Dienstag, 27. März 2018

Kraftquelle Kulturerlebnisse und Familientraditionen - Mein März-Foto für die Mitmachaktion "Hoffnungsvoll und Seelenschwer..." - - - Als verlängerte Fotoaktion auf diesem Blog: Kraftquellen, Stolpersteine, Achtsamkeit und Selbstfürsorge - Kreative Aktion des Bundesverbands Trauerbegleitung zum zehnjährigen Geburtstag

Für Opernerlebnisse durchs Land zu fahren, das war und ist eine uns auch durchs Leben tragende Familientradition, die über das einzelne Erleben hinaus ihre Bedeutung hat.   (Thomas-Achenbach-Foto)

Osnabrück - Was einen kraftvoll durchs Leben tragen kann - und durch Krisen hindurch - sind durchaus auch die kulturellen Erfahrungen eines Lebens. Meine Eltern haben mir immer und immer wieder von dieser einen großen „La-Bohème“-Inszenierung vorgeschwärmt, die sie in ihrer Münchner Zeit erlebt hatten. Der Star-Regisseur Otto Schenk hatte den Pucciniklassiker dort in Szene gesetzt und es muss ein rauschendes Fest für die Sinne gewesen sein. Jedes Mal, wenn wir auf Puccini-Opern zu sprechen kamen (was bei uns in der Familie häufig geschieht) oder ganz allgemein auf bedeutende oder unbedeutende Operninszenierungen (was auch oft geschieht), standen Otto Schenk und die Bohème wieder im Raum. So habe ich schon in jungen Jahren verinnerlicht: eine rundum gelungene Operninszenierung - das ist ein leuchtender Fixstern am kulturellen Horizont einer Familie, dessen Strahlkraft Generationen überspannen kann. Eine Familientradition, die sich auch in zahlreichen Eintrittskarten ausdrückt - und damit ist sie prädestiniert für meine inoffizielle Teilnahme an dieser offiziellen Fotoaktion.

Richard Wagners "Parsifal" in der Hamburger Staatsoper in der legendären Inszenierung vom Theatermagier Robert Wilson. Von den ersten Takten an war ich gebannt, gefesselt, fasziniert, aller Kargheit und Reduziertheit in allen Bewegungen zum Trotz (oder gerade deswegen). Fünf Stunden Theaterzauber für die Seele, am Ende ein Gefühl wie in einem Drogenrausch. So etwas kann nur die Oper, nur das Theater, also jedenfalls bei mir. Mag ja sein, dass bei anderen der Fußball für adäquate Ersatzrauschzustände sorgen kann. Was mich durchs Leben trägt, sind auch die unvergesslichen kulturellen Augenblicke, die ich erleben durfte. Davon gibt es Gott sei Dank eine Menge - und für diesen unvergleichlichen Luxus bin ich sehr, sehr dankbar.


Und jede Oper für sich ist gleichermßen "hoffnungsvoll und seelenschwer", so wie diese Fotoaktion   (Thomas-Achenbach-Foto)

Die Zauberflöte in Mannheim - die beste, die ich in meinem Leben gesehen habe. Das Lloyd-Webber-Requiem in Kiel, dessen "Pie Jesu" mich trotz aller Kitschnähe mit all seiner Zartheit bis in die Grundfesten erschüttert hat. Die "Madama Butterfly" in Stuttgart, deren inszenatorische und sängerische Intensität meinen Körper und meine Seele durchströmt und kräftig durchgerüttelt hat. Wagners "Tristan und Isolde" im Aalto-Theater in Essen mit einem sich immer schneller drehenden Liebesrad, das die Sänger kräftig durchwirbelte. Und, und, und.... Durch die Republik zu reisen und Kultur zu erleben, das war eine die Familie zusammenhaltende Tradition, das war das kommunikative Grundverständnis, das unter allem lag. Dass wir diese Tradition dann nach dem Tod meiner Mutter noch einmal zelebrieren durften, war auch eine Art Ehrerbietung für sie, wie wir sie als passend erlebt haben. Was ich da erlebt habe, das war prägend, tragend, stützend, das wirkt noch nach. Damit passt all das hervorragend zu dieser Aktion mit dem Namen "Hoffnungsvoll und seelenschwer" (und ist nicht beinahe jede Oper irgendwie sowohl seelenschwer wie auch hoffnungsvoll...?). Darum geht es:


Eine Reise auch durchs eigene Leben, gemessen an kulturellen Stationen, die gleichermaßen Lebensstationen waren, bildet dieser Weg aus gesammelten Eintritskarten (Thomas-Achenbach-Foto).

Der Bundesverband Trauerbegleitung (BVT) - in dem ich ebenfalls Mitglied bin - feiert seinen zehnten Geburtstag in Form einer kreativen Mitmachaktion. Gegründet mit dem Ziel, der Ausbildung zum Trauerbegleiter in Deutschland einen einheitlichen Lehrplan und ein einheitliches Zertifikat verschaffen zu können, versteht sich der Verband inzwischen als Sprachrohr und Interessenvertretung für alle Menschen in einer Trauer- und Verlustkrise. Sie sind es auch, die sich zur Teilnahme an der Aktion eingeladen fühlen sollen (alle Infos gibt es unter diesem Link). Wer sich ganz kreativ beteiligen möchte, kann sogar versuchen, ganze 365 Beiträge beizusteuern. Also für jeden Tag eines Kalenderjahres einen. Der Kreativität und der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt, allein das Oberthema der Aktion gilt es zu beachten:


Wobei der hier gelegte Weg immer nur einen kleinen Ausschnitt zeigen kann.... (Thomas-Achenbach-Foto).

Nämlich die Fragestellung: Was sind Kraftquellen, Stolpersteine, was trägt mich in meiner Achtsamkeit, was ist hilfreich für meine Selbstfürsorge? Was bringt Wut in den Bauch, was streichelt meine Seele? Was lässt mich stolpern und wobei schöpfe ich Kraft? Es geht darum, Gefühle und Ressourcen sichtbar zu machen. In Wort, Bild oder anderen kreativen Ausdrucksformen. Die Idee ist es, aus allen Einsendungen eine bundesweite Wanderausstellung zu schaffen. Gleichermaßen soll die Aktion dazu dienen, wieder fokussierter und konzentrierter durchs Leben gehen zu können. Denn dass sich auf den Smartphones die schnell gemachten Fotos häufen, diese aber kaum mehr wahrgenommen werden, ist ein Phänomen unserer Zeit.

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Alle Infos zur Aktion "Hoffnungsvoll und Seelenschwer" gibt es auf der BVT-Website....

