Montag, 8. Mai 2023

Das Trauer-Zitat des Monats - #Mai 2023 - bemerkenswerte Sätze über Trauer, Tod und Sterben aus Literatur, Interviews und Zeitschriften, Teil 5

   

"Ich halte für ein eigentliches Unglück: das Verbinden von Wunden, die noch voller Eiter sind (...), das Vergessen der Dinge, die nicht durchschaut, nicht begriffen, nicht überwunden und daher nicht vergangen sind."

Max Frisch, Tagebuch 1

(Zitiert in: "Sind Sie sich selber ein Freund?, Suhrkamp, 2011, Seite 8)


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Donnerstag, 27. April 2023

Eine Mutter verliert ihren erwachsenen Sohn - wie sie diesen Verlust literarisch verarbeitet, ist ergreifend und lesenswert - kein Werk hat mich in jüngster Zeit mehr bewegt als "Carls Buch" von Naja Marie Aidt - "Mein Schmerz war zu groß, um ihn in Worte zu fassen"

Hat der Tod Dir etwas genommen, dann gib es zurück. Mit diesem Satz auf dem Umschlagtitel hat mich das Buch direkt gepackt. Was uns die dänische Autorin Naja Marie Aidt nach dem tragischen Tod ihres 25-jährigen Sohnes zurückgibt, ist ein kleines Buch mit gar nicht so vielen Seiten - aber jede Zeile darin ist mit soviel Bedacht und Sorgfalt geschrieben, dass sich dieser wenige Text zu einem Destillat verdichtet, das Trauer begreifbar macht. Dieses Buch tut weh beim Lesen - und das ist gut so. Ein eindrucksvolles Werk, das mich genau zum richtigen Zeitpunkt angetroffen hat. 

Ich war - passenderweise, könnte man sagen - auf dem Weg zu den verwaisten Eltern, zu ihrem Jahreskongress in Leipzig 2022, als ich das Buch gelesen habe. Nur unterbrochen von meinem Workshop dort und dem Tagesaufenthalt in Leipzig, habe ich das Werk in zwei Zugfahrten nicht einfach nur gelesen, sondern förmlich in mich aufgesogen. "Das Schreiben gab mir die Möglichkeit, etwas Sinnvolles aus etwas Sinnlosem zu schaffen", hatte die Autorin Naja Marie Aidt der Süddeutschen Zeitung zu Beginn 2022 im Interview gesagt (SZ Nr. 303, Silvester und Neujahr 2022, Seite 52 - Link zum Text, allerdings Paywall). Sinnvoll ist das Werk geworden, wie wahr. Weil es Naja Marie Aidt gelungen ist, trotz aller Sprachlosigkeit exakt zu fixieren, wie Trauer sich anfühlen kann. 



Vor einigen Jahren hatte die Literatin ihren 25-jährigen Sohn Carl verloren. Er war nach der Einnahme von halluzinogenen Pilzen aus einem Fenster gesprungen. Aus dem vierten Stock. Die Einlieferung ins Krankenhaus, die bangen Stunden der Ungewissheit, sein Tod wenige Tage später, all das erleben wir in "Carls Buch" ganz unmittelbar aus der Perspektive seiner Mutter mit. Geschrieben in einer Mischung aus Tagebuchskizzen, literarischen Verdichtungen und teilweise Passagen in einem einzigen ungestoppten Bewusstseinsstrom ("stream of consciousness"), werden wir Zeuge dieses Prozesses. 

Gebrochenes Herz - medizinisch attestiert

Gleichermaßen macht Aidt auf einer zweite Ebene zum Thema, wie unfähig die Sprache doch ist, diesem Schmerz einen adäquaten Ausdruck verleihen zu können.Marie Aidt wird im Verlauf ihres Prozesses das "Broken Heart Syndrome" attestiert, eine besonders schwere Form der Trauer und, wie alles im Kontext von Tod und Sterben, zwar vorübergehend, aber lange anhaltend und tief in die Seele schneidend.


Alles beginnt mit einem Telefonanruf, der in mehreren Wiederholungen wieder aufgegriffen wird und sich dabei immer weiter fortspinnt. Alleine diese literarische Technik ist bemerkenswert, spiegelt sie doch die Unfähigkeit, überhaupt begreifen zu können, was geschehen ist. Eine Unfähigkeit, von der mir manche Trauernde bei unseren Begleitungen berichtet haben. Diese literarische Ebene, das gekonnte Spiel mit Sprache als Werkzeug, ist das Besondere, was dieses Buch aus der immer größer werdenden Masse der "Mein-Trauererlebnis-Berichte" heraushebt.  

