzelne nicht zu eigenen Vorstellungen und Wünschen kommen, ohne Auseinandersetzung wissen seine Nächsten nicht, wie und wo er sterben möchte, ohne Auseinandersetzung wissen wir nicht, welche Strukturen wir benötigen, um gutes Sterben zu ermöglichen“, schreiben sie. Immerhin drei von vier Menschen sähen es als einen Missstand an, dass das Thema Sterben häufig verdrängt wird, schreiben die Macher der Studie weiterhin.


Handlungsempfehlungen und gute Vorschläge


Dementsprechend haben die Autoren der Studie ein paar Handlungsempfehlungen formuliert, die ich hier gerne auszugsweise veröffentlichen und denen ich mich gerne mit vollem Herzen anschließen möchte:



1.) Es wird immer wichtiger, Informationen über das Sterben vermitteln: Viele Angehörige oder Freunde sind unsicher, wie sie einen Sterbenden begleiten sollen. Das ist einer der am meisten genannten Missstände. Das ist insofern spannend, als dass die Studie ebenfalls aufzeigen kann, dass es eine durchaus hohe Bereitschaft zur Hilfe oder gar Begleitung gibt, vor allem unter jenen Menschen, die schon einmal mit dem Sterben eines Menschen konfrontiert waren. 


2.) Es muss mehr Veranstaltungen über das Sterben geben, diese müssen niedrigschwellig und leicht zugänglich sein - und es muss gar nichts Großes sein. Schon eine Bücherei könne einen Abend über das Sterben anbieten. Weil aber 23 Prozent der Befragten angegeben hatten, dasss sie persönlich Angst vor dem Tod haben, ist es umso wichtig, dass die Veranstaltungen sehr einladend und niedrigschwellig angeboten werden. In die Einladung hineinzuschreiben, dass auch stille Teilnehmer genauso herzlich willkommen sind und dass sich nicht jeder aktiv beteiligen müsse, könnte eine gute Idee sein, sagten die Autoren der Studie bei ihrer Youtube-Pressekonferenz. Und es böten sich viele Anknüpfungspunkte an: "Die Themenfülle ist groß, es geht bei gutem Sterben um mehr als nur Patientenverfügungen", sagte Tanja Kizik als stellvertretende Direktorin des Berlin-Instituts dazu in ihrer Vorstellung der Studienergebnisse.


3.) Wir brauchen einen neuen Vereinbarkeitsbegriff im Kontext des Sterbens: 
Gemeint ist damit die Vereinbarkeit von Sterbebegleitung und Arbeitsleben, also eine Ausweitung der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zum Kontext des Sterbens. Und weil die familiäre Begleitung zunehmend schwieriger werden dürfte, alleine schon wegen weit entfernt wohnender Angehöriger, ist auch über die gesellschaftliche Ausweitung von Sterbebegleitung auf Nachbarschaften und Freundeskreise nachzudenken. Auf diesem Weg könnte sich auch das entwickeln, was zu etablieren den Autoren der Studie zufolge unsere neue gesellschaftliche Aufgabe werden wird: Eine neue "Sorgekultur" zu entwickeln.

Und hier noch, wie versprochen, die Linksammlung der in diesem Artikel benutzten Informationen und Fakten:

1.) Die Studie zum Herunterladen: Die Studie lässt sich herunterladen oder bestellen über diese Internetseite (bitte hier klicken)

2.) Die Online-Pressekonferenz, in der die Studie vorgestellt wird, lässt sich über Youtube finden und dort ansehen (bitte hier klicken)

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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung) und bietet Podcasts rund um das Thema Trauer an (bitte hier klicken). Thomas Achenbach ist der Autor der Bücher "Männer trauern anders - was ihnen hilft und gut tut", 168 Seiten, Patmos-Verlag und "Mitarbeiter in Ausnahmesituationen - Trauer, Pflege, Krise", 220 Seiten, Campus-Verlag. Mehr Infos auf www.thomasachenbach.de

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Donnerstag, 23. Januar 2020

Warum das Sterben bzw. der Tod in Deutschland seit Januar 2020 deutlich teurer geworden ist - und warum auf alle Erben und Angehörigen höhere Kosten zukommen - Was Ärzte seit Januar 2020 für die "Leichenschau" berechnen dürfen und warum es darum Streit gibt

Osnabrück/Königswinter - Das Sterben ist in Deutschland jetzt teurer geworden. Oder besser gesagt: Der Tod ist in Deutschland seit Januar 2020 teurer geworden. Hintergrund sind gestiegene Preise für eine ganz wichtige Leistung, ohne die in Deutschland kein Mensch beerdigt werden kann: Das Ausstellen eines Totenscheins. Oder genauer gesagt: Die diesem Akt vorausgehende so genannte "Leichenschau", also das Feststellen des Todes. Dies muss durch einen Arzt geschehen, oft ja durch den Hausarzt. Was aber kaum jemand weiß: Diese Leistung bezahlen immer die Erben, also die Angehörigen. Nicht etwa die Krankenkassen. Genau daran entzündet sich jetzt erneute Kritik, seit die Preise für die Leichenschau im Januar 2020 nochmal deutlich gestiegen sind - was die Ärzte wiederum überaus begrüßenswert finden...