Erster Beitrag zur Fotoaktion (Januar): Warum auch meine alten ausgelatschten Chucks eine Kraftquelle für mich sind

Zweiter Beitrag zur Fotoaktion (Februar): Kraftquelle Waldeswillen - wie sich ein alter und gestürzter Baum einfach nicht unterkriegen lässt und warum das so gut tut

Dritter Beitrag zur Fotoaktion (März): Kraftquelle Kulturerlebnisse - wie sich mein Leben mit allen Tiefern und Höhen auch in Eintrittskarten abbilden lässt

Vierter Beitrag zur Fotoaktion (April): Kraftquellen Fotografie, Kreativität & Gestaltung: Wie das Fotografieren mir den Zen-Buddhismus näherbringt

Fünfter Beitrag zur Fotoaktion (Mai): Warum blühende Kastanien für mich zu einem Symbol dafür geworden sind, dass sich Krisen auch überstehen lassen

Sechster Beitrag zur Fotoaktion (Juni): Die alte Teekanne meiner Oma als ein Symbol für die Beständigkeit von Geteiltem im Leben - und für erlebtes Leiden

Siebter Beitrag zur Fotoaktion (Juli): Kindheit, die erste Heimat auf dieser Welt - so voller Mysterien und doch so zerbrechlich - von der Wirkmacht der ersten Jahre

Achter Beitrag zur Fotoaktion (August): Eintauchen in andere Welten durch Rock-LPs und ihre Plattencover - wie mir die Vermischung zweier Künste durch die Zeit half

Neunter Beitrag zur Fotoaktion (September): Standfest, sicher und ausgesetzt - warum die Bäume auf einem Osnabrücker Berg einen so hohen Symbolwert haben 

Zehnter Beitrag zur Fotoaktion (Herbst, die erste): Warum eine fundierte Ausbildung für einen Trauerbegleiter so wichtig ist und warum in meiner Schlümpfe eine Rolle spielen

Elfter Beitrag zur Fotoaktion (Herbst, die zweite): Ein ganzes Leben unter bunten Buchdeckeln - Warum Blanko-Notizbücher eine Kraftquelle sein können

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Der Autor dieser Zeilen 
bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung). Er hält auch Vorträge zum Thema Trauer und Umgang mit Trauernden. Mehr Infos gibt es hier

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Ebenfalls auf diesem Blog: Die merkwürdige Beständigkeit der Dinge - warum das Wegwerfen von Sachen für Menschen in einer Trauerkrise erstmal nicht möglich ist

Ebenfalls auf diesem Blog: Eine der schwierigsten Aufgaben in einem Trauerprozess - überhaupt begreifen zu können, was da geschehen ist - was das so schwer macht

Ebenfalls auf diesem Blog: Der Fluch der Tapferkeit - warum es Menschen in der modernen Gesellschaft so schwer fällt Trauer als etwas Normales anzuerkennen

Ebenfalls auf diesem Blog: Wer Öffentlichkeit will, muss sie selbst herstellen - Praxis-Tipps für gute Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für Hospiz-, Trauer & Palliativinitiativen


Ebenfalls auf diesem Blog: Wenn Töne und Texte die Seele ins Schwingen bringen, Teil #01: Serie über Trauer und Musik - die besten Songs und Alben über Trauer und Tod 

Dienstag, 13. März 2018

Eine Frage der Haltung: Trauerbegleiter sollten stabil sein und sich mit ihren eigenen Schicksalsschlägen beschäftigt haben - und: sie sollten selbst begleitet sein, wenn sie begleiten - warum es so wichtig ist, sich eine Haltung anzueignen und diese immer wieder zu überprüfen

Osnabrück - Immer für eine Überraschung gut, fragte die Stuttgarter Bestatterin Barbara Rolf - die als eine Art "Junge Wilde der Bestattungsbranche" bekannt ist - kürzlich all ihre Facebook-Freunde im sozialen Netzwerk: Was versteht Ihr eigentlich unter "Haltung", was bedeutet dieses Wort für Euch....? Eine sehr gute Frage, wie ich finde. Wir schmeißen oft allzu inflationär und allzu unbedacht mit diesem Wort um ums, ohne es zu hinterfragen. Gerade für ausgebildete Trauerbegleiter, die Menschen in hochsensiblen Phasen ihres Lebens zur Seite stehen, ist es wichtig, sich mit dieser Frage auseinanderzusetzen. Nicht bloß einmal, sondern immer wieder. Also ein guter Anlass, noch einmal selbst zu gucken, wie das mit der Haltung so ist. Hier also ein paar persönliche Ideen zum Thema - und meine Überlegungen, warum es so wichtig ist, eine Haltung zu haben. Und warum Trauerbegleiter immer selbst ganz stabil sein sollten und wissen sollten, wo ihre Schwachstellen liegen.

Wenn wir uns das Wörtchen "Haltung" mal vom Wortsinne her anschauen, dann bedeutet es etwas, das einem Halt gibt, also: Halt und Stütze. Soll also heißen: Wenn ich mich schon vorher mit allem beschäftigt habe, was mich unsicher machen könnte, was meine Stabilität gefährden könnte, wenn ich um diese Gefahren weiß, wenn ich mir wichtige Fragen dazu gestellt habe, dann habe ich auch eine Haltung gefunden. Dazu gehört, sich eine klare Meinung zu bilden - und aus dieser dann auch Verhaltensweisen abzuleiten. Hmmm.... Alles etwas zu abstakt? Stimmt schon, also ein paar Beispiele. 


Wenn sich jemand bei einem anderen Menschen hilfesuchend anlehnen möchte, dann ist es umso wichtiger, dass dieser andere Mensch eine gute und stabile Haltung gefunden hat - und Halt geben kann.  (Thomas-Achenbach-Symbolfoto)

Wenn die Menschen von einem Trauerbegleiter eines erwarten sollten und können, dann ist es vor allem dies: Dass dieser Mensch, der Ihnen gerade zur Seite steht, während dieser Phase einer Begleitung ganz frei ist von eigenen Schicksalsschlägen, dass er vergangene Schicksalsschläge angenommen und für sich geklärt hat und eben eine eigene Haltung dazu ausgebildet hat. Kurz gesagt: Dass er stabil genug ist um begleiten zu können. Denn kein Mensch kann begleiten, wenn er sich selbst gerade trösten lassen muss, wenn er selbst gerade emotional instabil sein sollte. Nicht umsonst gehört es zur Ausbildung eines Trauerbegleiters dazu, sich mit seinen eigenen Gefühlen und Erfahrungen, mit seiner ganz eigenen Trauerbiografie und den gemachten Todeserfahrungen intensiv auseinanderzusetzen (das gilt natürlich auch für alle weiblichen Trauerbegleiterinnen - doch angesichts des Frauenüberschusses in diesem Metier bevorzuge ich die rein männliche Schreibweise, sozusagen aus der Sicht der Underdogs).


Wenn das Mitfühlen zu eigenem Leiden wird - Obacht!


Es geht darum, als Trauerbegleiter seine eigenen Schwachstellen zu kennen. Was wirft mich evtl. aus der Bahn? Welche Themen sind mir zu übermächtig? Welche Themen machen mir andererseits gar keine Angst mehr? Das alles zu wissen ist wichtig. Denn am Ende des Tages geht es um ganz andere Fragen: Wen kann ich wirklich begleiten, wen vielleicht nicht? Wessen Trauer- und Todesgeschichte kann in mir etwas auslösen, das mich begleitungsunfähig machen sollte, weil ich dadurch selbst ins Wanken gerate? Wann wird aus dem Mitfühlen ein solches Mitleiden, dass ich selbst umgerissen werde? Damit beginnt die Auseinandersetzung, die zu einer Haltung führt, aber damit ist sie noch nicht zu Ende. Denn es gibt noch eine Reihe weiterer Fragen, die es mit sich selbst zu klären gilt.