"Mein Schmerz war zu groß..." - und doch ging es


Es war die Süddeutsche Zeitung mit dem oben bereits erwähnten Samstagsinterview - übrigens eine meiner absoluten Lieblingsseiten in der Wochenendausgabe -, die mich auf das Buch hat aufmerksam werden lassen. Darin beschreibt Naja Marie Aidt ebenfalls, wie sehr sie sich von der Sprache im Stich gelassen fühlte: "Ich habe immer geglaubt, dass mich Sprache retten kann", sagt sie. Aber in der Trauer funktionierte der Mechanismus nicht: "Mein Schmerz war zu groß, um ihn in Worte zu fassen". Umso lesenswerter dieses Destillat, das ihr trotz allem geglückt ist. 

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Der Autor dieser Zeilen steht in Osnabrück und im Osnabrücker Land als Trauerbegleiter zur Verfügung. Thomas Achenbach ist zertifizierter Trauerbegleiter nach den Standards des BVT (Große Basisqualifikation). 

Thomas Achenbach ist der Autor dieser drei Bücher: 

-> "Das ABC der Trauer - 77 Rituale und Impulse" (Patmos-Verlag)
-> "Mitarbeiter in Ausnahmesituationen - Trauer, Pflege, Krise" (Campus-Verlag)
-> "Männer trauern anders - was ihnen hilft und gut tut" (Patmos-Verlag)

Mehr Infos auf www.thomasachenbach.de. 

Lesungen, Vorträge, Workshops, Seminare, Trauergruppen und mehr: Alle aktuellen Termine mit Thomas Achenbach finden sich unter diesem Link 

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Ebenfalls auf diesem Blog: Ist Trauerbegleitung ein echter Beruf? Kann man von Trauerbegleitung leben? Und wie werde ich überhaupt Trauerbegleiter?  

Ebenfalls auf diesem Blog: Macht es die Hinterbliebenen nicht noch trauriger, wenn wir sie auf ihren Verlust ansprechen? - Impulse bei großer Unsicherheit 

Ebenfalls auf diesem Blog: Warum die Formulierung "Mein Beileid" immer noch das Beste ist, was Du einem Menschen mit einem Verlust sagen kannst

Ebenfalls auf diesem Blog: Wie lange darf Trauer dauern? Ist es normal, wenn es jahrelang weh tut? Und ab wann wird trauern krankhaft?

Ebenfalls auf diesem Blog: Trauer und Schuldgefühle gehören zusammen - warum sich so viele Trauernde nach dem Tod eines Menschen schuldig fühlen

Ebenfalls auf diesem Blog: Keine Sorge, alles normal - was Trauernde alles so vermeintlich "Merkwürdiges" tun und warum das nicht peinlich ist

Ebenfalls auf diesem Blog: Das Trauerzitat des Monats - bemerkenswerte Sätze aus Literatur und Interviews - Auftakt der neuen Serie auf diesem Blog

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Montag, 17. April 2023

Das Trauer-Zitat des Monats - #April 2023 - bemerkenswerte Sätze über Trauer, Tod und Sterben aus Literatur, Interviews und Zeitschriften, Teil 4

 

 

"Leid ist ein menschlicher Zustand, kein medizinischer. (...) Leidtragende sind nicht deprimiert, sondern nur gebührend, angemessen, mathematisch genau traurig - es tut exakt so weh, wie es die Sache verdient."

Julian Barnes, Lebensstufen

(btb, München, 2014, Seite 88)


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Montag, 27. März 2023

Ein neuer Raum und neue Gesprächsmöglichkeiten: Warum ich meine Trauerbegleitung in Osnabrück jetzt auch im so genannten Leisen Speicher anbieten darf - und gleichzeitig weiterhin meine Angebote für gemeinsame Trauerspaziergänge aufrechterhalte


(Alle Fotos: Thomas Achenbach)


Osnabrück - Seit geraumer Zeit darf ich meine Einzelbegleitungen in einem neuen Raum in Osnabrück anbieten - einen Raum, der sich bereits verändert hat, aber immer noch eine wundervolle Atmosphäre bietet: Gelegen im so genannten Leisen Speicher, einem Gebäude, in dem sich allerlei Kreative, Grafikerinnen, Coaches und andere Selbstständige versammelt haben, ist es ein Ort, der perfekt geeignet ist für Begleitungen. Wir sind unter uns, umgeben von Backstein und Beton, in einer postindustriellen, inspirierenden Atmosphäre. Und schön eingerichtet ist er auch, das liegt aber nicht an mir....