Manchmal sind es nur einzelne Begriffe, die allerlei falsche Assoziationen wecken. Du hörst ein Wort und hast sofort bestimmte Bilder im Kopf. So geht es mir jedenfalls beim Begriff der "Leichenschau". Für mich klingt das nach Krimi, Polizei, Fernsehkommissaren, Tatort, Rechtsmedizin, CSI und so weiter. Doch die nackte Tatsache ist: Jeder Mensch, wirklich jeder, wird zumindest einmal in seinem Leben mit einer Leichenschau zu tun haben. Spätestens dann, wenn er gestorben ist. Denn sobald ein Arzt ausrückt, um den Tod festzustellen und den Totenschein auszustellen - ohne den in Deutschland gar nichts geht -, wird diese ärzliche Untersuchung eben als "Leichenschau" bezeichnet (mal am Rande erwähnt: eine Obduktion gehört zu dem, was in Deutschland als "innere Leichenschau" bezeichnet wird - und bevor ein Mensch kremiert, also verbrannt, wird, ist immer auch eine zweite Leichenschau nötig).


Ist da noch Wärme oder ein Pulsschlag? (Fotos: Thomas Achenbach)


Nun ist die Leichenschau also teurer geworden. Dazu ist Folgendes wichtig zu wissen: Obwohl es jeweils ein Arzt ist, oft ja der Hausarzt, der diese Leistung erbringt, wird diese ärztliche Leistung eben nicht von den Krankenkassen bezahlt. Mit der Argumentation: Wer tot ist, der ist eben nicht mehr krank, da sind wir als Krankenkasse nicht mehr zuständig. Wer bezahlt es also? Die Angehörigen selbst, denen der Arzt dafür eine Rechnung ausstellt, die sie zu bezahlen haben. Das war vielen Ärzten lange ein Dorn im Auge, weil die Gebührenordnung für Ärzte schon lange nicht mehr aktualisiert worden ist und weil so eine Leichenschau für Ärzte sowohl zeitlich als auch vom Aufwand her als recht intensiv gilt. Die bisherigen Preise hätten die tatsächlichen Leistungen nicht finanzieren können, lautete eine lange Kritik der Ärzte. Deswegen hat das Bundesgesundheitsministerium in Sachen Leichenschau eine Aktualisierung angestoßen - seit Januar 2020 gelten dafür neue Tarife. Und die Verbraucherschutzinitiative Aeternitas, die sich um viele Bestattungsfragen kümmert und die in Fach- und in Journalistenkreisen ein hohes Ansehen genießt, nimmt das zum Anlass für zweierlei Kritik.


Es gibt Kritik an der Neuregelung 


Der größte Kritikpunkt von Aeternitas ist, dass die Rechnungen der Ärzte auch weiterhin unübersichtlich bleiben und sich aus vielen verschiedenen Ziffern, Paragraphen und Zuschlägen zusammensetzten. Schon 2017 hatte Aeternitas im Gespräch mit der "Stiftung Warentest" beklagt, dass der Initiative mehrere Beschwerden über zu hohe oder unklare Rechnungen vorlägen und dass die Rechnungen allgemein unübersichtlich wären. Dies habe sich auch jetzt durch die Reform der Gebührenordnung nicht verbessert, beklagt Aeternitas jetzt erneut in einer aktuellen Pressemitteilung. Außerdem schlägt die Verbraucherinitative vor, dass die Krankenkassen diese Leistungen übernehmen sollten. "Zum einen wären die Angehörigen von diesen Kosten entlastet, zum anderen erscheint es angemessen, dass hier ein letztes Mal die Solidargemeinschaft der Versicherten für den Einzelnen aufkäme", heißt es in einer Mitteilung der Initiative. Aber wieviel kostet es denn nun, für seine gestorbenen Angehörigen einen Totenschein ausstellen zu lassen? 