Wer auf der Suche nach seiner eigenen Haltung ist, der sollte wissen, wann ihm selbst das Umkippen drohen könnte - eine zentrale Frage in der Auseinandersetzung mit sich selbst.  (Thomas-Achenbach-Symbolfoto)

Jeder Mensch ist einzigartig und etwas Besonderes, jeder hat seine eigene Disposition und seine Geschichte, die ihn zu dem gemacht hat, was er (jetzt gerade) ist. Jeder Mensch ist sehr daran interessiert, sein Leben selbst zu bestimmen, ihm Sinn und Ziel zu geben, aber gerade das kann in einer Verlustkrise besonders schwer fallen. Denn da regiert oft die Ohnmacht, nicht unbedingt die Lebensfähigkeit, da sind Ressourcen oft verschüttet und bleiben erstmal unzugänglich. Für die Traubegleitung übersetzt bedeutet das, dass ein Trauernder mit einem festen Gefüge und mit einer Idee zu uns kommt, wie die Welt aus seiner Sicht ist bzw. wie sie zu sein hat. Dem sollte - das wäre jedenfalls meine Haltung - eine Begleitung auch Rechnung tragen. Letztlich geht es um die alte, aber wichtige Frage: Will ich einem Menschen, den ich begleite, in Wahrheit nur mein Weltbild aufdrängen oder kann ich ihn in seiner eigenen Welt lassen und ihn dort abholen? Wann droht mir die Gefahr, dass ich damit anfange, vielleicht auch nur unbewusst, mein eigenes Weltbild aufdrängen zu wollen? Bin ich immer davor gefeit, dass das geschieht?


Was Trauerbegleitung leistet: Verstehen & aushalten können


Was mir ganz persönlich meine Trauerbegleiterausbildung vermittelt hat, neben vielem anderen, ist zudem der seelsorgerische Aspekt des Sich-Hineinfühlens in andere. Also nicht tiefenanalytisch auf Ursachenforschung gehen und in der Psyche herumwühlen, sondern alleine die Gefühle wirken lassen, so, wie sie sind – das galt es zu lernen, das war war mir, der ich mich bislang vorwiegend mit Coachingzielen auseinandergesetzt hatte, seinerzeit neu. Es gibt den wunderbaren Satz: Verstehen hilft. „Das möchte ich verstehen“ – als grundsätzliche Fragehaltung, das gehört für mich ebenfalls zur Haltung dazu. Aushaltenkönnen ist außerdem eine wichtige Fähigkeit. Es gibt eine Menge, das auszuhalten ist, das lehrt die Erfahrung immer wieder. Gemeinsam Ohnmacht ertragen. Keine Angst vor Schweigen haben, keine Angst vor Tiefe, keine Angst vor Tränen, keine Angst vor dem Grundwasser im Menschen – dort anzukommen kann ein hilfreicher Schritt sein. Den Schmerz nicht lindern wollen. Ihn annehmen, aushalten, ihn aber nicht kleinreden, wie es das Umfeld oft tut. Kein „Aber“. Und um nochmal zum Ausgangspunkt zurückzukehren - offen zu sein für ein eigenes Begleitetwerden ist ebenfalls eine wichtige Haltungsfrage.


Vorsicht, Stolperfallen: Die Gefahren lauern in Details


Denn wer andere begleitet, sollte sich selbst immer wieder in eine Supervision oder eine andere Form von eigener Begleitung begeben, jendenfalls, wenn er (oder sie) merkt, dass da etwas im Inneren ins Wanken gerät. Das geschieht vielleicht schneller als man denkt - oder es kommt zu einem anderen Zeitpunkt als gedacht. Oft halten wir uns jedoch für abgeklärter, als wir es vielleicht sind, und während wir es kaum merken, beginnen die zuvor so klar abgesteckten Grenzen bereits zu erodieren oder sich aufzuweichen. Oft lauern die Fallstricke in den Details, die man noch nicht genug beachtet hat. Das alles sind natürlich auch ganz persönlichen Haltungen, es sind Fragen, die ich mir selbst gestellt habe. Es sind allerdings auch Beobachtungen und Erfahrungen drin, die mein Spektrum in den vergangenen Jahren dankbarerweise erweitert haben. Hatte ich anfangs, direkt nach meiner Ausbildung zum Trauerbegleiter, noch gedacht, dass ich bei einer ganz bestimmten Sorte von Verlust andere Menschen nicht würde begleiten können, weil ich mich da zu nah am eigenen Grundwasser wähnte, hat die Erfahrung dann gezeigt, dass es doch geht. Dass es sogar sehr viel besser geht als gedacht. Was mich zum letzten, meiner Meinung nach fast dem wichtigsten Punkt beim Thema Haltung führt...:


Sich mit den Trümmern seines Lebens auseinanderzusetzen, kann hilfreich sein. Auch aus Stolpersteinen lässt sich schließlich etwas bauen.   (Thomas-Achenbach-Symbolfoto)

Nämlich: Was auch immer ich mir einmal als Haltung überlegt habe, es muss auch flexibel dehnbar bleiben, es darf nicht gänzlich verwischen, darf aber auch kein so starres Konzept werden, dass es einen selbst bis zur Erstarrung verkrampfen lässt. Dann gibt eine solche Haltung eben keinen Halt mehr, sondern wird zur dogmatischen Fahrbahnverengung. Und dass so etwas nicht geschehen darf - das ist auch wieder eine Frage von Haltung.... 

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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung) und bietet Podcasts rund um das Thema Trauer an (bitte hier klicken). Thomas Achenbach ist der Autor des Buches "Männer trauern anders - was ihnen hilft und gut tut", 168 Seiten, Patmos-Verlag, 17 Euro, erschienen im März 2019. Mehr Infos gibt es hier.

Alle aktuellen Termine, Lesungen, Vorträge, Workshops, Seminare etc. mit Thomas Achenbach finden sich unter diesem Link 

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Den Blog zum Anhören als Podcast - bitte hier klicken für die aktuelle Episode aus dem Trauer-ist-Leben-Podcast...

Ebenfalls auf diesem Blog: Die Kunden müssen die Bestatterbranche bewegen - was alles möglich sein kann, wenn Menschen in einer Verlustsituation das wollen

Ebenfalls auf diesem Blog: Was soll nach einem Todesfall gefeiert werden? "Nur" der Todestag - oder auch noch der Geburtstag des gestorbenen Menschen?

Ebenfalls auf diesem Blog: Keine Sorge, alles normal - was Trauernde in einer Verlustkrise alles so tun und warum einem das nicht peinlich sein sollte

Ebenfalls auf diesem Blog: Tango auf der Trauerfeier, die Trauerrede als Audiodatei - was heute bei modernen Trauerfeiern alles möglich sein sollte

Ebenfalls auf diesem Blog: Der Fluch der Tapferkeit - warum es Menschen in der modernen Gesellschaft so schwer fällt Trauer als etwas Normales anzuerkennen

Ebenfalls auf diesem Blog: Wenn Töne und Texte die Seele ins Schwingen bringen, Teil #01: Serie über Trauer und Musik - die besten Songs und Alben über Trauer und Tod 

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Dienstag, 6. März 2018

Trauer im Beruf - was die Kollegen dann tun können - Tipps für den Umgang mit trauernden Mitarbeitern im Büro - Kollegen und Mitarbeiter in Trauer, was tun?

