Montag, 27. März 2023

Ein neuer Raum und neue Gesprächsmöglichkeiten: Warum ich meine Trauerbegleitung in Osnabrück jetzt auch im so genannten Leisen Speicher anbieten darf - und gleichzeitig weiterhin meine Angebote für gemeinsame Trauerspaziergänge aufrechterhalte


(Alle Fotos: Thomas Achenbach)


Osnabrück - Ab sofort darf ich meine Einzelbegleitungen in einem neuen Raum in Osnabrück anbieten: Gelegen im so genannten Leisen Speicher, einem Gebäude, in dem sich allerlei Kreative, Grafikerinnen, Coaches und andere Selbstständige versammelt haben, ist es ein Ort, der perfekt geeignet ist für Begleitungen. Wir sind unter uns, umgeben von Backstein und Beton, in einer postindustriellen, inspirierenden Atmosphäre. Und schön eingerichtet ist er auch, das liegt aber nicht an mir....



Denn ich darf den Luxus genießen, als Untermieter einen Raum mitnutzen zu können, den die systemische Beraterin Alena Große Honebrink für ihre Angebote geschaffen hat (siehe auch die Website Alena-GH). Behaglich und anregend, angenehm und schlicht, kommt diese Einrichtung unser beider Angebote zunutze. Damit ist es mir möglich, meine Einzelbegleitungen von dem zuvor genutzten Raum in unserem Haus in eine neue Umgebung zu verlagern, was aus verschiedenen Gründen dringend nötig war.



Denn die Coronapandemie hat die Verhältnisse bei uns langfristig auf den Kopf gestellt und das Durchführen von Begleitungen an alter Stelle unmöglich gemacht. Das war während der Pandemie nicht weiter tragisch, weil ich meine Begleitungen einfach in Form von Spaziergängen nach draußen verlagert habe (ein Setting, das ich nach wie vor nutze und das auch nach wie vor gerne angenommen wird - siehe auch meinen Bericht an gesonderter Stelle), aber nicht für alle Klienten waren Spaziergänge gut geeignet, wie sich im vergangenen Jahr gezeigt hat.   



Und als der noch recht warme November 2022 zu Ende ging und ein Winter mit einigen bitterkalten Tagen einzog, wurde die Frage nach einer neuen Behausung für meine Trauerbegleitungen umso dringlicher. Mit dem neuen Raum gibt es nun wieder die Möglichkeit, sich zurückzuziehen, wenn es draußen arg ungemütlich ist oder wenn einem Gast mehr danach ist, in einem Raum zu sein statt sich draußen in gemeinsamer Bewegung zu unterhalten. Was übrigens gar nicht immer der Fall ist, denn viele schätzen das gemeinsame Unterwegssein.    



So oder so: Ob gehend oder sitzend, ob im Leisen Speicher oder im Freien, kann ich nun Trauerbegleitung in Osnabrück dort anbieten, wo es für alle gut passt. Darüber freue ich mich sehr. Zumal der neue Raum einen weiteren unschlagbaren Vorteil mit sich bringt, den ich vorher noch nicht hatte: Dass mein Telefon nicht dort steht und ein Anruf mitten in eine Begleitung hineinplatzen kann. 



Und auch sonst ist der Leise Speicher übrigens ein faszinierender Ort: Gebaut im Jahre 1938 als eine Lagerstätte für die "Heeresverpflegung", ist der Bau einer von noch zwei großen Speichergebäuden, von denen es ursprünglich einmal fünf gegeben hat. Hier wurde während des Krieges Getreide gespeichert, aus dem Brot für die Soldaten gebacken werden konnte. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die Gebäude durch die britische Armee genutzt, jedoch wurden mehrere der Speicher abgerissen. Die noch verbleibenden zwei werden seit wenigen Jahren kreativ genutzt: Einmal als Leiser Speicher für alle, die in Ruhe arbeiten oder beraten wollen, und als Lauter Speicher im Gebäude daneben, in dem Bands und Musiker ihre Proberäume finden oder ausgebildet werden. Sportangebote unter dem Dach gibt es auch, zudem ein Café. Sehenswert zudem der nahe Hafen und die frisch aufgebaute Containerstation mit zwei Kränen, die so auch im Hamburger Hafen zu finden sein könnten.  