Nun ja - von... bis. Wie Aeternitas weiter schreibt, ergibt sich seit Jahresbeginn 2020 aus den Neuordnungen für die Gebührenordnung für Ärzte, abgekürzt GOÄ, ein neuer Kostenrahmen zwischen 103 Euro und 265 Euro – abhängig ist das jeweils von Dauer und Umfang der Leistung, von den Todesumständen, von Uhrzeit und Wochentag sowie von der Entfernung der Arztpraxis (alternativ des Wohnorts des Arztes) zum Ort der Leichenschau. Bisher durfte die Leichenschau maximal (und das nur für besondere Fälle) bis zu 76,56 Euro kosten, korrekt abgerechnet hätten sich meist Beträge zwischen 20 und 60 Euro ergeben, heißt es in dem Schreiben weiter.


Viele Angehörigen zahlen, ohne die Rechnung zu verstehen


Die Reform der GOÄ habe die Bundesregierung damit begründet, dass die bislang vorgesehenen Beträge für den notwendigen zeitlichen Aufwand einer hochqualifizierten Berufsgruppe nicht mehr angemessen waren, sagt Aeternitas. In der Praxis führe dies in zahllosen Fällen dazu, dass Ärzte falsch abrechneten und überhöhte Rechnungen für Leichenschauen schrieben. Die meisten Angehörigen zahlten aufgrund fehlender Informationen anstandslos und stellten die Rechnungen nur infrage, wenn Sie ihnen außerordentlich hoch erschienen.


Zwar begrüße Aeternitas grundsätzlich eine Reform der GOÄ. Tatsächlich erschienen die bisherigen Gebührensätze nicht mehr angemessen. Doch hatte Aeternitas gehofft, dass die Rechnungen jetzt übersichtlicher werden könnten - und zeigt sich davon enttäuscht, dass das nicht der Fall ist. „Die Angehörigen werden wie bislang kaum in der Lage sein, die Korrektheit einer Rechnung einschätzen zu können“, wird der Aeternitas-Rechtsreferent, Rechtsanwalt Torsten Schmitt, in der Mitteilung weiter zitiert. Er gehe davon aus, dass auch in Zukunft viele Abrechnungen nicht korrekt, sondern zu hoch sein werden: „Die Chance für eine transparente Regelung der Leichenschaugebühren wurde leider vertan“. 


Neu dazugekommen ist die "vorläufige Leichenschau"


Nicht im Sinne der Verbraucher ist Aeternitas zufolge ebenso, dass anders als bisher auch eine vorläufige Leichenschau (zum Beispiel durch den Rettungsdienst) abgerechnet werden kann. Da die eingehende Leichenschau anschließend dennoch verpflichtend ist, kommen für die Angehörigen unter Umständen Beträge von mehr als 400 Euro zusammen. Wenn die Krankenkassen die Leichenschaugebühren übernähmen, würden Einzelne nicht mehr mit besonders hohen Zahlungen aufgrund von nicht zu beeinflussenden Zufälligkeiten, wie Sterbeort- und -zeit, Auffindesituation oder Anfahrtsweg des Arztes, belastet. Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Vorteil wäre, dass bei den zuständigen Krankenkassen genug Fachwissen vorhanden wäre, um falsche oder überzogene Rechnungen schneller zu erkennen, heißt es in der Mitteilung weiter.

Mehr zum Thema: Interview der Stiftung Warentest mit Aeternitas-Sprecher Alexander Helbach aus dem Jahr 2017 (externer Link)

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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung) und bietet Podcasts rund um das Thema Trauer an (bitte hier klicken). Thomas Achenbach ist der Autor des Buches "Männer trauern anders - was ihnen hilft und gut tut", 168 Seiten, Patmos-Verlag, 17 Euro, erschienen im März 2019. Mehr Infos auf www.thomasachenbach.de

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Donnerstag, 28. November 2019

Zwischendurch ein aktueller TV-Tipp: Der Sender rbb zeigt am 1. 12. 2019 erstmals im frei verfügbaren Fernsehen die eindrucksvolle Dokumentation "Überall wo wir sind"

Osnabrück - Zugegeben, die Uhrzeit könnte besser liegen - aber was früher der Videorekorder leistete, kann heute eine externe Festplatte mit Programmierfunktion übernehmen, also lässt sich der Film ggf. auch aufnehmen. So oder so: Am 1. 12. 2019 (also am Sonntag) zeigt der TV-Sender rbb um 23:05 Uhr die Dokumentation "Überall, wo wir sind", bei der die Filmemacherin Veronika Kaserer den Sterbeprozess eines jungen Tanzlehrers begleitet hat. Unaufdringlich und immer ganz nah dran am echten Leben.