Osnabrück - "Wechselt nicht das Gespräch, wenn ich den Raum betrete." Was die Dresdner Trauertherapeutin Diana Mirtschink in ihrer Liste mit dem Titel "Die Bitten der Trauernden" so unnachahmlich auf den Punkt bringt, ist in einem Trauerfall vor allem für den kollegialen Umgang am Arbeitsplatz ein maßgeblicher Punkt. Denn vor allem im beruflichen Umfeld fällt es den Menschen oft besonders schwer, mit Kollegen in einer Verlustkrise umzugehen. Irgendwie muss es ja auch alles weitergehen, die Arbeit, der Alltag. Dennoch gibt es eine ganz Menge, was Mitarbeiter an kollegialen Hilfen geben können. Hier eine kleine Liste - in Ergänzung zu den Ideen, die sich in meinem Buch "Mitarbeiter in Ausnahmesituationen - Trauer, Pflege, Krise" aus dem Campus-Verlag finden lassen (alle Infos zum Buch gibt es hier...). 

Ich erinnere mich an Trauerfälle im Kollegenkreis. Ich erinnere mich daran, wie unterschiedlich die Reaktionen waren. Da gab es einen Kollegen, dem so gar nichts anzumerken war und der einfach weitermachte wie bisher, vermutlich, weil ihm diese Alltagsnormalität gut getan hat. Da gab es eine Kollegin, der die Erschütterung und Fassungslosigkeit jederzeit anzumerken war, die aber sofort allen Kollegen klargemacht hatte: Bitte nicht darauf ansprechen, bitte nicht darüber sprechen. Damit hatte diese Kollegin, vielleicht ganz unbewusst, genau das Richtige getan: Größtmögliche Transparenz kann sehr hilfreich sein. Denn in einem Trauerfall im Kollegenkreis sind die Unsicherheiten eben sehr, sehr groß. Was kann noch alles helfen? Ein paar Gedanken:


Eine simple Spielzeugampel - in einem Großraumbüro lässt sich so ein Accessoire sinnvoll einsetzen, um den Kollegen Signale zu setzen, beispielsweise wenn ein Mitarbeiter in Trauer ist: Bin ansprechbar, bin nicht ansprechbar.   (Thomas-Achenbach-Foto)

Den betroffenen Kollegen zuhause abholen, einen Fahrdienst durch Kollegen organisieren

- Dem betroffenen Kollegen (am besten sogar ungefragt) etwas zu essen mitbringen (denn Menschen in einer Verlustkrise haben manchmal Schwierigkeiten mit den simpelsten Alltagstätigkeiten oder keine Energie für solche Basis-Dinge)

- Blumen und Karten sind wertvoll und hilfreich, aber echtes Interesse ist noch besser - ein ehrlich gemeintes "Wie geht es Dir?" oder ein ehrliches "Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll" sind immer besser als Floskeln oder Schweigen

Die Gespräche nicht unterbrechen, sondern den betroffenen Menschen aktiv einbeziehen

Spielregeln vereinbaren - beispielsweise: Sprecht mich bitte im Büro nicht drauf an, aber in der Kaffeepause möchte ich sehr gerne darüber reden, wie es mir geht

- Sichtbare Zeichen am Arbeitsplatz vereinbaren, ob ein Kollege ansprechbar sein mag oder nicht, vor allem in Großraumbüros - eine simple Spielzeugampel hilft hier schon weiter

- Hilfreich kann es sein, wenn sich die Kollegen oder die Vorgesetzten ein bisschen Wissen über Trauer aneignen, darüber, was alles an Gefühlen dazugehören kann, was es mit Menschen machen kann

- Hilfreich ist zu wissen, dass Trauer ein sehr, sehr langer Prozess sein kann mit ganz unterschiedlichen Phasen, die sich überlappen können, parallel verlaufen, wo alles drin sein kann

- Akzeptieren, dass es Phasen geben kann, in denen sich die betroffenen Menschen arbeitsunfähig schreiben lassen müssen (wohlgemerkt: nicht krank!)

- Gibt es Ruheräume? Rückzugsräume, auch für anderes? Falls nein: Lassen sich Alternativen schaffen oder verabreden? 

- Gibt es eine Notfallmappe für Trauerfälle im Unternehmen - auch für Mitarbeiter?

Es kann wichtig sein, dass Trauernde die Möglichkeit haben, sich kurz zurückzuziehen. Vielleicht einfach nur, damit sie einmal kurz in aller Ruhe weinen können, ohne das Gefühl zu haben, sich am Arbeitsplatz "zusammenreißen zu müssen" (was besonders schwierig ist, wenn es einen im Inneren gerade eher zu zerreißen scheint). Es ist dann immer denkbar ungünstig, wenn hierfür nur das Klo zur Verfügung steht. Wenn das räumliche Umfeld aber nichts hergibt, lassen sich vielleicht andere Möglichkeiten besprechen: Ein rotes Schild an der Küchentür signalisiert dann vielleicht "Bitte nicht stören, gleich fertig". Oder etwas Ähnliches. Hier ist allerdings auch Geduld gefragt. Und menschlicher Teamgeist. Was natürlich etwas ist, das nicht in allen Teams und bei allen Bürokollegen anzutreffen ist - womit wir wieder auf der Führungsebene wären. Denn wie mit Trauer umgegangen wird im beruflichen Umfeld, ist eben auch - nicht nur, aber auch - eine Führungssache (mehr dazu hier....) 

Ebenfalls auf diesem Blog: Serie zum Thema "Trauer am Arbeitsplatz":


Folge 1: In fünf bis zehn Jahren braucht jedes Unternehmen ein tragfähiges Konzept
Folge 2: England macht es vor: Das Jack's Law hilft Eltern beim Verlust eines Kindes
Folge 3: Damit ganz Europa sprachfähig wird in Sachen Trauer - eine neue Initiative
Folge 4: Warum "Trauer am Arbeitsplatz" jetzt Thema im Schulunterricht wird
Folge 5: Die deutschlandweit erste Trauer-Betriebsvereinbarung - so funktioniert sie

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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung). Thomas Achenbach ist der Autor der Bücher "Männer trauern anders - was ihnen hilft und gut tut", 168 Seiten, Patmos-Verlag und "Mitarbeiter in Ausnahmesituationen - Trauer, Pflege, Krise", 220 Seiten, Campus-Verlag. Mehr Infos auf www.thomasachenbach.de

Lesungen, Vorträge, Workshops, Seminare, Trauergruppen und mehr: Alle aktuellen Termine mit Thomas Achenbach finden sich unter diesem Link 

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Ebenfalls auf diesem Blog: Warum sich Trauernde förmlich zerrissen fühlen müssen - eine Einführung in das "Duale Prozessmodell der Trauer" und seine Fallstricke

Ebenfalls auf diesem Blog: Gibt es so etwas wie Leichengift? Und stimmt es, dass die Nägel von Toten noch lange weiterwachsen? Ein paar Antworten auf sechs große Fragen

Ebenfalls auf diesem Blog: Tipps zum Umgang mit Trauernden und mit Trauer - was Menschen in einer Trauer- und Verlustkrise hilft und was man Trauernden sagen kann 

Ebenfalls auf diesem Blog: Wie eine Familie den Geburtstag der gestorbenen Tochter jedes Jahr als Abschieds- und Lebensfest gestaltet und warum das Mut machen kann

Ebenfalls auf diesem Blog: Darf ich einen Menschen in Trauer eigentlich auf seinen Trauerfall ansprechen oder mache ich damit alles nur noch schlimmer? Ein paar Tipps...

Ebenfalls auf diesem Blog: 27 gute Rituale für eine Trauerfeier - wie sich eine Gedenkfeier so gestalten lässt, das sie den Angehörigen/Trauenden gut tun kann

Ebenfalls auf diesem Blog: Was muss ich machen, wenn ich wegen Trauer krankgeschrieben werden möchte? Geht das überhaupt und wenn ja, wie denn?