Denn ich darf den Luxus genießen, als Untermieter einen Raum mitnutzen zu können, der bereits eingerichtet ist. Aktuell von Dagmar Paschen, die dort Coachings und Yoga anbietet. Behaglich und anregend, angenehm und schlicht, kommt diese Einrichtung unser beider Angebote zunutze. Damit ist es mir möglich, meine Einzelbegleitungen von dem zuvor genutzten Raum in unserem Haus in eine neue Umgebung zu verlagern, was aus verschiedenen Gründen dringend nötig war.



Denn die Coronapandemie hatte zuvor die Verhältnisse bei uns langfristig auf den Kopf gestellt und das Durchführen von Begleitungen an alter Stelle unmöglich gemacht. Das war während der Pandemie nicht weiter tragisch, weil ich meine Begleitungen einfach in Form von Spaziergängen nach draußen verlagert hatte (ein Setting, das ich nach wie vor nutze und das auch nach wie vor gerne angenommen wird), aber nicht für alle Klienten waren Spaziergänge gut geeignet, wie sich im vergangenen Jahr gezeigt hat.   



Und als der noch recht warme November 2022 zu Ende ging und ein Winter mit einigen bitterkalten Tagen einzog, wurde die Frage nach einer neuen Behausung für meine Trauerbegleitungen umso dringlicher. Mit dem neuen Raum gibt es nun wieder die Möglichkeit, sich zurückzuziehen, wenn es draußen arg ungemütlich ist oder wenn einem Gast mehr danach ist, in einem Raum zu sein statt sich draußen in gemeinsamer Bewegung zu unterhalten. Was übrigens gar nicht immer der Fall ist, denn viele schätzen das gemeinsame Unterwegssein.    



So oder so: Ob gehend oder sitzend, ob im Leisen Speicher oder im Freien, kann ich nun Trauerbegleitung in Osnabrück dort anbieten, wo es für alle gut passt. Darüber freue ich mich sehr. Zumal der neue Raum einen weiteren unschlagbaren Vorteil mit sich bringt, den ich vorher noch nicht hatte: Dass mein Telefon nicht dort steht und ein Anruf mitten in eine Begleitung hineinplatzen kann. 



Und auch sonst ist der Leise Speicher übrigens ein faszinierender Ort: Gebaut im Jahre 1938 als eine Lagerstätte für die "Heeresverpflegung", ist der Bau einer von noch zwei großen Speichergebäuden, von denen es ursprünglich einmal fünf gegeben hat. Hier wurde während des Krieges Getreide gespeichert, aus dem Brot für die Soldaten gebacken werden konnte. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die Gebäude durch die britische Armee genutzt, jedoch wurden mehrere der Speicher abgerissen. Die noch verbleibenden zwei werden seit wenigen Jahren kreativ genutzt: Einmal als Leiser Speicher für alle, die in Ruhe arbeiten oder beraten wollen, und als Lauter Speicher im Gebäude daneben, in dem Bands und Musiker ihre Proberäume finden oder ausgebildet werden. Sportangebote unter dem Dach gibt es auch, zudem ein Café. Sehenswert zudem der nahe Hafen und die frisch aufgebaute Containerstation mit zwei Kränen, die so auch im Hamburger Hafen zu finden sein könnten



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Montag, 6. März 2023

Das Trauer-Zitat des Monats - #März2023 - bemerkenswerte Sätze über Trauer, Tod und Sterben aus Literatur, Interviews und Zeitschriften, Teil 3

   

"In der Trauer fühlst du die Abwesenheit eines bestimmten Lebens, nicht des Lebens an sich. In der Depression ist das anders: Du fühlst dich vom Leben abgeschnitten."