Mit das Eindrucksvollste an diesem Film ist, dass er einem so ganz nebenbei vermitteln kann, was Trauer eigentlich ist und was sie mit Menschen macht. Aber ganz unaufgeregt und ganz ohne ausgefahrenen Zeigefinger. In einem Interview, das ich ich mit ihr durchführen durfte, hatte mir die Filmemacherin vor ein paar Jahren geschildert, wie es zu diesem Projekt gekommen war und warum sie auch noch ihr eigenes Geld hatte hineinstecken müssen. Auch wenn es sich vielleicht nicht unbedingt finanziell gelohnt hat, machte der Film in den vergangenen Jahren mehr und mehr seine Runde durch die deutschen Kinos - inzwischen er zudem einen Sonderpreis des Bundesverbands Trauerbegleitung erhalten (Transparenzhinweis: In dem ich ebenfalls Mitglied bin). 

Hier geht es zu meinem Interview mit Veronika Kaserer und zu meinem Blogbeitrag über den Film "Überall wo wir sind".


Heiko Lekutats letzter Gruß, nur einige Stunden vor seinem Versterben am 15. Februar 2017 - mit dieser Szene beginnt die Dokumentation (Filmstill "Überall wo wir sind").

Und wer sich den Film lieber genau dann ansehen möchte, wann und wie er (oder sie) es mag, hat über den Streamingdienst Amazon Prime die Chance dazu - hier ist der Film zu einem Verleihpreis von aktuell 3,99 Euro für 48 Stunden ausleihbar. 

Übrigens: Lust drauf, diesen Blog auch als Podcast zu hören? Dann bitte hier klicken für die Übersicht über alle bisher veröffentlichten Episoden, darunter meine Interviews mit dem Buchautoren Pierre Stutz, dem "Letzte Lieder"-Macher Stefan Weiller und dem Trauer-Chat-Moderator und Ex-Spielsüchtigen Kai Sender....

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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung) und bietet Podcasts rund um das Thema Trauer an (bitte hier klicken). Thomas Achenbach ist der Autor des Buches "Männer trauern anders - was ihnen hilft und gut tut", 168 Seiten, Patmos-Verlag, 17 Euro, erschienen im März 2019. Mehr Infos gibt es hier.

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Donnerstag, 5. September 2019

Gibt es so etwas wie Leichengift? Und wie gefährlich ist es? Stimmt es, dass die Nägel der Toten noch lange weiterwachsen? Die sechs größten Irrglauben rund um Tod, Verwesung und Sterben - ein spannendes Aufklärerstück vom Berliner Online-Bestattungshaus "Mymoria" zeigt die wichtigsten Fragen auf

Osnabrück/Berlin - Um das Sterben, den Tod und Bestattungen ranken sich viele Irrglauben. Gibt es so etwas wie Leichengift? Und wie gefährlich ist es? Stimmt es, dass die Nägel der Toten auf unbestimmte Zeit weiterwachsen? Hier sind die sechs größten Irrglauben rund um Trauer, Tod und Sterben.

Noch nie habe ich für diesen Blog eine mir zugeschickte Pressemitteilung komplett übernommen, sondern immer auf eigene Artikel gesetzt. Aber was mir jetzt das Berliner Unternehmen Mymoria zugeschickt hat, finde ich so gut gemacht, dass ich es gerne übernehmen möchte. Schon der Titel macht neugierig (vor allem nach diesem Sommer):"Sterben bei Hitze wirklich mehr Menschen als bei Kälte? Mymoria zeigt sechs Irrglauben zu Tod und Bestattung". Es handelt sich bei "Mymoria" übrigens um ein Internetunternehmen, das Beerdigungen online plant, wobei es auf regionale Partner zurückgreift - und mir ist wichtig zu betonen, dass ich weder jemals für dieses Unternehmen gearbeitet habe noch in irgendeiner anderen Geschäftsfbeziehung dazu stehe. Mymoria macht schlicht und ergreifend eine sehr clevere, weil aufklärende und allen etwas Erläuternde Pressearbeit. Dass bei einer Meeresbestattung beispielsweise gar keine Asche ins Meer gestreut wird oder dass es gar nicht die Würmer sind, die in die toten Körper unter der Erde eindringen, habe ich selbst bisher auch nicht gewusst, trotz einer fast täglichen Beschäftigung mit den Themen Tod, Trauer und Sterben.