Ebenfalls auf diesem Blog: Der Fluch der Tapferkeit - warum es Menschen in der modernen Gesellschaft so schwer fällt Trauer als etwas Normales anzuerkennen

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Dienstag, 27. Februar 2018

Vergleiche in der Trauer sind verletzend, aber kommen allzu oft vor - was zu Trauernden alles gesagt wird, ist oft wenig hilfreich, eher im Gegenteil - Aber was sagen, was hilft - was nicht? - Tipps zum Umgang mit Trauernden


Osnabrück - Über diesen oben abgebildeten Dialog bin ich vor kurzem im Netzwerk Twitter gestolpert. Und er hat nochmal einige Erfahrungen bestätigt, die ich selbst oft gemacht habe bzw. von denen ich mir habe berichten lassen. Was Menschen zu anderen Menschen sagen, wenn diese in einer Trauer- und Verlustkrise stecken, ist oft schwer zu ertragen. Da wird - sicher unbewusst - verglichen, runtergemacht, die Schwere der Trauer zu relativieren versucht. Aber vor allem wird, meistens immer, all den Menschen, die andere verloren haben, ihre Berechtigung zu trauern abgesprochen. Das geschieht mehr oder minder subtil, gerät aber kränkend. Auch wenn die Sprecher das weder beabsichtigen, noch es merken. Zugegeben, so ging es mir sicher auch schon einmal, vor meiner Ausbildung zum Trauerbegleiter. 

Denn, zugegeben, bevor ich mich selbst so intensiv mit diesen Themen beschäftigt habe, wusste ich natürlich auch nicht immer, was ich idealerweise sagen sollte, wenn mir jemand vom Tod eines ihm oder ihr nahen Menschen erzählte (und heute zu behaupten, ich hätte jetzt die Weisheit mit Löffeln gefressen, wäre gleichermaßen übertrieben, auch, wenn das hier gelegentlich so rüberkommen mag). Was willst du auch sagen, wenn es im Grunde nichts zu sagen gibt - keinen Trost jedenfalls geben kann. Und wenn Du Dich konfrontiert siehst mit dieser Wand aus Ratlosigkeit und Hilfslosigkeit. Sich hilflos fühlen, das ist es vermutlich, was die meisten Menschen unbewusst zu diesem psychologischen Trick greifen lässt - die Trauer der anderen lieber kleinzureden, um sie selbst besser ertragen zu können. Also sagt man sowas wie: "Ihr habt ja eine so schöne Zeit miteinander gehabt, das darfst du nicht vergessen". Was aber für die Trauernden nicht anders klingt als: "Schau doch mal auf das Positive und wühl Dich doch nicht immer so rein in Deinen Trauerschlamm." Und so geht es weiter.


Nicht alles, was die anderen zu einem sagen, ist hilfreich, manchmal würde man es gar nicht gerne hören, auch wenn es eigentlich so gemeint ist.   (Thomas-Achenbach-Foto)

Das war eine der Aufgaben, die wir in einer kleineren Lerngruppe während unserer Ausbildung zum Trauerbegleiter zu erledigen hatten: Sätze zu sammeln, die zwar gut gemeint sein mögen, aber doch eher verletzen und die insgeheim die Trauer abzuschwächen versuchen. Was dabei zusammengekommen ist - auch dank engagierter Kolleginnen -, kann sich sehen lassen. "Die Zeit heilt alle Wunden", zum Beispiel - Nein, das wollen Trauernde gar nicht gern hören. Denn der Schmerz des Verlusts ist ja oft das vermeintlich Einzige an großer Energie, das geblieben ist von dem verlorenen Menschen, so wird es oft erlebt. Und davon geheilt werden, gar befreit, das hieße doch auch, den Menschen noch weiter zu verlieren, oder? Oder: "Da mussten andere auch schon durch" - Mag ja sein, aber jeder Mensch hat das Recht auf seinen eigenen Schmerz und seine eigene Intensität und sein eigenes Leiden, außerdem will ein Leid auch erstmal durchlebt werden, was nützen da die anderen? Ach, und es gibt noch so viel mehr.


"Das hätte man doch bestimmt verhindern können" - Ja?


Es war das Beste für sie/für ihn. Irgendwann müssen wir doch alle sterben. Man weiß nicht, was ihr/ihm alles erspart geblieben ist. Das Leben geht weiter. Ich weiß genau, wie es Ihnen geht. Gott hat es so gewollt, er hat sie/ihn zu sich gerufen. Sie werden darüber hinwegkommen. Sie haben doch noch ihre Kinder. Sie müssen sich der Sache jetzt stellen. Sie müssen jetzt loslassen. Sie müssen auch irgendwann wieder nach vorne schauen. Wenn der Arzt das nur eher festgestellt hätte, wer weiß, ob sie oder er dann nicht noch leben würde. Sie müssen jetzt ganz tapfer sein. Ich weiß noch genau, wie das bei mir damals war, davon erzähle ich jetzt erstmal. Oder bei einem Unfall: Er oder sie ist ja auch immer ziemlich rasant gefahren. Oder bei Lungenkrebs: Er oder sie hat ja auch immer soviel geraucht. Oder bei Suizid: Das hätte man doch bestimmt irgendwie merken können und verhindern können. Und, und, und. Jeder Satz ist, im Grunde genommen, ein Schlag in die Magengrube, wenn man mal drüber nachdenkt. Oder auch der hier:


Wer zerrissen ist, darf sich auch seine Bruchstücke ansehen


"Jetzt reiß dich mal zusammen". Sowas bekommen Menschen in einer Verlustkrise tatsächlich zu hören. Wie aber soll das gehen, wenn man innerlich ganz in Einzelteile zerrissen ist? Wäre es da nicht viel besser, sich die einzelnen Teile anzugucken, Stück für Stück, und mal zu gucken, ob sich nicht auch mit einem zerrissenen Innern erstmal weiteratmen lässt. Vielleicht gar weiterleben, wenn auch ganz anders als vorher. Wobei man über diese oben genannten Sätze auch eines sagen muss:

Manchmal darf man sich auch einfach die Bruchstücke seines Lebens ansehen - denn wo etwas zerrissen ist, gibt es kein "sich zuammenreißen können" mehr.  (Thomas-Achenbach-Symbolfoto)

Man kann den Menschen, die solcherlei Dinge sagen, nicht immer einen Vorwurf machen. Zwar erfüllt jeder einzelne dort oben aufgeführte Satz nur die eine Funktion - die Trauer zu entkräften, die Schmerzen abzumildern, das Erlebte von seiner Funktionalität als Einzelschicksal zu befreien -, aber das geschieht nicht bewusst, nicht so manipulativ, wie es hier vielleicht den Anschein mag. Denn auch das Umfeld von Trauernden fühlt sich ja überfahren von der Situation, überfordert, letztlich hilflos. Und wer in den oben genannten Sätze eben diese Botschaft herauszulesen versteht - ich fühle mich genauso hilflos wie Du und ich weiß deswegen gar nicht, was ich sagen soll -, der kann vielleicht verstehen, warum diese Aussagen so gesprochen werden. Hat sie vielleicht sogar selbst einmal so gesprochen. Damals, irgendwann, in einem anderen Leben, vor diesem neuen Leben - dem Leben nach dem Tod. Also dem der anderen. Bleibt natürlich die Frage: was hilft denn nun eigentlich wirklich? Nun, damit habe ich mich bereits an anderer Stelle beschäftigt - siehe hier

Mit einem dicken Danke für die tolle Zusammenarbeit und für die gute Zeit an Petra Temmen, Birgit Lemper, Luise Rüter und Irina Porzler


"Ihr hattet doch eine so gute Zeit" - "Du musst jetzt nach vorne schauen" - "Da muss jeder mal durch" - "Das Leben ist nun einmal endlich" - Undsoweiterundsoweiter.... 