 

K. R. Jamison, Nothing was the same

(zitiert nach Heidi Müller/Hildegard Willmann, "Trauerforschung",
Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 2020, Seite 56)


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Dienstag, 7. Februar 2023

Wie aus Trauer Liebe und Dankbarkeit wird - warum sich das Buch meiner Kollegin Iris Willecke lohnt und welche Anregungen es für die Menschen in einer Trauer- und Verlustkrise bereithält - eine Buchempfehlung für Trauernde (Buchtipp für Menschen in einer Krise)

Osnabrück - Erstmal das Wichtigste: Selbst wenn Dir das Schreiben nicht liegt; selbst wenn Du keinen der in diesem Ratgeber genannten Impulse in die Tat umsetzen möchtest, kann Dir dieses Buch in einem akuten Trauerprozess eine gute Hilfe sein. Obwohl der Titel und der Inhalt das nicht vermuten lassen. Aber lass mich erstmal erläutern, worum es hier überhaupt geht: Die Trauerbegleiterin Iris Willecke hat vor einigen Monaten ein Buch veröffentlicht: „Wie aus Trauer Liebe und Dankbarkeit wird“ heißt es - und worum es geht, verrät der Untertitel: "Schreibimpulse für einen bewussten Weg durch die Trauer." Frei nach dem Motto: Schreib es Dir von der Seele, wenn Du nicht drüber sprechen kannst. Es ist dieses bewusste Wahrnehmen, das das Buch auch außerhalb vom Schreiben empfehlenswert macht - aber nicht nur das.

Denn Iris Willecke hat auch zahlreiche Zitate gefunden, die alleine schon einen Schatz an hilfreichen Sätzen und Impulsen darstellen. Außerdem gibt Iris Willecke ihren Lesern immer wieder die Erlaubnis, so sein zu dürfen, wie sie jetzt sind. 

Zum Beispiel, indem sie sie zum bewussten Jammern einlädt, einer meiner Lieblingstipps aus ihrem Buch: "Geben Sie sich zum 'Baden in Selbstmitleid' maximal 15 Minuten Zeit", rät sie. Als Schreibübung kann dieses Jammern beginnen mit dem Satz "Es tut mir so leid für mich, dass"... Um dann den Fokus umzudrehen, indem sie dazu anregt, auch für den gestorbenen Menschen eine Jammerliste anzulegen: "Es tut mir so leid für Dich, das..." Ich glaube, dass das eine kraftvolle Übung sein kann, die gut tun kann. Ein weiterer Lieblingstipp von mir findet sich im Kapitel über Schuldfragen.


(Alle Fotos: Thomas Achenbach)


Das ist immer wieder ein großes Thema in vielen Trauerprozessen. Denn die Fragen nach der Schuld können sehr quälend werden, viele Menschen sind in ihrem Trauerprozess tage- wie auch nächtelang mit Grübeleien darüber befasst. Iris Willecke bietet hierzu eine Metaebene an, die hilfreich sein kann: Indem man sich vorstellt, ein Staatsanwalt und ein Verteidiger würden über den konkreten "Schuldfall" sprechen - auch wenn sie das in Wahrheit gar nicht dürften, was Iris Willecke unumwunden einräumt -. Nun versucht jeder den anderen zu überzeugen, einerseits von der tatsächlichen Schuld, andererseits von der Nicht-Schuld. Auch das kann, so glaube ich, eine hilfreiche Übung werden. Wenn man sich darauf einlassen kann, versteht sich.

Aber welche Erfahrungen hat Iris Willecke selbst mit solchen Schreibangeboten gemacht, was funktioniert in Trauergruppen besonders gut, was erleben die Betroffenen als hilfreich? Ich hatte die Chance, Iris ein paar Fragen zu ihrem Buch zuschicken zu können, die sie freundlicherweise für mich beantwortet hat:



Hast Du die Schreibübungen auch schon in Begleitungen (Gruppen/Einzel) erproben können?

Iris Willecke: Ich gebe Schreibimpulse gerne Trauernden als Idee für zuhause an die Hand. Manche probieren es aus und berichten mir dann beim nächsten Mal von ihren Erfahrungen, einige bringen ihre Texte sogar mit. Gelegentlich baue ich kurze Schreibeinheiten in meine Trauergruppenabende ein, das ist aber eher die Ausnahme.

Gibt es eine Übung, die besonders gut ankommt?