Hier ist also die mir zugeschickte Pressemitteilung im Wortlaut: 

Berlin - Um das Sterben, den Tod und Bestattungen ranken sich viele Irrglauben. Björn Wolff, Gründer und Geschäftsführer des digitalen Bestattungshauses Mymoria, erklärt sich das so: „Wir reden viel zu wenig über den Tod und wissen deshalb kaum etwas darüber. Das lässt viel Raum für falsche Annahmen, die sich oft hartnäckig halten. Um das zu ändern müssen wir das Tabu brechen." Mit seinem Team von Mymoria will er aufklären und einen unbeschwerten Umgang mit dem Tod erreichen (....):


Irrglaube 1: Im Sommer sterben mehr Menschen als bei Kälte


Viele Menschen glauben, dass bei Hitze besonders viele Menschen sterben, weil der Kreislauf bei hohen Temperaturen überbeansprucht wird und schnell versagen kann. Das Gegenteil ist der Fall: Der Körper ist in kalten Jahreszeiten anfälliger, weil sich zusätzlich zur Schwächung auch Viren und Bakterien besser ausbreiten können. Durch die vermehrten Krankheiten sterben im Winter mehr Menschen als im Sommer.


Irrglaube 2: Bei Verstorbenen wachsen Nägel und Haare weiter


Das stimmt nicht, weil ohne Stoffwechsel keine Zellteilung mehr stattfindet, also auch kein Wachstum. Die Erklärung dafür, warum es trotzdem so aussieht, als würden Haare und Nägel weiter wachsen, ist recht simpel: Das umliegende Gewebe schwindet durch den Wasserverlust.


Irrglaube 3: Leichengift macht Tote ansteckend


Früher glaubte man, dass durch Gerüche Krankheiten übertragen werden können. Vermutlich kommt der Irrglaube an ein Leichengift daher, dass ein Leichnam unangenehm riechen kann. Bei der Verwesung entstehen zwar Stoffe, die aber bei Hautkontakt nicht schädlich sind.


Foto: Thomas Achenbach


Irrglaube 4: Asche wird ins Meer gestreut


Bei Seebestattungen in Deutschland wird die Asche nicht, wie oft in Filmen gezeigt, einfach verstreut. Von Schiffen werden spezielle Urnen ins Wasser abgelassen, die aus löslichen Materialien bestehen und sich mit der Zeit zersetzen. Im Gegensatz zu Erdbestattungen gibt es bei Beisetzungen auf dem Meer keine Gebinde und Trauerkränze. Der Umwelt zuliebe dürfen Angehörige nur ein paar Blumen zur Urne ins Wasser werfen. 


Irrglaube 5: Verstorbene sind leichenblass


Der Begriff "leichenblass“ ist irreführend. Denn entgegen des damit verbundenen Irrglaubens ist die Haut von Leichen meist farbintensiv. Das liegt daran, dass das Blut aus den Gefäßen nach unten sinkt, wenn der Blutkreislauf still steht. Das Blut sammelt sich an der Körperunterseite und zeichnet sich durch die Haut in verschiedenen Farbtönen ab.


Irrglaube 6: Würmer zerfressen den Körper in der Erde


Die Vorstellung, dass man von Würmern zerfressen wird, ist weit verbreitet, stimmt aber gar nicht. Denn in der durchschnittlichen Grabtiefe von rund 2 Metern, sind keine Würmer zu Hause. Diese leben weiter oben, wo es mehr Humus gibt. Die Verwesung im Grab passiert durch Zersetzungsprozesse und unterschiedliche Bakterien - Würmer braucht es dafür nicht.

Soweit die Pressemitteilung des Unternehmens. Noch eine Anmerkung meinerseits dazu: Mit seinem Angebot steht Mymoria natürlich in direkter Konkurrenz zu allen vor Ort ansässigen Bestattern mit allen Nach- oder auch Vorteilen, die das haben kann, aber das ist eine ganz andere Form von Diskussion, die wir bereits an anderer Stelle geführt haben (Links am Ende dieses Artikels). Ziel von Mymoria ist es laut eigener Aussage, "die Bestattungsindustrie zu digitalisieren". 

Und weiter heißt es in der Eigendarstellung: "Mymoria bietet  Hinterbliebenen unter www.mymoria.de die Möglichkeit, online eine vollumfängliche Bestattung zu beauftragen, und das bei voller Kostentransparenz. In gewohnter Umgebung und im geschützten Raum können sie sich intuitiv alle für die gewünschte Bestattung benötigten Dienstleistungen und Produkte zusammenstellen. (...). Das Unternehmen wurde 2015 in Berlin von Björn Wolff und Peter Kautz gegründet. Das Team besteht aktuell aus rund 40 Mitarbeitern."