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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung) und bietet Podcasts rund um das Thema Trauer an (bitte hier klicken). Thomas Achenbach ist der Autor der Bücher "Männer trauern anders - was ihnen hilft und gut tut", 168 Seiten, Patmos-Verlag und "Mitarbeiter in Ausnahmesituationen - Trauer, Pflege, Krise", 220 Seiten, Campus-Verlag. Mehr Infos auf www.thomasachenbach.de

Lesungen, Vorträge, Workshops, Seminare, Trauergruppen und mehr: Alle aktuellen Termine mit Thomas Achenbach finden sich unter diesem Link 

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Ebenfalls auf diesem Blog: Der Trick mit der Selbstwirksamkeit - wie wir uns selbst gut in seelischen Krisen helfen können: psychologische Tipps

Ebenfalls auf diesem Blog: 27 gute Rituale für eine Trauerfeier - wie sich eine Gedenkfeier so gestalten lässt, das sie den Angehörigen/Trauenden gut tun kann

Ebenfalls auf diesem Blog: Warum sich Trauernde förmlich zerrissen fühlen  - eine Einführung in das "Duale Prozessmodell der Trauer" und seine Fallstricke

Ebenfalls auf diesem Blog: Warum sich ein Suizid viel öfter verhindern ließe als wir das glauben und warum es so wichtig ist, immer wieder darüber zu reden

Ebenfalls auf diesem Blog: Tipps zum Umgang mit Trauernden und Trauer - was Menschen in einer Verlustkrise hilft, was man Trauernden sagen kann 

Ebenfalls auf diesem Blog: Was muss ich machen, wenn ich wegen Trauer krankgeschrieben werden möchte? Geht das überhaupt und wenn ja, wie denn?

Der Podcast von Thomas Achenbach: "Trauergeschichten - Menschgeschichten", Gespräche über Leben, Tod und Sterben, jetzt online

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Mittwoch, 21. Februar 2018

Kraftquelle Waldeswillen - Mein Februar-Foto für die Mitmachaktion "Hoffnungsvoll und Seelenschwer..." - - - Als verlängerte Fotoaktion auf diesem Blog: Kraftquellen, Stolpersteine, Achtsamkeit und Selbstfürsorge - Kreative Aktion des Bundesverbands Trauerbegleitung zum zehnjährigen Geburtstag

Wann auch immer dieser Baumstumpf umgekippt und beschnitten worden ist, aus seinen Überresten ragen schon neue Stämme empor....   (Thomas-Achenbach-Foto)

Osnabrück/Bonn - Der Sturm hat sie umgerissen und entwurzelt. Die Menschen haben sie zerschnitten. Sie haben am Boden gelegen, abgeschnitten von allem Lebendigen. Und doch haben sie irgendwann neue Triebe aus ihren rumpfigen Stümpfen heraustreiben lassen. Nun ragen sie aus den zerschrundenen Baumresten schnurgerade nach oben und haben eine ahnsehnliche Dicke erreicht. Diese eindrucksvollen Baumstümpfe, die sich nicht unterkriegen lassen wollen, befinden sich nicht weit von unserem Haus entfernt. Und sind damit prädestiniert für meine inoffizielle Teilnahme an dieser offiziellen Fotoaktion.

Die Natur in ihrer unbeugsamen Gestaltungskraft lässt auch dort noch etwas wachsen, wo man es nicht mehr vermutet hat. Es ist der Psychologe und Psychotherapeut Carl Rogers, der dieses Muster auch auf den Menschen übertragen hat. Er hat dafür den wunderbaren Begriff des "Werdewillens" benutzt. Rogers geht davon aus, dass jeder Mensch wieder "heile" werden will und dass er das aus eigener Kraft schaffen kann - so wie ein Kind, das nach der Geburt ganz von sich aus und ohne Anstoß von außen all das  erreichen möchte, was die Welt ihm an Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten anbietet. So wie es die Natur eben als Mechanismus in allem eingepflanzt hat, auch in uns Menschen. Deswegen hatte Rogers die die "klientenzentrierte Gesprächstherapie" entwickelt, deren Grundbestandteile aus Empathie, Wertschätzung und der Authentizität des Zuhörenden bestehen und die auch Bestandteil der Ausbildung zum Trauerbegleiter geworden ist. Womit dieses Fotomotiv gleich doppelt gut zum heutigen Anlass passt... 


Der Sturm hatte diesen Baum einmal umgeworfen, teils entwurzelt, aber der Überlebens- und Werdewillen darin ist unbeirrbar - auch wenn es sehr viele Jahre dauert (Thomas-Achenbach-Foto).

Denn der Bundesverband Trauerbegleitung (BVT) - in dem ich ebenfalls Mitglied bin - feiert seinen zehnten Geburtstag in Form einer kreativen Mitmachaktion. Gegründet mit dem Ziel, der Ausbildung zum Trauerbegleiter in Deutschland einen einheitlichen Lehrplan und ein einheitliches Zertifikat verschaffen zu können, versteht sich der Verband inzwischen als Sprachrohr und Interessenvertretung für alle Menschen in einer Trauer- und Verlustkrise. Sie sind es auch, die sich zur Teilnahme an der Aktion eingeladen fühlen sollen (alle Infos gibt es unter diesem Link). Wer sich ganz kreativ beteiligen möchte, kann sogar versuchen, ganze 365 Beiträge beizusteuern. Also für jeden Tag eines Kalenderjahres einen. Der Kreativität und der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt, allein das Oberthema der Aktion gilt es zu beachten:


Menschen wie der Buchautor Peter Wohlleben sehen in solchen Schnitten auch sowas wie Wunden - und vermuten, dass den Wurzeln der Bäume eine immens wichtige Bedeutung zukommt (Thomas-Achenbach-Foto).

Nämlich die Fragestellung: Was sind Kraftquellen, Stolpersteine, was trägt mich in meiner Achtsamkeit, was ist hilfreich für meine Selbstfürsorge? Was bringt Wut in den Bauch, was streichelt meine Seele? Was lässt mich stolpern und wobei schöpfe ich Kraft? Es geht darum, Gefühle und Ressourcen sichtbar zu machen. In Wort, Bild oder anderen kreativen Ausdrucksformen. Die Idee ist es, aus allen Einsendungen eine bundesweite Wanderausstellung zu schaffen. Gleichermaßen soll die Aktion dazu dienen, wieder fokussierter und konzentrierter durchs Leben gehen zu können. Denn dass sich auf den Smartphones die schnell gemachten Fotos häufen, diese aber kaum mehr wahrgenommen werden, ist ein Phänomen unserer Zeit.

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Alle Infos zur Aktion "Hoffnungsvoll und Seelenschwer" gibt es auf der BVT-Website....