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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung) und bietet Podcasts rund um das Thema Trauer an (bitte hier klicken). Thomas Achenbach ist der Autor der Bücher "Männer trauern anders - was ihnen hilft und gut tut", 168 Seiten, Patmos-Verlag und "Mitarbeiter in Ausnahmesituationen - Trauer, Pflege, Krise", 220 Seiten, Campus-Verlag. Mehr Infos auf www.thomasachenbach.de

Lesungen, Vorträge, Workshops, Seminare, Trauergruppen und mehr: Alle aktuellen Termine mit Thomas Achenbach finden sich unter diesem Link 

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Ebenfalls auf diesem Blog: Macht es die Hinterbliebenen nicht noch trauriger, wenn wir sie auf ihren Verlust ansprechen? - Impulse bei großer Unsicherheit 

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Montag, 20. März 2023

Mein Trauer-Fundstück im März 2023: Warum es neben Sterbe- und Trauerbegleitung noch eine dritte Säule im Bereich der Lebenshilfe geben sollte - ein Artikel der FAZ macht deutlich, wie es gehen könnte

Fundstück des Monats (Foto: Thomas Achenbach).


Sie mag alt sein, aber sie ist weder krank noch sterbend. Sie kann sich weiterhin gut selbst versorgen, aber sie ist einsam. Eine Sterbebegleitung braucht sie nicht. Und auch nicht unbedingt eine Trauerbegleitung, auch wenn sie ihren Mann vor rund drei Jahren verloren hat und die Sehnsucht groß ist. Der Hospizhelfer, der sie regelmäßig besucht, tut dies aus eigenem Antrieb. Er besucht sie einmal die Woche, kocht für sie, spricht mit ihr, ist ihr seelisch nahe. Was ihn dazu motiviert hat, ist ihre große Einsamkeit.    

Die Frau, von der die Frankfurter Allgemeine Zeitung am 7. Februar 2023 im Feuilleton unter der Überschrift "Man sollte sich verabschieden können" berichtet, ist ein Paradebeispiel für eine Betreuungslücke, die in Deutschland zu meist ungefüllt bleibt - und dass es ein Hospizhelfer ist, der sich dieser Aufgabe zuwendet, finde ich absolut passend. Das Hospiz als ein Ort von Reife, vielleicht auch: Lebens-Reife. Das Hospiz als ein Ort von Weisheit und Erfahrung, eben auch. Lebens-Weisheit. Das Hospiz als Sammelpunkt von Lebensverdichtung. Das ist nicht nur marketingtechnisch sinnvoll.    

Ein Wort für die benötigte Form von Begleitung gibt es nach meiner Auffassung noch nicht: Einsamkeitsbegleitung wäre vielleicht eine Idee. Einfach-nur-da-sein-Hilfe, das wäre zu sperrig, würde jedoch klar machen, worum es ginge: Eben einfach nur da zu sein, ohne dass es einen akuten lebensverändernden Einschnitt dafür bräuchte. Ich finde das überlegenswert. Mein Fundstück des Monats.

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Der Autor dieser Zeilen bietet Trauerbegleitung an in Osnabrück und im Osnabrücker Land an und hat eine Ausbildung zum Trauerbegleiter absolviert (Große Basisqualifikation gemäß des Bundesverbands Trauerbegleitung) und bietet Podcasts rund um das Thema Trauer an (bitte hier klicken). Thomas Achenbach ist der Autor der Bücher "Männer trauern anders - was ihnen hilft und gut tut", 168 Seiten, Patmos-Verlag und "Mitarbeiter in Ausnahmesituationen - Trauer, Pflege, Krise", 220 Seiten, Campus-Verlag. Mehr Infos auf www.thomasachenbach.de

Lesungen, Vorträge, Workshops, Seminare, Trauergruppen und mehr: Alle aktuellen Termine mit Thomas Achenbach finden sich unter diesem Link 

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Montag, 6. März 2023

Das Trauer-Zitat des Monats - #März2023 - bemerkenswerte Sätze über Trauer, Tod und Sterben aus Literatur, Interviews und Zeitschriften, Teil 3

   

"In der Trauer fühlst du die Abwesenheit eines bestimmten Lebens, nicht des Lebens an sich. In der Depression ist das anders: Du fühlst dich vom Leben abgeschnitten."

 

K. R. Jamison, Nothing was the same

(zitiert nach Heidi Müller/Hildegard Willmann, "Trauerforschung",
Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 2020, Seite 56)


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Das Trauerzitat des Vormonats: Bitte hier klicken 

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