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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung) und bietet Podcasts rund um das Thema Trauer an (bitte hier klicken). Thomas Achenbach ist der Autor der Bücher "Männer trauern anders - was ihnen hilft und gut tut", 168 Seiten, Patmos-Verlag und "Mitarbeiter in Ausnahmesituationen - Trauer, Pflege, Krise", 220 Seiten, Campus-Verlag. Mehr Infos auf www.thomasachenbach.de

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Donnerstag, 2. Mai 2019

Was ich jetzt tue, sollte jeder Mensch einmal tun: Seinen Angehörigen eine persönliche Wunschliste fürs Sterbebett zu schreiben - was kann ich tun und sagen, wenn sich das Sterben als ein langsames Ausglühen im Bett vollzieht? Wie können wir so einen Prozess gemeinsam gut gestalten? ("Die Wünsche eines Sterbenden...")

Osnabrück - Einmal angenommen, ich läge irgendwann im Sterben. Und zwar in einem Bett, eingebunden in einen längeren Prozess. Also kein plötzliches Sterben, mehr so die Sorte langsames Ausglühen. Was würde ich mir in einer solchen Situation von meinen Angehörigen und Freunden wünschen? Was fände ich, vermutlich, angenehm, was nicht? Was könnte mir eventuell helfen oder gut tun? Und was von meinen persönlichen Erfahrungen mit solchen Situationen möchte ich vorher gerne noch tèilen? Was ich jetzt tue, sollte jeder Mensch einmal tun: Seinen Angehörigen eine Wunschliste fürs Sterbebett zu schreiben. Natürlich immer mit dem Wissen im Hinterkopf, dass das Leben sowieso seine ganz eigenen Wege geht und dass sich mein Sterben vermutlich/vielleicht ganz anders vollziehen wird - also mehr so Wunschkonzert, heute einmal. Aber warum sich nicht auch einmal ein, soweit es geht, "gutes eigenes" Sterben erträumen? 

Damit wir uns richtig verstehen: Derweil ich diese Zeilen schreibe, gibt es für mich keinerlei konkreten Anlass dafür, von einem baldigen Sterben auszugehen. Weder habe ich irgendwelche Hiobsbotschaften erhalten, meine eigene Gesundheit betreffend, noch habe ich das Gefühl, dass ich ganz dringend mal zum Arzt gehen sollte. Die Überschrift über diesem Artikel müsste also korrekterweise heißen "Die Wünsche eines derzeit noch nicht Sterbenden", aber dann wird das mit den Suchmaschinen und der Bloggertechnik und so wieder etwas komplizierter... 

Allerdings habe ich auch oft erfahren, dass der Tod uns immer viel näher ist, als wir das gerne wahrhaben wollen - und dass jeder Tag, der mit unversehrtem Leben gefüllt sein kann, in Wahrheit ein Geschenk ist. Das ist eine der Lehren, die mir meine Tätigkeit als Trauerbegleiter - vor allem aber: mein Leben als Mensch unter Menschen - bisher vermittelt hat. Es kann also niemals schaden, sich ein paar Gedanken darüber zu machen, wie es wohl sein würde. Und zwar gerade dann, wenn es einem gut geht und die persönliche Betroffenheit noch nicht eingetreten ist. Das kann auch, so bizarr, das klingt, eine gute Übung für das Leben sein. Eckhart Tolle hat es so formuliert: "Der Tod nimmt Dir alles, was Du nicht bist. Der Trick im Leben ist es zu sterben, bevor Du stirbst."  Also, los geht's:

(Alle Fotos: Thomas Achenbach)

1.) Für meine Familie, zwei Dinge: 


Erstens: Glaubt bitte nicht, dass ich es immer bin, der da noch zu Euch spricht. Vielleicht ist es auch einfach nur meine Krankheit (oder was auch immer mich dahingestreckt hat). Oder es sind die Medikamente.

Das ist eine Erfahrung, von der mir oft die Menschen berichten, die den Sterbeprozess eines anderen miterlebt haben: Wie sehr sich die Persönlichkeit dieses Menschen dadurch verändert. Manchmal sogar richtig erschreckend. 