Erster Beitrag zur Fotoaktion (Januar): Warum auch meine alten ausgelatschten Chucks eine Kraftquelle für mich sind

Zweiter Beitrag zur Fotoaktion (Februar): Kraftquelle Waldeswillen - wie sich ein alter und gestürzter Baum einfach nicht unterkriegen lässt und warum das so gut tut

Dritter Beitrag zur Fotoaktion (März): Kraftquelle Kulturerlebnisse - wie sich mein Leben mit allen Tiefern und Höhen auch in Eintrittskarten abbilden lässt

Vierter Beitrag zur Fotoaktion (April): Kraftquellen Fotografie, Kreativität & Gestaltung: Wie das Fotografieren mir den Zen-Buddhismus näherbringt

Fünfter Beitrag zur Fotoaktion (Mai): Warum blühende Kastanien für mich zu einem Symbol dafür geworden sind, dass sich Krisen auch überstehen lassen

Sechster Beitrag zur Fotoaktion (Juni): Die alte Teekanne meiner Oma als ein Symbol für die Beständigkeit von Geteiltem im Leben - und für erlebtes Leiden

Siebter Beitrag zur Fotoaktion (Juli): Kindheit, die erste Heimat auf dieser Welt - so voller Mysterien und doch so zerbrechlich - von der Wirkmacht der ersten Jahre

Achter Beitrag zur Fotoaktion (August): Eintauchen in andere Welten durch Rock-LPs und ihre Plattencover - wie mir die Vermischung zweier Künste durch die Zeit half

Neunter Beitrag zur Fotoaktion (September): Standfest, sicher und ausgesetzt - warum die Bäume auf einem Osnabrücker Berg einen so hohen Symbolwert haben 

Zehnter Beitrag zur Fotoaktion (Herbst, die erste): Warum eine fundierte Ausbildung für einen Trauerbegleiter so wichtig ist und warum in meiner Schlümpfe eine Rolle spielen

Elfter Beitrag zur Fotoaktion (Herbst, die zweite): Ein ganzes Leben unter bunten Buchdeckeln - Warum Blanko-Notizbücher eine Kraftquelle sein können

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Der Autor dieser Zeilen 
bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung). Er hält auch Vorträge zum Thema Trauer und Umgang mit Trauernden. Mehr Infos gibt es hier

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Ebenfalls auf diesem Blog: Die merkwürdige Beständigkeit der Dinge - warum das Wegwerfen von Sachen für Menschen in einer Trauerkrise erstmal nicht möglich ist

Ebenfalls auf diesem Blog: Eine der schwierigsten Aufgaben in einem Trauerprozess - überhaupt begreifen zu können, was da geschehen ist - was das so schwer macht

Ebenfalls auf diesem Blog: Der Fluch der Tapferkeit - warum es Menschen in der modernen Gesellschaft so schwer fällt Trauer als etwas Normales anzuerkennen

Ebenfalls auf diesem Blog: Wer Öffentlichkeit will, muss sie selbst herstellen - Praxis-Tipps für gute Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für Hospiz-, Trauer & Palliativinitiativen


Ebenfalls auf diesem Blog: Wenn Töne und Texte die Seele ins Schwingen bringen, Teil #01: Serie über Trauer und Musik - die besten Songs und Alben über Trauer und Tod 

Dienstag, 13. Februar 2018

Das Trauer-Radio ist online: Was gibt es dort alles zu hören, wie funktioniert das Projekt, wie kann man selbst daran teilnehmen - und warum braucht es überhaupt ein Trauer-Radio? Interview mit Initiatorin Eva Terhorst

Osnabrück/Berlin - Einmal im Jahr, immer am 13. Februar, ist der Welttag des Radios. Der perfekte Tag also für diesen Blogartikel. Denn alles, was es über Trauer, Tod und Sterben so zu wissen und zu berichten gibt, kann man jetzt auch im Radio hören. Oder genauer: in dem von der Trauerbegleiterin und Buchautorin Eva Terhorst neu geschaffenen Trauerradio, das sich über die Internetseite Laut.fm ansurfen lässt. Einige Aktive aus der Trauerbegleiterszene hat Eva bereits zum Mitmachen bewegen können, weitere - wie beispielsweise die Autorin Barbara Pachl-Eberhardt - sollen noch folgen...

Aber wie genau funktioniert das Projekt, wo lässt es sich finden, was gibt es dort alles zu hören und wann? Es stellen sich noch viele Fragen zum Thema Trauerradio. Nun, fragen wir doch am besten die Frau, die sich damit optimal auskennt - Eva Terhorst selbst, mit der ich auf diesem Blog schon desöfteren zusammengearbeitet habe. Hier ist also mein Interview mit Eva zum Thema Trauerradio:


Radio hören mit einem Extra-Programm dafür, wenn es einem nicht gut geht, das geht jetzt beim neuen Trauerradio.  (Thomas-Achenbach-Symbolfoto).

Eva, wenn ich bei laut.fm das Stichwort Trauerradio eingebe, lande ich bei einem anderen Sender, der nur Musik spielt, aber sonst keine Beiträge sendet (gilt auch für die Google-Recherche). Das ist nicht Dein Sender. Wie umgehe ich das am geschicktesten? 

Eva Terhorst: Ja, das ist leider etwas verwirrend, denn ich hatte mir den Namen Trauer-Radio schon ausgesucht, bevor ich mich bei laut.fm angesiedelt habe. Daher findet man nun das Trauer-Radio unter laut.fm/trauer-radio1. Oder man geht über diesen Umweg: https://trauer-radio.de/livestream/. Toll finde ich aber, dass man den Sender auch tatsächlich über sämtliche Smartphones oder über Amazon Echo (Alexa) sowie über Bluetooth im Auto und über jede andere Anlage, die über Bluetooth verfügt, hören kann. 

Wieviele exklusive Sendungen hast Du denn schon online? 