Iris Willecke: Viele Trauernde freuen sich über die Möglichkeit, Ihren Verstorbenen Briefe und Botschaften schreiben zu können. Einige berichten, dass sie zwar schon ganz am Anfang einen Abschiedsbrief geschrieben und dem Verstorben mitgegeben haben, sie aber nicht von allein auf den Gedanken gekommen wären, dass es nicht bei diesem einen bleiben muss. Die Beziehung zum Verstorbenen darf ja bestehen bleiben und Kommunikation gehört zu einer Beziehung dazu. Dem Verstorbenen etwas zu schreiben ist eine Form der Kommunikation.Manche Trauernde brauchen aber erst eine Art Erlaubnis und Ermutigung dazu, denn sie haben leider die irrige Vorstellung, dass es seltsam und falsch wäre, wenn sie weiterhin die Verbindung zum Verstorben halten. 

Hast Du eine Schreibübung, von der Du sagen würdest, dass es Deine Lieblingsübung ist?



Iris Willecke: Nein, eigentlich nicht. Ich mag aber mittlerweile Elfchen (Gedichte aus 11 Wörtern) sehr, denn ich habe herausgefunden, dass die vorgegebene, feste Struktur vielen den Zugang zum Gedichteschreiben erleichtert. In einer Trauergruppe bekamen die Teilnehmer mal die freiwillige Hausaufgabe, ein Elfchen zum Thema Verbundenheit zu schreiben. Eine der Teilnehmerinnen kam beim nächsten Abend mit nicht nur einem, sondern ganz vielen wunderbaren Kurzgedichten wieder, die sie uns vorgelesen hat und die bei mir Gänsehautmomente erzeugt haben. Für sie war es zu dem Zeitpunkt offenbar genau die richtige Aufgabe gewesen.

Ist in der Zwischenzeit vielleicht sogar eine Übung dazugekommen, die noch nicht ins Buch konnte?

Iris Willecke: Mir fallen in Gesprächen manchmal spontan Schreibthemen und „Übungen“ ein, die ich dann auch direkt vorschlage. Davon ist mir bisher aber keine in bleibender Erinnerung geblieben.

Iris Willecke ist übrigens gelernte Krankenschwester und hat unter anderem in einem Hospiz gearbeitet. Inzwischen ist sie als freiberufliche  Trauerbegleiterin unterwegs und bezeichnet sich selbst als "Traueraktivistin und ,End-Lich-Botschafterin'". Über die von ihr gestalteten speziellen Postkarten für Trauernde habe ich hier bereits ebenso berichtet wie über den von ihr propagierten "Memento Tag in Deutschland".


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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung) und bietet Podcasts rund um das Thema Trauer an (bitte hier klicken). Thomas Achenbach ist der Autor der Bücher "Männer trauern anders - was ihnen hilft und gut tut", 168 Seiten, Patmos-Verlag und "Mitarbeiter in Ausnahmesituationen - Trauer, Pflege, Krise", 220 Seiten, Campus-Verlag. Mehr Infos auf www.thomasachenbach.de. 

Lesungen, Vorträge, Workshops, Seminare, Trauergruppen und mehr: Alle aktuellen Termine mit Thomas Achenbach finden sich unter diesem Link 

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Ebenfalls auf diesem Blog: Macht es die Hinterbliebenen nicht noch trauriger, wenn wir sie auf ihren Verlust ansprechen? - Impulse bei großer Unsicherheit 

Ebenfalls auf diesem Blog: Warum die Formulierung "Mein Beileid" immer noch das Beste ist, was Du einem Menschen mit einem Verlust sagen kannst

Ebenfalls auf diesem Blog: Neue Serie - Das Trauer-Zitat des Monats - Auftakt und Folge 1 aus dem Januar 2023

Ebenfalls auf diesem Blog: Eine wichtige Frage: Wie lange kann Trauer dauern? Das Trauer-Zitat des Monats aus dem Februar 2023 

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Mittwoch, 1. Februar 2023

Das Trauer-Zitat des Monats - #Februar2023 - bemerkenswerte Sätze über Trauer, Tod und Sterben aus Literatur, Interviews und Zeitschriften, Teil 2



"Die Leute fragen mich oft: Wie lange werde ich trauern? (...)  Meine Antwort auf die Frage ist: Wie groß war deine Liebe? Denn genau darin liegt die Antwort." 
    

Patrick O'Mealy

Psychotherapeut und verwaister Vater


(zitiert nach: ARD Alpha, "Trauern ist ein Zeichen von Liebe", Yvonne Maier, 2022)


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