Dann werden die Menschen plötzlich bösartig und aggressiv, sie stoßen andere vor den Kopf, sagen erschreckende Dinge. Dies geschieht vor allem, so scheint es mir, wenn beispielsweise ein Gehirntumor um sich greift oder wenn die vorangehende Krankheit lange, schmerzhaft und die Kräfte aufzehrend gewesen ist. Einmal angenommen, ich werde es eines Tages sein, der mit langer Krankheit seine eigenen Kräfte verzehrt und die seiner Mitmenschen und der dann alle irgendwie vor den Kopf stößt: Macht Euch bitte bewusst, dass es manchmal einfach die Krankheit ist, die aus mir spricht. Dass das nicht ich bin. Schützt Euch so gut es geht vor Verletzungen, also verbalen Verletzungen, vielleicht am besten, indem ihr Euch an die guten Zeiten erinnert, die wir hatten. An das, was ihr vor dieser Phase an mir geschätzt habt. Es wird uns alle sicher nicht vor dem Schweren bewahren, das da vor uns liegt. Aber es macht es vielleicht ein bisschen erträglicher. Ich bin mein ganzes bisheriges Leben sehr dankbar gewesen für die Menschen, die einen ein Stück begleitet haben - ich weiß das in Wahrheit sehr zu schätzen!

Ich selbst habe es im Sterbeprozess meiner Mutter übrigens als besonders irritierend erlebt, wie sehr Medikamente die Persönlichkeit und den Realitätsbezug eines Menschen verändern können. Meine Mutter hatte zuletzt eine hohe Dosis Morphium bekommen. Und mit jeder Erhöhung veränderten sich ihre Wahrnehmungen. Mal wähnte sie sich im Hotel und wollte ein kleines Frühstück, mal hielt sie mich, ihren Sohn, für meinen Onkel, den Bruder meines Vaters. Alles sehr spooky. Mir hat beim Aushalten der Gedanke geholfen, dass es das Medikament war, das aus ihr sprach, nicht mehr der Mensch, der sie einst einmal war.



Zweitens: Legt Euch ruhig zu mir, also direkt ins Bett - auch wenn ich vielleicht keine konkreten Reaktionen darauf zeige, vertraut einfach darauf, dass ich es schätzen werde.

Mal ganz ehrlich: Was ist das Schönste daran, eine Familie zu haben? Dass man soviel kuscheln kann, oder? Sich morgens nach dem Aufwachen nochmal unter eine Bettdecke zu kuscheln, das ist beispielsweise etwas, das wir mit unserer Tochter gerne tun. Ein bisschen wird man dann wieder selbst zum Kind, innnendrin. Ich habe das jedenfalls immer sehr genossen. Und dann bin ich irgendwo, auf einem Blog, glaube ich, über diese Frage gestolpert: warum sich eigentlich keiner mehr traut, mit den Menschen in Sterbebetten ausgiebig zu kuscheln? Solange keine Schläuche irgendwo rausgerupft werden, sei das überhaupt kein Problem, schon gar nicht für die Sterbenden, hieß es in dem Text. Wie so oft bei Texten, die man so im Vorbeigehen irgendwo wahrnimmt - beim Durchklicken im Internet, also beim Seitenzappen -, habe ich mir leider nicht gemerkt und nicht aufgeschrieben, wo ich das gelesen habe. Das bereue ich jetzt. Aber der Gedanke hat mich geprägt und hat mir gut gefallen: Wenn Ihr Euch also traut, dann legt Euch ruhig zu mir. Es kann sein, dass ich genauso lethargisch und unbewegt bleibe wie vorher, dass ich gar nicht reagiere. Aber ich bin zutiefst überzeugt davon: Ein ganz kleiner wacher Kern da irgendwo in mir drin wird das sehr zu schätzen wissen.


2.) Für alle, die mich betreuen oder begleiten, zwei Dinge:


Erstens: Macht mir gerne etwas Musik an, aber bitte die richtige. Und bitte keine Radio-Dauer-Dudel-Ohrenvergewaltigung. 

Wer mich kennt, der weiß: Musik ist mir heilig. Musik ist mein Leben. Aber dass es auch so etwas gibt wie eine musikalische Zwangsvergewaltigung, habe ich während meines Zivildienstes in einem mittlerweile Gott sei Dank geschlossenen Altersheim erlebt. Da wurden die Bewohner morgens ins gemeinschaftliche Wohnzimmer hineingerollt und es wurde ungefragt der Radiosender angestellt. Der dann den ganzen Tag vor sich hindudelte. Und zwar mit: NDR 1, damals noch zu 95 Prozent durchtränkt von mehlig-fetter deutscher Schlagersauce. Den ganzen Tag! Grausam! Die armen Menschen! Also für mich wäre das eine Qual. 

Dass es der Hörsinn ist, der als Letzter aufgibt in einem sterbenden Körper, gilt heutzutage als medizinisch erwiesen. Da mag alles andere schon weitestgehend abgeschaltet sein: Das Hören geht meistens noch sehr, sehr lange. 