Eva Terhorst:  Es gibt mittlerweile fünf ModeratorInnen mit eigenen Formaten: 
  • Barbara Biegel ist zertifizierte Trauerbegleiterin, Künstlerin, Autorin, Kulturpädagogin und Qigong-Kursleiterin. Sie stellt hier im Trauerradio Gedanken zum Umgang mit Trauer und vier kreative Impulse vor. Ihre Sendung heißt: „Die Wundertüte“Sie möchte unsere Aufmerksamkeit auf diese kleinen kreativen Momente lenken. Wir haben es selbst in der Hand, im Alltag mit der Trauer auf kreative Art und Weise umzugehen und sie zu verwandeln.“
  • David Roth, Bestatter und Trauerbegleiter, Jahrgang 1978,  ging im Bergischen Land zur Schule. Ein duales Studium schloss er mit dem Abschluss Dipl. Betriebswirt an der Wirtschaftsakademie Kiel ab. Es folgte die Ausbildung zum Trauerbegleiter bei Jorgos Canacakis. David Roth ist Geschäftsführer des Bestattungshauses Pütz-Roth. Er hält Vorträge zu den Themen Sterben, Tod und Trauer und ist ein gefragter Teilnehmer an Podiumsdiskussionen und Konferenzen. Gemeinsam mit seiner Lebenspartnerin hat er vier kleine Kinder. In seiner Sendung „Talk about Tod“ beantwortet er Fragen zum Thema Tod.
  • Elke Galic ist Inhaberin von Klang-Art, dem Kompetenzzentrum für Trost durch Musik und Produzentin der Trost-Box „Mein Begleiter“. Als Musikerin und Therapeutin hat sie oft erfahren, welch große Kraft die richtige Musik hat und dass Musik ganz tief berühren und dadurch sehr heilsam sein kann. In ihrer Sendung „Musik tröstet – Musik versteht“ gibt es jede Woche vielfach bewährte Musiktipps und Informationen rund im das Thema Musiktherapie. Schon Victor Hugo hat einmal gesagt: „Musik drückt aus, was nicht gesagt werden kann – und worüber zu schweigen unmöglich ist“. Mehr über Elke Galic gibt es hier.
  • Michaela Mielke ist Künstlerin der Tafelmalerei und hat ein besonderes Interesse an der Erforschung von Symbolen, und deren Betrachtung im Zusammenhang mit den grundlegenden Sinnfragen des Menschen. Warum berühren uns Sinnbilder, Legenden und Mythen? Michaela Mielke geht auf eine Entdeckungsreise, warum sie für uns auch etwas Tröstliches haben, und uns Mut, Hoffnung und Zuversicht geben. In ihrer Sendung „Von Sinnbildern & Sinngeschichten“ taucht sie jeden Monat ein in sinnstiftende Themenwelten. Sie betrachtet deren Sinngehalt in den verschiedenen Kulturen der Welt und was sie für unsere Erfahrungen, Erlebnisse und für unsere Lebensthemen bedeuten. Mehr über Michaela Mielke gibt es hier.
  • Und ich selbst, also Eva Terhorst - ich bin Trauerbegleiterin und Buchautorin in Berlin, wie auch Initiatorin vom Trauer-Radio. In meiner monatlichen Sendung „Sag doch mal – was hilft, wenn es weh tut“ stelle ich Menschen, Bücher, Projekte, Techniken, Methoden und vieles mehr vor, die helfen können, Krisen- und Trauersituationen besser zu durchleben und um bestenfalls gestärkt daraus hervor zu gehen. Mit meiner  Sendung: „Traumreisen“ sind Begegnungen und Entspannung möglich. Die verschiedensten Traumreisen sind zudem in jedem meiner Bücher zu finden.

Wer sucht die Musik aus und wie funktioniert das? 

Eva Terhorst: Ich brauche für die jeweiligen Sendungen immer eine volle Stunde. Die Interviews, etc. sind aber meist zwischen 15 und 20 Minuten. Der Rest wird mit Musik aufgefüllt, die der Moderator der jeweiligen Sendung selbst möglichst passend zum Thema seiner Sendung heraus sucht. Es gibt auch für die Zeiten zwischen den Sendungen einen Musikloop, bei dem ich die Musik ausgesucht habe, aber da das Programm immer voller wird, brauche ich den immer weniger.

Gibt es irgendwo ein einsehbares Programmschema, so dass ich nachgucken kann, ahja, heute um 14 Uhr läuft Pachl-Eberhard oder so? 


Immer am 13. Februar eines jeden Jahres ist der Welttag des Radios, dann wird gefeiert, dass es diese Einrichtung überhaupt gibt.  (Thomas-Achenbach-Foto).

Eva Terhorst: Ja, das gibt es. Das aktuelle Programm kann man immer hier einsehen: http://laut.fm/trauer-radio1 oder hier: https://trauer-radio.de/programm/. Das ist der Link zum Blog: www.trauer-radio. de. Dort können die Hörer alles Wichtige über den Sender, die Moderatoren und das Programm nachlesen. Die aktuellen Sendungen kann man dort auch direkt hören. So muss man nicht warten, bis es im Programm läuft. Unter diesem Link, ganz unten auf der Seite findet man auch Anregungen, wie man selbst eine eigene Radio-Sendung machen kann: http://www.trauerbegleiter.org/inhalt/newsletter. Und.....: Wie sieht es eigentlich mitdeinen Plänen für eine eigene Sendung beim Trauer-Radio aus, lieber Thomas? Ach ja, und weil du weiter oben Barbara Pachl-Eberhard erwähnst, so ist auch eine eigene Sendung von ihr fürs Trauer-Radio in Planung.

Ah ja, das hatte ich gehört, deswegen hatte ich sie erwähnt. Etwas vorschnell, also. Und was meine eigenen Radiopläne angeht... Lass Dich überraschen, wir sind dran. Aber das braucht noch etwas Zeit. Meine Mitstreiterinnen waren jetzt immerhin schon mal testweise am Mikro. Aber zurück zu Dir und dem Radioprojekt. Wie zufrieden bist Du denn selbst? 

Eva Terhorst: Zufrieden bin ich auf jeden Fall, denn ich habe mit meiner Idee tolle Wegbegleiter gefunden, die sich gleich zu Anfang getraut haben, mit mir gemeinsam etwas Neues zu wagen. So richtig happy bin ich natürlich dann, wenn der Sender noch vielfältiger wird, weil noch mehr Leute mit ihren eigenen Sendungen dazu beitragen. Denn so verschieden wir alle sind so unterschiedlich sind die Krisen, die uns ereilen und so individuell ist auch die Umgangsweise eines Jeden damit. Mein Grundgedanke war damals, dass oft Berichte in den Medien von Redakteuren geprägt sind, die sich dem Thema Krisen und Trauer versuchen anzunähern, obwohl die meisten nicht wirklich bisher davon in einem größeren Ausmaß betroffen waren. Das merkt man den Sendungen an und so ist die Idee, dass wir es selbst in die Hand nehmen, was über Trauer, den Umgang damit und über unsere Arbeit berichtet wird. 

Was planst Du noch so? 


Musik, Traumreisen, hilfreiche Gespräche und spannende Radiomacher wie den Bestatter David Roth, das bietet Evas neuer Trauersender. Demnächst auch mit einem Beitrag dieses Bloggers.... (Thomas-Achenbach-Foto).

Eva Terhorst: Ich plane das Programm immer dann zu erweitern, wenn sich wieder jemand Neues mit seiner eigenen Sendung anschließt und bin schon sehr gespannt darauf, wie sich alles entwickeln und was noch daraus entstehen wird. Letztendlich versuche ich die Plattform dafür zu bieten, dass wir, die sich um andere Menschen in ihren schlimmsten Lebenssituationen kümmern, sozusagen 24 Stunden am Tag ermöglichen, dass sie eine Art von Hilfe und Orientierung in dem Moment erhalten können, wenn sie es gerade brauchen, bzw. sich nach der einen oder anderen Radio-Sendung auf den Weg machen, um sich Hilfe zu holen. 

Wie ist die Resonanz bislang? 

Eva Terhorst: Dass es jetzt das Trauer-Radio gibt, spricht sich herum. Es hat ja erst vor ziemlich genau zwei Monaten begonnen. Da mich immer mal wieder fremden Personen zu dieser Idee beglückwünschen und auch Anfragen nach eigenen Formaten kommen, denke ich, dass wir vielleicht in einem Jahr nochmal darüber sprechen werden, wie sich das alles so entwickelt hat. 

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Der Autor dieser Zeilen 
bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung). Er hält auch Vorträge zum Thema Trauer und Umgang mit Trauernden. Mehr Infos gibt es hier

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Männertrauergruppe in der Region Osnabrück: Offene Gruppe, Einstieg jederzeit möglich - alle Infos über die Gruppe gibt es hier

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Und im Kultur-Blog des Autors: Wie man als Autor vom Schreiben leben kann - Tipps für Hobbyautoren von einem echten Profi (und ein Plädoyer fürs Selfpublishing)