Was ihr mir am Sterbebett also gerne vorspielen dürft - ist halt das, was mich mein ganzes bisheriges Leben lang emotional erreicht und meine Seele ins Schwingen gebracht hat: Opern von Puccini oder Verdi. Das Requiem von Brahms. Überhaupt, Requien, Fauré, von Suppé. Spirituell angehauchte Chormusik von Voces8 oder Eric Whitacre. Die moderne, aber berückend harmonisch klassische Musik von Ola Gjeilo. Bluesig-rockige AOR-Giganten wie Toto oder Journey, unbedingt auch Progressive-Rock, klar, Pink Floyd, Shine On You Crazy Diamond oder Echoes, all das sich richtig lange, in seinem Verlauf weiterentwickelnde Zeugs. Frank Sinatra und die Count-Basie-Bigband habe ich ebenfalls immer gern gehört. 

Und das Alan-Parsons-Project hat mich viele Jahre intensiv begleitet, das ist die Musik meiner ausklingenden Kindheit und beginnenden Teenagerjahre. All sowas. Vermutlich werde ich, wie viele sterbende Menschen, auch auf die Musik keine Reaktion zeigen, so wie auf alles andere. Aber ich könnte mir gut vorstellen, dass es mir in Wahrheit sehr gut gefällt und mich im Inneren irgendwie erreicht, auch wenn ich es nicht mehr zeigen kann.

Ansonsten gilt für mich als Credo immer der folgende Satz: "Alles was im Radio läuft" ist kein Musikgeschmack. Ganz im Gegenteil. Radio ist schrecklich. Also: Formatradio mit "Musik". Dann besser Stille. Kann sowieso nicht schaden. Auch mal etwas Stille zu wagen.



Zweitens: Berichtet und erzählt mir von Euren Plänen im Leben und von dem, was Ihr jetzt so vorhabt. Auch, wenn ich viellleicht nichts mehr dazu sagen werde.

Ihr dürft nicht glauben, dass es herzlos wäre, mir davon zu erzählen. Ganz im Gegenteil: Vielleicht macht ihr es mir gerade dadurch noch einfacher, mich von dieser Welt und von Euch zu trennen. Ich habe das recht oft erlebt, dass die Menschen im Angesicht eines Sterbenden irgendwie das Gefühl haben, die ganze Welt weit auf Abstand halten zu müssen, mitsamt all der Entwicklungen, die es darin geht. Nach dem Motto: Besser nicht mehr vom eigenen Leben und von eigenen Plänen zu erzählen, weil es vielleicht zu bunt und zu lebendig und, vor allem, zu unversehrt sein könnte. Ein so unverletztes Leben einem Sterbenden zuzumuten, das empfinden viele als unpassend.



Ich habe das immer schade gefunden - und falsch. Natürlich sind Sterbende in einem seltsamen Zwischenzustand, natürlich sind sie zu einem Teil bereits von dieser Welt entrückt, natürlich nehmen sie an dieser Welt schon nicht mehr so richtig teil. Aber ist es nicht viel tröstender und hilfreicher - auch und gerade für Sterbende -, bewusst miterleben zu können, wie sehr die Welt sich weiterdrehen wird? Und dass alle, die einem etwas bedeuten, weiterhin ein wichtiger Teil dieser Welt sein werden, dass sie ihr Leben gestalten und weiterhin das Beste daraus zu machen versuchen? Ein Schweigen am Sterbebett sollte niemals aus der falschen Furcht heraus entstehen, man könnte zuviel Leben und Farbe herausbeschwören. Und, was mich selbst angeht, dann erinnert Euch immer daran: Wenn ich es einmal sein sollte, der da im Sterbebett liegt, dann wird dort ein Mensch liegen, der einen (großen) Teil seines Lebens der intensiven Beschäftigung mit den Themen Tod, Sterben und Trauer gewidmet hat. Wer so etwas tut, der weiß, wie sehr das Leben auf Weitermachen drängt und wie sehr die anderen Menschen in ihrem eigenen Leben bleiben werden - und wie gut das ist.

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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung) und bietet Podcasts rund um das Thema Trauer an (bitte hier klicken). Thomas Achenbach ist der Autor des Buches "Männer trauern anders - was ihnen hilft und gut tut", 168 Seiten, Patmos-Verlag, 17 Euro, erschienen im März 2019. Mehr Infos gibt es hier.

Alle aktuellen Termine, Lesungen, Vorträge, Workshops, Seminare etc. mit Thomas Achenbach finden sich unter diesem Link 

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